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Leselupe.de > Ungereimtes
Psychose
Eingestellt am 03. 12. 2005 20:45


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tho schett
???
Registriert: Oct 2005

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Psychose

Jetzt sitzt es tagelang in ihm, und
entweder es schl├Ąft, - oder es schreit.
Vielleicht geht es irgendwann zu weit,
denkt er, - und sitzt mitten drin.

Und da sind so viele als Begleiter,
sie sind so still, und gro├č und stumm.
Und dulden alles, bis auf einen,
vielleicht auch noch ein Zweiter, -

der pl├Âtzlich, - alles h├Ąlt den Atem an,
ein Ende setzt, mit schrecklicher Gewalt.
Nur weil er endlich Ruhe haben sollte,
dem gro├čen Streit entkommen wollte.

Doch er selbst geht lautlos weiter,
und es sitzt nach wie vor in ihm.
Manchmal schweigt es, ach wie selten,
meistens schreit es, schreit mit ihm!

Dann ist er still, noch stiller will er werden,
der stillste, allerstillste Mensch auf Erden.
Doch es macht weiter was es will. In ihm.


__________________
┬ęthosche

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Kasper
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2005

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Hallo Tho!

Mehrmals habe ich heute deinen Text schon aufgerufen und "eingesaugt". - Und von mal zu mal habe ich ihn besser verstanden, den Text und diesen armen Menschen.
Sehr gut dargestellt, dieses Zerw├╝rfnis einer multiplen Pers├Ânlichkeit - lediglich das "tagelang" w├╝rde ich ├╝berdenken, da eine schizofphrene Psychose in der von dir interpretierten Intensit├Ąt eher l├Ąngerfristig "reift".

F├╝r mich ein einwandfrei nachvollziehbarer Zustand in interresanter Form dargebracht.

Lieben Gru├č,
Kasper

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Kasper
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2005

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interessant

"interessant" sollte es nat├╝rlich hei├čen! - war wohl ein unterbewusster Ausdruck meiner grammatikalischen Pers├Ânlichkeitsspaltung!

lg,
Kasper

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rosste
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2004

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"Dann ist er still, noch stiller will er werden,
der stillste, allerstillste Mensch auf Erden."
- das ist einfach gut gesagt
von einem,
der so
"mit schrecklicher Gewalt"
eine ver├Ąnderung herbeif├╝hren m├Âchte.

"und es sitzt nach wie vor in ihm."
- das ist beides
resignation, dass alles bleibt, wie es ist
und
erfahrung, dass ver├Ąnderung schwer f├Ąllt.

"dem gro├čen Streit entkommen" - geht eben nicht

"es sitzt nach wie vor in ihm."

unbehandelbar?

ehrliches gedicht, was soll ich da noch dazu sagen?


"Doch es macht weiter was es will." Komma zwischen weiter und was.

lg

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NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

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Hallo tho schett,

eine interessante "Innenansicht", die die Entfremdung eines Menschen zum Thema hat.
Ich vermute, dass Menschen in einer aktiven Psychose kaum so viel eigene Krankheitseinsicht besitzen, sich in dieser Weise selbst zu abstrahieren.
Du beschreibst das F├╝hlen Deines Protagonisten von au├čen.
Handelt es sich demnach um die Perspektive eines Beobachters, der etwas von au├čen beschreibt, das er selbst nicht pers├Ânlich erlebt/gef├╝hlt hat?

Gru├č, NDK


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tho schett
???
Registriert: Oct 2005

Werke: 36
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@Kasper
Danke f├╝rs "einsaugen", sch├Ân zu wissen dass jemand einen Text wirklich ernst nimmt, und er noch gef├Ąllt dazu. Zu "tagelang": Da hast du einerseits nat├╝rlich recht, und ich werd mir das noch ├╝berlegen. Andererseits gibt es in diesem Bereich Schwankungen, Phasen des Auf- und Abflauens, auf die sich ein solches "seit Tagen" auch beziehen k├Ânnte.

@rosste
Danke! Deine Gedanken dazu sind interessant und haben auch mich noch mal neu angeregt.

@NewDawnK
Das ist eine berechtigte, zugleich aber auch schwierige Frage. Du sagst ja selber, dass Menschen in einer "aktiven" Psychose dazu nicht f├Ąhig sind, danach aber vielleicht sehr wohl. Aber um folgendes klar zu stellen: Ich hatte bisher keine Psychose (und hoffe im ├ťbrigen, dass das so bleibt, denn es kann jeden treffen).

Dennoch habe ich beruflich viel damit zu tun gehabt. Also, um die Frage zu beantworten: Es ist eine Mischung aus intensiver theoretischer Auseinandersetzung, Erfahrungen im beruflichen Alltag mit Menschen in psychotischen Phasen und dann noch ein bisschen Imaginationskraft.

gruss an alle

tho
__________________
┬ęthosche

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