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Leselupe.de > Horror und Psycho
Plaudereien & Taxidermie
Eingestellt am 17. 08. 2017 18:33


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Cathryn
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Im Grunde ein weiteres Psychogramm. Ich habe mich gefragt, ob man den Hintergrund des 'Gespr├Ąchs' gut begreift. Und mir fehlt irgendwie noch ein gutes Schlusstatement. Ansonsten bin ich gespannt auf die Resonanz - viel Spa├č beim Lesen ^^.

Plaudereien

Grauenvoll. Anders lie├č sich das Date bis zu diesem Zeitpunkt nicht beschreiben. Erst die vermasselte Reservierung im Restaurant. Der Ketchup-Unfall im Burgerladen. Dann der furchtbare Film - aus der vordersten Reihe.
    War er bislang eher der schweigsame Typ gewesen, drehte er jetzt im Auto so richtig auf. Seine Arbeit bei Versicherung XY, sein Bruder, der sich vor Kurzem dieses renovierungsbed├╝rftige Haus gekauft hatte, sein geliebter Golf irgendwas, den er tragischerweise k├╝rzlich verschrotten musste...
    Stoisch nahmen wir die Belanglosigkeiten hin.
    ┬╗Wir h├Ątten ihn gleich nach dem Kino abservieren sollen.┬ź Beatryce verschr├Ąnkte ihre t├Ątowierten Arme. ┬╗Hinterher kommt er auf die Idee, an der Haust├╝r k├Ânnte noch was laufen!┬ź
    ┬╗Aber um diese Zeit mit der Bahn zu fahren, ist auch kein prickelndes Erlebnis┬ź, warf Anny ein und r├╝ckte einmal mehr ihre Brille zurecht.
    ┬╗Und wieso w├Ąre es so schlimm, wenn da noch was liefe? Er ist doch eigentlich ganz niedlich. Wenn er nicht gerade versucht, ein Date zu planen, hihi.┬ź
    ┬╗Niedlich? Layla, der Typ ist so niedlich wie ein nasser Waschlappen in Pandaform!┬ź
    ┬╗Jetzt wirst du unfair, Beatryce! Blo├č weil er nicht dem Typ ÔÇ║Rockstar mit langen dunklen HaarenÔÇ╣ entspricht...┬ź
    Beatryce starrte schmollend aus dem Fenster.
    ┬╗Immer noch besser, als der Typ Mutters├Âhnchen mit Geltungskomplex┬ź, zischte sie.
    Layla warf unserem kommunikationsw├╝tigen Gegen├╝ber nur einen vertr├Ąumten Blick zu und kringelte dabei ihre blonden Locken mit dem Finger.

    ┬╗Also, wenn ihr mich fragt...┬ź
    ┬╗Wir fragen dich aber nicht, Tyler!┬ź, fauchte Beatryce von vorne.
    ┬╗Ich meine nur, auf mich wirkt er irgendwie psycho┬ź, lie├č sich diese jedoch nicht von einem Statement abhalten.
    ┬╗Das musst du gerade sagen!┬ź, kam es von Layla bissig zur├╝ck.
Anny dagegen sprang voll drauf an. ┬╗Ja, meinst du? Inwiefern denn?┬ź
    ┬╗Na ja, macht erst einen auf sch├╝chtern und guter Zuh├Ârer┬ź, holte Tyler aus, ┬╗und in dem Moment, wo wir im Auto sitzen, l├Ąsst er pl├Âtzlich sein Ego raush├Ąngen. Habt ihr das eben mit seinem Bruder mitbekommen? Und die Story mit seinem Kollegen? Nat├╝rlich wusste er immer alles besser. Er ist der gro├če Macker, gar keine Zweifel! F├╝rÔÇÖn erstes Date ein bisschen ├╝berzogen, findet ihr nicht? Und dann dieser Tick, sich st├Ąndig durch die Haare zu fahren...┬ź
    ┬╗Echt, hab ich gar nicht bemerkt.┬ź Ein wenig ertappt lie├č Layla ihre Locke fallen. ┬╗Und das mit dem Ego fand ich jetzt gar nicht so heftig. Was soll er denn sagen? Dass er auch nur ein Depp ist?┬ź
    ┬╗Das w├Ąre zumindest ehrlich┬ź, brummte Beatryce, deren Aufmerksamkeit vor allem auf die Stra├če gerichtet war.
    ┬╗He, wartet mal.┬ź Sie wandte sich in Richtung der Kreuzung, die der Wagen just passiert hatte. ┬╗Wir h├Ątten doch hier abbiegen m├╝ssen! Selbst dazu ist der Kerl zu doof!┬ź
    ┬╗Wei├č er denn, dass wir zum Campus m├╝ssen?┬ź, meldete sich Anny z├Âgernd zu Wort, was Beatryce mit einem m├╝rrischen Nicken quittierte. Layla ├╝bernahm derweil die Aufgabe eines vorsichtigen Hinweises.
    ┬╗Wusstet ihr, dass die Hauptstra├če gesperrt ist?┬ź, sinnierte sie ob der in eine weitere Story eingeschobenen Antwort.
    ┬╗Wirklich?┬ź
    ┬╗Dachte, die Bauarbeiten w├Ąren l├Ąngst durch┬ź, murmelte Beatryce. Tyler wirkte ebenfalls skeptisch.

Die Umgehungsstra├če f├╝hrte uns bald aus der Peripherie der Stadt hinaus. An der dunklen Landstra├če reihten sich die gro├čz├╝gigen Grundst├╝cke der Einfamilienhausidylle. Layla, die schon wieder mit ihren Locken spielte, seufzte.
    ┬╗Ist doch auch irgendwie nett, oder?┬ź
    ┬╗ÔÇ║NettÔÇ╣ oder auch die Ausgeburt der Spie├čigkeit┬ź, haute ihr Beatryce direkt um die Ohren, was nun Layla zu einem beleidigten Schweigen veranlasste.
    ┬╗Ich wei├č nicht mal, wo wir hier sind┬ź, fl├╝sterte Anny und schob ihre Brille zurecht. Tyler grinste sie b├Âse an.
    ┬╗Vielleicht wei├č er es auch nicht.┬ź
Doch im Grunde wirkte er nicht so, als h├Ątte er sich verfahren. Der gelassener Gesichtsausdruck, die souver├Ąne Fahrweise ÔÇô alles deutete an, dass er mit der Strecke bestens vertraut war.
    Jene wurde inzwischen noch l├Ąndlicher. Bis auf ein paar Bauernh├Âfe, deren Lichter aus der Ferne zu sehen waren, s├Ąumten nur noch dunkle ├äcker und Wiesen die Stra├če. Wir bogen ab und die Weite der Felder wich dem dichten Bewuchs von Laub- und Nadelb├Ąumen. Mit der Stra├čenbeleuchtung hatte es sich inzwischen g├Ąnzlich erledigt.
    Eine gewisse Anspannung machte sich breit. Anny kaute auf ihrer Unterlippe, wie immer wenn sie nerv├Âs war. Layla kringelte eine Locke nach der anderen. Selbst Beatryce war aus ihrer abwehrenden Pose gekommen und trommelte nun mit den Fingern auf dem Fensterabsatz herum. Tyler kicherte vor sich hin.
    Ein Reh sprang einige Meter vor uns auf die Stra├če, entschloss sich jedoch ob der sich gefahrvoll n├Ąhernden Lichter, das Weite auf der anderen Seite des Waldes zu suchen. Gl├╝ck gehabt! Ein Wildunfall w├Ąre das Letzte gewesen, was der ohnehin schon verkorkste Abend noch h├Ątte gebrauchen k├Ânnen.

Der Vorfall brachte unseren unerm├╝dlichen Fahrer daf├╝r auf ein weiteres Thema, das in seiner Ausf├╝hrlichkeit den zuvor geschilderten Episoden in nichts nachstand.
    ┬╗Taxidermie, was?┬ź, sp├Âttelte Beatryce. ┬╗Das h├Ątte ich unserem Milchbubi gar nicht zugetraut.┬ź
    ┬╗Als Hobby finde ich das echt ein bisschen krass.┬ź
    ┬╗Ach Anny, f├╝r dich ist alles krass, was ├╝ber Briefmarkensammeln hinaus geht┬ź, stupste sie Layla von der Seite an. ┬╗Ich finde das echt interessant.┬ź
    ┬╗Aber muss er das so detailliert beschreiben?┬ź
    ┬╗Ich sag doch: psycho. Da! Schon wieder das Durch-die-Haare-Gestreiche!┬ź
    ┬╗Tyler, halt die Klappe!┬ź
    ┬╗Habt ihr das Seil im Kofferraum bemerkt?┬ź
    ┬╗Das war ein Abschleppseil. Wahrscheinlich von der Aktion mit seinem alten Wagen.┬ź Beatryce rollte genervt mit den Augen, doch Tyler kam gerade so richtig in Fahrt.
    ┬╗Nach so langer Zeit?┬ź, raunte sie. ┬╗Er war doch im Urlaub zwischendurch ÔÇô da h├Ątte er es rausnehmen k├Ânnen.┬ź
    ┬╗Vielleicht hat er es danach wieder reingelegt. Man kann schlie├člich nie wissen.┬ź
    ┬╗Genau, man kann nie wissen...┬ź
    ┬╗B├Ąh, das mit den pr├Ąparierten V├Âgeln gerade war echt widerlich!┬ź, gr├Ątschte Anny in die Diskussion.
    ┬╗Ja, mit Anatomie scheint er sich auszukennen.┬ź
    ┬╗Worauf willst du hinaus?┬ź, erwiderte nun Layla anges├Ąuert, der Tylers Geheimnistuerei ziemlich auf den Geist ging.
    ┬╗Ob er auch schon was gr├Â├čeres pr├Ąpariert hat?┬ź Den provokativen Blick schickte Tyler zu Anny hin├╝ber, die mittlerweile die gesamte Unterlippe eingezogen hatte, um darauf herumzukauen.
    ┬╗Sein letztes Date vielleicht?┬ź, sprach sie es endlich aus. Anny kniff die Augen zusammen.
    ┬╗Du spinnst doch!┬ź, echauffierte sich Layla, die ansonsten brav seinen Ausf├╝hrungen lauschte. Tyler beugte sich ├╝ber ihre Schulter zu ihr r├╝ber, bis ihr Mund fast Laylas Ohr ber├╝hrte.
    ┬╗Schau mal ins Handschuhfach!┬ź
    ┬╗Was?┬ź
    ┬╗Schau einfach rein!┬ź
    ┬╗Ich kann doch nicht so mir nichts dir nichts...┬ź Layla z├Âgerte. Beatryce ├╝bernahm f├╝r sie und zog die dunkelgraue Plastikverkleidung nach unten auf.
    ┬╗Hmm, Klebeband?┬ź
Tyler nickte wissend. Derweil erschien nun selbst Layla verschreckt.
    ┬╗├äh, aber wozu...┬ź
    Auf dem Parkplatz vor seiner Arbeit trieben sich ├Âfter einige Mader herum, war die plausible Antwort. Schon bei dem letzten Wagen h├Ątten diese es geschafft, sich durch die K├╝hlschl├Ąuche zu fressen, seitdem habe er das Tape immer dabei.
    ┬╗Siehst du, Tyler?!┬ź, atmete Layla auf. Ganz ├╝berzeugt wirkte sie nicht.
    ┬╗Und dieser Gegenstand in seiner T├╝rablage...┬ź, fuhr jene unbeirrt mit ihrer These fort. Beatryce warf einen Blick zwischen seinen Armen hindurch auf das hochgelegene Fach, aus dem ein schwarzer, l├Ąnglicher Griff hervorragte.
    Sie zuckte mit den Schultern. ┬╗K├Ânnte 'ne Taschenlampe sein.┬ź
    ┬╗Wer benutzt denn im Zeitalter von Handydisplays noch Taschenlampen?┬ź
    Weder Beatryce, noch die anderen antworteten. ├ťberhaupt machte sich eine unangenehme Stille breit, nachdem er seine letzte Ausf├╝hrung zum H├Ąuten von Madern just beendet hatte. In dem ganzen Gedankengewirr hatte ihm allerdings keine von uns wirklich zugeh├Ârt. Layla gab ein unbeholfenes Kichern von sich, in der Annahme, dass die Brocken ├╝ber das Maderh├Ąuten, die sie eben noch mitbekommen hatte, als Scherz gemeint gewesen sein k├Ânnten.
    Nach einer Plauderei war aber auch ihr nicht mehr. Ganz zu schweigen von eventuellen Intimit├Ąten. (Vielleicht beim n├Ąchsten Date). Nun wollte sie einfach nur noch nach Hause.
    Sie verkniff sich ein kindliches ┬╗Wie lange noch?┬ź und starrte ebenfalls aus dem Fenster. Wie lang war diese verdammte Stra├če denn noch?
    Tyler begann zu summen. Irgendwas aus ihrer Kindheit, was sie damals immer beruhigt hatte. Beatryce trommelte erneut auf dem Fensterabsatz herum.
    ┬╗Irgendwie war es besser, als er noch pausenlos erz├Ąhlt hat┬ź, platzte Anny schlie├člich als erste in das angespannte Schweigen. ┬╗Jetzt ist es echt creepy.┬ź Ein hoffnungsvoller Blick zu Layla, die diesmal jedoch nicht widersprach. Auch Beatryce reagierte nicht.
    Er strich sich wieder mal durchs Haar.
    Ob er uns mit seinen ganzen Storys mundtot gemacht h├Ątte?
    ÔÇ║MundtotÔÇ╣. Anny lief es kalt ├╝ber den R├╝cken. Layla antwortete irgendwas Unbeholfenes. Zwirbelte erneut die Locken in ihren Fingern.
    Abermals wurde es still. Bis auf die Ger├Ąusche des Motors und Tyler, die leise vor sich hin summte.
    ┬╗Sag ihm, dass er mal anhalten soll!┬ź, stie├č Beatryce Layla von der Seite an.
    ┬╗Sag duÔÇÖs ihm doch selbst!┬ź
    ┬╗Das w├╝rde nur doof r├╝ber kommen. Schlie├člich hast du ja gerade mit ihm gesprochen.┬ź
    ┬╗Und wieso soll er anhalten?┬ź
    ┬╗Frag einfach. Ich will sehen, ob erÔÇÖs tut.┬ź
    ┬╗Aber...┬ź
    ┬╗Sag, du m├╝sstest mal wohin oder so. Und du Tyler, h├Âr endlich mit dem schei├č Gesumme auf!┬ź
    Tyler verstummte und Layla wandte sich unserem verkappten Date zu.
    ┬╗Er will nicht anhalten! Und nun?┬ź Panisch drehte sie sich zu Beatryce um.
    ┬╗Frag noch mal! Sag, es sei dringend!┬ź
    ┬╗Ok, ok!┬ź
    Layla atmete auf seine R├╝ckmeldung hin tief durch. ┬╗Kiesgrube? Was f├╝rÔÇÖne Kiesgrube?┬ź
    ┬╗Beatryce, ich will nicht, dass er uns zu dieser Kiesgrube f├Ąhrt!┬ź, schluchzte Anny und griff ihren Arm.
    ┬╗Ist ja gut Anny, wir lassen uns was einfallen.┬ź

Wir bogen ab. Ein schmaler Waldweg mit br├╝chigem Pflaster. Bereits von hier war die Schneise in den B├Ąumen erkennbar, wo die Grube am Fu├če eines Abhangs lag.
    Einige Meter weiter zeichnete sich ein rudiment├Ąrer Parkplatz ab. Er lenkte den Wagen hin├╝ber und stoppte ihn quer auf der bekiesten Fl├Ąche. Layla machte ein bem├╝ht dankbares Gesicht und zog die T├╝r auf. Vielleicht etwas zu abrupt.
    ┬╗Ja genau, zeig ihm noch, dass du Panik hast!┬ź, wies Tyler sie zurecht. ┬╗Dann kommt er wahrscheinlich gleich mit dem Taser hinter uns her.┬ź
    ┬╗Oh schei├če, oh schei├če.┬ź Anny zitterte mittlerweile am ganzen Leib. Beatryce rang um Fassung und zog sie am Arm.
    ┬╗Na los, komm schon. Suchen wir uns einen Baum.┬ź
    ┬╗Und dann?┬ź, kam es versch├╝chtert von Layla. ┬╗Wir k├Ânnen doch nicht einfach weglaufen.┬ź
    Von hinten war indes das Klappen der Fahrert├╝r zu vernehmen. Auch er stieg offenbar aus. Ob wir ├╝berhaupt was sehen k├Ânnten, schallte es zu uns hin├╝ber. Es klang fast schon geh├Ąssig. Wir hielten ihm demonstrativ unser Handydisplay entgegen, weiterhin auf der Suche nach einem geeigneten Deckungsbaum.
    Wir fanden ihn in Form einer alten Eiche mit breitem Stamm. Anny lie├č sich an ihm hinabgleiten und begann sofort leise zu wimmern.
    ┬╗Schei├če Leute, ich will nicht sterben!┬ź
    ┬╗Wirst du nicht┬ź, bem├╝hte sich Beatryce, sie zu beruhigen. Sichtlich angespannt leuchtete sie ├╝ber den Waldboden.
    ┬╗Wir h├Ątten nie mit ihm mitfahren sollen!┬ź
    ┬╗Ja Anny, ich wei├č. Aber ich w├Ąre dankbar, wenn du jetzt mit dem Geflenne aufh├Âren k├Ânntest.┬ź
    Ihr Blick fiel auf einen abgebrochenen Ast. Dann einen Stein. Wieder der Ast. W├Ąhrend sie noch nachdachte, hob Tyler ihn kurzerhand auf.
    ┬╗Das ist doch schon mal eine Grundlage┬ź, murmelte sie. Passend im selben Moment schallte seine Stimme zu uns her├╝ber. Sie klang k├╝nstlich besorgt. Als ahnte er nicht, dass gar nichts ok war. Nichts ok sein w├╝rde.
    ┬╗Ich glaube, er kommt her.┬ź Nerv├Âs strich sich Layla eine Locke aus dem Gesicht. Ein Rascheln erklang: das Ger├Ąusch von Schritten auf Waldboden. Beatryce schaltete das Handydisplay aus und wir hielten den Atem an. Versuchten, ihn durch das Rascheln hindurch zu orten.
    Nun wirkte er schon deutlich unentspannter. Anmerken lie├č er sich dennoch nichts. Wie ein matter Suchscheinwerfer blitzte sein Display zwischen den B├Ąumen auf, w├Ąhrend er mit nerv├Âser Stimme nach uns rief.
    ┬╗Los, hier r├╝ber!┬ź, Tyler winkte uns hinter eine Gruppe von B├Ąumen nahe des Abhangs, von wo wir den Wagen sehen konnten. Die Scheinwerferlichter hatte er angelassen. Sie beleuchteten den Wald in der Richtung, aus der wir urspr├╝nglich gekommen waren.
    ┬╗Und was jetzt?┬ź, st├Âhnte Anny, die sich sichtlich zusammenriss, die Nerven zu bewahren. Tyler sah sie mit blitzenden Augen an.
    ┬╗Wir kapern den Wagen! Und dann nichts wie weg hier.┬ź
    ┬╗Du meinst, wir hauen einfach mit seinem Auto ab und lassen ihn im Wald zur├╝ck?┬ź, bemerkte Layla unsicher.
    ┬╗Wenn du lieber als Troph├Ąe in seiner Sammlung zwischen dem Mader und seinem Struppi enden m├Âchtest, k├Ânnen wir auch hier auf ihn warten.┬ź
    ┬╗Oh schei├če, oh schei├če!┬ź
    ┬╗Ok, wir machen, was Tyler sagt┬ź, entschied Beatryce mit einem ernsten Blick in die Runde. ┬╗Anny, konzentrier dich!┬ź

Tylers Plan ging nicht ganz auf. Wir waren kaum aus unserer Deckung hervorgeschritten, um loszusprinten, als er pl├Âtzlich vor uns stand. Gl├╝cklicherweise hatte Tyler den dicken Ast noch nicht weggeworfen und streckte ihn ihm sodann drohend entgegen.
    Die Geste brachte ihn endg├╝ltig aus der Fassung. W├╝tend bedachte er uns mit einigen wenig zimperlichen Beleidigungen, die vor allem unseren Geisteszustand anzweifelten. Unvermittelt griff er nach dem Ast, bekam ihn jedoch nicht zu fassen und kassierte einen unangenehmen Schlag an die Schulter.
    ┬╗Mist!┬ź, fluchte Tyler, die eigentlich f├╝r einen Kopftreffer ausgeholt hatte. Daf├╝r war sein zweiter Vorsto├č erfolgreich. Er bekam das Astende zu fassen und zog jenen unsanft durch ihre Handfl├Ąchen, die den ein oder anderen blutigen Kratzer davontrugen. Trotz allem lie├č auch sie nicht locker. Packte erneut zu und hechtete um ihn herum, sodass er sich zwangl├Ąufig auf der Stelle mitdrehen musste.
    Mehr als den kurzzeitigen Verwirrungsmoment erreichte sie allerdings nicht. Mit seiner freien Hand erfasste er den Ast in der Mitte, riss ihn noch einmal mit voller Wucht durch Tylers H├Ąnde, auf dass er ihr endg├╝ltig entglitt. In einer flie├čenden Bewegung schmiss er die verkappte Waffe beiseite und ergriff ihren rechten Arm. Dann dieser Kommentar, dass seine pr├Ąparierten Tiere doch deutlich umg├Ąnglicher seien.
    ┬╗Nein!┬ź, kreischte Anny und erstarrte f├Ârmlich, w├Ąhrend Beatryce sich trotzig hin und her wandte, um der Umklammerung zu entkommen. Tyler nutzte indes die Gelegenheit, um ihm eine zu scheuern. Verdutzt ob des Angriffs hielt er inne, sodass Beatryce ihren Befreiungsversuch in die Tat umsetzen konnte. Tyler holte bereits zu einer erneuten Attacke aus.
    Doch nun kam ihr Anny in die Quere, deren gesamte Konstitution nur noch auf Flucht gepolt war. Sie st├╝rmte los, verlor aber bald den Halt und st├╝rzte zu Boden. Hatte er sie geschubst? Oder war sie gestolpert? Leise begann sie zu wimmern, w├Ąhrend er sich ├╝ber sie beugte. Wieder griff er nach ihrem Arm.
    ┬╗Jetzt reichtÔÇÖs!┬ź Tyler zog ihn blitzschnell weg, rollte herum und sprang auf. Perplex sah er sie an. Ob er das irre Leuchten in ihren Augen bemerkte, blieb unklar. Ein unsicherer Schritt auf sie zu und sie hastete in einem Bogen an ihm vorbei, griff sich auf dem Weg erneut den Ast vom Boden, nur um ihm damit im n├Ąchsten Moment ins Kreuz zu treffen. Er stie├č einen Schmerzensschrei aus und geriet ins Straucheln. Ein weiterer Schlag und er taumelte bereits gef├Ąhrlich nahe an der Kante des Abhangs. Beim folgenden verlor er den Halt komplett und st├╝rzte r├╝cklings hinab. Keuchend blickte Tyler der dunklen Figur hinterher, die sich ein paar Mal ├╝berschlug, um dann kurz vor der planen Ebene der Grube liegen zu bleiben.
    ┬╗Oh, schei├če!┬ź Layla lie├č den Ast fallen. Anny konnte es nun wirklich nicht mehr zur├╝ckhalten und heulte wie ein Schlosshund.
    ┬╗Los, kommt!┬ź, beschloss Beatryce und atmete tief durch. ┬╗Gehen wir zum Wagen.┬ź
    Der Schl├╝ssel steckte noch. Erleichterung war zu sp├╝ren. Bis auf Anny, die still vor sich hin flennte. Bevor Beatryce den Motor startete fiel ihr Blick nochmals auf das l├Ąngliche Objekt im Ablagefach. Interessiert zog sie es heraus und legte es auf den Beifahrersitz.
    ┬╗Sieht f├╝r mich aus, wie 'ne Taschenlampe┬ź, kommentierte Layla den Fund mit zittriger Stimme.
    ┬╗Ist aber ein Taser.┬ź Tyler grinste.
    ┬╗Was auch immer┬ź, zischelte Beatryce und bog auf die Waldstra├če ab.
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SilberneDelfine
???
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Hallo Cathryn,

so ganz verstehe ich das nicht: Da sitzen 3 M├Ądchen (Leyla, Beatryce, Anny - oder sind es vier? In der Geschichte ist irgendwo von "wir" die Rede) mit einem Typ im Auto. Was sie reden, wird in w├Ârtliche Rede gesetzt, was er redet, nicht. Und sie unterhalten sich die ganze Zeit ├╝ber ihn, w├Ąhrend sie mit ihm im Auto sitzen. Wieso bekommt er aber das, was sie ├╝ber ihn sagen, gar nicht mit?
Ist es ein Auto, wo Vorder- und R├╝cksitze durch eine Glaswand getrennt sind? Da fehlt mir in der Geschichte eine Erkl├Ąrung dazu.

Trotzdem finde ich es aber zum Schluss spannend.

LG SilberneDelfine







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Cathryn
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Hej,

danke f├╝r Deinen Eindruck!

Tats├Ąchlich ist die Situation komplizierter als das. Vielleicht ist Dir z. B. auch aufgefallen, dass am Ende quasi alle gleichzeitig den Ast in der Hand haben. Dann ist ja auch von einem klassischen Date die Rede, was ja nicht unbedingt mit vier Leuten stattfindet, ferner br├Ąuchten sie zu viert wohl auch keine Angst vor einem Kerl haben usw.

Die Geschichte ist, wie gesagt, ein "Psychogramm", d.h. sie bildet einen bestimmten inneren psychischen Zustand ab. Wie z. B. verschiedene Pers├Ânlichkeitszust├Ąnde. Da der Fokus darauf liegt, finden eben auch alle Dialoge auf jener inneren Ebene statt.
Vermutlich muss man sich das bewusst machen, um den Text zu verstehen ... Insofern sagt mir Dein Eindruck, dass genau diese Vorinformation notwendig ist, um das ganze zu begreifen.

VG
Cathryn
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SilberneDelfine
???
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Hallo Cathryn,

vielen Dank f├╝r deine schnelle Antwort und die Erkl├Ąrung!

quote:
Die Geschichte ist, wie gesagt, ein "Psychogramm", d.h. sie bildet einen bestimmten inneren psychischen Zustand ab. Wie z. B. verschiedene Pers├Ânlichkeitszust├Ąnde. Da der Fokus darauf liegt, finden eben auch alle Dialoge auf jener inneren Ebene statt.

Wenn ich die Geschichte mit diesem Hintergrund lese, wird sie (nat├╝rlich) verst├Ąndlich und jetzt finde ich sie wirklich sehr, sehr gut gelungen. Ich hatte mich vorher noch nie mit einem "Psychogramm in Geschichten" befasst. H├Ątte ich gewusst, was es bedeutet, h├Ątte ich die Geschichte wahrscheinlich auch direkt verstanden. H├Ątte ich l├Ąnger nachgedacht, vielleicht auch zumindest ist mir ja das "wir" aufgefallen, das so, wie ich die Geschichte gelesen habe, irgendwie nicht passte.

LG SilberneDelfine

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Cathryn
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Hallo SilberneDelfine,

dann Danke f├╝r's zweite Mal lesen - freut mich sehr, dass nach Kl├Ąrung der Hintergr├╝nde die Geschichte bei Dir gut ankam ^^.

Ich denke, beim n├Ąchsten Psychogramm werde ich eine genauere Einleitung voranstellen, damit es nicht zu Verwirrungen kommt ;-).

LG, Cathryn
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G. R. Asool
???
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Hey Cathryn,

deine Geschichte fand ich echt gut. Am Anfang war ich auch noch etwas stutzig, wegen der vier Frauen, die bei einem klassischen Date dabei waren, aber ich begriff doch recht schnell. Toll umgesetzt und richtig spannend.

Gru├č und frohes Neues!
GR

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