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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Papa, spiel mit mir
Eingestellt am 12. 10. 2015 16:38


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antjemelanie
Wird mal Schriftsteller
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Papa, spiel mit mir


Die vierj├Ąhrige Anna sa├č, wie jeden Tag, wenn ihr Papa zu sp├Ąter Stunde nach Hause kam, vor dem Fernseher im Wohnzimmer. Das Kinderm├Ądchen stand sofort vom Barhocker in der angrenzenden K├╝che auf, packte ihr Studienmaterial in die zerfranste Tasche, kassierte das Geld und ging.

┬╗Papa, spiel mit mir┬ź, sagte Anna flehend. Ihre gro├čen runden Augen waren weit aufgerissen und ihre rosigen B├Ąckchen h├Ątten unter normalen Umst├Ąnden auch den Vater ber├╝hrt. Doch alles in ihrem Gesicht erinnerte ihn zu sehr an seine vor Kurzem verstorbene Frau und er schaffte es nicht, sich stundenlang mit ihr zu besch├Ąftigen. Stattdessen l├Ąchelte er ihr nur kurz zu und ging ins Arbeitszimmer.

Annas Blick schwankte zur├╝ck zum Fernseher und aufmerksam verfolgte sie weiter die unz├Ąhligen farbenfrohen Bilder.


Am n├Ąchsten Tag f├╝hlte sich der Vater besonders schlecht. Er hatte Kopfschmerzen und sein Magen war verstimmt. Vermutlich hatte er zu Mittag etwas Falsches gegessen. Tr├Ąge schloss er die T├╝r auf, bezahlte das Kinderm├Ądchen und warf einen fl├╝chtigen Blick ins sp├Ąrlich beleuchtete Wohnzimmer. Wie gewohnt sa├č Anna auf dem Boden und schaute fern. Durch die flimmernden Bilder blitzte das Zimmer in grellen Farben auf. Als Anna die Anwesenheit ihres Papas mitbekam, drehte sie sich sofort zu ihm und aus ihrem Mund kamen die Worte: ┬╗Papa, spiel mit mir┬ź. Er l├Ąchelte ihr zu, wollte sich schon abwenden, doch dann stockte er.

Er ging zu ihr und hockte sich nieder, um ihr Gesicht n├Ąher zu inspizieren. Dann blickte er auf den Boden und sah die unz├Ąhligen Schminkutensilien seiner Frau verstreut liegen.

┬╗Anna, warum hast du dich geschminkt? Herrgott, du bist doch erst vier!┬ź

┬╗Ich wollte h├╝bsch f├╝r dich aussehen, Papa. Findest du mich nicht h├╝bsch?┬ź Die Frage kam so unverhohlen, dass es den Vater v├Âllig ├╝berrumpelte. Er hob die Schultern an und musterte Annas Augen, die viel zu sehr mit schwarzem Mascara vollgetuscht waren. Dann fiel ihm ihr Mund auf, der mit einem lilafarbenen Lippenstift bemalt war ÔÇô der Lieblingslippenstift von Annas Mutter.

Schnell nahm der Vater Anna an die Hand und ging mit ihr ins Badezimmer, um ihr die aufdringlichen Farben aus dem Gesicht zu waschen.



Als der Vater am n├Ąchsten Tag ins Haus trat, kam ihm ein unglaublich himmlischer Duft entgegen. Es roch nach Zucker und Zimt, nach Teig und gebackenen Pflaumen. Er kannte diesen Duft all zu gut ÔÇô w├Ąhrend des ersten Ehejahres hatte es fast jedes Wochenende Pflaumenkl├Â├če gegeben, bis Anna auf die Welt kam und andere Gerichte auf der Tagesordnung standen. Das Rezept hatte seine Frau irgendwann einmal aus einer Kochshow ├╝bernommen.

Irritiert ging der Vater in die K├╝che und sah, wie das Kinderm├Ądchen zusammen mit Anna die Kl├Â├če auf zwei Teller verteilte. Als das Kinderm├Ądchen den Vater erblickte, atmete sie erleichtert auf und legte alle K├╝chenutensilien ab, die sie in der Hand gehalten hatte. ┬╗Also dann, sch├Ânen Abend┬ź, sagte sie und wollte schon aus dem Haus verschwinden. Doch der Vater packte sie am Arm, zog sie rabiat in den Flur und fl├╝sterte in d├╝steren T├Ânen auf sie ein: ┬╗H├Âren Sie, ich habe Sie nicht eingestellt, damit Sie das Lieblingsrezept meiner verstorbenen Frau nachkochen. Was bilden Sie sich ein?!┬ź

Das Kinderm├Ądchen wankte einen Schritt zur├╝ck. Ihr standen die Tr├Ąnen in den Augen. ┬╗Tut mir Leid, Herr Weinhold, ich wollte Sie nicht verletzen. Aber ich kannte dieses Rezept doch gar nicht. Anna hat gesagt, sie wolle f├╝r Sie kochen und ich habe ihr blo├č geholfen.┬ź Daraufhin rannte das Kinderm├Ądchen aus dem Haus raus und der Vater schaute ihr mit verdutztem Blick nach.

In einem schleichenden Gang ging er zur├╝ck in die K├╝che. Anna sa├č wartend am Tisch, grinste ihn freudestrahlend an und machte gro├če Augen. Unm├Âglich konnte er sie jetzt zur Rede stellen und sie ausquetschen, woher sie dieses Rezept kannte. Sie war doch erst vier. Still setzte er sich hin und a├č von den Pflaumenkl├Â├čen, die genauso schmeckten, wie er es von seiner Frau gew├Âhnt war.

┬╗Papa, spiel mit mir┬ź, sagte Anna schlie├člich, als sie aufgegessen hatten. Doch er wies sie wie immer ab, setzte sie vor den Fernseher im Wohnzimmer und zog sich in sein Arbeitszimmer zur├╝ck.



┬╗Papa, spiel mit mir┬ź, rief Anna laut aus dem Wohnzimmer heraus, als der Vater am darauffolgenden Tag noch nicht einmal vollst├Ąndig das Haus betreten hatte. Er h├Ârte Schritte und kurz darauf huschte das Kinderm├Ądchen an ihm vorbei. Sie schenkte ihm noch nicht einmal einen Blick, als sie zur T├╝r raus verschwand. Dann h├Ârte er erneut Schritte und dann das unb├Ąndige Auf- und zuziehen von Schubf├Ąchern. Noch w├Ąhrend er seinen Mantel auszog, verebbten die Schritte, da Anna vermutlich wieder im Wohnzimmer Platz genommen hatte.

Der Vater schielte kurz in das Zimmer hinein, gab ein freundliches ┬╗Hallo┬ź zum Besten und wendete sich dann wieder ab. Doch als er im Augenwinkel den Blitz eines d├╝nnen Lichtstrahls wahrnahm, stockte er. Was hielt sie in ihrer Hand?, fragte er sich. Unsicher bewegte er sich auf Anna zu, beugte sich schlie├člich vor sie und begutachtete das scharfe Messer.

┬╗Anna, was machst du denn mit dem K├╝chenmesser?┬ź Schnell riss er es ihr weg. Sein Herz pumpte bis zum Halse, doch das kleine M├Ądchen sa├č nach wie vor unschuldig da und sperrte nur ihre Augen gro├č auf. Wollte sie sich etwa verletzen?, fragte er sich, doch der Gedanke nahm keine vollst├Ąndige Form an. Stattdessen kam ihm pl├Âtzlich etwas ganz anderes in den Sinn. Die Schminke, das Essen und jetzt das Messer: waren das etwa Zeichen seiner verstorbenen Ehefrau gewesen?

Er kniete sich nieder und eine Tr├Ąne lief ihm ├╝ber die Wange. Tats├Ąchlich, so musste es sein! Die Warnung seiner Frau war nur allzu deutlich.

Der Vater umarmte seine Tochter und sammelte dann alle m├Âglichen Spielsachen ein, die auf dem Boden verstreut waren. Und dann spielte er mit ihr.

Im Hintergrund lief die Wiederholung einer Kochshow. In diesem Augenblick wurde ein besonders scharfes Messer von einer stark geschminkten Blondine hochgehoben. ┬╗Und jetzt zeigen wir es aber den M├Ąnnern, nicht wahr?┬ź, sagte die Blondine. ┬╗Mit diesem scharfen Messer, meinem perfekten Make-Up und den leckeren Pflaumenkl├Â├čen bekommen sie jeden Mann herum.┬ź Es war die Show, die auch die verstorbene Mutter unz├Ąhlige Male geschaut hatte.

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DocSchneider
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Hallo antjemelanie,

sehr konstruierte Geschichte. Ein zweifelhaftes Kinderm├Ąchen, ein Vater, der sein Kind vor dem Fernseher vesauern l├Ąsst, ein vierj├Ąhriges Kind, das eine Kochshow versteht, die die Mutter immer gesehen hat - irgendwie l├Ąsst hier Frankenstein gr├╝├čen. F├╝r mich nicht ├╝berzeugend.


LG DS
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Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals erm├╝dendem Lesen. (Virgina Woolf)

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