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Leselupe.de > Ungereimtes
Per aspera ad asperum
Eingestellt am 30. 01. 2004 12:30


Autor
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Penelopeia
Autorenanwärter
Registriert: Nov 2002

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I.

Such dir die Federn des Stolzes
f√ľr dein Lebensplanger√ľst,
auf heft sie mit Zähigkeiten
und fette sie mit Trotz und List.

Schwing dich in einsame Höhen,
Freiheit lächelt dein Gesicht.
Fallend wirst du einmal merken:
Du entkommst, du entkommst,
du entkommst

dir nicht.

II.

Mach alles anders, anders ganz
als deine trock‘nen Alten,
zeig Zorn, zeig Trotz, notfalls die Faust,
wo sie die Hände falten.

Hau ab, geh fort, geh schnell, und weit!
Vergiß die Kleinstadtenge,
Krummpflaster und Schiefblicke und
all die Vereinsgesänge...

Vergiß des Vaters Schnapsgestank
die Schläge, Jähzorns Zeiten;
die M√ľdigkeit von Mutter, ihr
Dauermigräneleiden.

So werde denn ein and’rer Mensch:
gebildet, tolerant, offen,
durchsetzungsstark; gelegentlich
auch ein bißchen betroffen.

Beobachte dich, hab dich im Griff.
Du kannst analysieren!
Greift nach dir eine Depression,
darfst du dich nicht verlieren.

Mach dies, mach das, mach, was du meinst.
Eins bleibt dir unbenommen,
fliegst du auch noch so hoch und weit:
Du kannst niemals, du kannst niemals,
du kannst dir nie

entkommen.









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Willibald
???
Registriert: Jul 2002

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Salute,

da gibt es intressante Stellen drin.

Jetzt aber mal nur ganz kurz:

Du kannst niemals, du kannst niemals,
du kannst dir nie

entkommen


Ist das die Erkl√§rung/das Motto/das exemplum f√ľr "per aspera ad aperum"?

hm

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Penelopeia
Autorenanwärter
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Per aspera...

Hallo Willibald,

urspr√ľnglich hei√üt es nat√ľrlich "per aspera ad astra". Das mu√ü man weder √ľbersetzen noch erkl√§ren, denke ich. Ich hab daraus den Titel gemacht, der nichts weiter sagen will, da√ü wir alle nie ganz unsere Herkunft verleugnen k√∂nnen. Selbst bei aller Anstrengung nicht: Auf staubigen Wegen zum Staube zur√ľck, k√∂nnte man vielleicht √ľbersetzen (undekliniert also "per aspera ad aspera"). Man h√∂rt heute oft den Begriff von der sozialen Pr√§disposition...

Obwohl ich nicht gerne meine Texte erkl√§re, m√∂chte ich, weil m√∂glicherweise nicht ganz klar, noch auf das Ikarussymbol im ersten Teil hinweisen: Der Junge versuchte seinen Verh√§ltnissen zu entkommen, wie so viele nach ihm. Und flog zu hoch. Man k√∂nnte auch sagen: Er wurde ein Opfer seiner Selbst√ľbersch√§tzung, es gelang ihm nicht, sich selbst - und damit seiner Gefangenschaft - zu entkommen.

Zum absolutum erklären will ich die These trotz aller Erfahrung und Beobachtung nicht.

Liebe Gr√ľ√üe

Pen.

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lapismont
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Hallo Pen,

II/2 und II/3 gefallen mir sehr, der Rest ist mir nicht verdichtet genug, zu ausschweifend.
Vielleicht w√ľrde der Text etwas gestraffter noch besser.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Penelopeia
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Verdichtung...

Hallo Lapismont,

Du hast sicher nicht unrecht, wenn Du einen "Bruch" nach II/3 bemerkst: Es ist ein gewollter √úbergang vom Konkreten zum Allgemeinen. Urspr√ľnglich lautete die Zeile: "Werde Du ein and'rer Mensch!" - Das pa√üt rhythmisch nich so gut, daher die vorliegende Fassung. D√≠eser Aufruf geh√∂rt einer Zeit, in der man von der allgemeinen Formbarkeit des Menschen sehr √ľberzeugt war. Aus heutiger Sicht: Geschw√§tz...
Gleichermaßen verhält es sich mit II/5: "Beobachte dich..." etc., das sind neuere Phrasen in Fortsetzung des alten Denkens, vielleicht nur besetzt mit mehr Zynismus...
Wenn es den Eindruck nicht vorhandener Dichte entstehen läßt, so muß ich das wohl akzeptieren, auch wenn ich - vorab - der Meinung war, da bereits zu viel "hineingepackt" zu haben.

Liebe Gr√ľ√üe

Pen.

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Rhea_Gift
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Hi Pen.,

gef√§llt mir inhaltlich, kann ich einiges so unterschreiben - andererseits lie√ü es mich wegen des ausschweifenden Stils an einen Songtext denken - f√ľr meinen Geschmack w√ľrd ichs auch etwas zusammenraffen (denke, das meinete lap mit Dichte) oder vielleicht tats√§chlich als Songtext deklarieren?

Falls du den Höhenflug im letzten Teil dem ersten gleichsetzt, sehe ich es doch anders - stimme da den Zwischenteilen (teilweise) zu, man entkommt sich nicht, aber man kann sich "auf eigene Faust" in die Höhe strecken... bzw. das Beste draus machen...

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Penelopeia
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Songtext

Hallo Rhea,

es stimmt, was Du schreibst: Der Text - wie auch sonst alle weiteren von mir in Reimform - sind auch immer als Lieder bzw. Songs, also als verton- und singbare Vorlagen, gedacht.

Zum Dogma wollte ich, auch wenn der Text zun√§chst den Eindruck vermittelt, die Behauptung von der "Unm√∂glichkeit des Sichselbstentkommens" nicht erheben. Die These sollte vor allem provozieren - zum Vergleich, inwieweit solches in unserer Gesellschaft m√∂glich ist. Ich pers√∂nlich habe zumindest den Eindruck, da√ü sich die M√∂glichkeiten, soziale Schranken zu √ľberwinden, verschlechtert haben. Umgekehrt lie√üe sich wahrscheinlich - in Folge einer Verallgemeinerung dieses subjektiven Eindrucks - die These vom Entwicklungsgrad einer Demokratie als Funktion der Bedeutung/Nichtbedeutung sozialer Herkunft und Vorpr√§gung aufstellen.

Liebe Gr√ľ√üe

Pen.

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