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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Pech gehabt
Eingestellt am 14. 10. 2014 20:19


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dilln
Hobbydichter
Registriert: Oct 2014

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Pech gehabt

Simone musste sich beeilen, die S- Bahn wĂŒrde gleich abfahren. Hastig ging sie hinunter zum Bahnsteig.
WĂ€re sie nicht wieder von diesen blöden Pennern aufgehalten worden, wĂ€re sie frĂŒher da gewesen.

Die S- Bahn fuhr ein, gerade noch rechtzeitig erreichte sie das Gleis.
Immer diese Geldgammler, hĂ€tten die es in ihrem Leben mal zu etwas gebracht, brĂ€uchte man sich nicht stĂ€ndig ĂŒber sie zu Ă€rgern. Immer kamen sie und fragten nach Geld, als hĂ€tte sie so viel davon.
Sie setzte sich auf einen freien Platz. Um neun Uhr musste sie bei der Bank sein.
Kaum war der Zug losgefahren, da hörte sie auch schon die Musik. Ein Akkordeon, dazu die Musik eines Saxophons.
Da waren sie wieder, die Zigeuner, die Musik in der S- Bahn spielten und die FahrgÀste damit belÀstigten, von ihnen Kleingeld zu gammeln.
Genervt wandte Simone sich ab. Sie musste sich konzentrieren, sie hatte heute einen wichtigen GeschÀftstermin.
Die Musiker zogen an ihr vorbei. Die Bahn hielt an Simones Station, sie stieg aus.
Kaum war sie aus dem S- Bahntunnel wieder an die OberflÀche gestiegen, wartete der nÀchste Obdachlose am oberen Ende der Treppe auf sie.
Ob sie Interesse an der Obdachlosenzeitung hĂ€tte, sie wĂ€re auch kostenlos, aber gegen eine kleine Spende wĂŒrde er sich freuen.
Sie bedachte ihn mit einem bösen Blick und ging an ihm vorbei.
In der FußgĂ€ngerzone war heute wieder viel los, selbst so frĂŒh am Morgen. Die Penner bauten ihre Nachtlager ab, die Frauen der Obdachlosenmaffia bezogen wieder Stellung an ihren ĂŒblichen Bettelpositionen. Elendes Gesindel dachte sie sich nur.
Ein Mann mit verfilztem Bart und heruntergekommener Kleidung bat sie um ein wenig Geld, er und sein Hund hÀtten solchen Hunger.
\"Pech gehabt\" sagte sie, und ging unberĂŒhrt weiter. Die Bank war schon in Sicht.
Plötzlich ein schmatzendes GerÀusch, sie war in einen Hundehaufen getreten. Fluchend warf sie ihre Handtasche auf den Boden, zog ein Taschentuch und versuchte, den Schuh wieder sauber zu wischen. Dabei bemerkte sie fast nicht, dass gerade jemand nach ihrer Tasche griff, und sich mit ihr davon machen wollte.
\"Halt!\" rief sie noch, aber da war der Dieb schon auf der Flucht.
\"Haltet den Dieb!\" rief sie, und watschelte dem Dieb, soweit es ihre Absatzschuhe ĂŒberhaupt erlaubten, hinterher, doch der war viel schneller und schon lĂ€ngst in der nĂ€chsten Gasse verschwunden.
Keuchend kam sie in der Gasse zum stehen, der Dieb war nicht mehr zu sehen.
Fassungslos starrte sie in die leere Gasse. Konnte es denn noch besser werden?
Als sie sich umdrehen wollte, knickte sie auch noch mit dem Knöchel um, die Absatzschuhe verlangten ihren Tribut fĂŒr den heutigen Tag.
Stöhnend lag sie auf dem Boden und hielt sich den schmerzenden Knöchel, durch den Sturz hatte sie sich ihre Kleider ordentlich ruiniert. Jetzt sah sie wirklich nicht besser aus als eine Obdachlose, lehnte sich an die Wand hinter ihr und schlug die HĂ€nde vors Gesicht. Was fĂŒr ein Scheisstag.
Da hörte sie das klimpern von GeldmĂŒnzen, die vor ihr auf den Boden vielen.
\"Sie sehen ja wirklich schlimm aus.\" sagte eine Àltere Dame, die vor sie getreten war.
\"Hier haben sie ein wenig Kleingeld, schließlich bin ich immer großzĂŒgig zu Leuten, die viel Pech im Leben hatten.\" sagte sie noch, bevor sie weiter ging.

Fassungslos starrte Simone auf das Geld vor ihr, bemerkte die scheuen, teils auch verachteten Blicke, die die Passanten ihr zu warfen. Man hielt sie fĂŒr eine Obdachlose.
Ihre Tasche war weg, der Termin bei der Bank war gelaufen.
Mehr Pech kann man an einem Tag wohl kaum haben.

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DocSchneider
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Die Missgeschicke, die Simone passieren, machen aus ihr noch keine Obdachlose. Man wird die QualitÀt ihrer Kleidung auch dann noch erkennen, wenn sie verschmutzt ist. Von daher hinkt der Text etwas in seiner Wirkung. Ich las das Ganze viel mehr als moralischen Fingerzeig: HÀtte sie Geld gegeben, wÀre das alles nicht passiert ...
Abwarten, wie andere den Text beurteilen!


Viele GrĂŒĂŸe von DocSchneider

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dilln
Hobbydichter
Registriert: Oct 2014

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Erstmal danke fĂŒr die herzliche Aufnahme

Eigentlich wollte ich noch etwas zu der Geschichte schreiben, hab das dann aber doch irgendwie vergessen .
Jedenfalls ist das meine wirklich aller erste Kurzgeschichte, deshalb bitte ich auch, eventuelle Fehler zu entschuldigen.

Was Simone betrifft:
Ja, ich habe mir am Schluss auch gedacht, dass das Ganze etwas aus der Luft gegriffen wirkt. Aber wie gesagt, es ist mein erstes Werk und ich bin sicher, dass sich meine ErzÀhlweise (hoffentlich) noch bessern wird .

Trotzdem danke fĂŒr die ehrliche Kritik.

Viele GrĂŒĂŸe

dilln

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