Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
320 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
Quadro und Kreisine
Eingestellt am 14. 09. 2005 14:14


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
El Gazzo
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Sep 2003

Werke: 36
Kommentare: 89
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um El Gazzo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Quadro und Kreisine

Es geschah an einem sp├Ąten Sommerabend - auf einem spiegelglatten Tisch. Wie unmoralisch!
Doch Leidenschaften sind g├Âttliches Beiried; seinen Sch├Ąfchen zugedacht, die sich menschlich fortpflanzen. Der Tierwelt aber jegliche Leidenschaft abzusprechen, nur weil sie sich beim Sex nicht gegenseitig mit Worten anfeuern k├Ânnen, halten selbst Experten f├╝r ├╝bertrieben. Im Gegenteil! Die Liebesspiele vieler Tiergattungen stellen den Homo Sapiens provozierend in den Schatten. Zumindest was Heftigkeit und Ausdauer angeht. Daran kann auch die Tatsache nichts ├Ąndern, dass dergleichen Ann├Ąherungen mitunter t├Âdlich enden. Man frage eine Gottesanbeterin; ihr Gatte kann ja nicht mehr sprechen. Der Gemahl wird beim Festmahl von ihrem Gebiss zermahlen. Die Natur ist eine Kannibalin. Selbst der zarte Efeu verziert, verehrt und umgarnt die st├Ąmmige Fichte - bis sie erstickt. Botanischer David und Goliath-Zeitvertreib.

Es geschah an einem sp├Ąten Sommerabend - auf einem spiegelglatten Tisch.
Er, Quadro, jung, ultra-flach, hatte nichts anderes im Kopf als sie zu suchen. Sie, Kreisine, j├╝nger, eine perfekte r-quadrat-pi-Ausf├╝hrung, hatte nichts anderes im Kopf als sich finden zu lassen. Seit Wochen schon f├╝hlten sie sich gegenseitig angezogen, weil sie sich s├╝ndhaft gerne ausgezogen h├Ątten, ihrer Kongruenz bewusst. Ganz unscheinbar hatte es begonnen, doch auch ein Orkan beginnt mit Windstille.

Endlich lagen sie - noch unber├╝hrt - nebeneinander, wortlos, weil ihnen die Gelegenheit die Sprache verschlug. Die Erwartung Kreisines hob err├Âtend aber einladend ihre flachen Br├╝ste. Im Kopf hatte sie alles schon hundertmal durchgedacht. Weil dieses erste Mal doch so unvergesslich bliebe. Auch f├╝r Kreise. So stand es jedenfalls im verbotenen Handbuch der Geometrie, das sie vor einem Jahr verstohlen an sich riss und pochenden Herzens durchbl├Ątterte. Immer wieder dieselben Bilder. Beziehungen zum eckigen Geschlecht schienen andererseits voll von Schwierigkeiten und Anpassungsbed├╝rfnissen zu sein, ja mitunter sogar gef├Ąhrlich. Welch spannende Lekt├╝re!
Irgendwann w├╝rde sie diese verhei├čungsvollen Theorien umsetzen. Irgendwann - das war heute. Jetzt lagen sie da, unweich gebettet, nebeneinander, wie ein zweiteiliges Besteck - auf dem spiegelglatten Tisch!





Kreisine bog und rekelte sich etwas vorteilhafter zurecht, zog in einem kleinen Segmentbogen den Fellatio-festen Lippenstift nach. Schlie├člich wollte sie sich an Quadro schmiegen. Aber weil sie selbst nichts Gerades an sich hatte, konnten sie sich immer nur an einem Punkt ber├╝hren. War das nun DER sogenannte Punkt? Quadro blieb regungslos liegen, wie bedroht. Waren ihm die pythagoreischen Sinne geschwunden?
Mein Prinz d├╝rfte ziemlich unerfahren sein, dachte sie, leicht auszurechnen - L├Ąnge mal Breite. Oder er taktierte, damit alles nicht zu schnell vorbei w├Ąre? Siehe Seite 26 im Handbuch! War diese vermeintliche Ruhe etwa Teil des unumg├Ąnglichen Vorspiels, das f├╝r M├Ąnner nun einmal in Kauf zu nehmen war?
An ihren Rundungen konnte es wohl nicht liegen. Was sollte rundlicher sein als sie, die, nachdem sie unsanft geworfen wurde, noch tagelang im Krei├čsaal verharren musste, um die ein oder andere Delle ausb├╝geln zu lassen? Ihr Vater, ein Pentagondodekaeder, der entt├Ąuscht ein M├Ądchen gewahrte und sie absch├Ątzig als Vieleck bezeichnete. Aber das ist lange her! Inzwischen h├Ątten allerhand Figuren zu gerne ihre Kreise gest├Ârt; unter anderem ein verwittwetes Zweieck.

Kreisine schaute selbstkritisch an sich herunter. Nein, an ihrem ├äu├čeren konnte es nicht scheitern. Es sei denn, Quadro st├╝nde auf enge Taille. Aber sonst? Ein winziges Loch nur, in ihrer Mitte, kaum zu erkennen, vom Einstich des Zirkels, als sie entworfen wurde. Ansonsten makellos! Ihr Blick ├╝berzeugte sich noch von der engstm├Âglichen G├╝rtelstellung und krabbelte alsdann fragend an den R├Ąndern seiner Ahnungslosigkeit entlang. Oh Quadro, du begehrenswertes unverbrauchtes Fl├Ąchenma├č! Phantasien und W├╝nsche vermengten sich, drehten sich, drehten sich immer schneller, im Lustkarussell. Was ginge w├Ąhrenddessen in ihm vor? Quadro lag noch immer wie erstarrt. War etwas falsch gelaufen? Hatte sie Fehler gemacht, gegen eine Regel versto├čen, ihn mit ihren weitl├Ąufigen Kurven verunsichert oder gar ├╝berfordert?

Andererseits, was war so schlimm daran, wenn sie das Kommando an sich riss und die ersehnte Vereinigung selbst dirigierte? Freilich h├Ątte sie erhofft, von ihm begehrt, gek├╝sst, bedeckt zu werden, schnaubend wie ein Hengst und dampfend vor Blindheit. Doch vielleicht passierte das alles ja noch und es fehlte ihm nur der erste Sto├č, fehlte sie ihm als Schwungscheibe seiner Triebe.
Die Zeit eilte unerbittlich. Kreisines G├Ąnsehaut gab Antwort auf ungestellte Fragen. Es galt, die Gunst des Angebotes zu nutzen. Sie w├╝rde jetzt oder gar nicht auf die Z├Ąhne bei├čen und einfach anfangen, ihn zu betasten, zu entlasten und auf diesem Wege ihrer aufgestauten Hemmungslosigkeit Vorschub zu leisten. Noch immer lag er auf dem R├╝cken, so wie sie, auf dem spiegelglatten Tisch, der eigentlich kein Tisch, sondern ein Zeichenbrett war.

Da sp├╝rte er pl├Âtzlich ihre Hand an seiner Magengegend umst├Ąndlich abw├Ąrts rutschen. Sein Atem legte sich ├╝ber ihren. Sie sp├╝rte eine Unebenheit, eine wachsende Unruhe, an der sie verweilte. Aber anstatt aufzutauen, lag er bald noch steifer da. Die Unebenheit wuchs immer noch und verschob Quadros Winkel, Quadros Kanten, seine gesamte Geradlinigkeit. Seine Schatten wurden l├Ąnger und l├Ąnger. Er geriet aus den Fugen, verlor seine quadratische Ebenm├Ą├čigkeit inklusive seines Verstandes, wurde zum ungleichseitigen Quader, der nach oben phallisch aufquoll. Schlie├člich war er zur stolzen, schlanken Pyramide aufgerichtet. Schwerelos hob es ihn auf, trug ihn schwebend auf Engelszungen, drehte ihn im Luftraum um die L├Ąngsachse, brachte ihn direkt ├╝ber Kreisine in Position, wo es ihn behutsam sinkend, zielsicher versenkend bis zum Anschlag, los lie├č, hob, los lie├č, hob, los lie├č. Eruptive Geometrie mit dem unbedingten Ziel ├╝bersch├Ąumender Begeisterung, gefolgt von ohnm├Ąchtigem Zucken - als der Professor ahnungslos eintrat, das feuchtklebrige Blatt mit zwei Fingerspitzen vom Brett l├Âste und die Gezeichneten, samt deren Erwartungen ausradierte.

┬ę G├╝nther Maria Garzaner

__________________
als ich h├Ârte, dass der Weg das Ziel sei, blieb ich unversehens stehen...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Melusine
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo G├╝nther,

jetzt wollte ich gerade mit einem spontanen Kommentar loslegen und dann hab ich aber doch erst mal dein Profil gelesen.

Hmm. Jetzt trau ich mich fast nicht mehr.

Egal: Ich fand den Text zum Schreien, wahrscheinlich steht er im falschen Forum weil er witzig ist, aber andererseits ist er eindeutig nicht jugendfrei.

Als Fehler ist mir "verwittwet" aufgefallen. Nachgeburtlich w├╝rde ich Kreisine logisch richtig im Kreissaal (statt Krei├čsaal) verweilen lassen. Einige Geistesblitze fand ich "zum Niederlegen", aber ich w├╝rde an deiner Stelle noch mal dr├╝bergehen, manches ist eher flach - und das meine ich jetzt nicht rei├čbrettm├Ą├čig *gg*.

Besonders der Anfang hat m.E. Schw├Ąchen, ich musste erst mal ein paar S├Ątze ├╝berwinden bis ich mich zum Weiterlesen entschloss. Dabei bin ich klassisches Publikum. Einen breiten Leserkreis wird dein Text nicht finden, man muss ja erst mal all das Fremdw├Ârterzeugs verstehen - Hirnwichser unter sich, sozusagen (falls du den unmoralischen Ausdruck verzeihst).

Oh, by the way, wie eckig bist du eigentlich? Ich meinerseits bin ziemlich kreisf├Ârmig

LG Melusine

Bearbeiten/Löschen    


bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

wirklich witzig und originell, wie da gedankeng├Ąnge
ineinander flie├čen.
ja, die ganze welt ist vom sexus erfa├čt - auch die
geometrie.

bon.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!