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Leselupe.de > Gereimtes
Quo Vadis,Mensch?
Eingestellt am 13. 06. 2009 14:47


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helmut ganze
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2009

Werke: 509
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Quo Vadis, Mensch,
Quo Vadis, Menschheit?

1. Das Individuum; Singular

Der Mensch, wer sich auch dafĂŒr hĂ€lt,
wird plötzlich in die Welt gestellt
und nicht gefragt, ob es ihm passt,
ertrĂ€gt die BĂŒrde seiner Last,
die auf ihn zukommt mit der Zeit,
macht sich auf Ärgeres bereit.

Ist er noch jung und nicht allein,
lĂ€sst er noch fĂŒnfe g`rade sein,
doch eines Tages, wenn er groß,
geh`n die Probleme richtig los,
weil dann, wo er auch geht und steht
der Wind voll ins Gesicht ihm weht.

Er fragt, was soll die Zukunft bringen,
wird, was ich will, mir auch gelingen?
Er fragt sich, sind Beruf und Geld
denn auch schon alles in der Welt
und auch die Frage steht ins Haus,
wie sieht`s denn mit der Liebe aus?

So manches bleibt da völlig offen,
will er nicht auf ein Wunder hoffen
und hÀlt er manches auch vermessen,
ist er auf Trost und Rat versessen.
Da ist der Glaube oft im Spiel,
am Ende bringt das auch nicht viel,

denn Religion sagt nur konkret,
was ist, wenn es ans Ende geht,
darum darf es ihn nicht verdrießen,
sich and`re Quellen zu erschließen.
Er sucht das Astrologenwesen,
lÀsst Zukunft aus den Karten lesen,

aus Kaffeesatz, durch Pendelschwingen,
will er das Schicksal fĂŒr sich zwingen,
fÀllt Scharlatanen in die HÀnde,
liest WeisheitsbĂŒcher, alle BĂ€nde,
trotz dass er nach Erkenntnis strebt,
er zweifelt stets, so lang er lebt

und keiner sagt ihm hier auf Erden,
wie kann und wird es sein und werden.
Zum Schluss gibt er enttÀuscht dann auf
und lÀsst dem Schicksal seinen Lauf.

2. Die Anderen; Plural

Quo Vadis, Mensch, erscheint schon schwer,
quo Vadis Menschheit, schon viel mehr.
Wohin nun, Menschheit, diese Frage,
hört man doch vielfach heutzutage,
auch weil die Antwort, ganz konkret,
mitnichten in den Sternen steht.

Warum sind wir wohl hier auf Erden,
was wird mal mit der Menschheit werden?
Gar Vieles wurd` schon unternommen,
der Frage auf den Grund zu kommen.
Philosophie hilft zwar erkennen,
die Antwort kann sie auch nicht nennen
und auch die tiefste GlÀubigkeit
bringt uns am Ende nicht sehr weit.

Auch Sektenkult der Religionen
kann uns vor Irrtum nicht verschonen.
So streitet man noch heut ganz toll
was denn aus uns mal werden soll,
wenn`s weitergeht so wie bisher
und wÀlzt Gedanken hin und her.

Die Zukunftsangst geht um im Land
und mancher zweifelt am Verstand
der Menschen, die, so lang wir denken,
unsichtbar uns`re Schritte lenken.
So kommen wir nur zu dem Schluss,
dass sich so manches Àndern muss.


3. Die FrĂŒhzeit; Plusquamperfekt

Die Menschheit hat wohl Tag und Nacht
schon ĂŒber Vieles nachgedacht,
wo geht sie hin, wo kommt sie her,
die Fragen interessieren sehr.
Was wird mit uns auf dieser Welt,
wenn sie in sich zusammenfÀllt?

Nur ein`s scheint sicher, wo und wann
der ganze Ärger einst begann.
Zum Anfang uns`rer Erdenrunde
gibt es so manche fromme Kunde.
Die Menschheit ist, wie angenommen,
wohl hier auf Erden angekommen,

als sie, wie immer es so hieß,
dereinst das Paradies verließ,
aus dem man unsanft sie vertrieben,
wie in der Bibel schon beschrieben.

Den Apfel fest noch in der Hand,
war`s aus mit dem Schlaraffenland,
das wohl, so wie es damals ging,
am Baume der Erkenntnis hing.

Vorbei war`s mit dem sĂŒĂŸen Leben,
mit allem MĂŒĂŸiggange eben
und jeden Tag und jeden Morgen
musst` jeder selber fĂŒr sich sorgen.

Man aß dann Wurzeln, musste jagen,
den Mammut selbst zum Lager tragen
und wurd`s im Winter nicht mehr hell,
fror man dann auf dem BĂ€renfell.

Die Umwelt selbst war nicht geheuer
und nur wenn`s blitzte, gab es Feuer.
So war das Leben nicht bequem
und keinesfalls sehr angenehm.

Das war, so wie wir heute sagen,
die Steinzeit in den frĂŒhen Tagen,
die ganz und gar fĂŒr eines steht,
es fehlte ProduktivitÀt,
weil jedermann an sich nur dachte
und was zu tun war, selber machte.

So ging es, bis in uns`rem Land,
die Arbeitsteilung man erfand,
schuf Eigentum, verfiel dem Geld,
das nun allein regiert die Welt
und dabei sind wir unbenommen
im hier und heute angekommen.


4. Auf dem Integral; PrÀsens

Was nun die Menschheit einst bewegte
und den Erfindergeist erregte,
das hat sich heute unverdrossen
auf unser Leben eingeschossen,
denn die Gesellschaft allemal
treibt auf dem schmalen Integral

vom Ursprung ihrer Erdentage
bis hin zum Endpunkt, ohne Frage.
Die Arbeit war`s doch, wie gedacht,
die uns allein zum Menschen macht.

Doch Broterwerb um Geld allein
kann nicht der Sinn des Lebens sein,
wenn man die Menschen dann zuletzt
nur noch als Konsumenten schÀtzt
und sie verbannt, wie heute schon,
fast weltweit aus der Produktion,

denn immer mehr und ungeniert
wird ohne Menschen produziert
und eines Tages ist`s gerichtet,
der letzte Arbeitsplatz vernichtet.
Dem Kapital ist da nicht Bange,
fĂŒhrt es die Wirtschaft so schon lange.


5. Die Endzeit; Futurum exaktum

Die Wahrheit steht uns heut ins Haus,
wie sieht nun uns`re Zukunft aus?
Denn wenn die Wirtschaft, die uns schlaucht,
die halbe Menschheit nicht mehr braucht
und nur noch giert nach mehr Gewinn,
nur noch Profite hat im Sinn,

ist das, was uns am Leben hÀlt,
von FĂŒĂŸen auf den Kopf gestellt.
Denn ProduktivitÀt allein
soll doch den Menschen dienlich sein,
was einst der Mensch fĂŒr sich erfand,
hat er nun nicht mehr in der Hand.

Wenn nur noch Kapital uns lenkt,
ist Unheil nÀher, als man denkt.
Die Politik reicht nicht mehr aus,
Globalisierung steht ins Haus.
Wenn schließlich uns`re Arbeitswelt
wie`n Kartenhaus zusammenfÀllt,

droht letztlich uns wie Dynamit,
gesellschaftlicher Suizid.
Doch ungebremst und ganz normal
fahr`n wir auf diesem Integral,
den Kopf gesteckt tief in den Sand,
nur weiter so, mit Unverstand,

wohl wissend, was am Ende winkt,
wenn uns ein Ausweg nicht gelingt.
Hier mĂŒssen wir den Mut beweisen,
das Ruder noch herumzureißen.


6. Die Rettung; Futurum

Der Staat als Instrument der Macht
sei in der Tat damit bedacht,
das zu verhindern, was passiert,
wenn die Gesellschaft implodiert.
Es wird in uns`rem Erdenleben
die VollbeschÀftigung nicht mehr geben,

das heißt, sich endlich zu bekennen
und auch das Kind beim Namen nennen.
Schluss mit dem Spiel Monopoly,
sonst Àndern wir den Umstand nie,
dass, wer auf Arbeit sich noch quÀlt,
klammheimlich seine Groschen zÀhlt,

mit seinen Steuern zum Verdruss
das alles noch berappen muss.
Man muss Gewinn aus Automaten
in der Gemeinschaft mit verbraten

und darf es auch nicht lÀnger dulden,
dass Staat und LĂ€nder sich verschulden,
nachdem man Menschen mit Bedacht
um ihre Existenz gebracht.
Das Geld ist da in diesem Land,
man hat`s nur leider nicht zur Hand.


Heidenau, den 20. 08. 2006





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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Helmut,

mit der Strophenunterteilung gefÀllt mir das Gedicht viel besser.

Sehr schön & witzig finde ich die ZwischenĂŒberschriften, die du der Gramatik entlehnt hast ... insgesamt ein schöner Text, der aber wegen seiner LĂ€nge dem Leser einiges abverlangt.

Liebe GrĂŒĂŸe
Heidrun

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helmut ganze
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2009

Werke: 509
Kommentare: 1279
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s.o.

Liebe Heidrun,

ich danke Dir, dass Du noch mal geantwortest hast. Meine erste Antwort ist leider mit gelöscht worden, ich habe aber Deinen
Vorschlag zur besseren StrophenlÀnge gern aufgegriffen und mein Gedicht in voller LÀnge gebracht.
Es braucht sicher etwas Geduld beim Lesen.
Der Griff zur Grammatik bei den Überschriften sollte etwas wie ein roter Faden sein, um das Ganze zusammenzuhalten.
Ich hoffe auch wieder auf kĂŒrzere Reimereien, wenn sie mir einfallen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Helmut

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