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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Panik im Paradies
Eingestellt am 30. 08. 1999 00:00


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ziner
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2003

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Prolog Herreinspaziert, Herreinspaziert. Hier erleben Sie, was Sie nie zu vermuten gewagt h├Ątten. Abgr├╝nde, Untiefen und Verwegenheiten. Besuchen Sie intellektuelles Brachland, schlingern Sie ├╝ber geistige Hoppelpisten. Nehmen Sie teil am verwirreden Spiel. Kommen Sie mit zu den drei gro├čen K's eines verworrenen Lebens. Lassen Sie sich f├╝hren durch die Rinnsteine der Klarheit. Rei├čen Sie sich den Arsch auf den schrundigen Fassaden der Konsequenz und riskieren Sie einen Blick durch die blinden Fenster der Komik. Treten Sie ein und erleben Sie die grausige Reise zu den drei h├Âchsten - nie bestiegenen - Gipfeln eines Daseins. Reiser├╝cktrittsversicherungsbescheinigungen werden nicht anerkannt. Auslandskrankenscheine haben keinen Sinn. Vorsicht bitte am Wahnsteig, der Zug ist abgefahren. Ihr Zuchtf├╝hrer w├╝nscht Ihnen einen angenehmen Reise. 1 Ein matschiger, nasser Dezember-Abend. Die Luft ist feuchtkalt, die Atemwege zugehustet mit Inversionswetterlage und den guten Vors├Ątzen f├╝r das kommende Jahr. Die Menschheit ist unbehauster den je und blickt schreckensstarr auf das, was sie nicht versteht - sich selbst. Man fordert L├Âsungen f├╝r Probleme, die ohne die Forderungen nach ihrer Beseitigung nicht bestehen w├╝rden. Ist doch die Forderung nach der L├Âsung eine Problems, die Vorausetzung daf├╝r es als solches zu erkennen. Wird vielleicht durch das Entstehen vom Problembewu├čtsein dieses erst erschaffen. Das Problem n├Ąmlich. Was essen wir zuerst, die Henne, oder das Ei? So kreist der Mensch unbeirrt um sich selbst, und die kleinliche Gewi├čheit, da├č es nichts wichtigeres gibt, als den eigenen Mikrokosmos, da├č nichts entscheidender diese Welt zusammenh├Ąlt, als die Sorge ums eigene Fortbestehen! Das ist des Pudels Kern! Die Angst vor Verlust, vor der eigenen Bedeutungslosigkeit. Das Streben, Unw├Ągbarkeiten zu vermeiden, ├ťberschaubarkeit herzustellen. Um nicht in die Verlegenheit zu kommen, denken zu m├╝ssen. Nackt und allein, steht dieser Mensch vor seinen Zweifeln, dreht sich um sich selbst, mi├čt seinen Horizont in Zentimetern und wei├č nicht wohin. Doch es gibt einen Ort, einen Hort der Gerechten, der selbstreferentiellen Sozialparanoiker, der Gemeinschafts-Romantiker, Zyniker und Stoiker. Hier bin ich. Mensch! Hier kann ich's sein. Die kleine Insel der Gl├╝ckseligkeit, das Purgatorium der letzten verbliebenen Komunikations-Neurotiker. Hier gibt es sie noch, die Selbst├Ąu├čerer, die ihr Sein an die W├Ąnde dieser Welt h├Ąngen, zur gef├Ąlligen Betrachtung. Die Galerie "Zum Last Order". Die Moral-Exhibitionisten, die - mal eben zwischen zwei Bier - die Probleme der Welt erkl├Ąren und l├Âsen. Verkrachte Halbintellektuelle die mit ihrem aktiven Wortschatz prahlen, und nicht merken, da├č ihnen keiner folgen kann. Handfeste Brachial-Verbaliker, die in der festen ├ťberzeugung leben - mi├čachtet und unverstanden wie sie sind - der Menschheit die Segnungen Ihres Weltbildes nicht vorenthalten zu d├╝rfen. Zeitmaschine, Timetunnel. Naive Wei├čsocken-Tr├Ąger, die - noch immer im Glauben, es k├Ąme auch auf sie an - verzweifelnd versuchen ihr kleines Licht zum leuchten zu bringen. Kurz, die ganze Zoologie der Spezies Mensch ist hier vertreten, und man l├Ą├čt einander leben. Hier z├Ąhlt, was heute gesagt wird morgen nicht mehr so viel. Hier wo immer alles neu und ungedacht ist, ist jeder nur das was er erz├Ąhlt. Hier i├čt jeder nur das, was er zahlt. Die kleine Kneipe in unserer Stra├če. Unsere kleine Farm. Heile Welt eben. Ein rustikales Refugium. In barocker Ausschweifung dekoriert, mit Errungenschaften aller Flohm├Ąrkte dieser Welt. Da h├Ąngen handgedengelte Blechpreziosen neben Ablichtungen gr├╝nderzeitlicher Patriarchen; komplettiert ausgestopftes Federvieh die Fauna der Eiche mit den Plastikbl├Ąttern in der Raummitte. An den W├Ąnden reichern alte Emaille-Schilder das Ambiente an, immer wieder zart kontrastiert durch allegorische Schinken aus dem tausendj├Ąhrigen Reich. Vervollst├Ąndigt durch Kuriosit├Ąten eines k├╝rzlich untergegangenen Arbeiter- und Bauernstaates. Etwa handgemalte Schilder mit putzigen Bitten, wie: "Man bittet diesen Raum so verlassen, wie man ihn vorzufinden w├╝nscht. Wie denn? N├╝chtern? Ein wahrer Erlebnispark eben. Die Beschallung, seitens der Gesch├Ąftsf├╝hrung ist ein Attentat auf den guten Geschmack, es sei denn, man hat nichts gegen Willy Nelson oder Udo J├╝rgens. Andernfalls empfiehlt es sich einfach so zu tun, als h├Ątte man es nicht bemerkt. F├╝r Stammg├Ąste gibt es noch die M├Âglichkeit, durch anhaltendes Maulen und Meckern, die Lautst├Ąrke auf ein gespr├Ąchskompatibles Niveau zu senken. Und wenn der Meister in der K├╝che werkelt, bekommt dieses gastronomische Disneyland noch einen weiteren Aspekt. Einen Abend in dieser optischen, akustischen und olfaktorischen Suppenk├╝che, und man kann seine Klamotten getrost dem Sonderm├╝ll ├╝berantworten. In diesem kleinen Paradies passiert also eines Abends unglaubliches. Nichtahnend, was auf ihn zukommt beginnt unser Held - das Tagwerk als Mu├č betrachtend - sich bereits um die Mittagszeit auf seine Flucht zu freuen. Freut sich darauf, die Kleinlichkeiten des Tages, die einige Flecken auf meinem dicken Fell, hinterlassen haben, mit einem k├╝hlen Bier abzuwaschen. Ich stelle mir vor, wie es vor mir steht. Ich merke wie mir das Wasser im Mund zusammenl├Ąuft und verbringe den Tag in Vorfreude auf den Augenblick an dem meine Lippen den cremefarbenen, samtigen Schaum ber├╝hren. Der erste Schluck w├╝rde - wie immer - so tief und lang sein, da├č ihm die halbe F├╝llung des Glases zum Opfer f├Ąllt. Der erste Schluck ist immer der beste. Der tiefe Atemzug vor dem Ansetzen, das Heben des Glases und das fast sinnliche Versenken der Lippen in diesen einzigartigen Schaum. Meine Arth Guinness-Ged├Ąchtnis-Minute. Ein vollmundiges Bier, das den Mund nicht zu voll nimmt, das h├Ąlt was es verspricht. Ein schwarz-samtenes L├Ącheln, das deine Seele umf├Ąngt und bleibt. Ein w├╝rziger Geschmack, der nicht - durch zuviel Kohlens├Ąure - die Papillen meuchelt. Nicht eines von diesen Zucker Couleur-kolorierten M├Ądchen-Bieren, die einem am n├Ąchsten Morgen den Glauben an die Wiedergeburt plausibel erscheinen lassen. Schon f├╝hlte ich die Genugtuung, die tiefe Befriedigung die sich ausbreitet. Sp├╝rte das feinnervige Klirren das die Sinne sch├Ąrft wie ein Wetzstahl. Die n├Ąchsten Schlucke sind dann bed├Ąchtiger daf├╝r aber h├Ąufiger. Solange, bis der Schwimmer im Kopf den Aus-Knopf erreicht haben w├╝rde. Halbbesoffen ist rausgeschmissenes Geld. Diesen ├╝beraus beruhigenden Gedanken im Kopf, hangelte ich mich von Stunde zu Stunde. Als die Zeit dann endlich reif war, mein Durst sich ins unmenschliche zu steigern versprach - machte ich mich auf, um mich in diesem Biotop der Unentwegten meinem Armaggedon entgegenzutrinken. Meinem kleinen Fiakso und dem gro├čen Inferno f├╝r die grauen Denkhelferchen, die sich schluckweise verabschieden. Die "Kleine Kneipe in unserer Stra├če" oder "Der Club", wie ich ihn nenne, weil "Stammkneipe" f├╝r mich zu sehr nach beigefarbenen Herren-Freizeithemden, Korn und Bier-Leutseeligkeit und geistigem Tiefflug klingt. Und weil im Namen "Der Club" etwas von jener elit├Ąren Exklusivit├Ąt liegt, die ich gerne habe. Der "Club" also, liegt nur einen Steinwurf von meinem Hauptquartier entfernt. Das hat Vorteile. Besonders nach dem zehnten Guinness. Ganz Stammgast, ├Âffne ich mit langge├╝bter Hand die T├╝r zur Vorh├Âlle. Die anderen Verbannten sind schon da und gr├╝├čen mit routinierter Leichtigkeit, fordern mich auf mich zu setzen. "Sch├Ân", denke ich und will mich schon freuen ├╝ber die Berechenbarkeit, die Vertrautheit und das zu erwartende Ergebnis dieses Ausflugs. Doch halt. Was ist das? Eines von diesen Dingen ist nicht wie die anderen. "Irgendwas ist passiert!". Ein neues ├ľlbild, schnell aufgeh├Ąngt zwischen zwei Bieren, ein Schichtwechsel, eine Rundumsanierung? Ist vielleicht schon eine neue Woche angebrochen. Zuviele Fragen, zuwenig Antworten. Also, nichts anmerken lassen, Irritation verdr├Ąngen und so tun als sein man Herr der Lage. Erst einmal hinsetzen. Umst├Ąndlich, um Zeit und ├ťberblick zu gewinnen, ziehe ich meine Jacke aus. Drappiere das St├╝ck Stoff auf der Stuhllehne wo es partout nicht bleiben will. Und so gelingt mir eine Slapstick-Nummer mit herunterfallender Jacke und Kampf mit widerborstigem Stuhl. Aber es n├╝tzt nichts. Die Verwirrung bleibt und droht in handfester Desorientierung zu eskalieren. Ergeben setzte ich mich, blieb zun├Ąchst still, und ├╝berlegte angestrengt was es sein k├Ânnte, ging im Geiste die M├Âglichkeiten durch. "Hat Ralf sich den Bart abgenommen, fehlt J├╝rgen ein Ohr? Nein. Hat Joana eine neue Frisur oder Claudia den zehnten Ring in der Nase? Auch nicht." Also blickte ich mich weiter um und pl├Âtzlich ging der Knopf auf. Rechts neben mir ... Heiliger Schluckspecht! Grundg├╝tiger Erzengel der Selbstbet├Ąuber, gro├čer Gott der Auto-An├Ąsthesisten dieser Welt; there was a new kid in town! Ein neues Gesicht im Saloon. "Das ich das noch erleben darf", schie├čt es mir mit tr├Ąnenfeuchter R├╝hrung durch den verwirrten Geist. Wo doch dieses kleine Universum sonst nur von Fixsternen vierter oder f├╝nfter Ordnung - sogenannten blauen Zwergen - bev├Âlkert zu sein schien. Wo war das Raumschiff gelandet, hatte diesen Besuch an Land gesetzt. Wer hatte in den unendlichen Weiten des Alls wann, wem, und wieso vom Manna dieses Paralelluniversums berichtet? Wer war der Navigator, der den Weg in diese intellektuelle Ein├Âde gefunden hatte. Fragen ├╝ber Fragen. Aber, was du heut nicht wei├čt, kannst du auch morgen rauskriegen: In diesem Sinne: A man's got to what a man's got to do. Schnell den Hut gerichtet und den G├╝rtel ein Loch enger gezogen. Bauch rein, Brust raus, Kopf hoch! Haltung. Eingentlich war ich seit Jahren darauf eingestellt irgendwann, mit den ├╝brigen Unverzagten - wenn Haar und Bart eisgrau geworden waren - ohne gro├čes Aufsehen und allzuviel Federlesens eines Abends stillschweigend auf die Stra├če gekehrt zu werden. Oder, wenn das nicht passierte, in einem Unteroffiziersklub mein geistiges Gnadenbrot zu verzehren. Oder noch Schlimmeres: In einem Astra Pott zu versauern! Und dann das! Ein neues Gesicht. Mit einem Schlag war mein Interesse erwacht. "Jetzt nur nicht hektisch werden," dachte ich, "du hast in diesem Laden sowie das Erbrecht auf die neuen Kollegen." Welch seltsame Bl├╝ten die Einbildung doch treiben kann. Da sa├č eine junge Frau, die ich zuvor schon einmal zu sehen geglaubt hatte - vielleicht in einem anderen Leben - und trank Bier! Eines von der Art, das einem Schwierigkeiten bereiten kann, genie├čt man es zu reichlich. Ganz in schwarz. F├╝r das eine kann sie wohl nur bedingt, und f├╝r das ├╝brige mu├č man ihr vielleicht dankbar sein. "Erst mal was Schlaues denken, dann sagen und dann mal sehen", schie├čt es mir durch den Kopf. "Hi, mein Name ist Gabriel und ich steh' mit den Heiligen dieser Welt auf Du und Du, aber mit Eurer Herrlichkeit habe ich noch nicht das Verg├╝gen haben d├╝rfen. Wollen wir zusammen das Paradies neu erfinden?" Na ja. Jedenfalls ist das die Schilderung, die in die Geschichte eingehen wird. Sozusagen die amtliche Version, die offizielle Sprachregelung des Politb├╝ros. Basta. Das bedeutet, da├č diese Geschichte in Zukunft so erz├Ąhlt werden wird. Wenn die Alten dereinst mit den Jungen am Feuer sitzen, und ihre tattrigen Geschichten zum Besten geben. In Wirklichkeit gelang mir nur ein zittriges "Hallo". Und das auch erst nachdem sie Claas aufgefordert hatte uns doch jetzt gef├Ąlligst einmal vorzustellen "Tina, Gabriel; Gabriel, Tina." Erledigt. Claas wandte sich wieder seinem unterbrochen Gespr├Ąch zu. Tina! Ein Name wie ein Heiligenschein. Ein Klang wie Silberglocken. Sie ist der Zwilling (oder hei├čt es die Zwilling?) von Heins Noch-Gattin. Das hatte mich irritiert. "Was machen Hein und Astrid zusammen im Club, wo ist der Kleine? Was machen Hein, Astrid und Claas gemeinsam im Club?" Hein und Astrid waren zwar noch verheiratet und hatten einen Sohn, doch ging Astrid schon seit ├╝ber zwei Jahren mit Claas ins Bett. Hein - der eigentlich Patrick hei├čt, dessen Name aber irgendwann dem Lied ├╝ber Jan und Hein und Claas und Pit zum Opfer gefallen war. Die vier sollten zusammen auf Kaperfahrt gehen weil sie B├Ąrte haben, ein Zusammenhang den ich nie verstanden habe. Wir hatten einen Jan und einen Claas, fehlten nur noch Hein und Pit. Blieben Patrick und Gabriel, die sich anpassen mu├čten um der Geschichte die letzte Rundung zu geben. So wurde aus Patrick Hein und aus Gabriel Pit. Ein Verlust den wir im Dienste der guten Sache und der Vollst├Ąndigkeit halber ertrugen. Une nome de bierre. Seitdem geistern wir als die fantastischen vier, als Jan und Hein und Claas und Pit durch die Weltgeschichte. Jan und Hein und Claas und Pit. Eine in Jahren gewachsene und auf Hopfen und Malz gereifte Kneipen-M├Ąnner-Freundschaft. Keine von diesen Tresen-Cliquen die sich an der Tr├Ąnke bildet und sich vor der T├╝r in schulterklopfendes Wohlgefallen aufl├Âst. Eine Freundschaft wie ein Baumkuchen. Schicht f├╝r Schicht sorgf├Ąltig aufgebaut. Eine molekulare Verbindung in der die einzelnen Atome untereinander in Verbindung stehen. Jedes mit jedem. Alle mit allen. So da├č die Verbindung nicht zerf├Ąllt, wenn ein Atom fehlt. Und diese Jungs waren meine Freunde, sa├čen mit einer der sch├Ânsten Frauen an einem Tisch, die je diese blaue Kugel bev├Âlkert haben. Besser noch: sie kannten sich, waren einander vertraut. Und ich w├╝rde sie auch kennenlernen, vom Glanz dieser Herrlichkeit kosten d├╝rfen. W├╝rde mein rostiges Dasein durch ein Wort von ihr aufpolieren und veredeln k├Ânnen. Wahnsinn. Ich war ziemlich aus den H├Ąuschen. Mir begann sich der Kopf zu drehen. Mein Herz stand in Flammen, wenn sie mich ansah, mit tiefem, dunklen Blick. Aus ihrem wundersch├Ânen Mund kam ein Lachen, das wie das Britzeln von Champagner in meine Seele perlte. Ich gab ihr Feuer und verb├╝ndete mich mit ihr. Scharwenzelte um sie herum und versuchte mich in ein g├╝nstiges Licht zu setzen. War wild entschlossen sie nicht eher gehenzulassen als bis klar war, wann ich sie wiedersehen w├╝rde. Der Abend ging unweigerlich zuende. Sie brach auf und ich war - umgeben von Freunden - allein. Ich f├╝hlte mich anschlie├čend, als sei ich unter einen Bus geraten und war nur noch in der Lage wirres Zeugs zu denken. Wie etwa: Das Leben ist voller ├ťberraschungen. Besonders wenn man auf Schnellstra├čen wandert. Oder wenn man in Gedanken an Kleingartenidylle, mit einem Stein im Kopf ├╝ber Glash├Ąuser redet. Ferngesteuert wankte ich daraufhin dem heimischen Stall entgegen. Und das war gut so, denn das erwartete Ergebnis des Abends war eingetreten. Ich hatte m├Ąchtig einen sitzen. Aber den Heimweg finde ich im Schlaf und mit auf den R├╝cken gebundenen H├Ąnden. Raus aus der T├╝r. Achtung! drei Stufen runter. Hier ist Vorsicht geboten, zumal im Winter. Stehenbleiben. 90-Grad-Drehung nach rechts. 5 Schritte geradeaus. Die Ampel mit Signalton f├╝r Blinde und besoffene Schlafwandler wie mich. Ein langer Pfeifton. Gr├╝n. Mit zehn bis zw├Âlf mehr oder weniger geraden Schritten die Stra├če ├╝berqueren. Stehenbleiben. 90-Grad-Drehung nach links. 1.5 Minuten geradeaus. Dann erneute 90-Grad-Drehung nach rechts. Den halben Berg hinauf. Nach zehn Schritten: Home Sweet Home. So einfach ist das. Der n├Ąchste Tag w├╝rde f├╝r den n├Âtigen An- und Abstand sorgen, um das Erlebte zu verdauen. Das seelische Sodbrennen beseitigen.

(├ťbernommen aus der 'Alten Leselupe'.
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