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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Raketen
Eingestellt am 18. 01. 2014 19:55


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arielleira
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2014

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Ich schlie├če die Augen und atme tief ein. Das Ungewisse schn├╝rt sich fest um meine Kehle, nimmt mich ein und raubt mir die Luft zum Atmen. Ich habe den Moment vergessen, in dem ich das letzte Mal die S├╝├če des Lebens eingeatmet habe, das Leben sp├╝rte und meinen K├Ârper als meinen Eigenen wahrgenommen habe. Ich lebe vor mich hin, habe jegliches Ziel aus den Augen verloren, der rote Faden ist mir schon vor Jahren aus den H├Ąnden entglitten.

Ich versuche mich krampfhaft an etwas zu halten von dem ich wei├č, dass es gar nicht existiert und st├╝rze mich in die unbedachtesten Beziehungen bis mich das Geborgene und Sichere einengt und mir jeglichen Raum zur Entfaltung nimmt. Ich verstehe es nicht.

Noch vor ein paar Jahren h├Ątte ich vor lauter Gl├╝ck und Liebe weinen k├Ânnen. Es gab nicht viel, dass mich beunruhigte oder aufregte, nichts das mich aus meiner Bahn warf. Nichts, dass mich daran hinderte das Leben in vollen Z├╝gen aus zu kosten.

Nun sitze ich hier. Alleine obwohl ich nicht alleine sein m├╝sste. Ich sehne mich nach etwas. Doch ich wei├č nicht was genau ich eigentlich begehre. Ich w├╝sste nicht nach was ich suchen sollte, was genau ich tun oder denken sollte um dies zu erhaschen. Mir fehlt etwas, irgendetwas. Diese Ungewissheit, zu wissen dass mir Dieses fehlt, ich aber gleichzeitig nicht wei├č, wie ich es bezeichnen soll oder gar erreichen kann, entzieht mir all meine Kraft und meine Leidenschaft am Leben.

Allgegenw├Ąrtig sollte es mir doch an nichts fehlen. Ich hatte bis vor ein paar Tagen noch jemand an meiner Seite, der so gut wie alles daf├╝r tun w├╝rde damit es mir besser ergehen k├Ânnte, der mich verstand, mir vertraute, mir unfassbar nahe war und auf eine ganz besondere und au├čergew├Âhnliche Weise mir verbunden war. Selbst ihn habe ich ziehen lassen um nach dem zu Suche was mir fehlt.

Ich habe einfach meinen Platz noch nicht gefunden. Nicht in mir und auch nicht in der Gesellschaft. Vieles interessiert mich, doch f├╝r nichts Explizites brennt mein Herz. Alles erhoffe ich zu sehen und doch wei├č ich nicht mit was ich beginnen sollte. Ich h├Ątte die M├Âglichkeit mit vielen meine Gedanken zu teilen und trotzdem ziehe ich es bislang vor das meiste mit mir selbst auszumachen. Gewiss w├Ąre es befreiender mich mitzuteilen, meine Sorgen zu teilen, doch wenn ich zulasse jemand in die Tiefen meines Innersten zu blicken, engt mich das Gef├╝hl der N├Ąhe ein und ich ziehe mich erneut zur├╝ck.

Ich tapse durch die Dunkelheit und suche verzweifelt nach einem Licht. Es erschien mir die letzten Jahre als einfachere Alternative mich von einigen mit einer Kerze in der Hand begleiten zu lassen als selber danach zu suchen. Ich wog mich in Sicherheit, besch├╝tzt und doch kam ich immer an diesen einen Punkt. An den Punkt an dem ich all meine tollen M├Ąnner verlie├č da ich nicht gl├╝cklich war. Nicht mit ihnen. Jedoch mit mir selbst.

Immer wieder dachte ich, nun wird es bestimmt anders... wurde es nicht. Ich irre noch immer umher und versuche den grauen Schleier der mich umgibt in etwas leuchtenden und sch├Ânes zu ver├Ąndern. Niemand k├Ânnte mir dabei helfen. Ich selbst kann es im Moment irgendwie auch nicht. Das kann doch nicht so schwer sein. Ich will doch einfach nur gl├╝cklich sein.

Die Gegebenheiten sind verhei├čungsvoll ein erf├╝lltes Leben zu f├╝hren, mit sich selbst zufrieden zu sein. Der Rahmen ist golden und wertvoll doch mir fehlt der Elan und die Ideen ein Bild daf├╝r zu zeichnen. Ich k├Ânnte es zu etwas bringen, mich verwirklichen, etwas erreichen. Daf├╝r m├╝sste ich mich zwangsl├Ąufig f├╝r etwas entscheiden, was mich vor ein un├╝berwindbares Hindernis stellt.

Ich sehne mich nach N├Ąhe und wenn ich sie erlange sehne ich mich nach Einsamkeit. Ich sehne mich nach Verbundenheit und gleichzeitig nach Freiheit. Ich sehne mich nach Erfolg und einem Beruf der mich erf├╝llt und schaffe es nicht mich dazu zu motivieren etwas daf├╝r zu tun. Ich sehen mich nach Liebe und schenkt mir jemand sein Herz packe ich es in ein Schachtel und traue mich sie nicht zu ├Âffnen und das Geschenk anzunehmen.

Ich schenke mir den letzten Schluck aus der Sektflasche ein, die ersten Raketen schie├čen drau├čen in den Himmel. Es ist Silvester. 23:55 Uhr. Ich sitze zuhause, alleine, h├Âre laut Musik und f├╝hle mich wie bet├Ąubt. Mir fehlt die Luft zu Atmen, der Mut mich meiner Aufgabe zu stellen und endlich etwas an mir zu ├ändern.

Bleibt mir das vollkommene und langfristige Gl├╝ck ewig verwehrt nur weil der eine Fremde vor 10 Jahren mein Dasein in nur ein paar Minuten ausgel├Âscht hat? Mich f├╝r immer gekennzeichnet hat und mir den Glauben an mich selbst zunichte machte. Ich w├╝rde so gerne alles daf├╝r tun um ihn nicht diesen Gefallen zu machen. Ich kann es nur nicht. Ich kann nur versuchen es zu vergessen und es weiter in die hinterste Ecke meines Ged├Ąchtnisses zu schieben um es vor mir selbst zu verstecken.

Nun beginnt das neue Jahr. Ich w├╝rde mich am liebsten ├╝bergeben. K├Ânnte ein Jahr sinnloser und unspektakul├Ąrer sein als das Letzte? Ich denke nicht. Ich m├Âchte mir auch nicht alles schlecht reden. Aber gut reden geht nun mal auch nicht.


Version vom 18. 01. 2014 19:55
Version vom 19. 01. 2014 14:13

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lilaluna
g e s p e r r t
Hobbydichter

Registriert: Jan 2014

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Das liest sich wie die selbstmitleidige Nummer eines lyrischen Ichs, das nicht begreifen kann oder m├Âchte, dass f├╝r das so genannte "Gl├╝ck" mehr erforderlich ist als das Warten darauf. Von allein pflegt es n├Ąmlich nicht zu einem zu kommen, und wenn doch, dann erweist sich's meist nur als "Katzengold", das seinen Glanz nur allzu rasch verliert.

Ebenso sinnlos ist es, die eigene Faulheit, Feigheit und Antriebslosigkeit mit mehr oder weniger lang zur├╝ckliegenden Ereignissen oder den Personen, die sie ausl├Âsten, zu entschuldigen. Fast jeder, der es bis zur Pubert├Ąt, zum Quali oder gar bis zum Abs geschafft hat, hat ordentlich auf die Fresse bekommen; manche haben die Eltern verloren, waren auf der Flucht, wurden blind oder sitzen nach einem Unfall im Rollstuhl. Und doch haben sie ihr Gl├╝ck weiter versucht. Die meisten haben es gefunden.

Eine literarische Aufarbeitung dieser Binsenweisheiten erfolgt in dem langatmig geschriebenen, immer wieder Gleiches beklagenden Text leider nicht, arielleira. Es findet sich auch nichts, das vermuten lie├če, das Lyrich leide bereits an Depression und br├Ąuchte Hilfe. Vielleicht befindet es sich auf dem Weg dorthin?

Tipp: Lass es sich Gedanken dar├╝ber machen, ob die Wertsch├Ątzung Dritter nicht auch davon abh├Ąngt, dass man sich selber leiden kann und dass man etwas an Dritten nur dann zu entdecken und f├╝r sich nutzbar zu machen imstande ist, wenn man genau genug hinguckt. Vor allem, dass man erkennt, welche Werte im significant other wirklich stecken.

Um bei der Literatur zu bleiben: Das Lyrich sollte nicht nur schreiben, sondern auch lesen k├Ânnen. Ich wei├č, wie m├╝hsam das ist. Aber allein daheim sitzen und das Selbstmitleid mit Sekt verd├╝nnen, ist sterbenslangweilig. Dar├╝ber schreiben noch viel langweiliger.

Liebe Gr├╝├če

lilaluna

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