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Leselupe.de > Kurzprosa
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Eingestellt am 21. 01. 2008 14:00


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Franka
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Wie ein Hund nach dem Knochen w√ľhle ich in der feuchten Erde. Auch meine Nase nimmt Witterung auf. Bald muss ich auf Holz sto√üen. Blo√ü gut, dass das Tor verschlossen, keiner meinen eigenen, geheimen Zugang kennt, ich in Ruhe arbeiten kann.

Es ist gleich Mitternacht, ich sollte mich beeilen, sie hat gesagt, dass es heute passiert, heute genau zur Geisterstunde. Geisterstunde, dieses Wort entlockt mir ein L√§cheln, ein zaghaftes, √§ngstliches. Was, wenn es nicht stimmt, ihre Prophezeiung nur Geldschneiderei war, ich mir die M√ľhe h√§tte sparen k√∂nnen?

War da nicht eben etwas Hartes in der Erde? Noch zwanzig Minuten. Die Zeit wird reichen.

Mit flinken Händen streiche ich die letzte Erde vom Holz. Es sieht noch neu aus, dabei liegt zwischen damals und heute fast ein Jahr. Meine Anlage war also nicht umsonst, gute deutsche Wertarbeit, gute alte Eiche. Bei der billigeren Variante wäre jetzt schon alles verrottet, hätte ich kaum noch eine Chance. Auch bei dieser haben sich die Schrauben gelockert.
Noch zehn Minuten. Rasch, Schrauben nachziehen, zur Sicherheit noch ein Dutzend neue eindrehen. So, der Deckel hält, die Erde kann wieder rauf.

Die Kirchturmuhr schl√§gt zw√∂lf. Nichts passiert. Doch dann, ein lautes St√∂hnen, ein Wutgeheul von unten. Ja, mein Lieber, du h√§ttest fr√ľher eben ein wenig Sport treiben sollen, vielleicht ....

Die Worte der Alten haben also gestimmt, er wird nie wieder durch meine Welt, durch mein Leben spuken. Auf diesen Erfolg genehmige ich mir jetzt erst einmal einen kr√§ftigen Schluck und dann pflanze ich die Diestel wieder √ľber ihn.








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Prost
Veröffentlicht von Franka am 21. 01. 2008 14:00
Prost

Wie ein Hund nach dem Knochen w√ľhle ich in der feuchten Erde. Auch meine Nase nimmt Witterung auf. Bald muss ich auf Holz sto√üen. Blo√ü gut, dass das Tor verschlossen, keiner meinen eigenen, geheimes (geheimen) Zugang kennt, ich in Ruhe arbeiten kann.

Es ist gleich Mitternacht, ich sollte mich beeilen, sie hat gesagt, dass es heute passiert, heute genau zur Geisterstunde. Geisterstunde, dieses Wort entlockt mir ein L√§cheln, ein zaghaftes, √§ngstliches. Was, wenn es nicht stimmt, ihre Prophezeiung nur Geldschneiderei war, ich mir die M√ľhe h√§tte sparen k√∂nnen.(besser Fragezeichen)

War da nicht eben etwas Hartes in der Erde? Noch zwanzig Minuten. Die Zeit wird reichen.

Mit flinken Händen streiche ich die letzte Erde vom Holz. Es sieht noch neu aus, dabei liegt zwischen damals und heute fast ein Jahr. Meine Anlage war also nicht umsonst, gute deutsche Wertarbeit, gute alte Eiche. Bei der billigeren Variante wäre jetzt schon alles verrottet, hätte ich kaum noch eine Chance. Auch bei dieser haben sich die Schrauben gelockert.
Noch zehn Minuten. Rasch, Schrauben nachziehen, zur Sicherheit noch ein Dutzend neue eindrehen. So, der Deckel hält, die Erde kann wieder rauf.

Die Kirchturmuhr schl√§gt zw√∂lf. Nichts passiert. Doch dann, ein lautes St√∂hnen, ein Wutgeheul von unten. Ja, mein Lieber, du h√§ttest fr√ľher eben ein wenig Sport treiben sollen, vielleicht ....

Die Worte der Alten haben also gestimmt, aber er wird nie wieder durch meine Welt, durch mein Leben spucken (spuken) . Auf diesem (diesen) Erfolg genehmige ich mir jetzt erst einmal einen kr√§ftigen Schluck und dann pflanze ich die Diestel wieder √ľber ihn.




Die Geschichte rast schneller als ein D-Zug. F√ľr meinen Geschmack zu schnell.
lg

__________________
Old Icke

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