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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Prosafischer
Eingestellt am 31. 05. 2002 22:51


Autor
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Paul
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Registriert: Nov 2000

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prosaisches Lied des Prosafischers

die Sinne des Tags justiert, fixiert, visiert wie Radar, R├Ântgen, wie ein Medium in einer spirituellen Sitzung, wie eine Schnecke die Antennen auf Empfang, unbefleckte Empf├Ąngnis, eine Schale im Regen - angespannt die Saite der Seele im Bogen des Seins, in dem der Pfeil der Zeit im Augenblick des Loslassens vibriert - wenn das Lied der Amsel verstummt surrt das Gescho├č ins Schwarze der Mitternacht und Blut wird das wei├če Laken beflecken, also die Ahnung... -
verlockt, verliebt, verleitet sammeln sich am Abend die Kr├Ąhen auf dem First, das Orchester stimmt sich ein, von Ferne Hufgetrappel... -
am Abend r├╝stet sich die Sonne f├╝r den Untergang und schl├╝pft in ihre rote Badehose, bereitet sich f├╝r das lodernde Bad im Meere des Entr├╝cktseins - Zeit f├╝r die Elegien der einsam Liebenden... -
der Funke springt rasch ├╝ber, ├╝berschwemmt, ├╝berrascht die D├╝rre, leckt gierig den Schaft entlang, z├╝ngelt wie die Viper - keine Nacht ohne Feuer, das sich epidemisch ausdehnt, ausweitet, ausufert, ausbreitet und am Rand den Himmel k├╝├čt... -
die Burg am Horizont ist hell erleuchtet, die Zugbr├╝cke herunter, der Graben tief, die Krokodile hungrig, Fleisch, Fleisch, Fleisch und Blut, schau lieber nach oben, sieh, wie die Kr├Ąhen keckernd und h├Ąmisch im Mondenschein tanzen... -
heiliger Hort, Burg der Tr├Ąume, Ort der freien Geister - wehe dem, der nicht nackt, im Verlie├č klirren schon die Ketten... - mittern├Ąchtlich buntes Treiben dagegen in den S├Ą├Ąlen (...), Erquickung f├╝r die verstaubten Reiter, Labsal, Tanz und ewge Lust... -
da, ein Surren durchzuckt, durchblitzt die laue Nachtluft, der Pfeil der Zeit hat die Saite, hat die Seele ├╝berwunden, schwirrt und sirrt wie Tinitus, rast heran und trifft - das Lied der Amsel ist verstummt, Ahnung weicht dem Schmerz... -
Stille.
ein gl├╝hendroter Fisch fliegt leuchtend gen Himmel, k├╝ndet uns, die Morgenr├Âte ist nahe, k├╝ndet uns den Wiedertag.
Zeit die Netze zu raffen, hinaus, hinaus auf hohe See!




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Gerhard Kemme
Guest
Registriert: Not Yet

Prosafischer

Hallo Paul,
da hast du dir mit deinem neuronalen Netzwerk einen Fang an Land gezogen. Bin, wie wir Hamburger sagen,"schlichtweg von den Socken", solche doch lyrische Perfektion in der treffenden Variation von W├Ârtern und Metaphern schien mir zuvor kaum m├Âglich. Fl├╝chtig lesend ├╝ber den Text huschen macht spass. Allerdings hast du hier ja bildungsbeflissene Leser, die alles haben wollen, und so will ich zumindest den Versuch machen, den ersten Absatz zu interpretieren von "die Sinne des Tages..." bis "..also die Ahnung":
Ein Subjekt der Spezies Mensch bei seinem Tageswerk. Unkonzentriert, schwammig hat es null Chance, der Geisterradler nietet ihn um, die h├Ąmische Falle fasst den Naiven. Die Sinne sind technisch vervielfacht, doch die beste Optik n├╝tzt nix, wenn sie nicht pr├Ązise eingestellt wird. Selbst Kinder besuchen Sehschulen oder Konzentrationskurse und der Anschussch├╝tze dreht langsam den Imbusschl├╝ssel am Visier. Der Doppelkorn stillt das Zittern der H├Ąnde. Eigentlich m├╝sste ich oftmals Einen nehmen, aber es herrscht Massenandrang der Wahrnehmungen, die totale Reiz├╝berflutung.
Tsch├╝ss Gerd



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