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Leselupe.de > Humor und Satire
Peaceful thinking
Eingestellt am 18. 02. 2005 02:24


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yza
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Peaceful thinking


"Ich war schon immer f├╝r Frieden auf dieser Welt", ich sage das aus meinem tiefsten Herzen heraus und trotz der Erkenntnis, dass es wohl ein Traum bleiben wird.
Man nennt mich Syd, ich wurde in den W├Ąldern des Amazonas in einem tropischen Regenguss geboren. Mein Leben beginnt mit einer Trag├Âdie und wird wohl auch so enden. Kurz nach meiner Geburt tappte ich blind in unserer H├Âhle umher, ich versuchte mich mit meinen F├╝hlern zu orientieren. Alles war so neu. Nach den ersten Gehversuchen und ich sage euch, ich beneide die Wesen, die nur zwei oder vier Beine haben, fand ich die ersten Traubenzuckerspuren meiner Amme. In meiner H├Âhle tapsten noch andere frisch geborene Ameisen herum. Eine jede von ihnen hatte die gleichen Probleme. Ich nahm damals gleich die Spur der Amme auf und machte ich mich stolpernd auf den Weg. Kaum aus der Geburtsh├Âhle heraus, wurde ich von den Gro├čen umgerannt, geschubst und an die Wand gedr├╝ckt. Sie schrieen mich an: "Hey, weg da! Platz da! Aus dem Weg!" Tausende von Arbeiterinnen waren hier unterwegs und keuchten, st├Âhnten, ├Ąchzten, w├Ąhrend sie all m├Âgliches Zeugs durch unsere Stadt schleppten. Meine Augen gew├Âhnten sich erst langsam an die Dunkelheit, jedoch halfen mir meine F├╝hler sehr gut, mich zu orientieren. Ich musste der Spur der Amme folgen, um in die H├Âhle mit dem Babyfutter zu gelangen. Hin und wieder tauchte eine der riesigen Soldaten auf, die an den Abzweigungen postiert waren. Sie achteten darauf, dass hier unten keine Staus entstehen und halfen denjenigen, die sich mit der Ladung etwas ├╝bernommen haben und hin und wieder zusammenbrachen. Die Soldaten waren energisch, aber stets freundlich. Sollte jemand nicht mehr weiter k├Ânnen, schnappten sie sich die Ladung und sagten: "Hopp, hopp! Auf jetzt und seh zu, dass du weiterkommst!" Sie hielten die Ladung, solange bis der Arbeiter wieder auf seinen F├╝├čen stand und Schwupp packten sie ihm die Ladung auf die Schultern und dr├Ąngten ihn weiter.
Als ich an einer Ecke nicht mehr weiter wusste, h├Ârte ich nur eine tiefe Stimme sagen: "Na du, wo irrst du denn rum?" Ein Soldat packte mich und schubste mich einfach in den richtigen Tunnel. Noch bevor ich die H├Âhle mit dem Babyfutter erreichen sollte, h├Ârte ich pl├Âtzlich von weit oben aus der Stadt wildes Geschrei und L├Ąrm. Ich hatte keine Ahnung, denn wir Blattschneiderameisen machen des ├ľfteren wilden Tumult, obwohl es eigentlich um Nichts geht. Hier ging es jetzt wohl um mein Leben?
Ich kann euch sagen, dass ich bis dahin nicht viel ├╝ber Krieg und Frieden wusste, als jedoch die Treiberameisen ├╝ber unsere Stadt herfielen, meine Br├╝der und Schwestern in ihre Einzelteile zerlegten und unseren Bau v├Âllig verw├╝steten, da lernte ich schnell, was das Leben ausmacht.
Wir waren eine chaotische, aber sehr friedfertige Gemeinschaft. Die Treiberameisen sind hingegen mordlustig und grausam. Selbst untereinander schenken sie sich nichts und sie t├Âten sich allein aus Freude. Ich war schockiert und versuchte zu fliehen. Doch einer der Riesen schnappte mich an einem meiner F├╝hler, er hielt mich mit seinen Zangen hoch und ich schaukelte vor seinem riesigen Kopf hin und her. Ich dachte: "Das war ein kurzer Auftritt auf der B├╝hne des Lebens." Mein Gl├╝ck war, dass er nicht gleich meinen K├Ârper zu greifen bekommen hatte. Sein garstiges Aussehen versetzte mich in Angst und Schrecken, dann sagte das Vieh: "Da lohnt es sich ja nicht einmal reinzubei├čen, in diesen Winzling."
Er schleuderte mich in hohem Bogen aus der Stadt. Noch im Flug blickte ich auf eine Verw├╝stung sonders Gleichen. Zerst├╝ckelte K├Ârper lagen ├╝ber die aufgerissene Stadt verteilt und schmatzende Treiberameisen machten sich einen Jux daraus, den Fliehenden die K├Âpfe abzubei├čen.
Mein Flug endete auf einem roten Blatt einer Blume, ich rutschte hinab und schlug auf ein mit Harz getr├Ąnktes St├╝ck Baumrinde auf, welches am Waldboden lag. Ich klebte fest, doch durch den Aufschlag hatte sich die Baumrinde in Bewegung gesetzt und fiel mit mir eine B├Âschung hinab, hinunter in einen kleinen Bach, der sich durch den Regen gebildet hatte. Die Str├Âmung riss uns mit. Ich zappelte und wollte mich befreien, es war nicht m├Âglich. Die Rinde und ich trieben unzertrennlich auf dem Wasser in Richtung Fluss. Ich hatte Gl├╝ck, dass sich das St├╝ck Holz, welches sich im Strom bei des Wassers wild herumdrehte, immer wieder aufrichtete, so dass ich Luft holen konnte und am Ende oben lag. Man mag es nicht glauben, aber wir Ameisen sind gute Schwimmer, allerdings weniger, wenn man uns festklebt.
Der Fluss war riesig. Pl├Âtzlich sah ich von oben einen Schatten, der auf mich hinabschoss. Ein Vogel schnappte mit seinem kleinen spitzen Schnabel nach mir und ich konnte mich nur nach links und rechts wegdrehen. Beim sechsten Angriff schnappte ein Kaiman aus dem Wasser nach dem Vogel und schluckte ihn runter. Ich war fertig und wollte endlich meinen Frieden. Es waren nur Stunden seit meiner Geburt vergangen und es war ein permanenter Kampf ums ├ťberleben..
Tagelang versuchte ich mich vom Harz zu befreien, w├Ąhrend die Baumrinde immer weiter trieb. Nachts schnappten Fische nach mir und ich musste st├Ąndig auf der Hut sein. Schlafen war unm├Âglich. Ich bemerkte, dass der Fluss langsamer wurde, ├╝berall t├╝rmten sich Steinfl├Ąchen auf, keine Pflanze war mehr zu sehen. Das Wasser fing zu stinken an, es war tr├╝b geworden. Die Baumrinde trieb an eine Stelle, wo das Wasser in allen Farben aufleuchtete, wie ein Regenbogen, doch der Gestank brannte in meinen Augen.
Komischerweise l├Âste sich nun der Harz von meinen F├╝├čen und ich war frei. Doch wohin?
Ich paddelte angestrengt in Richtung einer der Steinw├Ąnde und krabbelte an ihr nach oben.
Monstr├Âse Bauwerke gab es hier und ich erblickte eine Tierart, die ich noch nie gesehen hatte.
Mir wurde klar, ich w├╝rde niemals zur├╝ckkommen, doch eine Ameise kann nicht alleine leben. Das Wichtigste schien mir jetzt, heraus zubekommen, ob es hier auch Artgenossen gibt.
Ich schlich mich ├╝ber den steinernen Boden, wobei ich aufpassen musste, dass mich die Zweibeiner nicht zertreten, die hier ├╝berall herumliefen.
Ich hatte Hunger und n├Ąherte mich einer Ansammlung von Zweibeinern, die herumsa├čen und gen├╝sslich etwas verspeisten. Ich kletterte etwas nach oben und sa├č pl├Âtzlich auf einem riesigen Brocken Brot.
Im n├Ąchsten Augenblick hatte mich einer der Zweibeiner ins Visier genommen und rief aufgeregt: "So ein kleines Mistvieh. Weg da von meinem Brot!" Dann versuchte er mich mit einem St├╝ck Eisen platt zu dr├╝cken. Ich rannte nach links, dann nach rechts und versuchte dabei noch einen Brotkr├╝mel zu erhaschen. Er war flink, doch mit einem gekonnten Sprung st├╝rzte ich mich hinab in die Tiefe. Ich rannte ├╝ber eine endlose Steinfl├Ąche, immer weiter, immer weiter, bis es dunkel wurde.
In der Nacht wurde ich traurig. Ich konnte kaum verstehen, dass es seit meiner Geburt nur Stress gegeben hat, wo ich mich doch im Kokon noch so auf das Leben gefreut hatte. Was f├╝r eine Welt ist das blo├č?
Bevor ich ├╝berm├╝det zusammenbrach, h├Ârte ich noch Ger├Ąusche. Am n├Ąchsten Morgen erwachte ich und blickte in die unbekannten Gesichter von Artverwandten. Drei Ameisenk├Âpfe waren ├╝ber mir und l├Ąchelten mich an. Einer sagte: "Er lebt, tats├Ąchlich!"
Ameisen haben gute Instinkte und mir war sofort klar, dass es sich hier um stinknormale Waldameisen handelte.
Sie griffen mir unter die Arme und stellten mich auf meine F├╝├če. Dann klopften sie mir br├╝derlich auf die Schultern und einer sagte: "Wo kommst du her? So was wie dich haben wir noch nie gesehen." Ich stotterte etwas und erwiderte: "Ich bin verfolgt worden."
"Ach, dass ist hier meistens so", gab mir eine andere zu verstehen und setzte hinzu: "Wir leben st├Ąndig auf der Flucht". Sie f├╝hrten mich in ihre H├Âhle. Im Gegensatz zu unserem Bau im Wald, gab es hier nur G├Ąnge aus Stein. Glatte W├Ąnde, die ├╝ber lange G├Ąnge nach oben und unten miteinander verbunden waren. Schlie├člich zeigten sie mir ihr Vorratslager. Ich war erstaunt. Sie wohnten anscheinend mit den Zweibeinern zusammen und ern├Ąhrten sich von deren Nahrung. Ich fragte: "Lassen die Zweibeiner euch in Ruhe?"
Alle lachten. Einer von ihnen sagte: "Nein Syd, zwischen uns wird es wohl nie Frieden geben, sie versuchen uns st├Ąndig zu vernichten. Wir m├╝ssen uns gut verstecken."
Obwohl ich ein wenig exotischer als sie aussah, akzeptierten sie mich in ihrer Mitte und die Tage vergingen wie im Fluge. Die Ameisen waren sehr gebildet und erz├Ąhlten mir mehr ├╝ber die Zweibeiner, die sich selbst Menschen nannten. Sie hatten sie studiert und gelernt mit ihren Eigenheiten zu leben.
Srb (gesprochen Sirb) wurde mein bester Freund, er war besonders klug. Er war dahinter gekommen war, dass die Menschen ├╝ber den gesamten Erdball verteilt leben. Sie waren in der Lage Dinge zutun, von denen Ameisen nur tr├Ąumen konnten. Ich glaubte ihm nicht alles, obwohl er sehr ├╝berzeugend reden konnte. Vor allem nicht, dass sie zum Mond fliegen konnten. Srb war jedoch ├╝berzeugt davon, dass die Ameisen viel von ihnen lernen k├Ânnen und ebenfalls in der Lage w├Ąren, Gleiches zu schaffen. Anderseits warnte er st├Ąndig vor den Menschen, er gab mir zu verstehen, dass diese Menschen nichts Gutes im Schilde f├╝hren, er sagte, sie w├Ąren zerst├Ârungsw├╝tig und nicht Herr ihrer Sinne. Nicht selten wurde Srb verspottet, aber er blieb ├╝berzeugter Bewunderer, aber auch ihr Feind. Im Grunde f├╝hlte ich mich von ihnen nicht bedroht, bis dann der Tag kam, an welchem sich seine Prophezeiung Bewahrheiten sollte.
Menschen lebten in H├Ąusern, die sie selbst gebaut hatten und sie duldeten keine Untermieter, nicht einmal menschliche, wenn diese nichts daf├╝r bezahlen. An einem Morgen h├Ârte ich ein ebenso gro├čes Geschrei wie damals im Ameisenhaufen im Dschungel. Ich ahnte nichts Gutes und schon kurz danach purzelten leblose Ameisenk├Ârper von oben nach unten in den Bau.
Einige schrieen: "Gas, Gas!" Srb nahm mich an den F├╝hlern und rannte mit mir so schnell wir konnten nach drau├čen.
Nur wenige haben es geschafft. Wir versammelten uns und beratschlagten was wir jetzt machen sollen. Es war klar, dass diese Unterkunft nicht mehr zu beziehen war, denn nach dem Gas wurde der Bau mit einer schleimigen Fl├╝ssigkeit gef├╝llt.
Wir mussten umziehen. Srb war aufgeregt und sagte: "Ich habe es euch gesagt, diese Menschen sind das Letzte. Sie t├Âten nicht nur Ameisen, sie t├Âten alle Tiere, die ihnen im Weg sind und ich habe sogar geh├Ârt, dass sie sich gegenseitig umbringen."
Nun, zumindest mir war klar, dass sich auch Ameisen gegenseitig t├Âteten, ob dies nun ein Zeichen besonderer Schlechtigkeit sein sollte, konnte ich nicht sagen. Srb erz├Ąhlte jedoch, dass ihre Zerst├Ârungswut so unermesslich gro├č ist, dass ein Frieden auf Erden unm├Âglich sein soll.
Frieden, da war wieder dieses Wort, dessen Bedeutung ich nur kurz erleben durfte. Die Tage meines Lebens bestanden fast nur aus Katastrophen, die in Fluchten endeten, so wie jetzt. Kaum zwei Tage konnte ich meinen neuen Bau genie├čen. Srb schimpfte und schimpfte ├╝ber die Menschen, aber er hatte auch einen Plan wohin wir ziehen sollten.
W├Ąren wir Treiberameisen gewesen, h├Ątte unser Leben eh aus einer unendlichen Wanderung bestanden, doch wir brauchten ein Zuhause. Ein Zuhause, wo wir in Frieden leben konnten.
Wir brauchten Tage bis wir dort ankamen, wo Srb uns hinhaben wollte. Mir schien es etwas suspekt, als ich erkannte, dass wir wieder in die N├Ąhe von menschlichen Behausungen ziehen sollten. Srb hingegen sagte ├╝berzeugend: "Glaub mir, ich wei├č was ich tue."
Nachts erreichten wir eine endlos lange R├Âhre, die in einen Berg m├╝ndete. Srb f├╝hrte uns hinein. Am Ende des Tunnels standen wir vor einer Wand. Er sagte: "Haltet euch alle fest, irgendwann ├Âffnet sich das Tor und dann schl├╝pfen wir hinein."
Stunden vergingen und einige waren recht unwirsch, bis sich dann das Ende des Tunnels ├Âffnete und ein scharfer Luftzug durch das Rohr zog. Wir klammerten uns aneinander, dennoch h├Ârte ich Schreie und einige von uns wurden weggepustet, ohne je wiederzukommen. Wir anderen schl├╝pften durch das Tor.
Srb warnte uns alle, dass wir keinesfalls von einem Menschen gesehen werden d├╝rfen. Hier war alles aus Stein, die W├Ąnde waren sehr glatt und kahl. Licht gab es nicht. Wir wanderten in einem Labyrinth aus Rohrleitungen umher, bis wir dann zu einem Gitter kamen, dahinter war ein Raum aus dem wir Stimmen h├Ârten. Keinesfalls wurde hier ameisisch gesprochen. Menschen waren hier.
Der Raum war durch elektrisches Licht beleuchtet. Tausende Lichter blinkten und die Menschen sa├čen vor eigenartigen Maschinen, auf die sie mit ihren Fingern herumtippten.
Srb nahm mich beiseite und sagte: "Wir m├╝ssen die Anderen hier lassen, sie werden erst sp├Ąter nachkommen. Komm mit, ich will dir was zeigen."
Srb gab den Anderen die Anweisung, hier zu warten und er f├╝hrte mich weitere Rohre entlang. Hin und wieder gab es hier Verbindungen zu anderen G├Ąngen und ich fragte: "Srb, wo geht es denn hier hin und wo geht es denn da hin?" Er sagte nur: "Komm weiter und frag nicht so viel."
Pl├Âtzlich befanden wir uns vor einem Gitter und er sagte: "Du bleibst jetzt hier, bis ich wiederkomme. Ich muss das mal checken."
Meine Neugier war zu gro├č, um ihm zu gehorchen und ich kletterte in einen anderen Tunnel, bis ich am Ende in einer Steilwand stand und in einen riesigen Raum blickte. Ich staunte nicht schlecht, als ich dort eine Rakete entdeckte. Jetzt war mir klar, was er vor hatte. Wahrscheinlich wollte er mit uns auf den Mond. Wenn es stimmte, was er ├╝ber die Menschen erz├Ąhlt hatte, musste dies eine Mondrakete sein. Ich ging zur├╝ck.
Srb kam nach wenigen Augenblicken durch das Gitter und ich sagte erfreut: "Ich wei├č was du vor hast!" Er sah mich erstaunt an und sagte: "So, na was denn?"
"Du willst uns auf den Mond bringen." Er lachte laut los und sch├╝ttelte den Kopf, so dass seine F├╝hler wild hin und her schaukelten. Dann sagte er energisch: "Jetzt halt die Klappe und komm weiter."
Wir kletterten durch die kleinen L├Âcher im Gitter in einen gro├čer Raum, in dem viele kleine Lichter blinkten. Ein st├Ąndiges Surren war zu h├Âren. Wir mussten fast den gesamten Raum durchqueren, um an ein anderes Gitter zu gelangen. Von hieraus sah man die Menschen, die wir zuerst von oben, aus dem Rohr betrachtet hatten, wo nun unsere Freunde warteten.
Die Menschen redeten durcheinander und arbeiteten an ihren Maschinen. Srb sagte: "H├Âr zu, ich wei├č nicht genau wie das hier ausgeht, aber wenn ich nicht ├╝berleben sollte, dann musst du die anderen in 5 Tagen wieder nach drau├čen bringen." Ich war verdutzt und fragte: "Wieso ich? Du bist doch unser F├╝hrer."
"Verdammt versteh doch Mal, vielleicht werde ich nicht mehr da sein. Du musst genau 5 Tage warten, hast du verstanden?" Ich sch├╝ttelte bejahend den Kopf, obwohl ich nichts verstanden hatte.
Er sagte: "Los, komm jetzt, du musst mir helfen." Wir kletterten ├╝ber ein gr├╝nes Kabel in ein kleines Geh├Ąuse aus Metall. Es war verdammt warm hier und ich begann zu schwitzen. Srb sagte: "Sei vorsichtig, dass du nur die bunten Kabel ber├╝hrst, -- Fass hier ja nichts an!"
├ťber uns schwirrten mehrere Propeller und pusteten die warme Luft umher. Pl├Âtzlich blieb Srb stehen. Ich blickte mich erstaunt um, ich hatte keine Ahnung wo wir uns befinden.
"Komm her Syd, du hebst mich jetzt da hoch und wenn ich sage loslassen, dann springst du da r├╝ber und gehst genauso vorsichtig zur├╝ck, wie wir hergekommen sind. Dann bleibst du bei den Anderen und f├╝hrst sie in 5 Tagen wieder raus."
Ich fragte: "Und du?" Er gab mir keine Antwort. Ich stemmte Srb waagerecht liegend nach oben und er streckte sich, dann rief er: "Lass los!"
Ich sprang weg und im gleichen Augenblick sah ich, wie er sich mit den Vorder- und Hinterf├╝├čen an zwei Dr├Ąhten festhielt und sein kleiner K├Ârper wie ein Licht aufleuchtete. Er schrie kurz auf. Er blinkte wie ein Gl├╝hw├╝rmchen. Ich sah sein schmerzverzerrtes Gesicht und rief: "Srb, lass das los! Komm da runter!" Doch Srb hielt sich fest und leuchtete vor sich hin. Kurz danach fiel er runter.
Im gleichen Augenblick h├Ârte ich, wie die Menschen in dem Raum nebenan lauter wurden und aufgeregt redeten. Ich h├Ârte Worte wie: "Das ist doch nicht m├Âglich, wir haben gar keinen Befehl bekommen!", "Der Countdown l├Ąuft aber!", "Abschalten, abschalten!", "Der Computer reagiert nicht!", "Die Raketen starten", "Rufen sie den Pr├Ąsidenten an", "Sie haben uns im Visier. Einschlag um 512."
Ich konnte nicht weiter zuh├Âren, denn ich k├╝mmerte mich um Srb, der leicht verkohlt roch und ohnm├Ąchtig am Boden lag. Ich betastete ihn mit den F├╝hlern, bis er wieder zu sich kam und st├Âhnte. Ich sagte: "Srb, was sollte das, willst du dich umbringen? Aber bitte ohne meine Hilfe." Er l├Ąchelte mich an und ich schleppte ihn m├╝hsam den ganzen Weg zur├╝ck.
Die Anderen hatten mitbekommen, welche Aufregung in dem Raum mit den Menschen ausgebrochen war, sie freuten sich uns wiederzusehen.
Srb war ziemlich mitgenommen und wir beobachteten was da unten vor sich ging. Einer der Menschen rief entsetzt: "Wie konnte das nur passieren?" Ein anderer: "Das kann doch kein Bug sein?"
Nur wenig sp├Ąter sp├╝rten wir, wie der gesamte Berg erzitterte, als w├Ąre ein Erdbeben im Gange. Etwas sp├Ąter erzitterte der ganze Berg noch drei Mal kurz hintereinander. Wir r├╝ckten n├Ąher zusammen. Srb hatte sich etwas erholt und sagte: "Wenn wir hier rauskommen, dann wird es ein Leben in Frieden sein."
Die n├Ąchsten Tage vergingen im Flug, denn hier unten war es warm und wir hatten etwas zu essen gefunden. Die Menschen waren sehr nerv├Âs und viel zu sehr mit sich selbst besch├Ąftigt, als dass sie uns bemerkt h├Ątten. Sie sahen alle nicht sehr gl├╝cklich aus, einige weinten unentwegt. Wir Ameisen fragten uns schon, was eigentlich los war, doch Srb wollte nichts erkl├Ąren.
Nach 5 Tagen krabbelten wir zur├╝ck in die R├Âhre, aus der wir gekommen waren. Wir warteten vor der Klappe. Als sie sich wurden wir in einem hohen Bogen durch einen starken Luftzug hinausgeschleudert. Im Flug blickte ich ├╝ber den Berg und war erstaunt dar├╝ber, dass hier Nichts mehr so war, wie vor einigen Tagen. Der Himmel war rot und die Erde leergefegt. Keine B├Ąume und keine H├Ąuser. Der Berg war kahl, als h├Ątte man alles auf ihm abrasiert. Die Luft war hei├č und trotzdem schneite es. Wir sammelten uns alle an einem kleinen verbeulten Blecheimer, der am Fu├če des Berges lag. Srb sagte: "So, nun werden wir ein neues Leben in Frieden beginnen."


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"Die Natur spielt verr├╝ckt, aber wir haben sie auf die Idee gebracht!"

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MDSpinoza
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