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Leselupe.de > Kurzprosa
Pariser Schuhe
Eingestellt am 24. 08. 2004 16:48


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Gagjack
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Pariser Schuhe

Ich gehe ├╝ber die Prachtstrasse von Paris. Es riecht nach Geld und teurem Parfum.
Meine Gedanken schweben ├╝ber mir und besch├Ąftigen sich mit l├Ąngst Vergangenem.
Meine F├╝sse laufen unter mir und besch├Ąftigen sich mit dem Ausweichen vor Hundesch...

Mittendrin bin ich oder das, was von mir ├╝brig geblieben ist.

Unabl├Ąssig dringt das hell klingende „ Tick, tick, tick, tick“ von wahrscheinlich s├╝ndhaft teuren Pumps an meine Ohren.
Mein Blick wandert umher, bleibt aber zunehmend zur Unterst├╝tzung der Fussarbeit am Boden haften.

Unerwartet laufen mir ein paar rote Schuhe ├╝ber den Weg, ja sie durchlaufen mich f├Ârmlich.
In ihnen steckt ein Paar ausgesprochen ansehnlicher Beine, deren oberes Ende auch viel zu bieten hat. Da ist er wieder dieser besondere Duft.

War da nicht die Frau, die im Zusammenhang mit Paris, von ungl├╝cklicher Liebe sprach?
Ihre Beine m├╝ssten auch in diese Schuhe passen.

Ein Auto hupt- ich bin im Begriff, die Avenue zu queren.
Meine Gedanken machen eine Bruchlandung in meinem Kopf.
Ein wild gestikulierender Mensch schaut mich drohend durch die Windschutzscheibe seines Autos an.
Ich sehe vor mir das obere Ende der Beine und alles was dar├╝ber ist. Ein zweites Auto hupt und ich werde wach.
Die Schuhe sind grau, die Beine unf├Ârmig und ├╝ber den Rest...
Ich ├╝berquere schnell die acht Fahrspuren, fl├╝chte mich auf die andere Seite.
Der Duft ist weg-es stinkt; meine Schuhe sind gerade in Schei├če getreten.
.
Warum mu├č ich nach Paris fahren, um zu verstehen, wie sehr ich sie liebe?



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nur wer auf den hund gekommen ist versteht und niemand kann sagen warum es mir schlecht ergeht, aber ich kenne den weg, das beste daraus zu machen

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Denschie
Guest
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Hallo Gagjack,
eine sehr coole Verkn├╝pfung von Hundedreck, Paris, Schuhfetischismus (der sich durch den Hundedreck erkl├Ąren l├Ąsst...)und Liebe! Gef├Ąllt mir sehr gut.

quote:
Meine F├╝sse laufen unter mir und besch├Ąftigen sich mit dem Ausweichen vor Hundesch...
An dieser Stelle w├╝rde ich auch ruhig "Schei├če" schreiben. Wenn schon, denn schon.
Wenn du erlaubst, ein kleiner Umformulierungsvorschlag: ..."und besch├Ąftigten sich damit Hundeschei├če auszuweichen."

quote:
deren oberes Ende auch nicht von schlechten Eltern ist.
Und hier noch ein kleiner Vorschlag, weil ich den Ausdruck "nicht von schlechten Eltern" nicht so sch├Ân finde: "deren oberes Ende auch viel zu bieten hat".
Viele Gr├╝├če,
Denschie

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Gagjack
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oberes Ende

Hallo Denschie,
vielen Dank f├╝r Deine Kritik.
Den Passus " nicht von schlechten Eltern " habe ich u.a. Deinem Rat folgend bereits ge├Ąndert.(Er ist anderen Usern auch aufgefallen.)
Die Schei├če ist beim 2.Mal bereits "breitgetreten" und deswegen auch ausgeschrieben. Der Protagonist ist beim 1. Mal noch nicht so weit, "es" auszusprechen. Vielleicht ist es zu undurchsichtig formuliert, aber ich kann es z.Zt. nicht besser.
F├╝r Hilfestellung bin ich dankbar.
Ich w├╝nsche Dir eine gute Zeit und wir lesen uns hoffentlich bald wieder.
Jack

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

Hey Gagjack,
undurchsichtig formuliert finde ich eigentlich nicht weiter tragisch. Man kann ja fragen. Und jetzt, wo du erkl├Ąrst hast, warum das Wort oben nicht ausgeschrieben wird, leuchtet es mir auch ein.
Wenn du es allerdings sofort erkennbar machen willst, k├Ânnte man vielleicht nicht "Hundesch..." schreiben, sondern eher umschreiben. (z.B. die Haufen der Hunde, Hundedreck, das was Hunde hinterlassen oder so) Damit das ausgeschriebene Wort am Ende einen st├Ąrkeren Kontrast bildet. Hm, was besseres f├Ąllt mir leider auch nicht ein.
Bis bald mal,
Denschie

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Gagjack
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Hunde weicht der Schei├če aus

Hey Denschie,

ich habe nochmal dr├╝ber nachgedacht.

Es handelt sich um ein gro├čes Missverst├Ąndnis.
Nicht die Schei├če ist wichtig, sondern das Ausweichen.

Der Protagonist weicht allem aus, seien es nun Menschen , Gedanken, Steinen oder eben auch Hundeschei├če.
Nur er ekelt sich davor- deswegen kann er es nicht sagen.

Nachdem das Erwachen aus den Tagtr├Ąumen stattgefunden hat und er wieder mit beiden Beinen auf dem Boden der Realit├Ąt steht, steckt er in der Schei├če und die hei├čt dann auch so.

Aus diesem Grund bleibe ich, mit Verlaub, bei dieser Formulierung.

Du hast superschnell geantwortet; das freut mich sehr.

Vielen Dank f├╝r Deine Kritik.

Gagjack
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Sandra
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Gagjack,

also hier findet man dich
Mir gefiel diese Geschichte gut. "Schei├če" sollte ausgeschrieben werden, auch beim ersten Mal. Es sieht sonst immer ein wenig aus, als w├╝rde der Autor gerne wollen, aber sich nicht ganz trauen. Es ist f├╝r jedermann zu verkraften. Allerdings findet man auf der Champs Elys├ęe nur sehr selten Hundedreck, so etwas wird dort h├Ąrter geahndet als hier. Als Ausl├Ąnder wundert man sich oft ├╝ber die Verh├Ąltnisse in Deutschland diesbez├╝glich. (Aber das nur am Rande)
Ansonsten, mit den bereits vorgenommenen Ver├Ąnderungen - es waren ja, glaube ich, nicht so viele, ist deine Geschichte sehr fl├╝ssig zu lesen. Und ein wenig Pariser Romantik birgt sie auch in sich

LG
Sandra

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Gagjack
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Schei├če oder keine Schei├če, that┬┤s not the question

Hallo Sandra,

ersteinmal bin ich ├╝ber die Tatsache verwundert, da├č Du mich gesucht hast.
Zum Zweiten sei Dir f├╝r Deine Kritik gedankt.

Was die Schei...e angeht,s.o..
Diese Passage spielt f├╝r mich nur eine untergeordnete Rolle, auch die Stadt ist nebens├Ąchlich.Die Geschichte k├Ânnte ebenso in London oder Berlin spielen.
Dein Bild vor Augen, romantisch am Ufer der Seine, sind mir Deine Anspielungen auf die gr├╝n bekleideten Motoradfahrer mit den Schei├čestaubsaugern Anla├č genug, um eben dar├╝ber eine "ortsbezogene" Geschichte zu schreiben.
Herzlichen Dank f├╝r diese Idee.
Bis bald, man liest sich.
Gagjack

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