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Leselupe.de > Kurzprosa
Parkidylle
Eingestellt am 15. 12. 2002 16:50


Autor
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Biny
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2002

Werke: 4
Kommentare: 12
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Also erstmal: ich hab wirklich keine Ahnung, in welches Forum dieser Text geh├Ârt. Ich denke aber, dass "Kurzgeschichten" als n├Ąchstes hinkommt:-)!
Bin gespannt auf kritische Meinungen:-)!



Gehetzt, gestre├čt, mit den Nerven am Ende, erreiche ich den Park. Auf der Suche nach einem Augenblick der Ruhe, der Entspannung, einem einzigen Moment der v├Âlligen Sorglosigkeit zieht es mich zu diesem gr├╝nen Fleck inmitten der l├Ąrmenden, ├╝berflutenden Welt ringsherum. Beruhigendes Gr├╝n. Das Lichtspiel der Bl├Ątter ├╝ber mir, wie ein rauschender gr├╝ner See. Ein pl├Âtzliches Ger├Ąusch la├čt mich aufschrecken und ich drehe mich nach der Quelle um. Ein Junge, seine kleinen H├Ąnde weit in den Himmel gestreckt, kreischt vor Freude. Seine Augen leuchten, fixieren den Schmetterling, der hoch ├╝ber ihm mit den Sonnenstrahlen tanzt. Der kleine Mensch jauchzt, gluckst, dem kleinen Tier geh├Ârt in diesem Moment sein ganzes Gl├╝ck. Ich h├Âre eine Stimme, sie gilt dem kleinen Jungen. Sein Kopf schnellt bei dem vertrauten Klang herum. Fr├Âhlich lachend wackelt er auf tapsigen Beinchen der alten Frau entgegen. Sie strahlt ihn an, schlie├čt ihn in die Arme, den kleinen K├Ârper eng an sich gedr├╝ckt. Der Kleine strampelt, will sofort wieder auf Entdeckungsreise gehen, die Welt um sich bestaunen. In seinen Augen gibt es nur sch├Âne Dinge. Die Frau geht zur├╝ck zu ihrer Bank, ein alter Mann wartet auf sie. Zwei runzelige Gesichter, voller Spuren des Vergangenen, die K├Ârper alt, verbraucht. Seine Hand ber├╝hrt ihre Hand. Ein leichter Druck, eine winzige Geste, gleichzeitig unendlich z├Ąrtlich. Sie sieht ihn an, in ihren Augen spiegeln sich Jahrzehnte der Erfahrung. Sie blickt in das vertraute Gesicht, nickt ihm liebevoll zu und sagt damit mehr, als Worte jemals ausdr├╝cken k├Ânnten. Beide strahlen Geborgenheit aus, Sicherheit, Vertrauen. Nach all den Jahren glauben sie, wissen sie um die Liebe, die sie verbindet, in diesem Moment und in Ewigkeit. Alles an ihnen vermittelt Vergangenheit. Erlebtes, Gelebtes, Vergangenes. Und doch funkelt in ihren Augen die Erwartung, die Freude an der Zukunft. Diese Augen, die schon soviel gesehen haben, gelacht und geweint haben, blicken voll Zuversicht auf das neue junge Leben, das ihnen vertrauensvoll zuwinkt. Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat, als an der Zukunft. Ich wende mich ab, eine Frage schie├čt mir durch den Kopf. Die Frage: Wie stirbt man zufrieden? Ich erkenne die Antwort: Gl├╝cklich zu sterben, bedeutet gl├╝cklich gelebt zu haben. Ich werfe einen letzten Blick auf die drei. Ein Moment der Ruhe, der v├Âlligen Sorglosigkeit mitten in einem rauschenden gr├╝nen See. Ich verlasse den Park, erf├╝llt von einer unendlichen Sehnsucht nach Leben. Es ist erst zu sp├Ąt sein Leben zu ├Ąndern, wenn man tot ist.

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hoover
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Sabrina,

interessant, ziemlich philosphisch. Hat mir ganz gut gefallen, aber die ersten beiden S├Ątze haben mich am meisten gest├Ârt.

In meinen Ohren klingt das besser. Wie gesagt, in MEINEN.

"Gehetzt, gestre├čt, mit den Nerven am Ende, erreiche ich den Park. Auf der Suche nach einem Augenblick der Ruhe, der Entspannung, einem einzigen Moment der v├Âlligen und Sorglosigkeit zieht es mich in den Park - zu diesem einem gr├╝nen Fleck inmitten der l├Ąrmenden, ├╝berflutenden Welt ringsherum."

Am Ende ist mir das hier noch ins Auge gefallen:

"Alt ist man erst, wenn man mehr Freude an der Vergangenheit hat, als an der Zukunft."

Ich HABE mehr Spa├č an meiner Vergangenheit und dem Hier und Jetzt, als an der Zukunft; und ich hoffe und denke nicht, dass ich schon zum alten Eisen geh├Âre.
Du hast das sicherlich richtig gedacht, aber man ist nicht ALT wenn man mehr Spa├č an seiner Vergangenheit hat - das macht das Alter nicht aus.

Insgesamt hats mir aber gefallen, mal was anderes.

Liebe Gr├╝├če
hoover

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annabelle g.
Guest
Registriert: Not Yet

und was ist eine "├╝berflutende Welt", ihr zwei beiden?

annabelle (sortiert ihre lebkuchenherzen in kleine und gro├če)

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hoover
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Annabelle,
darum hab ich die ├╝berflutende Welt doch unterstrichen.

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annabelle g.
Guest
Registriert: Not Yet

dear hoover,

da soll einer drauf kommen ...

"gl├╝cklich sterben, hei├čt gl├╝cklich gelebt zu haben" ist eine sch├Âne metapher.

sonst k├Ânnte der text noch ein spannungsmoment haben - zankende spatzen eventuell?

annabelle (schmausend)

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hoover
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Annabelle,
ich hab doch die zankenden Spatzen nur genommen, weils am Anfang stand. Das war ┬┤n doofes Bsp., ich wei├č. Die st├Âren mich jetzt auch nicht mehr, wei├č nicht, warum ich mich so daran aufgehalten hab? Ist mir nur so komisch vorgekommen, als ich den Text gelesen hab.

(Jetzt werd ich wegen Plauderei ausgeblendet oder?)

hoover

P.S. War dein Reduce-to-the-Max nicht mal ein ...to-the-MAXX

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