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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Pawel Iwanowitschs Traum im Traum im Traum
Eingestellt am 02. 09. 2002 10:37


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Paul
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Pawel Iwanowitschs Traum im Traum im Traum
(ein Auszug aus dem Ganzen, ein Extrakt)

Unruhig hatte sich Pawel Iwanowitsch die ganze Nacht hin- und hergew√§lzt. Hin und her hie√ü in diesem Falle auf dem Fu√üboden. Auf dem Fu√üboden unter dem K√ľchentisch, um genauer zu sein. Weil just dort Pawel Iwanowitsch sein Abendmahl einzunehmen pflegte. Wie auch seine Mitbewohner, die Kakerlaken. Sein Abendmahl, das wie sein Fr√ľhst√ľck, als auch sein Mittagessen und zuweilen auch ein kleiner Zwischenimbi√ü aus Zwiebeln und Wodka bestand. Wobei er letzteren eher trank, denn verspeiste. Das lag in der Natur der Sache. Alles unterm Tisch. Wie immer. Aber wir wollen ein wenig Wind in die Geschichte bringen. Jener hatte auch die ganze Nacht gew√ľtet. Hatte durch alle Fensterritzen gepfiffen. Gar schauerlich. Brrrrrr. Und die Fensterl√§den wie wild: Klappidiklapp Klappidiklapp!
Wie sollte man da ein tiefes Auge zu tun? Wie dergestalt den wohlverdienten Schlaf finden? So war es wenig wunderlich, da√ü Pawel Iwanowitsch am n√§chsten Morgen v√∂llig ger√§dert erwachte. Alle Glieder schmerzten ihm gar f√ľrchterlich. Sein Sch√§del brummte. Naja... . St√∂hnend richtete er sich auf und wie gew√∂hnlich, machten sich seine zittrigen H√§nde selbstst√§ndig auf den ersten Weg, schwebten an ihm vorbei, wie flatternde Enten. Kamen alsbald zur√ľck mit ihrem fr√ľhen Fang: Zwei Zwiebeln und die Wodkapulle! Ah! Das tat gut!
Nach der ersten St√§rkung sch√ľttelte sich unser Freund ein wenig. Erhob sich z√§h. Schlurfte Richtung Fenster und warf einen tr√ľben Blick durch eine der erw√§hnten Fensterritzen. Hm. Schnee. So weit die Sinne trugen: Schnee. Wie immer. √úberall Schnee.
Beim Anblick dieser ewigen Weißheit verfiel Pawel Iwanowitsch ins Sinnieren. Eine Art Bewußtseinsstarre sucht ihn heim. Wie so oft.
SCHMATZEN!
?
Wie eine Qualle stieg aus den Tiefen seiner Gehirnwindungen dieses Wort: SCHMATZEN!
Verdutzt verharrte Pawel Iwanowitsch in seiner Position. R√ľhrte sich keinen Millimeter. Atmete kaum. Spannte die Nerven.
SCMATZEN!
Ha, da war es wieder!
SCHMATZEN SCHMATZEN SCHMATZEN, unaufhörlich bohrte sich dieses Wort wie ein Messer in sein Hirn, Zack, Zack, Zack stach es zu und
SCMATZEN SCHMATZEN SCHMATZEN!
Was in des drei Teufels Namen war das ?
Pawel Iwanowitsch packte die Panik im Genick. Jählings drehte er sich um, drehte sich im Kreise, drehte um sich selbst sich herum sich immer mehr und mehr und brach schließlich entkräftet in sich zusammen. Verlor das Bewußtsein. War weg!
Huch, mit einem Schrecken im Gesicht richtete er sich auf. Stie√ü sich wie jeden Morgen den Kopf am K√ľchentisch, unter dem er gelegen. Schwei√ü stand ihm auf der Stirn. Was war das f√ľr ein seltsamer Traum gewesen. Was sollte dieses SCHMATZEN blo√ü? Sehr merkw√ľrdig! Verdattert und noch etwas benommen griff er sich ein paar Zwiebeln und nahm erst einmal einen kr√§ftigen Schluck aus der bereit stehenden Buddel. Gierig gruben sich seine etwas morschen Z√§hne in das Fleisch der Zwiebel.
Er schmatzte dabei.
Draußen war Schnee gefallen.
Wie immer.
(weißer Vorhang fällt)


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Zefira
???
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Hallo Paul, ich dachte mir's doch gleich, daß ich Dich irgendwoher kenne - ein Blick in die Linkliste auf Deiner HP belehrte mich auch gleich, von wo...

Sch√∂ner Text, erinnert mich an gewisse Bilder von Escher, die so in sich verdreht sind, da√ü man sich vergebens m√ľht, sie in Logik aufzul√∂sen. Besonders witzig das mit dem Wind... bei einem Protagonisten, der von Zwiebeln und Wodka lebt, brauchst Du doch keinen Wind "hineinzubringen", der stellt sich von alleine ein...

Das irritiert mich:
"Wie sollte man da ein tiefes Auge zu tun"
Wieso denn "tief"?

C4A

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mickmagick
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2002

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Sehr anschaulicher, anh√∂rbarer, nachf√ľhlbarer Sprachstil. Gef√§llt mir ausnehemd gut. Gibt es mehr davon zu lesen.

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