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Leselupe.de > Gereimtes
Ratschlag zur Betrachtung der Sonne
Eingestellt am 16. 01. 2007 19:05


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Gerd Geiser
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Es macht sich oft Versonnenheit
beim Untergang der Sonne breit.
Wenn abends sie im Meer versinkt,
der Mensch um seine Fassung ringt.
Auch wirkt ihr Aufgang oft gekonnt
hinter festem Horizont.

Doch muss man diesem PhÀnomen
besonnen in die Augen sehn.
Ein Trugbild ist der Sonne Lauf,
ihr Untergang und auch ihr Auf-.
Die Erde ist in Rotation,
alles andÂŽre: Illusion.

Drum bitte, Freunde, bleibt gelassen,
dann lÀsst sich dieser Vorgang fassen.
__________________
Es ist schon alles gesagt. Nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

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Gerd Geiser
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Hallo Prosaiker.

Danke, dass du dich mit meinem Gedicht beschÀftigt hast.
Ich kenne das nette Gedicht von Heine, hab es irgendwann mal gelesen, hÀtte aber nicht mehr gewusst, dass es von Heine ist und es wahrscheinlich auch nicht wieder gefunden. Es freut mich, dass du es mir auf diesem Wege wieder zugÀnglich gemacht hast.
Und es beruhigt mich, dass sich meine Aussage von der Aussage Heines unterscheidet. WÀhrend Heine dem FrÀulein quasi bestÀtigt, dass die Sonne sich bewegt, vorne untergeht und hinten wieder aufgeht, erklÀre ich dem Leser, dass dies eine Illusion ist: Nicht die Sonne zieht ihre Kreise, sondern die Erde ist in Bewegung. Dies macht mein Gedicht inhaltlich zu einem eigenstÀndigen "Werk".
Die beiden letzten Zeilen der ersten Strofe bringen die augenscheinliche Bewegung der Sonne ins Spiel: Vorher ist vom Untergang die Rede, jetzt kommt der Aufgang dazu. Ihr Untergang und auch ihr Auf-(gang) wird in der 2. Strofe wieder aufgegriffen. Vielleicht sollte man den f e s t e n Horizont durch r o t e n Horizont ersetzen, weil es unerheblich ist, ob die Sonne "im Meer" oder sonstwo versinkt. Diese raus zu lesende Unterscheidung verkompliziert das Gedicht eventuell.
Das ist in etwa das, was ich dir antworten wollte.

Lieben Gruß
GG
__________________
Es ist schon alles gesagt. Nur noch nicht von allen.
Karl Valentin

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Prosaiker
Guest
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Schlecht ist das Gedicht nicht, keineswegs, das meinte ich auch nicht. Es ist natĂŒrlich ĂŒbertrieben, Heine als Maßstab nehmen zu wollen. Aber der Unterschied zwischen "Illusion" seitens Gerd und "BestĂ€tigung" (ihr wisst schon, das Ding mit und sie dreht sich doch etcetera) seitens Heine halte ich fĂŒr Haarspalterei, die dichterischem Humor nicht gerecht wird. Zu den zwei angesprochenen Zeilen: vielleicht wirkt mir das einfach zu hölzern. NatĂŒrlich stellst du dem Untergang auch den Aufgang entgegen. Jedoch scheint mir der Untergang herzlicher verdichtet. Der Aufgang kommt schlecht weg, der arme Kerl. Der Aufgang wirkt gekonnt, nun ja. Das ist so - fast halb und gar nicht ganz. Das kannst du besser, wie man etwa an dieser Stelle sieht:

quote:
Ein Trugbild ist der Sonne Lauf,
ihr Untergang und auch ihr Auf-.

Nun denn, schöner Gruß von
Prosa.

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Sta.tor
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Hallo Gerd,

ich finde Dein Gedicht soweit gelungen, nur stachen mir schon beim ersten Lesen ein paar Sachen schmerzend ins Auge.

1. warum die verkĂŒrzte letzte Zeile, die den Rhythmus m.A. erheblich stört? Das lĂ€sst sich doch ganz einfach durch ein "hinter dem..." bzw. "und alles and`re..." vermeiden.

2. bei "festem Horizont" musste ich erst mal stutzen, hab ich noch nichts von gehört. Logischer fÀnde ich den fernen Horizont.

3. Das "Sie" am Schluss finde ich auch nicht so glĂŒcklich gewĂ€hlt, zumal die Quintessenz auch ruhig etwas origineller hĂ€tte ausfallen dĂŒrfen. Aber ein: "Drum bitte, Freunde, bleibt gelassen..." hört sich dann doch freundlicher an.


Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Heinegedicht noch nicht kannte, so konnte ich mich allerdings vorurteilsfrei mit Deinem Werk auseinander setzen. (Das "Das kannst Du besser" - Gedicht bekÀme von mir allerdings ne glatte 10!)

VG Thomas

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Gerd Geiser
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Nun, zum GlĂŒck bin ich kein Architekt, und da ist es nicht so tragisch, wenn mir mal was einfĂ€llt.

Ich gebe zu bedenken, dass auch die letzte Zeile der 1. Strofe nur aus 7 Silben besteht.
"...wenn abends sie im Meer versinkt..." - Wasserhorizont. Fester Horizont meint Landhorizont.
Vorletzte Zeile geÀndert:

Danke, Freunde.
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Karl Valentin

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Aragorn
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Also, erst einmal:

Mit der Glorifizierung von Heine kann ich wenig anfangen.
Ein gutes Gedicht bzw. ein Meisterwerk ist ein ebensolches völlig unabhÀngig davon, ob es von Jesus in Herodes' GÀstebuch oder von einem Strauchdieb an die Stelle, wo der Strauch vor dem Diebstahl gestanden hatte, geschrieben worden ist.

So siedele ich z.B. Gerds aktuelles Wildwest-Gedicht vor Heines Sonnengedicht an.

Dieses hier allerdings erscheint mir noch etwas unausgegoren. Vielleicht hÀtte Wilhelm Busch was Lustigeres draus gemacht, vielleicht aber auch was weniger Lustiges.

Was ich mir indes wĂŒnsche:
Daß Gerd was noch Stimmigeres draus machte!

quote:
Es macht sich oft Versonnenheit
beim Untergang der Sonne breit.
schön!
Wenn abends sie im Meer versinkt,
der Mensch um seine Fassung ringt.
Nur mĂ€ĂŸig raffinierter Ausdruck! Es sei denn, es wĂ€re z.B. eine GlĂŒhbirne, die um ihre Fassung rĂ€nge!
Die Inversion wirkt hier ĂŒbrinx so, als versuchte ein Silberhochzeitsdichter, Wilhelm Busch zu imitieren - weit unter Geiser-Niveau!

Auch wirkt ihr Aufgang oft gekonnt
hinter festem Horizont.

Doch muss man diesem PhÀnomen
besonnen schön! in die Augen sehn.
Ein Trugbild ist der Sonne Lauf,
ihr Untergang und auch ihr Auf-.
Klasse, dieser Zweizeiler!
Die Erde ist in Rotation,
alles andÂŽre: Illusion.

Drum bitte, Freunde, bleibt gelassen,
dann lÀsst sich dieser Vorgang fassen.
Diesen Schluß bitte unbedingt in den Papierkorb und einen originelleren ent-werfen!
Das ist nun wirklich alles und nichts!






lg
Ara

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Gerd Geiser
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Lieber Aragorn,

ich fĂŒhle mich von dir an die Hand genommen, kann ihr aber nicht leichten Fußes folgen.

Dass der Mensch beim Untergang der Sonne um seine Birnenfassung ringt, ist ein schöner Gedanke. (Aber das meintest du ja nicht) Vielleicht sollte ich schreiben:
Wenn abends sie ins Meer abschweift,
der Mensch sich an die Birne greift.

Der Schluss entspricht halt meinem Humor. Nach sachlich-ausfĂŒhrlicher Darlegung der astronomischen Gegebenheiten muss und sollte sich mensch der ĂŒberbordenden GefĂŒhlspalette "Sonnenauf/-abgang" nicht lĂ€nger hingeben. Aufgrund einer adĂ€quateren Sichtweise dieser VorgĂ€nge (dazu rate ich dringend) ist das (danke Gerd!) nicht lĂ€nger nötig.

Mag man mögen oder nicht, doch ist es das, was ich sagen wollte.

Gruß
GG



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Karl Valentin

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