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Philosophie
Eingestellt am 14. 05. 2019 18:34


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Herbert Schmelz
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Der Verlag, in dem JĂŒrgen Habermas publiziert, meldet vorab, dass der Sozialwissenschaftler und Philosoph ein neues Werk (1700 seitig) vorlegt, dessen Erscheinungsdatum fĂŒr den 30. September 2019 geplant ist. Habermas wird zuvor 90. Die beiden BĂ€nde sollen untertitelt sein: „Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen“ (Bd.1); „VernĂŒnftige Freiheit. Spuren des Diskurses ĂŒber Glauben und Wissen“ (Bd.2). Das Werk orientiert sich am offenbar virulenten Bedarf an philosophischer Reflexion und ist ĂŒbertitelt: „Auch eine Geschichte der Philosophie“.

Da der Autor einen anderen Weg nahm als beispielsweise Ralph Dahrendorf, erscheint uns heute gerechtfertigt, ihn neben Max Horkheimer und Theodor W. Adorno zu den ‚prĂ€genden Gelehrten‘ der ‚Frankfurter Schule‘ (Institut fĂŒr Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe UniversitĂ€t, ffm.) zu zĂ€hlen, und beilĂ€ufig zu registrieren, dass er bis heute als einer der „meistzitierten Philosophen der Welt“ gilt.

Die Verlagsvorschau hĂ€lt fest: „Habermas zeichnet nach, wie sich die Philosophie sukzessive aus der Symbiose mit der Religion gelöst und sĂ€kularisiert hat. 
 In systematischer Perspektive arbeitet er die entscheidenden Konflikte, Lernprozesse und ZĂ€suren heraus sowie die sie begleitenden Transformationen in Wissenschaft, Recht, Politik und Gesellschaft“.

Wer am Zustand von Politik und Gesellschaft als interessiert Suchender partizipiert, dĂŒrfte bei Habermas fĂŒndig werden. Sicher gilt das fĂŒr sein ‚Hauptwerk‘ THEORIE KOMMUNIKATIVEN HANDELNS*. Nicht zu schweigen ist, wenn es um NĂ€he und Distanz zu seinem Mentor Theodor W. Adorno** geht, dessen ‚negative Philosophie‘ sich das Denken nicht verbieten lassen wollte angesichts einer Kulturentwicklung, wo Hoffnungsschimmer der Menschheit „tendenziell diskreditiert“ erscheinen.

Einerseits hat der Autor mit seiner Kritik des ‚universalistischen Ansatzes‘ von Arbeit und gesellschaftlicher Produktion in Marxens Waren- und Kapitalbestimmung schon frĂŒh die von Hegel empfundene „Anstrengung des Begriffs“ auf sich genommen. Den Hegel-Marx Übergang auf dem Gebiet der Sozialwissenschaften zu rekonstruieren und zu aktualisieren war ein Projekt, das er mit weiteren Wissenschaftlern intensiv verfolgte. Es landete am Starnberger Max Planck Institut, das freilich auch nicht in einem politischen Vakuum agiert.

Legitimationsprobleme im 'SpÀtkapitalismus' und normative Konflikte der wissenschaftlich-technischen Zivilisation bis zur "Zukunft menschlicher Natur" inklusive der "Grammatik" adÀquater Sprache waren u.a. anspruchsvolle Arbeitsfelder.

Inwieweit die theoretischen Konzepte versandeten, vielleicht von Hirn-, Genforschung ...des arbeitsteiligen Wissenschafts- und Forschungsbetriebs ĂŒberlagert werden konnten, die wiederum von Kant, Hegel und Marx antizipiert worden waren, wage ich nicht zu beurteilen. Das Problem könnte im neuen Werk einen dezent authentischen Ausdruck finden.

Andererseits ist JĂŒrgen Habermas zweifellos einer der produktivsten professionellen Philosophen der heutigen Zeit. Und darin, dass die Wahrheit in den Tatsachen zu suchen ist und Probleme meistens nicht unvermittelt sondern auf ‚Umwegen‘ ohne starre EndgĂŒltigkeit zu lösen sind, ist eine betrĂ€chtliche Anzahl von Intellektuellen ĂŒber Partei- und nationale Grenzen hinweg mit ihm einig.

*HandlungsrationalitÀt und gesellschaftliche Rationalisierung (Bd.I); Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft (Bd.II) Ffm 1981

**Wozu noch Philosophie in: Eingriffe Neun kritische Modelle Ffm. 1964

__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

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