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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Persönlichkeitsessay V1.0
Eingestellt am 26. 12. 2004 15:34


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

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Niemals sagen Menschen: Auf diesen Essay habe ich gewartet!
Natürlich nicht. Denn solch eine besonders herausragende Abhandlung gibt es nicht. Das wird dieser Versuch auch nicht ändern. Wahrscheinlich komme ich nicht einmal an die relativ guten der einfachsten heran.
Zum Teufel, ich will mir doch nur die Seele vom Leib schreiben. Ich habe nämlich festgestellt, dass es einen Teil in mir gibt, den man nicht so einfach sagen oder mit Worten erklären kann. Das ist jene aufgekratzte und vernarbte Stelle in meinem Geist, die mir die Gefühle von all den Dingen um mich herum und überhaupt im ganzen Universum näher bringt. Der Filter, der zwischen gedanklicher Logik, tierischem Instinkt und kollektivem Bewusstsein unterscheidet. Vor allem ist es eine Naht, die mir entsetzliche Angst aufzeigen kann - und dies auch tut.
Wenn ich jetzt so einfach sagen könnte, dass es Angst um meine Zukunft ist, oder eine Furcht vor Dingen, die mir in Erinnerung geblieben sind, dann müsste ich darüber nicht schreiben, sondern könnte damit direkt umgehen (und mir einfach durch die vielen Gedanken einen Weg suchen). Doch so oberflächlich scheint dies nicht zu sein.
Ganz tief versunken liegt ein Geräusch. Als behutsamer Zuhörer ignoriert man dieses nicht, vertieft sich aber auch nicht auf psychotische Weise zu stark hinein. Man lässt das Geräusch (das nun eigentlich eher eine Stimme oder ein leichtes Hintergrundrauschen ist) einfach fließen. Es hat keinen Ton oder einen Klang. Wie kann es dann da sein? Man empfindet es ganz einfach.
Und eben jene Welle im Unterbewusstsein sagt einem (manchmal ganz direkt und bewusst): „Habe Angst vor den Dingen, die dir weh tun.“ Dummerweise tut es selbst schon weh, darüber nachzudenken, dass es einem weh tun könnte.
Mein ganzes Leben erkennt sich schließlich in diesem einzigen, großen Paradoxon der Neurotik wieder. Menschen haben Angst jemanden zu verlieren. Ich habe zwar nicht direkt die Angst, meine Liebe zu verlieren, dafür aber davor, mir Gedanken über die Angst eines Verlustes zu machen, und damit eben genau diesen Verlust herbeizuführen. Das hat etwas von der Heisenbergsche Unschärferelation, die man, wenn man sie denn sinngemäß verstanden hat, immer wieder gerne vor anderen anführt, um sich vor sich selbst als intelligent zu bestätigen. Wenn man seinen Schmerz versucht zu ergründen, oder ihn zu verstehen, gerät man in Gefahr den Schmerz erst recht zu provozieren. Nun, dies hat der gute Heisenberg so direkt nicht herausbekommen, jedoch ergibt es in dem physikalischen Vergleich (der Heisenbergschen Unschärferelation) durchaus Sinn.
Okay, warum will ich/wollen wir eigentlich jeden Tag aufgeben? Einfach resignieren und all den Mist vergessen, der täglich um mich/uns herumschwirrt? Weil da keine Lösung ist. Weil ich/wir nicht mal wissen wie das Problem lautet.
Manchmal frage ich mich, ob es Selbstmitleid ist, was uns zu den Menschen macht, die wir sind. Möglicherweise versperren wir uns damit den Sinn, Dinge zu tun, die wir uns nicht trauen. Egal, wie tief wir sinken. Diese Sache begleitet uns immer in unserem täglichen Durcheinander der Gefühle und hindert uns daran neue Wege zu beschreiten, alte Wege nicht aufzugeben, sondern sie zu restaurieren oder aufzuwerten.
Dieser Text wirkt beinahe wie ein Tagebuch auf mich. Ich schreibe, wenn ich merke, dass etwas nicht stimmt oder mir selbst die Probleme auffallen, die mich so pausenlos umgeben. Dinge zwischen anderen Menschen und mir. Dinge zwischen täglicher Beschäftigung und nächtlicher Unruhe. In dem vorangegangenen Satz erkennt man die deutliche Betonung auf die pessimistische Sicht einer Situation, die sich scheinbar nicht ändern lässt. Richtig, ich stecke in einem Loch. Vielleicht sogar in einer Schleife, die sich nicht aufzulösen vermag. Vielleicht ist das ja die Definition für unser aller Leben. Wer weiß? Damit könnte ich diesen Pseudo- Essay auf sich beruhen lassen, noch einmal (oder auch nicht) darüber nachdenken und mit totem Verstand zu Bett gehen. Doch ein paar letzte Fragen stellen sich mir noch:
Wie finde ich das Gleichgewicht zwischen den Situationen, die ich gerne meistern möchte und denen, den ich lieber aus dem Weg gehe, und welche Bedeutung messe ich solch einem Gedankenzwiespalt bei?
Warum stelle ich mir so oft die Frage, warum man mich nicht ein meiner Art einfach in Ruhe lassen kann, sondern trotz meinem labilen Gefühlswesen immer wieder gegen dieses (wenn auch nicht unbedingt gewollt) angeht?
Kann ich jemals mit etwas zufrieden sein?
Was und wie viel muss ich für andere sein?
Gibt es ein Ende?
__________________
Schön, dass wir einmal darüber sprechen konnten...

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