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Leselupe.de > Horror und Psycho
Racheengel
Eingestellt am 23. 10. 2003 22:31


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mye
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Racheengel

Ich wandelte stets auf den Pfaden des Todes... seit meiner Geburt bis zum heutigen Tage, es ist meine Bestimmung, so grausam es auch klingen mag. Denn da ist etwas, das mich beherrscht; das wei├č ich. Doch woher es stammt und von welcher Natur es ist kann ich nicht wagen zu sagen. Denn da sind Ohren, ├╝berall, an jeden Orten meiner Ankunft. Sie belauschen mich st├Ąndig, kontrollieren meine Absichten und umso mehr die zu erf├╝llenden Arbeiten. Einzig und allein darum geht es, um die Erf├╝llung. Denn ihre Zeit ist abgelaufen, sie haben sie nicht genutzt. Deshalb werde ich auf Schritt und Tritt begleitet, es darf nichts falsch laufen. Doch unvernehmbar sind ihre Schritte, nicht zu erfassen ihre Gestalt, wenn es denn eine gibt. Es vergehen im Grunde keine vollen Minuten, ohne ihre Pr├Ąsenz. Nur ist sie eben nicht sichtbar f├╝r mich, f├╝r niemanden; eine m├Ąchtige Pr├Ąsenz, keine Frage, denn das sp├╝re ich in allen Poren, doch eben nicht erkennbar. Nicht mit dem blo├čen Auge. H├Âren tu ich sie jedoch, oh ja h├Âren kann ich sie ganz deutlich. Aber ist es mehr ein stilles Vernehmen, ein gedankliches Austauschen von Informationen und ein jedes Mal unvorhersehbar; ein pl├Âtzliches Einflie├čen in mein Denken und Handeln. Keine Manipulation, denn dies ist der Wille, doch ein marionettenhaftes Verwenden meiner Person. Ihre Macht ist einsch├╝chternd, in gewisser Weise l├Ąhmend, aber andererseits auch wieder angenehm. Da wohnt eine Bestimmung mir inne, die ihre leisen Worte wunderbar und vor allem einleuchtend erklingen l├Ąsst; und es liegt nicht in meinem Ermessen, jenes zu beurteilen, ausschlie├člich die Erf├╝llung ihrer Auftr├Ąge ist von h├Âchster Bedeutung und nicht zu missachten. Es ist schlie├člich der Grund meines Seins. Ich kann dieses Empfinden nicht vollends ausgereift beschreiben, doch wahrnehmen, oh ja, wahrnehmen tu ich es in absoluter Deutlichkeit... ebenso wie ich die negativen Schwingungen der Menschen wahrnehme. Ja ich spreche von ihnen, als w├Ąre ich keiner ihrer Rasse, denn so ist es nun Mal. Doch es gen├╝gt der eine Blick in neblige Augen und so ward mir dessen finstere Vergangenheit zu F├╝├čen gelegt. So k├Ânnte man sagen, ich wurde geboren, um ├╝ber diese Rasse zu herrschen, ├╝ber die Menschheit. Ich bin der Auserw├Ąhlte, der Zorn, verk├Ârpert in einer H├╝lle menschlichen Fleisches, die Fassade normal, doch das Innere aufgehetzt wie das Gem├╝t eines wilden Tieres, wenn es provoziert wird... oder erschreckt, gar aufgeschreckt. Ja aufgeschreckt k├Ânnte man sagen, vielleicht auch geweckt, aus einem stillen Schlaf gerissen, um zu vergelten, heimzuzahlen. So stellt meine Geburt das Erwachen der einzig wahren Rache dar, die nun auf Erden wandelt... auf den Pfaden des Todes, entstanden in den K├Âpfen der Menschen, die es selbst herbeigef├╝hrt haben durch ihre Unruhestifterei m├Âcht ich sagen. Durch ihre verqueren Machenschaften, ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Sein und Nichtsein. Sie wollten es ja nicht anders, haben sie denn gedacht, bis in alle Ewigkeiten so handeln zu d├╝rfen?

Auch wenn man mich f├╝r das eigentliche B├Âse h├Ąlt, versucht, mich einzusperren und in enge Jacken zu dr├Ąngen, so irren sie. Da ist nichts, als relevante Vergeltung, verdiente Strafma├čnahmen, wenn andere Versuche dieser Art es nicht erreicht haben, die potenzielle Gewalt der Menschheit in Zaum zu halten. Die Frist war lang genug, nun ist sie endg├╝ltig abgelaufen und es wird sich zeigen, wer hier in die Ecke gedr├Ąngt wird, wer am Ende st├Ąrker ist... die Menschheit oder der Wille eines ├╝bergeordneten Systems... dem einzig gerechten System.
__________________
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Marcus Richter
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mye,
einen ganz guten Racheengel hast du da entworfen. Er ist ein wenig wie ein Kind, das gerade erwacht ist und nur die STimmen seiner Eltern h├Ârt und das leise Klopfen der Krankenschwester an der T├╝r. Das ist nicht uninteressant.
Manchmal ist ein wenig zu viel Unsicherheit im Text, will hei├čen vom Satzaufbau (Verwendung von "k├Ânnte man sagen" etc.). Aber es funktioniert noch.

Wenn man sich jetzt ├╝berlegen w├╝rde, in welcher Weise dieses "B├Âse" im darauffolgen Text funktionieren soll, k├Ânnte man seine Einleitung vielleicht st├Ąrker strukturieren und ihm ein eindeutigeres Gesicht geben.
Dann k├Ânnte man sich auch ├╝berlegen, wie sicher er mit seiner Sprache und seinen Gedanken auftritt( d.h. soll man Unsicherheit darstellende Satzelemente verwenden, weil das B├Âse vielleicht selbst sp├Ąter Unsicherheit zeigt oder soll man Sicherheit und Graglinigkeit zeigen, als Zeichen daf├╝r, da├č das B├Âse als eine Art unver├Ąnderbare Naturgewalt auftritt).

Fl├╝ssig geschrieben, mye
Gruss
Marcus
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Gr├╝nbein

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mye
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vielen dank f├╝r deinen beitrag. wichtig in dem text ist mir die aussage, eine kritik an unserem justizsystems (verpackt in einer abstrakten geschichte). die von dir erkannte unsicherheit soll beim leser im grunde die ├╝berlegung aufwerfen, ob er nicht doch eher ein schizophrener m├Ârder ist, der sich das alles nur einbildet, um seinen taten einen rahmen zu verleihen. wer mir bei der aussage zustimmt sieht in ihm also einen wahrhaften racheengel, die anderen einen irren. aus diesem grunde die unsicherheit. ich sag ja: ein wenig abstrakt, aber da steckt eine ├╝berlegung hinter :-)!

lieben gru├č
mye
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