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Leselupe.de > Kindergeschichten
Pommfritz und Pommfrieda
Eingestellt am 07. 12. 2001 09:37


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Michel
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 6
Kommentare: 1
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Schon seit Tagen lebten Pommfritz und Pommfrieda tiefgekĂŒhlt in ihren Familienpackungen nebeneinander. Beide freuten sich auf das grĂ¶ĂŸte Ereignis das einer Pommes und einer Krokette passieren konnte. Bei einer super Grillparty in Ketchup oder anderen köstlichen Soßen getunkt zu werden. Obwohl die Pommes Frites und die Kroketten aus der ein und der selben Kartoffel gemacht wurden, stritten sich die Familien immer wieder darum, wer wohl besser aussieht oder wer als erstes gekauft wird.

Ihre spannende Geschichte begann an einem Samstag morgen. Der Supermarkt war wie immer total ĂŒberfĂŒllt und die beiden Familienpackungen lagen immer noch unberĂŒhrt in einer der TiefkĂŒhltruhen. Wieder einmal genĂŒgend Zeit fĂŒr die Pommes und Kroketten einen Familienzank in der Truhe zu veranstalten. Ein Wort gab sich dem anderen:

„Ihr werdet nicht gekauft weil ihr klein und dick seid und schwer im Magen liegt!“, tönt es aus der Pommespackung.

„Und euch langen dĂŒnnen Zahnstocher da drĂŒben will keiner haben weil ihr nicht mal richtig satt macht!“, kommt es triumphierend aus der anderen TĂŒte.
So ging es schon seit Tagen. Unter diesen UmstÀnden war kein Frieden in Sicht.
Als der Streit wieder mal heftiger wurde, passierte es. Die SchiebetĂŒr der TiefkĂŒhltruhe wurde geöffnet und eine Hand griff nach beiden zankenden Packungen und warf sie in den Einkaufswagen. Durch den harten Aufprall wurden Pommfritzes und Pommfridas Familie in der TĂŒte
durcheinander gewĂŒrfelt und endlich war „Ruhe im Karton“.

Erst als sich der Einkaufswagen in Richtung Kasse bewegte, wurde den Pommes und Kroketten klar was nun mit ihnen geschah.
„Auf zur lang ersehnten Party.“

In beiden Packungen tat sich durch den Aufprall ein Riß auf, aus dem Pommfritz und Pommfrieda die Möglichkeit hatten einen Blick nach
draußen zu erhaschen. Sie sahen beide das ihr Weg ĂŒber einen Parkplatz ging und vor einem großen Auto Endstation war. Mit einem Ruck wurden beide Packungen aus dem Einkaufswagen gehoben.
Da passierte es. Pommfritz und Pommfrieda, die sich zu weit aus dem Loch hinauslehnten und das Gleichgewicht verloren, flogen aus ihren TĂŒten heraus. Zwar gelang es Pommfrieda sich ein paar Sekunden festzuhalten, aber als die Packungen in den Kofferraum des Autos geschleudert wurden, verlor sie den Halt und stĂŒrzte nach unten. Nach einem kurzen Aufschlag lag auch sie neben dem winselnden Pommfritz auf dem Boden. Pommfrieda rappelte sich als erste wieder auf und sah wie das Auto mit beiden Familienpackungen davon fuhr. Erst ihr zweiter Blick galt Pommfritz. Der lag mit schmerzverzertem Gesicht vor ihr.
„Komm Pommfritz ich helfe dir auf“, sagte Pommfrieda und reichte ihm die Hand. Aber Pommfritz schlug sie ihr aus und sagte unter Schmerzen. (da er sich einige SchĂŒrfwunden zuzog)
„Nein, daß schaffe ich auch alleine“.
Als er die Worte ausgesprochen hatte, sah Pommfrieda plötzlich einen mĂ€chtig großen Autoreifen auf sich und Pommfritz zu rollen. In letzter Sekunde schaffte sie es, sich und Pommfritz vor dem matschigen Tod zu bewahren.
„Ich habe doch gesagt ich schaffe das alleine!“, stieß er entrĂŒstet hervor und bemerkte wohl gar nicht das Pommfrieda ihm gerade eben das Leben gerettet hatte.
Etwas beleidigt ließ Pommfrieda seinen Arm los, den sie immer noch fest umklammerte.

Gerade wollte Pommfritz demonstrieren wie er es auch ohne ihre Hilfe geschafft hÀtte aus der Gefahrenzone zu kommen, als er durch eine Unachtsamkeit plötzlich in einen Gullyschlitz fiel und sich noch rechtzeitig mit seiner rechten Hand festhalten konnte.
„Wie war das? Ich schaffe das auch alleine!“, entgegnete ihm Pommfrieda, wĂ€hrend sie neben dem Gully kniete.
Wieder musste Pommfrieda die dĂŒnne Pommes retten und zog ihn mit aller Kraft aus dem Gully. Pommfritz war erleichtert, ließ es sich aber bestimmt nicht anmerken.
Er machte seine MĂŒtze sauber und sagte, ohne ein Wort des Dankes an Pommfrieda zu verlieren:

„Wir mĂŒssen jetzt die anderen finden!“
Doch seine Unfreundlichkeit werte nicht lange, da aus dem GebĂŒsch neben ihnen eine große schnuppernde Hundenase hervor lugte.

Pommfrieda erkannte sofort die Gefahr und schrie Pommfritz zu:
„Renn weg ein Hund.“

Pommfritz der das akustisch nicht verstanden hatte entgegnete ihr fragend:
„Warum soll ich rennen?“
Ohne lange zu Fackeln ergriff Pommfrieda wieder seine Hand und rannte mit ihm davon. Das bekam der streunende Hund mit und eilte ihnen mit Gebell hinterher. Sie rannten und rannten. Im Eifer des Gefechtes bekam Pommfritz ĂŒberhaupt nicht mit warum und vor wem sie davonliefen.
Erst als er nach hinten schaute und die schwarze kalte Schnauze des Hundes sah, war ihm alles klar. Der klĂ€ffende Hund kam immer nĂ€her und nĂ€her. Pommfritz konnte schon seinen warmen Atem im Genick spĂŒren. Der Hund setzte zum Sprung an, er hĂ€tte sie bestimmt bekommen, wenn Pommfrieda nicht die rettende Idee gehabt hĂ€tte, sich nach links in die dichten BĂŒsche zu schlagen. Völlig außer Atem blieben beide liegen.

Pommfritz bemerkte das er seine ĂŒber alles geliebte SchildmĂŒtze, bei dem Hechtsprung in die Hecken, verloren hatte. Aufgeregt schimpfte er vor sich hin. Pommfrieda ergriff wieder die Initiative und meinte nur:
„Dann mĂŒssen wir sie halt suchen!!“

Vorsichtig streckte sie ihren Kopf durchs GebĂŒsch. Sie schaute nach links dann nach rechts. Da lag die MĂŒtze. Und kein Hund in Sicht.
„Der muß sich wohl verzogen haben“, dachte sie sich.
Langsam kroch sie aus den Hecken und schlich sich, dennoch vorsichtig, zur MĂŒtze. Pommfritz blieb verĂ€ngstigt im GebĂŒsch sitzen und beobachtete die mutige Aktion. Als Pommfrieda die MĂŒtze in der Hand hielt und sauber machte, bemerkte Pommfritz den Hund hinter ihr. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel stand er wieder da. Hat sich wohl gedacht das sie wieder raus kommen. Pommfritz bekam vor lauter Schreck keinen Ton heraus um Pommfrieda zu warnen. Lautlos nĂ€herte sich der Hund Pommfrieda , machte sein Maul auf und.....

Er hĂ€tte sie wohl gefressen, doch Pommfritz nahm all seinen Mut zusammen und schoß mit GebrĂŒll aus dem GebĂŒsch geradewegs auf Pommfrieda zu und stieß sie zur Seite.

Ohne lange darĂŒber nachzudenken nahm er diesmal Pommfrieda bei der Hand und rannte mit ihr davon bis der Hund nicht mehr zu sehen war. Dieser war auch so verdutzt darĂŒber, daß er wie versteinert stehen blieb. An einer Strassenecke stoppten beide und rangen nach Luft.
Atemlos kam ein,“ Danke“, ĂŒber Pommfriedas Lippen.

„Nicht der Rede wert. Eine Hand wĂ€scht die andere“, keuchte Pommfritz.
Ohne es zu merken entwickelte sich zwischen ihnen eine Freundschaft.
Schon bald setzten die zwei ihre Suche nach ihren Familien fort. Nach zwei Stunden aussichtsloser Suche setzte sich Pommfritz enttĂ€uscht auf den Bordsteinrand. Pommfrieda setzte sich dazu. Sie bemerkte das Pommfritz ein paar TrĂ€nen ĂŒber die Wangen liefen. Genauso enttĂ€uscht darĂŒber nicht bei der Party dabei zu sein, legte sie tröstend ihren Arm ĂŒber seine Schultern.
„Wir finden sie, du wirst sehen“, sagte sie und Pommfritz meinte ein wenig Optimismus in ihrer Stimme zu hören. Aus der Ferne vernahmen sie auf einmal ein lustiges Geschrei.
Sofort erkannten sie beide die Stimmen ihrer Familien.
So ein Zufall. Direkt hinter ihnen war ein riesengroßer Garten der von einem Holzzaun umgeben war. Daneben stand eine Garage. In dieser stand das Auto mit dem die Packungen fortgefahren waren . Pommfrieda erkannte es sofort wieder.
„Das Auto, daß Auto, wir haben sie gefunden“, kreischte sie. Vor lauter Freude umarmten sie sich. Doch als sie merkten was sie da taten, ließen sie verschĂ€mt voneinander ab.
„Also nichts wie rein“, sagte Pommfritz verlegen. Sie stiegen durch den Holzzaun und sahen einen riesengroßen Garten vor sich. Immer dem Geschrei folgend, nĂ€herten sie sich dem Haus indem die Leute wohnten, die die zwei Familienpackungen gekauft hatten. Auf der Terrasse stand ein großer Tisch, auf dem die Pommes und Kroketten fröhlich in die Friteuse sprangen.
Vor lauter Übermut flogen plötzlich fĂŒnf Pommes vom Tisch, direkt vor die FĂŒĂŸe von Pommfritz und Pommfrieda.

„Da liegen Pommes auf dem Boden, feg sie doch bitte weg!!“, sagte die Frau aus dem Haus. Kurz darauf wurden die fĂŒnf Pommes, die ganz benommen auf dem Boden lagen, von einem Mann aufgefegt und in den daneben stehenden MĂŒlleimer geworfen. Pommfritz und Pommfrieda, die das ganze Geschehen beobachtet hatten, konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Die anderen schauten entsetzt ĂŒber den Tischrand.
Als die Gefahr vorĂŒber war kamen die beiden wieder hervor. Aus dem MĂŒlleimer konnte man laut und deutlich die Hilfeschreie der fĂŒnf Pommes hören.
„Wir mĂŒssen ihnen helfen“, drĂ€ngte Pommfrieda.
„Laß doch die eingebildeten Pommes wo sie sind. Die haben es nicht anders verdient“, kam es von den Kroketten auf dem Tisch gerufen.
„Eingebildet hin oder her, ich gehe jetzt hin und helfe ihnen“, sagte Pommfrieda entschlossen.
„Und ich helfe mit“, fĂŒgte Pommfritz hinzu. Zum Entsetzen ihrer Familien öffneten die beiden mit einem beherzten Sprung auf den Fußtreter des MĂŒlleimers den Deckel und warfen ein langes Seil hinein, dass Pommfritz neben dem Eimer liegen sah. An dem Seil konnten sich alle fĂŒnf verunglĂŒckten Pommes hochziehen und retten.
Als sie sich alle aus dem Eimer retten konnten und sich stĂŒrmisch bei Pommfritz und Pommfrieda bedankten war die Freude natĂŒrlich riesengroß. Die Kroketten auf dem Tisch hatten alle ein schlechtes Gewissen gegenĂŒber den Pommes und man sah es ihnen an.
Denn ihre roten Köpfe konnten sie nicht verbergen.
Gemeinsam kletterten Pommfritz und Pommfrieda mit den fĂŒnf Pommes an der Tischdecke hinauf zu den anderen. Oben angekommen wurden sie alle stĂŒrmisch von allen Pommes empfangen. Pommfriedas Familie entschuldigte sich bei allen fĂŒr ihr Verhalten.

Pommfritz und Pommfrieda schauten sich tief in die Augen.
„Freunde?“, fragte Pommfritz und hielt ihr seine Hand hin.
„Freunde!“, sagte Pommfrieda nahm seine Hand zog ihn zu sich und drĂŒckte ihn ganz fest. Auch die Pommes und Krokettenfamilien reichten sich freundschaftlich die HĂ€nde.
Nun konnte doch noch eine gemeinsame Superparty steigen. Hand in Hand sprangen Pommfritz und Pommfrieda glĂŒcklich in die langersehnte Friteuse.



__________________
Michel

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