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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Prekäre Eigentumsfrage
Eingestellt am 12. 09. 2010 19:24


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Herbert Schmelz
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Registriert: Oct 2009

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Von Milch- und Brückenbauern
Zur Eigentumsfrage

Hab ich überhaupt kapiert, wie wir unser Land aufs Spiel setzen? Es stimmt, die hier lebenden Menschen stehen irgendwie für Deutschland. Aber gehört es ihnen auch irgendwie? Spüren nicht immer mehr, wo darum gerungen und prozessiert wird, wem OPEL, PORSCHE, VW, KARSTADT, CONTI gehört, dass da die prekäre Eigentumsfrage aufgeworfen wird? Auch das Häuschen, das Ersparte, die kleinen Vermögen, also Eigentumswerte, die ein Gefühl von Sicherheit, ja Integrität vermitteln, könnten sich in Schall und Rauch verflüchtigen. Hilft uns das deutsche Grundgesetz, das uns womöglich nicht mehr gehört? Wie das höchste deutsche Gericht den vom Existenzminimum Lebenden hilft, wird man sehen. Und wenn der Kuckuck im Frühlingsgefühl wirtschaftlichen Aufschwungs ruft, denke ich doch gleich an die steigenden privaten Insolvenzen, daran, dass den Geldverleihern die Lebens- und Arbeitsbedingungen gehören, auf die ihre formellen Eigentümer noch zählen - einschließlich ihrer Arbeitskraft. Ich bin sicher: Wo sich das Karussell der Eigentumsfrage so richtig zu drehen begonnen hat, wird das Begehren am Vermögen der anschwellenden Zahl von Niedriglöhnern, Hartzern in Spe, Armutsrentnern, Kranken, Pflegebedürftigen, Schicksalsgeschlagenen, sogar äußerlich Wohlsituierten zu einer lebensgefährlichen Kraft in der Gesellschaft.

Wem gehört die Milch? Ich meine den flüssigen Rohstoff, dann aber auch seine weltmarktreifen Industrieprodukte wie Milchseen, Butterberge, Milchpulver, mit einem Wort: Ware, in die nützliche Produkte verwandelt werden müssen. Natürlich gehört die Rohmilch zunächst dem Ursprungserzeuger, dem Milchbauern, der vom Verkauf ‚seiner' Milch leben muss, weil er nicht von ihr leben kann. Die Tonnenideologie, der zufolge schiere Größe das Überleben sichert, hat es in der marktwirtschaftlichen Ordnung dahin gebracht, dass in Deutschland der Milchbauer mit 50 Kühen seine Milch für 30 Cent pro Liter losschlägt, und der mit 1000 Kühen ebenso. Die durchrationalisierten Kosten der Rohmilchproduktion betragen unter eben denselben Marktverhältnissen 40 Cent. Man erkennt, dass die 750 Mio. Euro Subvention für alle Milchbauern Deutschlands nach dem Motto ‚fördern und fordern’ die Durchschnittskosten am Ende auf beunruhigende 39 Cent senkt. Der Liter Milch erbringt Verschuldung von 9 Cent. Aber ich sage mir, wo wir über den ‚von der Substanz lebenden’ Milchbauern reden, dem sein ‚eigener Hof’ nicht mehr gehört, dürften wir von der Milchindustrie und der Finanzindustrie nicht schweigen. Der verschuldete Milchbauer kürzt seinen Lohn und steigert die Selbstausbeutung der Familie. Wenn ihm eigentlich nichts mehr gehört, welche Perspektive hat er dann in diesem System? Er wird zum Gespött der Sarrazins.

Die ‚bürgerliche Regierung’ möchte die Arbeitsweise der Atomindustrie als ‚Brückentechnologie’ etablieren. Auf zu den Ufern der erneuerbaren Energien! Indem sie also die Rolle des Brückenbauers für sich kreiert, versucht sie die gemeingefährlichen Bestrebungen der Atomindustrie zu verlängern. Die Profite der verlängerten Restlaufzeiten gehören ihr natürlich, während die staatliche Atomaufsicht in einem Selbstenteignungsprozess Entsorgung und Lagerung des gefährlichen Atommülls sowie den 'sicheren' Betrieb der Meiler in chaotische Zustände versetzt. Selbst verschuldete Entmündigung! Die 126 000 rostenden Fässer strahlenden Mülls in dem bedrohten Bergwerk Asse gehören dem Staat so, wie die erwärmte Erdatmosphäre der Menschheit, und der Gewinn oder Verlust des produktiv verwendeten Eigentums dem Eigentümer gehört. Wie die Dinge liegen, ist die Asse ein Milliardengrab, vergleichbar der HRE-Bank. An deren verrottenden Leichen bereichert sich eine Minderheit, während die Mehrheit der Bevölkerung enteignet und entmündigt wird. Da auch hier die Wahrung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der korrupten Siemens AG politisch Vorrang genießt,sehe ich angesichts der explosiven Bestrebungen unsrer Brückenbauer, wie in fast allen Szenarien über uns Hohn und Spott ausgegossen wird. Ob sie da die Rechnung ohne uns machen?


__________________
Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 12. 09. 2010 19:24
Version vom 13. 09. 2010 07:05
Version vom 15. 09. 2010 08:42
Version vom 15. 09. 2010 10:45
Version vom 15. 09. 2010 11:02

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