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Leselupe.de > Kindergeschichten
Post von der Kornblumenwiesenfee
Eingestellt am 26. 01. 2004 12:58


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Nina Walker
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2002

Werke: 8
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„Post von der Kornblumenwiesenfee“

Tief in den Wolken gebettet, weit hinter dem Regenbogen versteckt, gibt es ein namenloses Land auf dem ein einziges Haus mitten auf der Wiese steht.

Es ist ein schmuddelig weißes Haus mit riesigen Fenstern und einem bunten Dach oben auf. Es ist das Flockenhaus, in dem die Regenbogenwolkenschafe und Wiesenfeen leben. Sie mĂŒssen da schon sehr lange leben, denn meine Großmutter erzĂ€hlte mir davon, als ich selber noch sehr klein war und das ist auch schon eine gute Weile her.

Das kleine namenlose Land wird von hohen Tannen, die dicht bei dicht aneinander stehen, vor StĂŒrmen und Eindringlingen geschĂŒtzt. Die Sonne scheint jeden Tag. Es fĂ€llt natĂŒrlich auch Regen, aber der ist warm und erfrischend. Jedenfalls ist hier jeder Tag ein Schönwettertag, mit und ohne Regen.

Jedes der Regenbogenwolkenschafe hat eine andere Farbe und da sie alle immerzu hĂŒpfen, sehen sie aus wie springende Farbkleckse oder tanzende Blumen. Sie alle haben einiges gemeinsam: Sie spielen, lachen und toben gerne und sie sind alle verschieden.

Manchmal ist eines der Regenbogenwolkenschafe bockig, dann lĂŒmmelt es sich irgendwo hin, spielt mit den anderen nicht, zieht ein Blökgesicht und blökt ĂŒberhaupt jedes Schaf und jede Wiesenfee an.

So war das auch eines Tages bei Benni. Der war so richtig bockig und keiner wusste wieso. Alle Versuche mit ihm zu spielen, versagten und er blieb bis zum Essen allein. Dann, als alle schon am Essen waren, fing er an auf seinem Essen herum zu trampeln und ĂŒber den Postboten zu schimpfen. Er blökte und blökte, bekam ein hochrotes Gesicht und die Ohren schwollen ihm vom vielen Blöken an. Er sah wirklich komisch aus und die anderen Regenbogenwolkenschafe mussten lachen. Da kullerten dem blökenden Benni die WuttrĂ€nen ĂŒbers Gesicht und er lief aus dem Haus.

Benni versteckte sich zwischen den riesigen Tannen, obwohl das eines der wenigen Verbote war. Die Regenbogenwolkenschafe durften nÀmlich nicht zwischen die Tannen, weil hinter ihnen das Land aufhörte und sie keinen Schutz mehr hatten. Eine der Wiesenfeen, die Tautropfenwiesenfee, lief hinaus zu ihm, nahm ihn schweigend an die Hand und ging mit ihm auf die Wiese.

Sie setzte sich in das Gras, pflĂŒckte eine Blume und schnupperte daran. „Nicht die Blumen pflĂŒcken!“ blökte Benni. „Herrje, da hast du aber Recht. Ich habe gerade an den Postboten gedacht. Die Post, die er heute gebracht hat, liegt noch auf meinem Tisch. Die habe ich ganz vergessen“ antwortete die Tautropfenwiesenfee. „Komm, lass uns hinein gehen und unserer Blume Wasser geben,“ rief sie und stand auch schon auf. „Ist da vielleicht auch ein Brief von der Kornblumenwiesenfee bei?“ fragte Benni ganz aufgeregt. „Oh, ich weiß nicht. Ich habe die Post noch gar nicht durchgeschaut. Aber das könnten wir machen. Möchtest du mir dabei helfen?“ fragte die Tautropfenwiesenfee Benni. „Hmhmm, das ist eine gute Idee. Ich helfe dir und weiß dann gleich, ob ein Brief von der Kornblumenwiesenfee dabei ist,“ rief Benni und hĂŒpfte freudestrahlend zum Haus.

Das also war’s, dachte sich die Tautropfenwiesenfee. Die Kornblumenwiesenfee hatte vor kurzem ihre Reise fortgesetzt und ist zu einem weiteren geheimen Land der Wolkenschafe gereist. Die Regenbogenwolkenschafe vermissten sie nun sehr und Benni erwartete wohl einen Brief von ihr. Nun, der war bestimmt dabei. Der Postbote kam alle drei Monate zu ihnen hinauf und hatte bisher immer die ersehnten Briefe gebracht. Sie lĂ€chelte und folgte dem hĂŒpfenden Benni zum Flockenhaus.

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