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Leselupe.de > Humor und Satire
Piercingputtel
Eingestellt am 09. 01. 2006 06:18


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Marius Speermann
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Es war einmal ein bildhĂŒbsches MĂ€dchen, das lebte mit seiner bösen Stiefmutter tief im Asphaltdschungel der großen Stadt. Das MĂ€dchen hatte wahrlich kein leichtes Leben, denn die böse Stiefmutter gab ihr viele schwere Arbeiten zu tun. Weil sie das MĂ€dchen von ganzem Herzen hasste, trug ihr die böse Stiefmutter auf, auch im kĂ€ltesten Winter nur mit seitlich geschlitztem Miniröcklein und nabelfreiem, dafĂŒr aber engem Hemdlein auf die Strasse zu gehen.

Wenn das MÀdchen zum Supermarkt gehen oder Schnee schaufeln musste, fror es gar bitterlich. Ihre Finger wurden klamm, die schlanken Beine liefen blau an und selbst auf ihrer noch niemals rasierten Scham hingen Eiszapfen. Die böse Schwiegermutter hatte ihr nÀmlich auch das letzte Andenken an ihre verstorbene Mutter weggenommen: ein Pobacken betonendes Seidenunterhöschen mit belgischem Spitzenbesatz.

Den anderen Straßenbewohnern tat das MĂ€dchen furchtbar leid, aber sie fĂŒrchteten die fĂŒrchterliche Rache der bösen Schwiegermutter. Deshalb wagten nur die mutigsten unter ihnen das klĂ€glich frierende MĂ€dchen auf der Strasse heimlich an sich zu ziehen. Sie pressten sie mitleidsvoll an ihre Körper, rieben ihr die zartrosa Brustknospen und erzĂ€hlten Herrenwitze, um sie aufzuwĂ€rmen. Das MĂ€dchen war ihnen dankbar.

Die einzige Freude, die das MĂ€dchen neben der bereits betagten und auch sonst kaum brauchbaren Brieftaube Emil sonst noch hatte, war ein Intimpiercing, das ihr die Mutter vor vielen, vielen Jahren, kurz bevor sie verstarb, zum sechsten Geburtstag hatte machen lassen. Deshalb rief man das MĂ€dchen Piercingputtel, auch wenn keiner den eigentlichen Grund wusste. Wann immer die böse Schwiegermutter außer Haus ging, schlĂŒpfte Piercingputtel auf den Dachboden, holte eine Schmuckschatulle hinter einem Stapel von verstaubten Herrenmagazinen aus den FĂŒnfziger Jahren hervor, setzte das silberne Piercing ein und ließ es in der durch das Dachfenster eindringenden Sonne zwischen ihren Schenkeln glĂ€nzen.

Diese Momente waren aber gewöhnlich nur kurz, denn die böse Schwiegermutter pflegte nie lange wegzubleiben und das MĂ€dchen musste sich sputen, um wieder ungesehen in die Stube zurĂŒckzukommen.

Einmal geschah es, dass die böse Schwiegermutter noch rascher als sonst nach Hause kam, und Piercingputtel blieb keine Zeit, das Intimpiercing in die Schmuckschatulle zurĂŒckzulegen. Sie musste es zwischen den Beinen lassen und kam gerade rechtzeitig in die Stube zurĂŒck, als auch schon die böse Stiefmutter hereinplatzte.
„Piercingputtel“, rief sie zornig, „was sitzt Du so faul herum? Geh sofort hinaus und schaufle Schnee. FĂŒr Nichtsnutze und Faulpelze ist kein Platz in meiner Stube.“

Das arme Piercingputtel schlurfte ganz geknickt mit ihrem kurzen Miniröcklein und dem viel zu dĂŒnnen, nabelfreien Hemdlein, unter dem sich die frierenden BrĂŒstlein deutlich abzeichneten, in das bitterkalte Wetter hinaus. Trotzdem es so fror, wurde es ihr beim Schnee schaufeln zwischen den Beinen warm und feucht.

Plötzlich begann das Piercing zu sprechen. „Piercingputtel! “, rief es mit tiefer Stimme, „Piercingputtel! Du hast mich gewĂ€rmt und befeuchtet und damit zum Leben erweckt. Zum Dank hast du einen Wunsch frei.“

Das MÀdchen war erschrocken und schob ihr Miniröcklein hoch, um mit dem verzauberten Piercing zu sprechen. Das sonore Brummen der Stimme war ihm angenehm zwischen den Beinen gewesen.

„Ringlein“, so nannte Piercingputtel ihr Piercing, wenn sie alleine war, „Ringlein, ich weiß nicht, was ich mir wĂŒnschen soll.“

„Hast du keinen Wunsch, kein Begehr, das ich Dir erfĂŒllen kann?“ antwortet das Piercing.

„Doch“, entgegnete das MĂ€dchen, „kannst du Frieden machen auf Erden und die Menschheit von spermatozoid ĂŒbertragbaren Geschlechtskrankheiten befreien?“

„Kindlein“, sagte das Piercing genervt, „das ist so einfach nicht. Die Menschheit ist ein Pack von geilen Böcken und wird nie friedlich sein.“ Das Piercing spie verĂ€chtlich aus. „Außerdem waren das zwei WĂŒnsche und kann ich nur fĂŒr denjenigen einen Wunsch erfĂŒllen, an dem ich gerade dran stecke. Auftrag von Deiner verstorbenen Mutter.“

Piercingputtel sah das ein und ĂŒberlegte eine Weile. Dann erhellte sich ihr Gesicht, rĂŒttelte freudig an dem Ringlein und sprach: „Liebes Ringlein, kannst du mir den Wunsch nach einem Prinzen erfĂŒllen, der mich liebt und bis zum Ende meiner Tage glĂŒcklich mit mir lebt?“

„Das kann ich wohl tun“, sagte das Piercing, vom RĂŒtteln schwindlig und des langen Wartens ĂŒberdrĂŒssig geworden. „Ich werde Dir einen Prinzen kommen lassen.“ Die letzten Worte hatte das Piercing schon ganz langsam ausgesprochen, da es der kalte Wind durch das hochgeschobene Miniröcklein wieder erkĂ€lten und trocken werden ließ.

Dem MĂ€dchen aber war es fröhlich zumute und es begann mit seiner glockenreinen Stimme zu singen. Durch den Gesang wurde ein auf Durchreise befindlicher Prinz angelockt, und als er des bildhĂŒbschen MĂ€dchens mit den schlanken Beinen, dem sich unter dem Miniröcklein knackig abzeichnenden Po und den zarten BrĂŒstlein ansichtig wurde, fĂŒllte sich sein Herz voll Liebe.

„Verrate mir deinen Namen“, bat er das MĂ€dchen. „Ich will dich zu mir nehmen und zu meiner Königin machen.“

„Moment“, entgegnete das Piercingputtel, „woher weiß ich, dass du wirklich ein Prinz bist und nicht irgendein dahergelaufener Falott?“

„Nimm dieses edelsteinbestĂŒckte SchmuckstĂŒck zum Beweis meiner königlichen Herkunft“, sagte der Prinz und ĂŒberreichte ihr ein baugleiches Piercing. Piercingputtel hob ihr Miniröcklein, spreizte die Schenkel leicht und besah sich das Geschenk.

„FĂŒrwahr“, sprach das Piercingputtel schon weniger misstrauisch, „du scheinst der rechte Prinz zu sein. Wer aber sagt mir, dass deine Liebe zu mir unbegrenzt und ewig ist?“

Und Piercingputtel schnappte sich den gerade ahnungslos vorbeispazierenden Supermarktregaleinschlichterlehrling, dessen durchtrainierter Körper vor KĂ€lte schon ganz blau gefroren war. Sie nahm seine kalte Hand, legte sie auf ihr zartrosa BrĂŒstlein und wĂ€rmte sie. Dem Prinzen wurde ob ihrer NĂ€chstenliebe noch liebevoller ums Herz, er kniete vor ihr nieder und setzte ihr zum Zeichen seiner Liebe eigenhĂ€ndig das zweite Piercing zwischen die gespreizten Schenkel ein.

„Jetzt weiß ich, dass du mich wirklich liebst“, sagte das Piercingputtel ergriffen zum Prinzen und stupste den Supermarktregaleinschlichterlehrling zur Seite. WehmĂŒtig grapschte sie dem Prinzen ins gewaltige GemĂ€cht und sank an seine mĂ€nnlich gewölbte Brust. So zogen sie ein, in sein Königreich und wenn sie nicht gestorben sind, dann erfreuen sie sich noch heute an ihren Intimpiercings.

Die böse Schwiegermutter aber musste von nun an selbst Schnee schaufeln.

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Henry Lehmann
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Mensch Marius!

Was ist das denn??? Da ist aber die Fantasie mit dir ordentlich Schlitten gefahren. Schön schrĂ€g, mir gefĂ€llt es - bis auf den Schluss. Da merkt man, dass du die Geschichte irgendwie beenden wolltest. Da solltest Du noch mal drĂŒber nachdenken und ein angemessen schrĂ€ges Ende finden.

LG Henry

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Marius Speermann
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Hmmm, ich dachte eigentlich, dass der Schluss vielleicht nicht unbedingt der StÀrkste, sonst aber schon Ok ist.
Oder ist es so zu interpretieren, dass Du nicht genug davon kriegen kannst? ;-)

Danke jedenfalls fĂŒrs Lesen und Deinen Kommentar.

Marius

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Marius Speermann
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Henry,
den Floh, den Du mir ins Ohr gesetzt hast, von wegen etwas schneller Schluss, sehe ich nun nach nochmaligem Durchlesen auch so. Ich werde den Schluss ein bisserl ĂŒberarbeiten.

Marius

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Henry Lehmann
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UrsprĂŒnglich veröffentlicht von Marius Speermann
Henry,
den Floh, den Du mir ins Ohr gesetzt hast, von wegen etwas schneller Schluss, sehe ich nun nach nochmaligem Durchlesen auch so. Ich werde den Schluss ein bisserl ĂŒberarbeiten.

Marius


Mach das Marius. Und bitte schön schrĂ€g! Und den Supermarktregaleinschlichterlehrling kennt in meinen Breiten kein Mensch! Kannst Du meiner Meinung nach getrost weglassen. DafĂŒr die Schwiegermutter schön prall zum Schluss in Szene setzen. Nur so als Vorschlag! ;-))

Henry

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flammarion
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ach,

du liebe zeit! ja, so sind mÀrchen im neuen kleid.
der supermarktboy gefÀllt mir dabei am besten, so eine schöne lange und neue berufsbezeichnung sollte man fördern!
lg
__________________
Old Icke

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