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Leselupe.de > Anonymus
Psychologe sucht Kollegen
Eingestellt am 10. 05. 2006 15:49


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Ein erfolgreicher Doktor der Psychologie sieht sich einer zunehmenden Patientenflut ausgesetzt. Er flucht zunĂ€chst ein bisschen auf die erstaunlich wachsende Zahl psychisch Gestörter. Dann hat er jedoch Einsicht und dankt Gott fĂŒr diesen Umstand. Er beschließt, das Beste daraus zu machen und seine Praxis zu erweitern.

Der erste Bewerber hat sehr gute Zeugnisse vorzuweisen, einen glĂ€nzenden Abschluß, ein Praktikum in einer renommierten Klinik, mehrere Empfehlungsschreiben bekannter KapazitĂ€ten. Außerdem sieht er sehr intelligent und einfĂŒhlsam aus. Der Erfolgreiche beschließt, ihn auf die Probe zu stellen.

„Nehmen wir an“, beginnt er und blinzelt dem Bewerber freundlich-leutselig zu, „sie treffen in einem Laden zufĂ€llig einen ihrer Patienten, es handelt sich um den ersten Vorstandsvorsitzenden der weltbekannten Firma WeVau. Wie verhalten sie sich?“
Der Bewerber ĂŒberlegt nicht lange. „Ich grĂŒĂŸe freundlich, erkundige mich nach dessen Befinden. WĂ€hrend eines kurzen, belanglosen GeplĂ€nkels versuche ich mich einiger Details der spezifischen Anamnese zu erinnern...“
„Falsch!“, unterbricht der Erfolgreiche. „Sie sind nicht in irgendeinem Laden, sondern es ist ein Sexshop im Rotlichtviertel von F. Ihr Klient ist auf Dienstreise, er glaubt sich unbeobachtet.“
Der Bewerber zuckt zusammen. „Gut“, antwortet er schnell, „ich verziehe keine Miene, höchstens den Hut ein StĂŒck tiefer ins Gesicht, und trolle mich zwischen den Videoregalen und Dildostapeln unauffĂ€llig davon...“
„Falsch!“, sagt der Erfolgreiche wieder. „ Er hat sie, sie haben ihn erkannt, in einem Reflex von unbedachter Menschenfreundlichkeit haben sie ein vorschnelles und leider nicht wieder zurĂŒcknehmbares GrußlĂ€cheln einander zukommen lassen.“
Der Bewerber stutzt. „Ich nicke verschmitzt“, sagt er schließlich, „und schlage ihm burschikos auf die Schulter. Ich sage: Na, Alter Junge, der Laden um die Ecke ist besser. Da gibts auch die heißeren Fr...“
„Falsch!“, fĂ€hrt ihm der Erfolgreiche das dritte Mal dazwischen und schweigt einen Moment.
Des Bewerbers Wangen gewinnen sichtbar Farbe. Sein Unterkiefer sinkt ein StĂŒck tiefer. Eine ganze Zeit sagt er nichts. Endlich bricht es aus ihm heraus. „Aber was soll ich denn sonst noch tun? Ich soll nicht freundlich grĂŒĂŸen und gute RatschlĂ€ge geben, ich kann mich nicht unerkannt davonmachen, ich darf nicht auf die Kumpeltour – was fĂŒr verdammte Patienten haben sie eigentlich in ihrer Praxis, und wie, bitte schön, soll ich mich in dem Sexshop also verhalten?“
„Ein guter Psychologe“, antwortete der Erfolgreiche lĂ€chelnd, „lĂ€ĂŸt sich nicht in einem Sexshop erwischen. Schon gar nicht von einem seiner Patienten. Und noch viel weniger gibt er dergleichen gegenĂŒber einem Vorgesetzten zu...“

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Seelenblume
Guest
Registriert: Not Yet

hmm

der Anfang ist gut,lÀdt zum Weiterlesen ein, das Ende ist-leider-hervorsehbar... Vielleicht noch einen besseren Schwung finden, liebe(r) A.?

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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Das Ende ist - leider - hervorsehbar? Das ist ein hĂŒbscher Wortdreher, Absicht oder Zufall?

Liebe Seelenblume, eigentlich ist alles im Leben vorhersehbar. Gewesen, rĂŒckschauend betrachtet...

Das Ende der Story fĂŒgt sich einem bestimmten Muster. Das wollte und konnte ich nicht Ă€ndern.

Liebe GrĂŒĂŸe

A.

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