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Leselupe.de > Gereimtes
Postkartenidylle
Eingestellt am 05. 07. 2005 11:17


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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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Postkartenidylle

Unkeusch feucht; - nackt und nass
Almwiesen von Wolken begattet
im Regen,
kleine B├Ąche sickern ÔÇô
Rinnsal trinkende Au
sumpfig trunkene Welt.

Nebel ziehen,
Zigeunern gleich
heimatlos aus T├Ąlern herauf; -
verschlingen die Wege,
vertreiben Kr├Ąhen in H├Âhen hinauf
zur Spitze der moosgr├╝nen Tanne.

Dotterblumen waschen ihre eigelben K├Âpfe
im Nieselregen
B├Ąrlauch best├Ąubt vom Morgentau
Hahnenklee tropft
vor N├Ąsse; -
fahler Tagmond schimmert quittegelb.
Noch am Morgen singt er von der Nacht.

Beifuss,
heil und leben spendende Artemis
Erdmutter,
nach der die hungrigen Zuchtochsen br├╝llen
mit grossen Augen voller Furcht,
das Maul gef├╝llt mit Angst.

Anders die Schellen der K├╝he,
laut und kehlig
klingt es am Morgen
wie Gl├╝ck unter den Federn der Wolken,
wo tollk├╝hne Schwalben M├╝cken den
Mittagsglocken entgegenjagen.

Hochgrat,
├Âstlich der Au
tr├Ągt es die schwimmende Sonne
auf Wolkent├╝chern
der schw├╝len Nachmittagsstunde entgegen.

M├╝de vom Laster,
bin ich,
nur summende Bienen
ein ma├Ąndernder Tanz; -
ein Labyrinth ins Nichts.
Basstief brummen Hummeln
gegen flirrende Mauern blauender Himmel

Gewitter erwachen fern,
schweben ├╝ber uns.
Hinter steilen Graten rollen Donner heran,
grollen aus heiseren Kehlen,
dr├Âhnen wie Posaunen, rufen wider im Hochwald.
Stille; -
Atem holende Winde
beugen B├Ąume und B├╝sche,
Bl├Ątter im wirbelnden Staub.

St├╝rme treiben
schnaufende, schwere, schwarze Wetter herbei,
Unheil bringend tauchen sie tiefer auf das Hochmoor herunter.
Feuchte Auen dampfen unter zuckenden Blitzen.

M├╝de treibt der Tag
gegen die Ufer der D├Ąmmerung.
Am Abend
bellen Hunde gegen den Mond,
sie keifen zornig gegen den Maimond,
bellen wie besessen,
bevor er ertrinkt in der schwarzen Nacht; -
Fr├╝hlingsmond
geh schnell, wandere weiter,
Andachtsglocken rufen dich; -
zum Gebet im Marienmonat Mai.

23/26.05.2005 ┬ę Hans Feil; Oberreute im Allg├Ąu

__________________
Was sind das f├╝r Zeiten, wo ein Gespr├Ąch ├╝ber B├Ąume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen ├╝ber so viele Untaten einschlie├čt! (Bertold Brecht)

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Brigitte Pulley-Grein
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

Werke: 121
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Postkartenidyll

Lieber Hans,

das ist ja ein gewaltiges Werk, ich bin sehr beeindruckt!!!
Da ich die Gebirgswelt sehr sch├Ątze, habe ich Dein Gedicht mit gro├čer Freude und mit Spannung gelesen. Dabei habe ich dann auch gleich vor meinem geistigen Auge einen gro├čar-tigen Urlaubstag, gleich einem Postkartenidyll (bis auf die gewittrigen, st├╝rmischen Unwetterphasen) erlebt.
Du verwendest sehr vielf├Ąltige und starke Metaphern, so da├č Dein Werk dadurch ganz und gar lebendig wird.
Einen sch├Ânen Sommerabend w├╝nscht Dir,

mit lieben Gr├╝├čen,

Brigitte.

__________________
Ich glaube an die Magie der Liebe (Hermann Hesse)

Brigitte Pulley-Grein

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