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Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART
Prost Kaffe
Eingestellt am 18. 09. 2006 09:53


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flammarion
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Prost Kaffe

Frau Obermeier ist dabei, ihre Blumen zu gießen, da klingelt es. „Ach Jott, wer is det denn?“, brummelt sie, geht zur Tür und öffnet. Ein strahlendes Lächeln erhellt ihre Züge: „Ach, die Reporterin. Pünktlich wie die Maura. Na, denn komm Se ma rin, ick koch uns n Kaffe.“
Die Reporterin fragt, ob sie die Schuhe ausziehen soll. „Nee, nee, machen Se sich ma keene Umschdände, is ja heute drockn draußn, Se wern ma schon keen Dreck rinschleppn, un wenn schon, denn putz ick n wech. Hab ja wieso n janzn Tach nischt zu duhn“.
Frau Obermeier macht die Kaffeemaschine fertig, die Reporterin steht in der Küchentür.
„Brauchn Se Zucka an Kaffe? Wie de olln Kaffesacksn? Mir Sacksn dringn Gaffe, aba sieße muss er sein . . .“
Die Reporterin verneint.
„Aba bitte mit Sahne, nich wah?“ – „Ja, das schon“.
„Ick hab n paa Kekse da, die könn wa zu den Kaffe knabban. Ick wollt ja n Kuchn backn, aba det lohnt ja nich for zwee Leute. Un koofn is zu deua. Obwohl – heute zur Feia des Taares hätt ick det doch machen solln. Ach nee, det hieße ja zweemal feian. Ick hab heut Morrjen neemlich schon unsan Wahlsiech jefeiat. Meine Patei hat jewonn, und et, wo ick ja nich hinjejang bin zur Wahl. Der Weech wa ma zu weit. Un denn der janze Papierkram, wo man nich durchsieht, wo man ja nich weeß, wo man sein Kreutz machen muss, nee, nee, da halt ick ma raus. Det is ja heute wieda so wie 1930, „Wählt Liste 3“ schdant damals uff die Plakate, un heute wieda, Liste 3, die Linke. Jeenfalls hab ick mir heute Morrjen zwee Schrippen jeholt un n Schdück Lebawurscht. Wa det n Jenuß! Zu DDR-Zeiten jab et fast jedn Morrjen Schrippen, det kann man sich heute ja nich mehr leistn bei die Preise. Jenauso die Wurscht, allet viel zu deua. Ick fress schon seit die Wende Mostrichschdulln, aba heute – heute hab ick mir mal n Schdück Lebawurscht jeleistet zur Feia des Taares. Hab ick schon imma jerne jejessn, aba heute schmeckt ja allet janz andas von die Haltbakeitsschdoffe un sonstije Schemie, da wern se zu DDR-Zeiten ja nich druff jekomm, det jute Essn mit Schemie zu vasaun. Ejal, wat et is, übaall is heute Schemie drin. Die Rotn un die Jrün, die sin ja da dajejen. Dadrum jehörn die ooch an de Macht. Ick hab zwa jehört, det der Wowereit andasrum sein soll, aba wissen Se, det jeht mia so wat von am Aasch vorbei, det is doch piepejal, ob der un mit wem der . . ., Hauptsache, er sorcht redlich für uns! So, nu setzn Se sich ma n paa Daare in meine jute Schdube, is ejal, wo, nur da uff det Kissn, da sitz ick imma wejen die Himmoriden. Üba wat wollten Se mit mir schprechn? Ach ja, wat wir als Kinda so uff de Schdraße jeschpielt ham. Na, denn wolln wa ma. Aba zuerst: Prost Kaffe!“

__________________
Old Icke

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Stella Blue
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Hallo flammarion!

Das ist lustig. Die Reporterin hat bestimmt keine Lust mehr ;o) So kann man se ooch loswärn.
Das einzige, was nicht ganz stimmt: die Sachsen sagen nicht ick für ich, ansonsten hat's im großen und ganzen gepaßt mit dem dialekt.

liebe grüße,
Stella Blue

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flammarion
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hallo

schdella, also erscht ma scheen dank for dein kommentah. un for t lesn ooch, vaschdeht sich.
det de schsn nich ick saaren, det weeß ick. hatte jahrelang ne sächsische freundin, weeßte. dadrum kommt in den eenzjen sächsischen satz aus meine posse ooch keen ick vor. un mein dialeckt schdümmt imma!
ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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Stella Blue
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:o) alles klar, jetzt hab ichs kapiert. die ist gar keine sächsin... ups.
manchmal bringt nochmal lesen weitere einsichten :o)

liebe grüße
Stella Blue

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flammarion
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ja,

der satz mit dem süßen kaffee ist ein zitat, im sächsischen dialekt zu säuseln. kanntest du es nicht?
lg
__________________
Old Icke

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nachtlichter
Guest
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Moin flammarion,

die Posse ist gelungen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Reporterin diverse HimmOHRiden angesichts des Redeschwalls davongetragen hat.

Liebe Grüße


nachtlichter

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