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Leselupe.de > Humor und Satire
Pickelreigen
Eingestellt am 15. 09. 2003 19:43


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Axen
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Registriert: May 2003

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Vorgestern war es so weit. BĂ€rbel war bereit fĂŒr ein Treffen.
Schon seit sechs Monaten hatten wir uns in einem dieser Messenger gegenseitig unsere Zeit geraubt. Es war allmĂ€hlich beim besten Willen nicht mehr möglich, noch irgend etwas interessantes schriftlich oder in Telefonaten auseinander herauszudrĂŒcken. Ich wusste um ihre frĂŒheren Liebschaften, kannte die Fressgewohnheiten ihrer beiden Hamster und wurde mit dem Telefon sogar mit aufs Klo genommen "Ich halte es keine fĂŒnf Minuten aus, ohne deine Stimme zu hören" entschuldigte sie, diese Geschmacklosigkeit...mir kam das damals schon krank vor.
Überhaupt, diese stundenlangen Telefonate – sechs oder sieben Stunden bis in die Nacht...worĂŒber eigentlich?

"Ich sitze hier gerade und schaue heraus"
"Oh wirklich? Ist es bei dir auch schon dunkel?"
"Ja es ist dunkel"
"Das ist ja interessant, gerade ist mir ein Pickel auf der Stirn gewachsen! Mitten auf der Stirn stell dir vor!"
" Echt?" ich gÀhne.
„Ja ziemlich groß sogar, kann ihn ja mal beschreiben
“
„Nein nein, nicht nötig!“ ich muss wĂŒrgen.
"Willst du schon aufhören? Es ist erst drei Uhr"
"Nein nein, wollen nicht...aber ich muss frĂŒh raus, also
"...

Nun die Telefonate waren nicht unbedingt vergnĂŒglich. Zumal ihre Stimme wenig angenehm war....knatschend, quĂ€kend...allerdings passte sie harmonisch zu ihrer auch sonst nöligen Art, mit der sie mir jedes Eiterbeulchen, jedes Gerstenkorn und jegliches Nesselfieber beschrieb, wenn die kleinen Problemchen des Tages ausgetauscht waren und sogar ihr das Zuneigungsgeflöte und die Beschwörungsformeln, beim Realtreffen, das unausweichlich sei, werde sicher alles genauso, wie wir uns das vorstellen, ĂŒber wurde. Na ja eigentlich waren die Krankheiten das Interessanteste an ihr...

Warum eigentlich habe ich mir das angetan? Ich meine, ich hÀtte doch einfach nicht mehr ans Telefon gehen brauchen.

Noch am Vorabend unseres Treffens wollte die dĂ€mliche Kuh von mir, dass ich am Morgen vor dem Losfahren einen MĂ€nnertanga kaufen sollte. Das mache sie an, behauptete sie ohne mich zu fragen, ob ich ĂŒberhaupt ansatzweise erwöge, mich vor ihr auszuziehen. Hatte ich von ihr etwa verlangt, sie solle vor dem Date ihre Gesundheitsschuhe gegen Nuttenstiefel austauschen? Und dazu hĂ€tte ich eher Berechtigung gehabt, denn meine verschlissenen Boxer mit kleinen rosa Pudeln sah man nicht auf den ersten Blick wie ihre schlumpigen Treter! Außerdem hatten sich meine Schlampen vor ihr auch nicht daran gestört...wenn ich da an Gesine denke...wow war das ein derbes Weib, wenn ich der mit so einem Schwuchtelfetzchen am Hintern angekommen wĂ€re, hĂ€tte sie mir den Inhalt des MĂ€nnlichkeitsfutterals in eine Bierdose gestopft und gekocht! Aber BĂ€rbel?! Ja ja meine scheußlichen PlattfĂŒĂŸe die könne sie schon hinnehmen - wie gnĂ€dig! Wenn man bedenkt, dass mich ihr grindiger HĂ€ngehintern auch nicht stören sollte, geradezu unglaublich gnĂ€dig!

Warum habe ich mich nur jemals mit dieser Chatterei abgegeben?

Wie bitte? Telefonsex um schon vorab zu testen, was sie erwarte? Wenigstens Cybersex? Mein Gott hakte es bei der Alten! Die trug mir allen bitteren Ernstes an, mich vor meinen alten Rechner zu hocken und mich auf ihre getippte Anweisung hin bei im Hintergrund im Fernsehen laufender Wichsnummernwerbung langsam auszuziehen um nackt - womöglich einhĂ€ndig - tippend mit ihr auf den „Wogen der Lust“ zu reiten. BĂ€h! Wenn sie wenigstens eine Webcam gehabt hĂ€tte aber so...wie konnte dieses perverse Huhn daran zweifeln, dass ich eine Sexmaschine war? Und nachher erzĂ€hlt sie dem nĂ€chsten Stecher, den sie hier aufgabelt, dass ihr letzter Lover sie zu schlĂŒpfrigen Tippspielchen genötigt habe. Mann die musste es echt nötig haben...aber klar..."wir Frauen sind in der SexualitĂ€t viel fantasievoller...wir brauchen nicht immer zu glotzen und können uns Erotik in wohlgesetzten Worten bildlich ausmalen..."...ach ich kannÂŽs nicht mehr hören!

Ich bin selbst schuld, denn ich habe die Alte angeschrieben, in diesem verdammten „Nackt-vor-dem-PC“-Channel.

Und dann kam Gestern. NatĂŒrlich sollte ich zu ihr fahren, mich mĂ€ĂŸig wohl geschĂŒrzt in meinem das GemĂ€cht kneifenden albernen MĂ€nnertanga in meinen Wagen klemmen und zu ihr nach Linsengericht fahren. Wieso sollte sie auch kommen, schließlich wolle ja ich etwas von ihr, „nicht wahr Hasi?“
Ja was wollte ich denn von der alten Bratze? Ein wenig VerstĂ€ndnis, ein wenig menschliche NĂ€he ein bisschen SelbstbestĂ€tigung. FĂŒr ein paar Stunden wollte ich mich in einem weichen Frauenschoß zu Hause fĂŒhlen, mich an unanstĂ€ndig saftige Rundungen schmiegen und verdammt noch mal endlich wieder einmal mit einer Frau Gesundheitstips austauschen, die Ă€hnlich krĂ€nklich war wie ich. Und zahlen sollte ich mit billigem Rammelsex, den ich möglicherweise bei Ankunft gar nicht mehr liefern konnte, wenn ich meine empfindlichen Assets noch viel lĂ€nger in diesem kneifenden Teil unter meiner Bundfaltenhose schaukeln musste. Das war ein klarer Fall von Erpressung...

An sich hasse ich diese dummen Dates.

Tja Baby...und dann standen wir uns gegenĂŒber,
"Du bist kleiner als ich dachte"...
Mann was fĂŒr denkwĂŒrdige erste Worte, die sie mir in die Fresse schleuderte. HĂ€tte ich ihr in diesem Moment mitgeteilt, was sie mehr war als ich dachte, sie hĂ€tte mir in den Arsch getreten. Aber nun war ich ja da und hoffte, dass wir nicht das GesprĂ€ch ĂŒber ihren jĂŒngsten Pickel vom Vorabend weiterfĂŒhren mussten. Der war nĂ€mlich noch nicht ausdiskutiert aber unsĂ€glich uninteressant fĂŒr mich angesichts meiner vielen eigenen gesundheitlichen Probleme.

"Schau mal, der Pickel ist grĂ¶ĂŸer geworden..." - na servus...
"Oh!"
"Ja ich hab da eh immer Last mit"
"Soso, nimm ne Salbe."
"Du bist irgendwie so anders als sonst"
"Nein das kommt dir nur so vor"
"Sag dass es mit uns nicht so endet wie mit SĂŒsserchen23 und PuschelbĂ€r48!"
"Wie ist es denn mit denen geendet?"
"Er hat sie getroffen und danach einfach nicht mehr angerufen"
"Sollten wir uns nicht mal ĂŒber etwas Erfreulicheres unterhalten?"
"Was hast du gegen eine Unterhaltung ĂŒber meine kosmetischen Probleme?"
"Nichts, aber..."
"Du bist wie alle MÀnner...nicht zuhören können und nur auf Sex aus...wie primitiv..."
"Wer ist hier primitiv?"
"Na du, habe mich erst letzte Woche mit Fraudieweisswassiewill33 ĂŒber dich unterhalten, die kennt dich und findet dich auch primitiv!"
"Ach nee, die dumme Kuh, die letztens ihren Bandwurm losgeworden ist?"
"Genau, sie ist jetzt mit sĂŒssermann34 zusammen und hat auch genug von dir!" - spĂ€testens hier hatte ich genug gehört...

SĂŒssermann34 war frĂŒher mal Megaknuddler58 und war nachdem er "single der woche" in einer vielbesuchten Singlecommunity geworden war zum Potenzgott der gesamten sĂŒdlichen Region avanciert...Fraudieweisswassiewill33 hatte ich mal getroffen, eine krĂ€nkliche stets unzufriedene Henne, die vor allem darunter litt, keine Privatkrankenversicherung zu haben. Außerdem gehörte sie zu diesen Weltverbesserern...sie wolle nicht so ein gleichgĂŒltiger "Blumenkohl" sein, wie die anderen Leute, die schon zufrieden seien, wenn sie jeden Monat ihr Gehalt auf dem konto hĂ€tten, deshalb zwinge sie sich, jeden Morgen darĂŒber nachzudenken, dass Deutschland in Jugoslawien Krieg fĂŒhre. Ich ließ sie spĂŒren, dass ich ein Blumenkohl war. Es war grauenvoll, einen ganzen Nachmittag musste ich sie bespielen. Erst zum Kaffee, dann bin ich mit ihr in ein Aquarium gegangen – „unter so vielen Fischen musste nicht soviel mit ihr sprechen“, hatte ich mir gedacht, sogar dort machte sie mir die Laberfresse...danach simulierte ich mit Erfolg Kopfschmerzen und erreichte, dass sie einen Zug frĂŒher nahm als geplant.

"Hey BÀrbel, ich habe voll die Kopfschmerzen sorry...du hörst von mir...melde dich nicht - ich melde mich..."

Heute sitze ich wieder an meinem heimischen Rechner und suche eine Frau, die ich mit meinen HĂ€morrhoiden langweilen kann...mit mĂ€ĂŸigem erfolg...die meisten können das Wort nicht mal schreiben...

Warum gerate ich immer an die Falschen?

(c) H.E.Axen 2001

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Nachtigall
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Tja, sie scheint Dich zu verfolgen.

Ich wĂŒrde versuchen den Artikel noch etwas mehr zu straffen. Stellenweise kam er mir zu langatmig vor.
Da ging wohl der Pfeffer aus?

GrĂŒĂŸe
Alma Marie

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Axen
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hallo,

sicher kann der text gestrafft werden. es ist ein altes stĂŒck von mir, das ich recht unbedacht heruntergetippt habe. heute stĂ¶ĂŸt mir beispielweise die schilderung der alten treffen am ende der geschichte als gewisser zu sehr streckender fremdkörper auf.

ich vermute, das ist es was du gemeint hast.

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Nachtigall
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Hallo Axen,

ja genau. Den Abschnitt ab
"SĂŒssermann34 war frĂŒher mal Megaknuddler58 ..."
Einen Textvorschlag traue ich mir nicht zu, da Du einen ganz anderen Stil hast.

Schönen Abend

Alma Marie

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