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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Paul´s Abschied
Eingestellt am 25. 08. 2010 10:24


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Heijmdahl
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2010

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Paul
Es wird Zeit. Allerhöchste Zeit sogar! Und diesmal muss es sein, ohne Vorwarnung, ohne die Tage runter zu zählen. Er dreht sich einfach um und geht. Aus Frustrierung. Aus Enttäuschung. Aus seelischer Kälte, die ihm tagtäglich entgegen gebracht wird.
Sein Martyrium muß hier und jetzt ein Ende haben!
Seine Freunde bleiben zurück. Schade ist es sowieso nur um die wahren Freunde. Doch - sind das viele? In der Regel kann man die an einer Hand abzählen und deren Nummern hat man doch eh gespeichert.

Und was bleibt?
Vertane Zeit! Und die Erkenntnis, dass er sich selbst etwas vorgemacht hat. Er dachte, die Liebe hätte ihm zugelächelt, dabei hat sie ihn nur ausgelacht! Aber wollte er es wahr haben? Wollte er auf die warnenden Worte anderer Leute hören? Nein, denn er wußte ja alles besser. Bedenken wurden einfach über Bord geworfen. Man verstand sich ja blind, man vertraute sich. Man hatte Spass miteinander, es war alles in schönster Eintracht.
Dachte er zumindest.

Und was bleibt nun?
Leere und Kälte!

Schuldzuweisungen? Gibt es nicht! Man hat geliebt, aber die Liebe war nur eine Einbahnstraße. Das kann passieren!

Und wenn erst einmal die Erkenntnis entstanden ist, dass es kein Weiterkommen mehr gibt, ist das Ende da. Dann muss es schnell gehen. Ohne nachkarten!
Und ohne Rückkehr! Das war ihm jetzt klar.
Dann beginnt irgendwann auf´s neue die Suche nach Liebe, Vertrauen und Wärme. Ohne Lügen, ohne Geheimnisse.
Irgendwie ist es dann wie auf zu neuen Ufern. Ob es dann besser wird? Ob der Schmerz abklingen wird? Ob der Verdacht, dass keine Frau der Welt die Mühe des Vertrauens wirklich wert ist, anhält?

Dachte er nicht vor kurzer Zeit noch, er sei am Ende der Reise angekommen? Er hätte die Liebe des Lebens gefunden? Überrascht, dass er solch ein Gefühl auch im fortgeschrittenen Alter noch empfinden könne.
Alle Freunde, Bekannten und Verwandten freuten sich mit ihm....!
Zu früh gefreut! Angeschmiert!

Und jetzt bleibt die gähnende Leere. Die Furcht, dass er selber versagt hat, obwohl es nicht stimmt.

Er hatte sich selber eingebracht, wie noch nie im Leben, doch sie hing lieber den ganzen Tag vor dem Computer. Er war offen gewesen, immer. Hatte nie aus irgendwas ein Geheimnis gemacht, war jederzeit grundehrlich gewesen, doch was tat sie? Sie unterhielt sich lieber im Internet mit ihren Gefolgsleuten und versicherte ihnen, dass sie frei wie ein Vogel sei. Leider hatte Paul das aus zuverlässigen Quellen erfahren, aber nicht von ihr.
Nein, sie schmierte ihm lieber Honig um´s Maul, damit er keinen Verdacht schöpfte.
Zu spät!

Und jetzt wird es höchste Zeit! Gehen!! Ohne sich noch einmal umzudrehen.
Ohne sich der Gefahr auszusetzen, sie noch einmal zu sehen.
Sich wieder und wieder den Schmerzen auszusetzen.

Das sind Pauls Gedanken, als er sich auf den Weg vom dritten Stock auf die Strasse macht.
Sie schläft noch, vorsichtig und leise schließt er die Wohnungstür ab. Dann geht er die Treppe herunter und bleibt in der Haustüre stehen.
Er schaut zum Himmel und sieht den Regen in Sturzbächen auf den Gehsteig prasseln.
So war das ja nun nicht geplant. Soll er sich bei dem Wetter etwa den Tod holen? Ausserdem fällt ihm gerade ein, das heute \"Wetten dass...?\" kommt und verpassen will er das eigentlich nicht.
Und überhaupt...gehen kann er doch nächste Woche auch noch. Er dreht sich um und geht die Stufen wieder hoch.
Ja, nächste Woche...da wird er aber gehen.....da wird er ihr es endlich zeigen....da wird sie staunen.....und sich die Augen ausheulen....doch bis dahin wird er jetzt erstmal Kaffee kochen und das Frühstück machen.

Fortsetzung folgt...?

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Heijmdahl,

zunächst ein "HERZLICHES WILLKOMMEN" auf der Leselupe. Ich wünsche viel Spass, Musenküsse und Durchhaltevermögen.

Zum Text: Die (bisherige) Wertung (6) bringt es definitiv auf den Punkt: Der Text hat was, da ist aber noch mehr rauszuholen, m.M.n.
Und weil er eben etwas hat, habe ich ihn auch gern freigeschalten.

Vielleicht wäre es gut, den gesamten Plot in eine "Ich"-Perspektive zu bringen. Dadurch käme (für mich) des Prots. innere Leere, seine Resignation, seine Wut und seine schlussendliche Selbstaufgabe besser rüber (ist natürlich Ansichtssache)Außerdem könnte man seine Verzweiflung hervorragend durch "Gedankenstürme", wirres Denken - vermischte Verzweiflung mit Wut, Hass auf die einst Angebetete und immer wieder Liebe - und später pure Gewohnheit, starres Festhalten an Althergebrachtem etc. rüberbringen.

Geh mal ran an den Text, das lohnt sich!

LG, KaGeb

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Retep
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2008

Werke: 41
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Morgen Heimjdahl,

KaGeb hat bereits alles gesagt. Von mir nur ein paar kleine Anmerkungen:

Aus Frustrierung - aus Frust?

Aus seelischer Kälte,- wegen ?

Spass - Spaß

quote:
Alle Freunde, Bekannten und Verwandten freuten sich mit ihm....!
- vorher hast du geschrieben, dass er "gewarnt" wurde!

quote:
Er hatte sich selber eingebracht,(kein Komma) wie noch nie im Leben,

Strasse - Straße (ich vermute deine Tastatur hat kein ß)

quote:
Dann geht er die Treppe herunter (hinunter)
"

Nach seinen Gedanken, seiner Verzweiflung ist mir nicht klar,
dass "Wetten, dass" auf einmal wichtiger geworden ist.

Gruß

Retep






__________________
>Die Kritiker nehmen eine Kartoffel, schneiden sie zurecht, bis sie die Form einer Birne haben, dann beißen sie hinein und sagen: „Schmeckt gar nicht wie Birne.“< (Max Frisch)

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