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Leselupe.de > Ungereimtes
Prolog im Himmel ( oder wo auch immer )
Eingestellt am 04. 01. 2005 21:03


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Inu
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PROLOG IRGENDWO DORT DRAU├čEN
(im Himmel ?)


Anwesend sind ein Engel - und Gott

*



Der Engel sagt zum Herrn:

Ein merkw├╝rdiges V├Âlkchen
sind doch die Menschen!

Als du, gro├čer Gott,
vor Jahrmillionen
auf jenem Planeten
anfingst,
dein Urs├╝ppchen zu kochen
und mit deiner Sch├Âpfung
herum zu experimentieren,
da sind sie
( leugne es nicht! )
eher durch Zufall
entstanden.

Mit Gleichmut verfolgst du seither ihr Schicksal,
siehst sie wachsen und sterben,
wie deine Pflanzen,
wie deine Tiere auch...

Homo Sapiens Sapiens,
Schutz suchende Wesen
auf einem Stern,
der nicht f├╝r sie gemacht ist.

Sanft behandelt hast du
die Menschen nie
und erst recht nicht mit Liebe.

Den brodelnden Planeten
lie├čest du nie
zu ihrer Heimat werden.
Nirgends k├Ânnen sie
ihr Haupt sicher
hinlegen
und ausruhen
von ihrer M├╝he.

Denn
in Erdbeben, Orkanget├Âse,
im Bersten der Vulkane
f├╝hrst du ihnen st├Ąndig vor Augen:
'Ihr seid unerw├╝nscht
im Universum.'

Ein verletzbares, schwaches Geschlecht
sind die Menschen,
doch
mit dem unbegreifbaren Willen
zu leben,
mit Tr├Ąumen und handfesten Pl├Ąnen

und eines Tages werden sie
die Galaxien erst├╝rmen
in ihrem
nie versiegendem Optimismus.

Naiv sind sie auch
im Grund ihrer Seelen.
Was immer du ihnen antust in deiner
( verzeihÔÇś mir ) bekannt sadistischen Art,
sie nennen dich 'Wohlt├Ąter'
und 'unser Vater.'

Du kannst sie nach deinem Gutd├╝nken
zermalmen,
ersticken,
verbrennen,
kannst ihnen durch M├Ârderfluten
das Liebste nehmen,
bis das All erbebt
von ihrem Klage-Geschrei,
doch
sie bleiben am Boden NICHT liegen,
sie werden sich aufrichten

unbeugsam.

Dem Chaos,
Verfall,
stellen sie immer wieder
Ordnung,
Hoffnung
und ZUKUNFT entgegen.

Dem TOD
( auch so eine Erfindung von dir!)
zum Trotz
zeugen und geb├Ąren sie Kinder,
die sch├Ân sind
die stark sind ...
Kinder nach IHREM Bild.

Ja wahrhaftig
voller Stolz und W├╝rde
ist es,

dieses Menschengeschlecht!

Da k├Ânntest Du,
Gott,
fast neidisch werden.




*


Copyright Irmgard Sch├Ândorf Welch
19.05.2005

*







Version vom 04. 01. 2005 21:03

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, Inu,
ein merkw├╝rdig Ding, welches Du hier niedergeschrieben hast.
Ich sp├╝re hier einen Menschen, der in seinem Inneren gl├Ąubig ist,
aber auf Grund der vielen, ganz besondere letzteren Ereignisse,
mit seinem Gott hadert - hadert, wie mit einem Vater, welcher ihm
b├Âses angetan hat. Eine "Sch├Âpfer-Beschimpfung aus Hilflosigkeit"
w├╝rde ich Dein m├╝hsam errungenes Werk nennen. M├╝hsam deshalb,
weil es mir verqu├Ąlt vorkommt. Du sprichst hier zu einem Vater -
einem Vater, der Deiner Meinung nach alles vers├Ąumt hat, was Du Dir
vorgestellt hast. Einem Vater, der keine Liebe gibt, einem Vater, der
straft, grausam straft, einem Vater, der keine Heimat, kein Zuhause
geschaffen hat, f├╝r sein Kind(er) - einem Vater von dem man sagt, da├č
der dem Namen nach einer ist, von dem Du aber nichts dergleichen
sp├╝rst, was man unter einem richtigen Vater zu verstehen hat.

Und Du sprichst von dem Kind(ern), welches dem Vater trotzen will,
welches sich nicht unterkriegen lassen wird, welches sich gut
vorkommt, selbt wenn der Vater ihm das Gegenteil beweist, durch
sein Verhalten. Einem Kind, das sich einem solchen Vater entgegen-
stellt mit den Worten: "Und ich schaffe es doch, ich ├╝berlebe, trotz
Deiner Handlungen an mir. Ich bin stolz, ich bin lebenswillig .

Irgendwie ist dieses Gedicht ein Gedicht einer Ha├čliebe.
Das Gedicht einer gl├Ąubigen Christin, wie ich meine - ein
Gedicht voller Zorn und mit erhobener Faust.

So viel zu dem, was ich aus den Zeilen dazwischen herauslesen kann.
Dem Vordergr├╝ndigen, was Du ├╝ber die Menschheit schreibst, dem
kann ich, als (eigentlich) nicht Gl├Ąubiger absolut nicht folgen.
Das der Mensch wertvoller als Tiere und Vegetation ist, das hat er sich
selber ausgedacht. Der Natur sind alle Wesen gleich unwert oder
wert. Sie schiebt sie, wie sie sie gebrauchen kann. Sie l├Ą├čt geb├Ąren und
sterben nach ihren Regeln, sie l├Ą├čt erotisch lieben zur Vermehrung und
Arterhaltung. Sie l├Ą├čt ebenso t├Âten zur Arterhaltung und alles um uns
herum ist voll des Todes, voller Blut - der Mensch hat sich nur in seine
Zivilisation zur├╝ckgezogen, sich seine Antit├Âtungsgesetze geschaffen
zur seiner eigenen Erhaltung. Aber auch dort kann er das von der Natur
gegebene T├Âten nicht lassen. Er tut es unter dem Mantel der Zivilistation
in dem er Gesetze ├╝bergeht und "mordet", wie man eine T├Âtung
unter Gleichartigen nennt. Aber er t├Âtet auch organisiert, organisiert
in der Zivilisation. Er h├Ąlt Tiere in Massen und t├Âtet sich nicht,
nein er schlachtet sie. Merkst Du den Unterschied? Zwei Bezeichnungen
eines gleichen Vorganges. Morden, als etwas B├Âses, Schlachten, als
einen v├Âllig legalen Vorgang. Und nicht nur das. Es reicht ihm nicht zu
schlachten, weil er essen mu├č, nein, er mu├č sich noch daran bereichern,
er qu├Ąlt diese Gesch├Âpfe in einer Massentierhaltung und geht mit ihnen
brutal um. Hier unterscheidet er sich vom Tier im Negativen - das Tier
t├Âtet, um zu ├╝berleben, aber in der freien Natur. Der Mensch schlachtet
nicht nur zum ├ťberleben, nein er schlachtet aus Gier nach materiellem
Reichtum. In diesem Punkt ist er schlimmer als jedes Tier.
Warum sollte er dann wertvoller sein?
Der Mensch ist ein Tier - ein hochentwickeltes, gemessen an anderen
Tieren. Er ist nicht wervoller als ein Tier, aber er ist bedauernswerter,
als ein solches, denn er kann erkennen. Er erkennt Unrecht und je nach
Veranlagung leidet er darunter. Mancher leidet nie, denn er ist sich
seiner selbstgeschaffenen Selbstherrlichkeit so bewu├čt, das diese
ihm kein Leiden gestattet. Im Grunde ist ein solcher Mensch, voller
Selbstherrlichkeit - ein solcher Mensch ist einer der ├╝berlebt, immer.
Es gibt sehr sensible Menschen, die nicht ├╝berleben - Suizide sind der
beste Beweis daf├╝r.
Trotz meiner Ungl├Ąubigkeit, habe ich eine Hoffnung, eine Hoffnung,
da├č es vielleicht doch mehr geben k├Ânnte, als die Tatsache, da├č
der Mensch nur ein Naturwesen ist. Sensible Menschen treiben mich
in eine solche Hoffnung. Menschen, die nach "Mehr" streben, als
nach dem Lustprinzip und nach materiellen G├╝tern. Doch auch hier kommen
mir wiederum Zweifel, ob das alles nicht nur "selbsterdacht und gemacht"
ist. Ob wir nur nach "Mehr" streben, weil uns das "Wenig" nicht
ausreicht aus Selbst├╝bersch├Ątzung, oder ob wir danach streben,
weil wir in uns doch noch einen gr├Â├čeren Funken versp├╝ren - einen
g├Âttlichen vielleicht?
All das sind Gedanken, die nicht neu sind - ebenso alt ist die
Tatsache, da├č es keine verbindlichen Antworten gibt auf diese,
eigentlich einzig wichtigen, Fragen.

Alles in allem, liebe Inu, ich kann Deinen Versuch verstehen -
einen Versuch mit all dem Unbegreiflichen fertig zu werden.
Nur dieses Gedicht ist irgendwie einseitig und es entspricht
in keiner Weise meiner Vorstellung vom Menschen.
Um dieses Werk anzunehmen, mu├č man wohl gl├Ąubig sein.
Glauben an Gott - und ganz besonders an den Menschen.
Ich bedauere dieses nicht zu k├Ânnen.


Liebe Gr├╝├če
Klopfstock

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

nach wie vor finde ich das gedicht nicht besonders gut geschrieben.
wenn es einen gott gibt, dann ist er nicht f├╝r die katastrophen verantwortlich.
er ist f├╝r alles und nichts verantwortlich.
mu├č ich als vater f├╝r all die taten meines kindes
rechenschaft ablegen?
die kausalit├Ątskette legt das nahe.
aber das leben funktioniert anders.
es ist sich selbst gut.
moralische verpflichtungen lassen sich nicht aufzwingen.
ein katastrophe entz├╝ndet in uns gemeinschaftsgef├╝hl.
eine nat├╝rliche notwendigkeit.
ich wei├č nicht, ob es gott gibt.
der mensch geht durch krieg, pest und cholera.
ist der tod der stiefsohn gottes?
ungeliebt aber akzeptiert.
die liebe wird zum fluch und umgekehrt.
unsere h├Ąnde strecken sich der unsterblichkeit entgegen.

wir gehen einsam.
bon.

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Inu
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Registriert: Aug 2002

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Hallo Klopfstock

Ich habe den Text jetzt ├╝berarbeitet und die unm├Âgliche Stelle mit dem lieben Vieh herausgenommen. Was Du ├╝ber meine Motivation f├╝r dieses Gedicht sagst, ist sehr interessant. Ich werde einmal darauf zur├╝ckkommen, wenn mir der Kopf mehr danach steht.

@ Bonanza

Vielleicht liest Du die neue Fassung mienes Gedichtes und sagst mir dann Deine Meinung. Ich denke, dass ich es nun etwas verbessert habe.

Wer hilft mir weiter: Was ist die Mehrzahl von Homo Sapiens? Irgendwie scheint mir meine Version nicht korrekt.

Gute Nacht und liebe Gr├╝├če
Inu

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

liebe inu,
"homo sapiens" bezeichnet nur die "art",
die "rasse". es l├Ąsst sich nicht
deklinieren und hat somit auch keinen
plural. du k├Ânntest in deinem gedicht einfach
den singular verwenden, das klingt auch
nicht schlecht.
inhaltlich kann ich ansonsten leider absolut null
damit anfangen.
viele gr├╝├če,
denschie

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rosste
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Registriert: Jul 2004

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"homines sapientes" ist grammatisch wohl richtiger Plural, Einzahl finde ich aber auch besser.

ÔÇ×Unerw├╝nscht seid ihr im Universum.ÔÇť - wir SIND ein St├╝ck Universum. Wie k├Ânnen wir da unerw├╝nscht sein ?
Unsere Atome, Molek├╝le und Elementarteilchen kommen direkt von der Erde, von der Sonne, von der Milchstrasse.
Wir sind alles andere als Fremde auf diesem Planeten.

meint Stephan

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