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Leselupe.de > Humor und Satire
Pfadfinder
Eingestellt am 11. 10. 2005 07:29


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Marius Speermann
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Registriert: Jul 2005

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Ein kleiner Bub aus Wien kommt herum in der Welt und beschreibt, was ihm dabei so auff├Ąllt. Gemeinsam mit seiner kleinen Freundin Natasha, die aus Russland stammt und scheinbar alles weiss, versucht er die Situationen und Widerspr├╝chlichkeiten zu verstehen. Dabei bleibt zuerst Mal der Ernst auf der Strecke...

Die Natasha hat uns wieder mal was Sch├Ânes eingebrockt. Ohne Ihr w├Ąre ich heute zuhause geblieben und h├Ątte meinen neuesten Trick mit den brennenden Fackeln ausprobieren k├Ânnen. Aber so...

Begonnen hat alles damit, da├č meine Freundin, die Natasha, aus Ru├čland ist und sie dort einmal bei den Pionieren war. Sie ist ihrer Mama damit so lange auf den Wecker gefallen, bis die ganz entnervt zugestimmt hat und Natasha hier in Amerika zu den Pfadfindern gehen durfte. Und weil ihr dort sonst langweilig wird, hat sie mich so lange vollgequasselt, bis auch ich mit ihr hingegangen bin.

Meine Mama und mein Papa waren davon ganz begeistert. Man kann bei den Pfadfindern so viele interessante Sachen lernen, wie Zelte bauen, Spurenlesen und Singen. Und ├╝berhaupt fahren die mit uns weit weit von zuhause weg zum Zelten. Da haben Mama und Papa besonders gestrahlt. Manchmal sind sie wirklich kindisch, sonst h├Ątten sie bemerkt, da├č sie da nicht mitd├╝rfen, sondern nur ich.

Papa hat mir noch ins Ohr gefl├╝stert, da├č man da auch so tolle Dinge lernt, wie beispielsweise den M├Ądchen einen Frosch ins Zelt zu setzen oder sie beim Rudern ins Wasser zu schubsen. Wie aber Mama urpl├Âtzlich den Kampfschrei der Pfadfinderinnen ausgesto├čen hat, ist Papa sofort kerzengerade gestanden und hat salutiert.

Jedenfalls hat sich herausgestellt, da├č das alles entstunken und belogen ist. Ich wei├č nicht, wo Papa und Mama bei den Pfadfindern waren, aber heute lernt man bei denen geheime Codes am Computer knacken, sucht mit Sternenteleskopen nach gef├Ąhrlichen Au├čerirdischen und schleppt Kisten voll mit Pfadfinderkeksen und Popcorn herum.

Diese m├╝ssen verkauft werden - also die Popcorn und Kekse, nicht die Au├čerirdischen ÔÇô damit wir die teuren Computer und Sternenlaserkanonen bezahlen k├Ânnen. Zuerst haben Mama und Papa dumm dreingeschaut, als ich ihnen gesagt habe, da├č wir am n├Ąchsten Samstag vor dem Supermarkt herumstehen m├╝ssen und die Kekse verkaufen, aber dann haben sie wieder gestrahlt und gesagt, da├č sie uns Pfadfinder beim Backen der Kekse helfen werden. Natasha hat ihnen aber gleich gesagt, da├č die Kekse in einem Dorf namens Ohio gemacht werden und die Pfadfinder sie von dort kaufen.

Mama und Papa haben ganz entt├Ąuscht geschaut und gesagt, da├č da ja der ganze Spa├č verloren geht. Sie haben immer mit den anderen Pfadfindern in der K├╝che Unsinn gemacht und die lustigsten Kekse gebacken. Natasha hat ihnen dann aber vorgerechnet, wieviel mit dem Keks- und Popcornverkauf eingenommen werden mu├č, um die Clusterservercomputer und die Raketenabwehrteleskope zu finanzieren, und da├č f├╝r solchen Unfug keine Zeit bleibt. Mama und Papa waren daraufhin ganz stumm.

Misses Brown, die Mama von Neil, einem unserer Pfadfinder, hat uns dann am Samstag begleitet. Es gab einen Stand der Pfadfinderinnen und einen Stand der Pfadfinder. Unser Stand war aber viel h├╝bscher, als der von den M├Ądchen. Es hatte sich ausgezahlt, da├č Neil und ich vorher noch ein paar tote K├Ąfer und M├Ąuse als Anschauungsmaterial gesammelt haben.

Hin und wieder kam jemand und kaufte eine Schachtel Kekse oder Popcorn. Eine Schachtel kostete drei Dollar und f├╝nfzig Cent und als das erste Opfer zwei Schachteln verlangte, begann ich im Kopf auszurechnen, wieviel das ist. Aber Misses Brown hat mich angestubst und gesagt, da├č sie genau deshalb einen Taschenrechner mitgebracht hat. Ich wollte ihn aber nicht verwenden, sondern Kopfrechnen ├╝ben. Sie wurde aber b├Âse und hat gesagt, da├č sie meiner Mama und meinem Papa sagen wird, wie ungezogen ich bin und ich solle gef├Ąlligst den Taschenrechner nehmen und mit dem Kopfrechnen aufh├Âren, sonst werden wir ja nie fertig. Weil sie aber den Einschaltknopf nicht gefunden hat, habe ich trotzdem gekopfrechnet und zwei Schachteln um siebzehn Dollar verkauft. Es geht eben nichts ├╝ber gute Mathematikkenntnisse.

Eine alte Frau hat uns gefragt, ob wir denn die Kekse auch selber gebacken habe. Wie sie aber auf meine schmutzigen Finger und die toten M├Ąuse geschaut hat, schluckte sie nur und ist eilig mit den Keksschachteln davongestolpert.

Alles w├Ąre ganz gut gelaufen, wenn nicht dann pl├Âtzlich die kreischenden M├Ądchen von den Cheerleadern gekommen w├Ąren und Geld f├╝r eine neue Ausr├╝stung gesammelt h├Ątten. Als dann aber auch noch die Kriegsveteranen und Samariter sich mit Sammelb├╝chsen neben das Rote Kreuz vor dem Supermarkt aufstellten, sind wir gegangen.

Meinem Cousin Christian, der daheim in Wien wohnt, habe ich das alles erz├Ąhlt. Er hat nur gemeint, da├č man bei den Pfadfindern bei ihm viel bessere Sachen lernt. Zum Beispiel hat er das letzte Mal rauchen gelernt. Das ist aber auch bl├Âd. Die Zigaretten kann man n├Ąmlich nicht so gut wie die brennenden Fackeln herumjonglieren.

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