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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Psychonutte
Eingestellt am 14. 02. 2006 16:02


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mattes
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2005

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Psychonutte

Die Telefonzelle ist schmutzig. Jemand hat das Telefonbuch zerrissen. An der Wand Steht `Ausl├Ąnder raus` und `Ich hab Gabi gefickt`.
Vor mir der Zettel mit der Telfonnummer.
Ich w├Ąhle, - Freizeichen, - Klick: - `Hier ist der automatische Anrufbeantworter der Rufnummer........., ich m├Âchte Ihnen einen kurzen ├ťberblick ├╝ber meine Leistungen geben.` Es ist die Stimme einer Frau, im Hintergrund ist leise Musik zu h├Âren.
`Ich stehe ihnen zur Verf├╝gung, wenn sie Probleme mit ihrer Sexualit├Ąt haben. Ich helfe ihnen bei Potenzst├Ârungen, bei psychischen St├Ârungen des Beischlafes und bei anderen Fragen. Wir werden die Gr├╝nde f├╝r ihr Problem herausarbeiten und es mittels praktischer ├ťbungen beseitigen. Rufen sie zwischen 12.00 und 14.00 Uhr folgende Nummer an und vereinbaren sie einen Termin. Ich erwarte sie bald.`
Schei├če, erst 10.30 Uhr. Ich gehe in eine Kneipe und trinke ein paar Biere. Die Kellnerin ist absolut ├╝bel drauf und l├Ąsst sich nicht anmachen. Warum auch?
Es ist 12.00 Uhr. Die gleiche Telefonzelle. Freizeichen, eine Stimme, die gleiche wie vorhin auf dem Band: "Hallo, hier ist....., sie w├╝nschen?" Mit leichtem Zittern in der Stimme: "Ich h├Ątte gerne einen Termin."
"Ja, das l├Ą├čt sich machen, wann w├Ąre es ihnen denn recht?"
"Morgen um 14.00 Uhr, wenn es geht."
"Mir w├╝rde es um 16.00 Uhr besser passen."
"Ja, das geht auch. Wo muss ich denn hinkommen?"
"Gut, ich gebe ihnen jetzt meine K├Âlner Adresse. Sie stellen sich bitte mit Q 143 vor, wenn sie sich das bitte notieren wollen."
"Ja."
"Also, bis Morgen 16.00 Uhr." Klick.
Ich gehe zur├╝ck in die Kneipe und besaufe mich. Die Kellnerin ist immer noch ├╝bel drauf.
Der Tag und das Wetter sind beschissen. Es ist kurz vor 16:00 Uhr und ich Parke meinen Wagen in der N├Ąhe des Hauses, die Adresse stimmt. Es ist ein Hochhaus, ca. 25 Stockwerke. Auf meinem Zettel steht Appartement 714 und Q 143, also 7.Etage. Ich fahre mit dem Aufzug zum 7.Stock und bin recht nerv├Âs. Links und rechts absolut gleich aussehende T├╝ren.
Ich putze meine feuchten H├Ąnde an der Hose ab und schelle bei Nummer 714. Nach einigen Sekunden ├Âffnet sich die T├╝r zum Nachbarraum und eine Frau kommt heraus. Sie wird um die Vierzig sein, schlank und blond. Sie l├Ąchelt und ich bin etwas entt├Ąuscht.
Ich stelle mich vor: "Q 143."
Sie schlie├čt die T├╝r auf und wir betreten das Appartement. Ein winziger Vorraum, links eine T├╝r, vermutlich die Toilette. Im Hauptraum steht vor einem vollen B├╝cherregal ein Schreibtisch.
Links von der T├╝r, an der R├╝ckwand des Zimmers, vor einem gro├čen Fenster, liegt eine Matratze Marke Doppelbett, mit einem rotem Bezug bedeckt. Durch das Fenster sieht man den Rhein. Etwa zwei Meter vor dem Schreibtisch steht ein niedriger Sessel. Ich soll mich setzen.
Sie setzt sich an das B├╝rom├Âbel. In dem B├╝cherregal entdecke ich einen `Pschyrembel`, eine `Rote Liste` und einige B├╝cher ├╝ber Psychologie und Sexualtherapie.
Sie schaut mich an: "Wie sind sie auf mich gekommen?" Sie hat den absoluten Konversationston drauf.
"Ich habe ihr Inserat im Express gelesen und habe einfach mal angerufen."
"Ach so. Nun erz├Ąhlen sie mir mal, was sie zu mir f├╝hrt. Sie haben ja ├╝ber den Anrufbeantworter schon geh├Ârt, wo meine Schwerpunkte liegen."
Meine H├Ąnde sind schon wieder schwei├čnass.
"Ja, also," ich wei├č nicht so recht ,wie ich anfangen soll, "ich.... "
Sie sitzt einfach dort und l├Ąchelt.
"Ich... ich habe noch nie mit einer Frau geschlafen." Nun ist es raus.
"Ich wei├č gar nicht, ob ich das kann und...├Ąh... ja, nun wollte ich...",
sie sitzt da, l├Ąchelt und l├Ąsst mich zappeln.
"Sie sind nicht der Erste der mit diesem Problem zu mir kommt."
Erleichterung.
"Wie alt sind sie denn?"
"Siebenundzwanzig."
"Na, da sind sie ja noch jung. Es sind schon wesentlich ├Ąltere Herren mit diesem Problem an mich herangetreten. Darf ich sie fragen auf welche Weise sie sich in der Zeit Befriedigt haben? Haben Sie onaniert?"
"├ä├Ąhh .... ich habe ...."
"Das ist ein ganz normaler Vorgang, sie brauchen sich deshalb nicht zu sch├Ąmen."
"Ja."
"Sehr gut. Hatten sie beim onanieren einen Erguss?"
Nicken.
"Gut, also ich denke, dass wir folgenderma├čen vorgehen: Wir werden den Beischlaf nicht sofort aus├╝ben, sondern uns langsam darauf vorbereiten. Zuerst werde ich sie mit der Hand befriedigen. Sie werden mit Sicherheit einen zu fr├╝hen Erguss haben, aber das bekommen wir schnell in den Griff. Ich habe da so meine Tricks. Ich denke, dass wir mit zehn Sitzungen auskommen. Dann werden wir einige Stellungen ├╝ben, so dass sie etwas Sicherheit bekommen."
"Ja, aber ich hatte eigentlich gedacht, dass wir sofort..."
"Nein, nein, nein, wir m├╝ssen da ganz ├╝berlegt vorgehen. Sie sollten sich da ganz auf meine Erfahrung verlassen. Wie weit sind sie mit der Anatomie vertraut?"
"Oh, ├Ąh, in der Theorie bin ich, glaube ich, ganz gut."
"Sch├Ân, dann will ich sie mit meinen Gesch├Ąftsbedingungen vertraut machen. Sie zahlen f├╝r die erste Sitzung 150,-Euro und f├╝r jede Weitere 100,- Euro. Bitte im Voraus."
Pause.
"Ich bekomme jetzt von ihnen 150,- Euro."
Ich starre sie an.
"Aah, ja, ja...." Ich stehe auf, nestle meine B├Ârse aus der Jacke und z├Ąhle 150,- Euro auf den Tisch.
"So," sagt sie "nun lesen sie sich in aller Ruhe diese Instruktionen durch. Lesen sie so lange, bis sie alles verstanden haben. Danach werden wir beginnen."
Sie gibt mir drei, in Klarsichtfolie geh├╝llte, mit Schreibmaschine beschriebene, Bl├Ątter. Ich fange an zu lesen: Oraler Verkehr wird nicht ausge├╝bt. Wegen der Infektionsgefahr ist es verboten die Brustwarzen zu k├╝ssen, es ist ├╝berhaupt verboten zu k├╝ssen.
Ich m├Âchte kotzen.
Nachdem ich alles gelesen habe wird der Wunsch zu fliehen immer st├Ąrker. Mein Magen f├╝llt sich mit gl├╝hender Lava, aber ich bleibe.
"Nun," sagt sie "gehen sie bitte ins Bad. Ich habe eine Desinfektionsl├Âsung vorbereitet mit der sie bitte ihr Glied reinigen. Ihre Kleidung k├Ânnen sie hier ablegen. Wenn sie fertig sind kommen sie bitte heraus."
Ich ziehe mich aus. W├Ąhrend ich mich wasche gehen mir Spr├╝che wie: Das kann der d├╝mmste Bauer etc. durch den Kopf und ich stehe hier und halte meinen Schwanz in eine Desinfektionsbr├╝he um mir anschlie├čend f├╝r 150,-Euro einen wichsen zu lassen
Mir ist total schlecht.
Ich ├Âffne die T├╝r und gehe zur├╝ck in das Zimmer. Sie hat die Vorh├Ąnge zugezogen und die Matratze ist mit einem wei├čen Laken bezogen.
Eine Stehlampe verstr├Âmt diffuses Licht.
Ich sehe sie an.
Sie hat sich ausgezogen und steht mit ihrem wahrscheinlich ├╝blichen L├Ącheln vor mir.
Sie nimmt meine Hand und zieht mich zur Matratze her├╝ber.
"Legen sie sich hin und entspannen sie sich."
Ich lege mich hin und warte.
Die Lava in meinem Magen ist inzwischen zu einem Eisklumpen geworden dessen K├Ąlte bis in die Genitalien strahlt.
Ich schaue sie an.
Sie ist schlank und hat mittelgro├če Titten.
Um das linke Fu├čgelenk baumelt eine Goldkette.
Sie kniet sich neben mich, greift hinter sich und holt ein paar durchsichtige Plastikhandschuhe hervor. Ich glaube ich werde wahnsinnig als sie diese Dinger ├╝berstreift.

PLASTIKHANDSCHUHE!!!

Jetzt bin ich total am Ende.
Sie Beginnt ├╝ber meinen K├Ârper zu streichen.
Ich liege wie erstarrt und sp├╝re nur Plastik.
"Sie d├╝rfen mich auch streicheln." Ich starre sie an und beginne mechanisch ihren R├╝cken, die schlaffen Br├╝ste und den Arsch zu bearbeiten.
Sie st├Âhnt leise, aber nicht sehr ├╝berzeugend.
Ich sehe an mir herunter und staune, dass dort ein Riesending steht. Die ├ťberraschung dar├╝ber bringt mich total durcheinander.
Ich sp├╝re nichts, absolut nichts, bis ich spritze.
Ich bin froh als es vorbei ist. Sie schaut mich an und l├Ąchelt wieder.
Ich stehe auf, gehe ins Bad, wasche mich, ziehe mich an und gehe.
Vor dem Wohnblock habe ich das Gef├╝hl, dass mich alle anstarren.
Ich fahre nach Hause und besaufe mich.
Abends hohle ich mir einen runter und denke dabei an die Psychonutte.

__________________
Mattes

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petrasmiles
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Au Mann!

Wenn ich denke, ich verstehe die M├Ąnner, dann lese ich so einen Text und bekomme das Gef├╝hl, ich muss wieder von vorne anfangen ;-)
Warum bitte (wenn Dir der Protagonist das verraten hat), wird die Psychonutte so 'anregend', dass er sich an sie denkend einen runterholen 'kann'.
Au Mann!
Interessante Geschichte!
Gru├č
P.
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug f├╝r Gutwerter!

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Inu
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Registriert: Aug 2002

Werke: 120
Kommentare: 2153
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Ist doch anschaulich und sehr ordentlich geschrieben und ... ich habe nochmal was
a ) ├╝ber einen mir bis heute unbekannten Zweig des sexuellen Dienstleistungsgewerbes und
b ) ├╝ber die komplizierte Psyche des Mannes ( Petrasmiles )gelernt.

Ich nehme dem Protagonisten jedes Wort, (auch seinen St├Ąnder trotz ziemlich befremdlicher Umst├Ąnde ) ab.
Ich sag nur: M├Ąnnerphantasien!
Grins

LG
Inu

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Henry Lehmann
Guest
Registriert: Not Yet

Sch├Ân mattes,
hier mal wieder was von Dir zu lesen. Ich bin zwar etwas entt├Ąuscht (zusammen mit deinem Prot), dass sich die interessante Psychonummer als billige Abzocke herausgestellt hat, aber irgendwie auch froh, dass ich diesbez├╝glich scheinbar nichts verpasst habe.

Kleiner Tipp noch: Mach ein paar mehr (richtige) Abs├Ątze, damit man den Wechsel der Szenen besser erfassen kann.

LG Henry

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Meckie Pilar
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Feb 2006

Werke: 15
Kommentare: 20
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Hi,
deine Geschichte hat mir gut gefallen. Sie ist z├╝gig erz├Ąhlt und bleibt immer am Ball.
Leider ist mir auch nicht ganz klar, wieso der Typ am Abend an die Dame denken muss, als er sich einen runterholt. Andererseits ... vielleicht h├Ąttest du diesen kleinen inneren Widerspruch noch ein bisschen deutlicher machen k├Ânnen.
Faszinierend auch f├╝r mich diese noch unbekannte und ungedachte Chance, als arbeitslose Psychologin eine gut funktionierende Ich-AG zu gr├╝nden.
Liebe Gr├╝├če
Meckie
__________________
der Ausbruch aus dem Gef├Ąngnis dauert ein Leben lang ...B. Groult

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NicoD
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2005

Werke: 2
Kommentare: 62
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Sprachlich ohne Zweifel gut - wobei ich die PLASTIKHANDSCHUHE nicht gro├č geschrieben h├Ątte.

Aber soll das erotisch sein? Die anderen Leser scheinen den Text so zu verstehen. Ich kann aber selber nicht einen Hauch von Erotik entdecken, wobei dies nat├╝rlich eine sehr subjektive Sache ist. Aber mich w├╝rde es dann doch interessieren, ob Du eine erotische Intention hattest.

Gru├č,

Nico

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