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Leselupe.de > Kurzprosa
Quer gedacht. Reflexionen, Aphorismen
Eingestellt am 04. 09. 2008 16:44


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Dietrich Stahlbaum
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Registriert: Aug 2002

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Schon wenn man sich selber einredet, es habe ja keinen Zweck, sich zu engagieren und mit anderen gegen den Mainstream anzugehen, trägt man dazu bei, dass sich nichts ändert. Die Freiheit des Menschen besteht aber darin, gegen den Strom zu schwimmen, gegen den Strich zu bürsten, dennoch zu tun, was Not tut.

Wer anderen vorauseilt, muss auch warten können, bis sie nachgefolgt sind. Sonst bleibt man allein.

Wenn Philosophen nichts (mehr) zu sagen haben, schweigen sie, oder sie dreschen Stroh.*

* Wozu der Pleonasmus „leeres Stroh“? Stroh ist leer.

Es gibt viele Krankheiten, aber nur eine Gesundheit.

Intelligenz ist das Vermögen, die Wirklichkeit differenziert wahrzunehmen, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren.

Dass etwas so ist, wie es ist, ist kein Grund dafĂĽr, dass es so bleibt, wie es ist.

Rationalisten beanspruchen die Vernunft fĂĽr sich allein und sind daran zu erkennen, dass sie alles, was ihnen nicht passt (Gedanken, Ansichten, Meinungen Anderer) als irrational bezeichnen.

„Willensfreiheit“ und Toleranz

Wir wären toleranter, auch mit uns selber, wenn wir wüssten, unter welchen zumeist inneren Zwängen wir handeln.

Die Aufklärung
wird pervertiert, wenn Methoden angewendet werden, die zwangsläufig das Gegenteil dessen bewirken, was erreicht werden soll: Realitätssinn, Wahrheitssinn, Einsicht, Selbsterkenntnis, Klarheit über Tatsachen und ihre Hintergründe, Vernunft und Toleranz. Wenn sie - die Aufklärung - selber zur Karikatur wird und in Gestalt von Intellektuellen arrogant daherstolziert.

Ohne Psychologie, ohne Feingefühl und Mitempfinden ist Aufklärung wie Schläge auf die Köpfe von Kindern, die zum Lernen noch ein Leben vor sich haben. Sie werden dummgeschlagen.

Religiöser Glaube, Aberglaube, religiöse Vorurteile sind meistens tiefverwurzelt. Sie sind eingefleischt. „Fleisch geworden“ heißt es in der BIBEL. Man kann das nicht wie einen Tumor aus einem Körper herausschneiden und im Abfallkübel einfach verschwinden lassen.

Fanatismus, den es auch unter Aufklärern gibt, den so genannten Wahrheitsfanatikern, blockiert das freie Denken. Und dieses lässt sich nicht erzwingen, weder bei religiös Gläubigen noch bei Atheisten, die in den Augen Gläubiger Ungläubige sind, obwohl auch sie einen Glauben haben: den Glauben an die Nichtexistenz eines Gottes.

Von der Wirklichkeit haben wir nur ein Bild. Es entsteht in unserm Kopf. Ob dieses Bild mit der Wirklichkeit ĂĽbereinstimmt, wissen wir nicht.

Wenn Heilige die Hosen runterlassen, sind sie ganz profan.

ResĂĽmee eines Gutachtens
Die Tätigkeit der Regenwürmer ist nicht zu beanstanden.

Was unterscheidet den, der Morde begeht, von dem, der Morde befiehlt? Der eine macht sich seine Hände schmutzig, der andere seine Weste.

Die Hölle,
das war die Inquisition,
das waren die KZs,
das ist GuantĂ namo,
das ist das, was der Mensch
mit dem Leben anderer Menschen macht.


Rosa war rot. Die SPD war es auch einmal. Jetzt hat sie nur noch ein paar rote Flecken.

Der Blick zurĂĽck im Zorn
verdĂĽstert uns den Blick nach vorn.

Theologie ist das fantasievolle Bemühen der Gottesgelehrten, ihre ins Unbewusste verdrängten Kinderängste zu rationalisieren.

Benedikt XVI

Auch dieser Papst wird dafĂĽr sorgen, dass es viel zu beichten gibt.

Pfingsten: AusschĂĽttung des heiligen Geistes. Solche Happenings gab es schon damals. Die Kirche hat gut daran verdient. Aber wo ist er denn: der heilige Geist?

Wer Schmutz beseitigen will, darf sich nicht scheuen, Schmutz anzufassen und sich dabei die Hände schmutzig zu machen.

Wer immer nur „seine Zeitung“ liest

Wenn man ständig sein Leibgericht isst, verdirbt man sich den Geschmack.

Ein KĂ´an **

Zwei Scharfrichter standen einander gegenüber. Einer sagte zum andern: „Wenn ich dir jetzt den Kopf abschlage, kannst du nicht mehr hören, was ich zu sagen habe.“
Darauf der andere: „Du hast nichts zu sagen.“

2.Version

Zwei Scharfrichter standen einander gegenüber. Einer sagte zum andern: „Wenn ich dir jetzt den Kopf abschlage, kannst du nicht mehr hören, was ich zu sagen habe.“
Darauf der andere: „Schlage mir den Kopf ab!“
"Das habe ich bereits getan."

** Ein KĂ´an [jap.] ist ein zen-buddhistisches Paradoxon, dessen tieferer Sinn nur intuitiv erkannt werden kann.

Ein Psychologe fragte: „Was ist der Unterschied zwischen dem Geisterglauben und dem Glauben an den einen Geist?“ Ein Zen-Schüler fasste dies als Kôan auf und antwortete: „Die Null ist eine Zahl.“

Kommentar:

Vor ein paar Monaten beklagte sich eine Psychologin bei mir darüber, dass man ihr während eines Retreats in einem buddhistischen Zentrum kein Verständnis entgegengebracht habe, als sie statt an einer Gehmeditation teilzunehmen, lieber (zu ihrem christlichen Gott) beten wollte. Sie wiederum zeigte kein Verständnis dafür, dass vietnamesische BuddhistInnen an Geister glauben. Da fiel mir als Antwort dieser Aphorismus ein.

Im 1.Teil die Frage des Psychologen. Beides ist Glaube an eine Fiktion. Beim Monotheismus kann man auch von einer Hypothese sprechen. Die Psychologin hätte eigentlich wissen müssen, wie der Geisterglauben mancher VietnamesInnen von anderen Buddhisten eingeschätzt wird, denn sie hat meinen Roman „Der Ritt auf dem Ochsen oder Auch Moskitos töten wir nicht“ gelesen und sogar eine Lesung organisiert. In dem Buch sagt es ein Zen-Lehrer.

Der 2. Teil des Aphos soll – typisch für einen Kôan – die Absurdität solcher (metaphysischen) Fragen verdeutlichen. Im (ursprünglichen) Buddhismus hat Metaphysik keinen Platz. Sie ist überflüssig und behindert Dasein und Wirken im gegenwärtigen Augenblick.

„Es ist nicht zu glauben: der Frosch kann fliegen!“ sagte die Eule und ertrank im Teich.





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Der Stein des Sisyphus rollt immer wieder bergab. Aber besteht unser Menschsein nicht darin, dass wir ihn auch immer wieder den Berg hinauftragen, damit er nicht unten liegen bleibt?
[ In Anlehnung an Camus, Le mythe de sisyphe. Essai]

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Milko
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und

ein salat der anderswo
leckerer schmeckt
heiĂźt nicht dass der salat
schlecht ist
nicht schmeckt

aber und oder
und
milko
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gedachtDenn die Einen sind im DunkelnUnd die Andern sind im LichtUnd man siehet dieIm LichteDie im Dunkeln sieht man nichtBerthold Brecht

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