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Leselupe.de > Gereimtes
Parricida
Eingestellt am 10. 08. 2008 17:54


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Sta.tor
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Parricida

Den Franz bedr├Ąngen die Gewalten;
ein Bild, zuviel f├╝r den Verstand.
Es droht, den Sch├Ądel ihm zu spalten,
sein Schwert, gef├╝hrt von Sohnes Hand.

Gef├Ąhrlich sinkt die lange Klinge
ber├╝hrt schon fast sein sch├╝tt`rig Haupt.
Belanglos werden Franz die Dinge
weil er dem Tod sich nahe glaubt.

Sein dreizehnj├Ąhrig Fleisch und Blut
hat ihn des eigen Stahls beraubt.
Es war gesichert, doch nicht gut
und mit den Jahren eingestaubt.

Ein leiser Seufzer, letztes Flehen
dem Sohn verzweifelt dargebracht:
ÔÇ×Mein Kind, du musst doch selber sehen,
um uns herum herrscht finst`re Nacht.ÔÇť

Der Sohn spuckt aus, zieht hoch das Schwert,
entschlossen und zur Tat bereit:
ÔÇ×Du bist des Vaterseins nicht wert!
Nun geh dahin, f├╝r alle Zeit!ÔÇť

Der Hieb war fest, die Klinge scharf,
der Junge ist zufrieden.
Wie lang` er Fernsehkucken darf,
hat Vaters Schwert entschieden.

__________________
schlimmer geht immer

Version vom 10. 08. 2008 17:54
Version vom 10. 08. 2008 23:42
Version vom 12. 08. 2008 12:47

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Franzi
???
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Hallo, StaTor,

ein ernstes Gedicht mit ernstem Thema. Dar├╝ber kann man lange diskutieren, mit welchen Mitteln die Kinder und Jugendlichen sich heute einfach ├╝ber die K├Âpfe (oder ohne die K├Âpfe) elterlicher Ohnmacht hinweg alles nehmen, was sie haben wollen.

Eine Kleinigkeit: Fernsehkucken (g)

Strophe 1,2, und 4: gleichbleibender Wechsel von weiblichen und m├Ąnnlichen Reimen, dessen Reihenfolge in der letzten Strophe umgedreht wird. Dass die 3. und 5. Strophe nur aus m├Ąnnlichen Endreimen besteht, finde ich nicht dramatisch, sondern diese stumpfen Endungen unterstreichen eher noch die Dramatik und den sich zuspitzenden abrupten Ausgang des Geschehens. (Ich hoffe, das ist korrekt, was ich hier zum Thema Endreim sage?)
Ein hintergr├╝ndiger Text, der zu Gespr├Ąchen einl├Ądt.

LG, Franzi




__________________
"Actions speak louder than words."

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Sta.tor
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Hallo Franzi,

interessant wie tief du in die Konstruktion eines Gedichtes eintauchst. Ich achte da nicht so speziell drauf, meist nur auf die Silbenzahl, obwohl ich mich da auch vom Klang des Textes leiten lasse. M├Ąnnliche und weibliche Endreime kannte ich noch nicht. Hat wohl was mit Betonung zu tun, nehme ich an. Ich bin eben kein Theoretiker, da muss ich mich mal outen. Obwohl das sicher eine Steilvorlage f├╝r Kritiker sein d├╝rfte.

Bei dieser Gelegenheit m├Âchte ich auch allen, die ein verharmlostes Verbrechen wittern, laut nach der Forenpolizei rufen oder sich in anderer Weise betroffen f├╝hlen mitteilen, dass dieser Vatermord nur symbolischen Charakter hat, in keinster Weise ein tats├Ąchlich stattgefundenes Ereignis beschreibt und, wie Franzi schon richtig feststellte, in ├╝bertriebener Form die Anspruchsmentalit├Ąt in gro├čen Teilen der jungen Generation persiflieren soll.

Hallo Walther,

Strophe 5 habe ich nachgebessert, konnte man zwar so lesen, aber man kam, wenn man den Text nicht kennt doch ins stocken.
Strophe 6 lasse ich aber so stehen, sie soll etwas salopp die Unbek├╝mmertheit des jungen Prot. verdeutlichen, und deshalb auch das Fernsehkucken aus dem kindlichen Sprachgebrauch. (in manchen Regionen sagt/schreibt man auch 'gucken', aber bei uns hier nicht)

Vielen Dank f├╝rs kommentieren
und eine sch├Âne Woche

Thomas
__________________
schlimmer geht immer

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Walther
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Hi Sta.tor,

die Strophe k├Ânnte so lauten, ohne Deine ├ästhetik zu sehr zu ber├╝hren:

quote:
Der Hieb war fest, die Klinge scharf,
der Junge f├╝hlt sich sehr zufrieden.
Wie lang` er Fernsehkucken darf,
das hat klar Vaters Schwert entschieden.
Aber, wie's so sch├Ân hei├čt, das kannst Du halten wie der aufm Dach.

Es gr├╝├čt der W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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HerbertH
???
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Ich habe einige kleine Anregungen:

eignen statt eigen

sch├╝tt'res statt sch├╝tt'rig

Fernsehschauen statt Fernsehkucken

das hat klar des Vaters Schwert entschieden. statt
das hat klar Vaters Schwert entschieden.

Da sieht man mal wieder, wie gewaltf├Ârdernd Fernsehen sein kann...

LG

Herbert

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Sta.tor
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Hallo HerbertH

Die Sprache der der Strophen 1 - 5 ist bewusst ein bi├čchen auf altmodisch getrimmt. Nibelungisch sozusagen, um den Leser m├Âglichst weit weg von der eigentlichen Aussage des Gedichts zu f├╝hren, damit das Ende um so ├╝berraschender daherkommt. Daher das "sch├╝tt`rig" und das "eigen", welches in der Zeile davor bei "Fleisch und Blut" eigentlich fehlt.
Die letzte Strophe spiegelt die unbek├╝mmerte Gedankenwelt des Dreizehnj├Ąhrigen wider, gepr├Ągt von Playstation und RTL2. Der kuckt/guckt Fernsehen und nimmt seine Umwelt in kurzen Leveln wahr. Immer schnell, immer neu, Hauptsache Spa├č. Daher die verk├╝rzten Zeilen.

@HeidrunD.
Na, Dich zufrieden zu stellen...ich bin`s auch.

@DC
ich mache Dir ein Angebot:
ich bewerte Dich nie wieder (war zwar erst einmal der Fall, aber bitte) und Du l├Ąsst die Finger von meinen Bewertungen, OK?

Allen Kommentatoren vielen Dank und viele Gr├╝├če

Thomas
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schlimmer geht immer

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