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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Prof. Paules Kolumne
Eingestellt am 18. 08. 2007 19:17


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paulenullnullzwei
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├ťber Bernburger und Kundentrennst├Ąbe


Eine der wenigen Schrullen, die ich mir noch leiste, ist, mich generell an der Supermarktkasse mit der h├╝bschesten Kassiererin anzustellen - eile es wie es wolle. Diese Passion habe ich leider nicht exklusiv, was die L├Ąnge meiner Kassenschlange jedes mal aufs Neue beweist. So zu freier Zeit verdonnert wird selbige mit M├╝├čiggang bzw. mit klugen Gedanken ├╝ber dies und das gef├╝llt. Ich bin quasi Experte f├╝r dies und das, sozusagen Professor f├╝r Gott und die Welt. Wenn irgendwo auf der Welt sich ein Schuft mitsamt der U-Bahn in die Luft jagt, tauchen auf allen Kan├Ąlen Experten auf. Terrorismus-Experten, Nah-Ost-Experten und Schuft-Experten im Allgemeinen und Besonderen. Viel schlaues Expertenwissen gilt es dann mitzuschreiben. Sollte mal eines fernen Tages nichts auf der Welt passieren, also so rein ├╝berhaupt nix, dann k├Ânnten die ARD-Brennpunkt-Jungs bei mir anrufen und mich als Experten zu Stellungnahme bitten. Aber, so wie es zurzeit auf der Welt daher geht, zieht sich das noch, bef├╝rchte ich.

Sei's wie es sei, wie ich also gestern mal wieder in der l├Ąngsten Schlange stehe, frage ich mich, wie das Teil, das man zwischen die Eink├Ąufe aufs Band legt, um nicht die Gurken vom Hintermann mit zu bezahlen, denn nun hei├če. Max Goldt hatte mal in seiner Titanic-Kolumne zur Namensfindung genau dieses Gegenstands einen Wettbewerb ausgelobt mit dem Ergebnis, das Ding hie├če ab nun "Warentrennh├Âlzchen". War ich irgendwie nicht ganz zufrieden mit dem Ausgang und bin mal diesbez├╝glich ins Internet abgetaucht. Auch hier wurde das Thema schon hei├č diskutiert. Ein Forums-Diskutant war da ├Ąhnlicher Auffassung wie ich. Er bem├Ąngelte, dass das H├Âlzchen a) meist nicht mehr aus Holz ist und b) ja nicht die Waren untereinander trenne sondern doch die kompletten Eink├Ąufe. Mit seinem Vorschlag "Kundentrennstab" konnte ich schon viel besser leben. Ich nenne es f├╝r mich jedoch "Trennerle".

Genau von so einem Trennerle tr├Ąumte es mir heute Nacht. Es war ein mattschwarzes, viel zu gro├čes Trennerle, welches nur schr├Ąg aufs Band passte und auf dem mit leuchtgelber Schrift nicht "N├Ąchster Kunde" sonder "Bernburger Festspielkoffer" stand. Ich war mein Lebtag noch nicht in Bernburg, vorausgesetzt das gibt es ├╝berhaupt. Die Deutung des Wortes Festspielkoffer ├╝berlasse ich geschulteren Traum-Experten als ich es einer bin. Trotzdem lie├č mich der Traum nicht los und ich wieder zu Google.
Bernburg gibt es tats├Ąchlich. Es liegt laut Wikipedia im Regenschatten des Harzes, ergo in einer furztrockenen DDR-Gegend. Nass ist dort nur die Saale, an der Bernburg zu finden ist. Der einzige Spa├č, den die Bernburger haben, ist, wenn sie von Nichtbernburgern gefragt werden, wo denn ihre Stadt l├Ąge, sie antworten k├Ânnen:

"Bernburg liegt nicht im Saale, es liegt an der Saale!"

Immer wieder ein M├Ârderkracher der Spruch. Ansonsten aber hat der Bernburger den ganzen Tag nur Durst.

Apropos Durst, f├╝r das Gegenteil von durstig gibt es auch kein gescheites Wort. Auch hier gab es wohl schon diverse Wortfindungsversuche. Ist man nicht mehr hungrig, ist man satt. Ist man nicht mehr durstig, w├Ąre man eben sitt! So zumindest will es die Jury eines Suchverfahrens aus dem Jahre 1999, ausgelobt von der Duden-Redaktion und der Getr├Ąnkeschmiede Lipton. Auch andere Wortsch├Âpfungen waren alle zum Scheitern verurteilt. Ohne Durst w├Ąre man "gestillt" oder "getr├Ąnkt". "Ich bin schm├Âll" finde ich da noch die lustigste Variante (1976, pardon).
Komischer Weise gab es aber f├╝r das Nichtdurstigmehrsein fr├╝her mal ein Wort. In der H├Ârbuchfassung von Goethes "Hermann und Dorothea" habe ich es letztens auf der Autobahn geh├Ârt: "Alle waren geletzt und lobten das herrliche Wasser." Na also, geht doch:

"Gestern hatte ich f├╝nf Tequilla und acht gro├če Pils, man war ich geletzt!"

Mein Word-Programm ist jedoch nicht so schlau wie Goethe und unterstreicht "geletzt" jedes Mal mit roter Schlangenlinie. Gleich nachdem ich noch nach den Festspielkoffer gegoogelt habe, ruf ich mal beim Bill Gates an oder schreib ihm gleich eine geharnischte E-Mail. Na, is' doch wahr...

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