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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Partyfrust
Eingestellt am 27. 09. 2001 19:46


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Lady Darkover
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

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Party-Einladungen nimmt man ja immer gerne an, doch in letzter Zeit war nichts aufregendes dabei. Man kennt das doch. Der Freund lĂ€dt einen Freund ein und der bringt wieder einen Freund mit und der wiederum einen Bekannten. Das Wohnzimmer ist vollgestopft mit Leuten. Mit Leuten, die man teilweise noch nie zuvor gesehen hat. Auf dem Lieblingssofa hĂ€ngen irgendwelche Typen rum und meinen, dass sie mit ihrer Machoart, bei der weiblichen Bevölkerung landen. Ich hasse solche schmierigen, aalglatten Kerle, die, wenn sie den Mund aufmachen, nur gequirlte Scheiße reden, in sich selbst verliebt sind und Ölflecken auf dem Sofa hinterlassen. Das Buffet ist in der KĂŒche aufgebahrt und wie sollte es anders sein, finden sich hier die typischen Hausfrauen ein, tauschen Rezepte aus und fallen sich gegenseitig ins Wort, um ihre Erfahrungen kund zu tun. „Kennst du den neuen Nudelsalat noch nicht, da kommt doch kein Majoran an, wie langweilig, Knoblauchpfeffer gibt ihm die richtige SchĂ€rfe, scharf macht lustig“. Allgemeines GelĂ€chter. Ich fĂŒlle mir schnell noch den Teller und sehe zu, dass ich mich davon schleiche, nicht dass ich noch in so ein GesprĂ€ch verwickelt werde. Weiterhin schaue ich mich gelangweilt um. Die Party hat noch lĂ€ngst nicht ihren Höhepunkt erreicht, doch die Bierkisten verlieren langsam an FĂŒlle. Ich nehme mir ein „dunkles“, stelle mich abseits und beobachte die Masse.
Wenigstens leidet die Musik nicht unter dem Geschmack des Gastgebers. Nun bin ich schon eine Weile hier, aber meine Freundin hat sich noch nicht blicken lassen. Es klingelt, doch wie es scheint wird es ĂŒberhört. Nach weiterem klingeln, erklĂ€re ich mich bereit zu öffnen. Auf einen Macho mehr, kommt es so wieso nicht mehr an.
Ich wĂŒhle mich durch den vollen Flur und komme schweratmend an die TĂŒr. Es klingelt wieder und ich öffne sie und bin baff. Was fĂŒr eins Mannsbild. Er schaut mir in die grĂŒnen Augen und sein LĂ€cheln macht mich etwas kribbelig. Er fragt, ob ich ihn nicht reinlassen möchte. Ich komme gedankenverloren in die RealitĂ€t zurĂŒck und entschuldige mich. Er stellt sich mit Antonio vor und ich sage ihm, dass ich Maria heiße. Doch das ist auch schon alles, denn er wĂŒhlt sich eilig durch das GetĂŒmmel im Flur und verschwindet im Wohnzimmer. Er scheint jemanden zu suchen. Ich stehe immer noch wie angewurzelt im Flur. Hoffentlich ist er nicht mit weiblicher Begleitung auf der Party verabredet. Ich trinke den letzten Schluck des Bieres und hole mir Nachschub aus der KĂŒche. Sie ist jetzt nicht mehr eingenommen von der Hausfrauenbrigade. Ich atme erleichtert auf und nasche noch ein wenig hier und da. Ich dippe mit dem leckeren Brot in die Soße und da kippt die Schale auf die Seite. Ich versuche sie noch aufzufangen, doch mit einem krachen fĂ€llt sie herunter. Die Splitter verteilen sich quer ĂŒber dem Boden und die Soße hinterlĂ€sst einen hĂ€sslichen, roten Fleck. Mit einem Fluch auf den Lippen, suche ich nach etwas geeignetem, um die Schweinerei zu entsorgen. Als ich gerade dabei bin die einzelnen Scherben vom Boden zu nehmen, höre ich die TĂŒr klappen. Bitte nicht meine Freundin, die ist bei solchen Lappalien, gleich auf einhundertachzig. Dann höre ich eine MĂ€nnerstimme, die mir Hilfe anbieten möchte. Ich drehe mich um, und sehe Antonio abermals in die Augen. Es hat sich nichts geĂ€ndert, das kribbeln war wieder da. Ich bedanke mich fĂŒr seine Hilfe und wir sĂ€ubern gemeinsam den Boden.
Langsam kommen wir ins GesprĂ€ch und wie ich vermutet hatte, suchte er jemanden, aber dass es nun meine beste Freundin war, das sollte mir nicht in den Kopf. Also „Tabu“.
Ich erzĂ€hle ihm, dass ich sie den ganzen Abend noch nicht gesehen hatte, kein wunder bei diesem GetĂŒmmel.
Als hĂ€tte sie gehört, dass wir ĂŒber sie gesprochen haben, kam sie lachend in die KĂŒche. Sie sah Antonio und machte einen Freudensprung. Herzig begrĂŒĂŸten, umarmten und kĂŒssten sie sich. Ich wĂ€re jetzt gern an Julias Stelle. „Wie ich sehe habt ihr euch schon bekannt gemacht. Antonio lebte bis gestern in Venezuela und es hat lange gedauert ihn aufzuspĂŒren, bis wir uns das erste mal sahen. Glaub mir Maria, es war der schönste Moment in meinem Leben“. Das kann ich mir denken, dachte ich. „Antonio lebt jetzt vorerst bei mir, bis er sein Studium fortsetzen kann, die Stadt kennen gelernt und neue Freunde gefunden hat. Was sagst du Maria, ist mein Bruder nicht ein Prachtkerl“?

__________________
Ich bitte um eure Meinung zum Text.

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nuzz
???
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prachtkerl



hallo lady darkover!

du traust dich diese veranstaltung auch noch party zu schimpfen???
maria, die heiße maus ist doch sicherlich schon spitz auf
antonios prachtkerl.wird sie ihn kĂŒssen? wird er sie nageln?


mfg nuzz

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Lady Darkover
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2001

Werke: 113
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Hallöchen nuzz,

das bleibt deiner Fantasie ĂŒberlassen, was du daraus machst, darum der offene Schluss. War nur ÂŽne Übung und spantaner Einfall.

Gruß Lady Darkover
__________________
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