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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Rattawut Lapcharoensap, Sightseeing
Eingestellt am 01. 06. 2019 16:53


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Arno Abendschön
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Rattawut Lapcharoensap wurde 1979 in Chicago als Sohn in die USA eingewanderter Thais geboren. Aufgewachsen ist er zum großen Teil in Bangkok, kehrte im Verlauf seines Studiums in die USA zurĂŒck. Hier wurde er bald als Verfasser von Geschichten bekannt, die zwar auf Englisch geschrieben sind, deren Stoffe jedoch zumeist in Thailand angesiedelt sind. Sieben dieser ErzĂ€hlungen enthĂ€lt seine 2005 herausgekommene erste Buchveröffentlichung mit dem Titel „Sightseeing“. Schon ein Jahr spĂ€ter folgte unter demselben Titel die deutsche Übersetzung.

„Sightseeing“ war international sehr erfolgreich. Es verbindet perfekt beherrschte Technik amerikanischer Kurzgeschichten mit genauestem Einblick in den Alltag in Thailand. Alle Texte sind ĂŒberwiegend sozialkritisch und meist aus der Perspektive Heranwachsender geschrieben, fĂŒnfmal aus der eines Jungen und mit der abschließenden und lĂ€ngsten („HahnenkĂ€mpfer“) aus der eines MĂ€dchens. Einmal kommt ein alter Mann auf diese Weise zu Wort. Die Ich-ErzĂ€hler liefern erbarmungslose Sozio- und Psychogramme mitten aus der Gesellschaft des sĂŒdostasiatischen Landes, vor allem aus den unteren und mittleren Schichten. Wir sehen ein modernes Thailand vor uns, das gerade dadurch exotisch auf uns wirkt, dass es kaum touristisch interessante Assoziationen bedient.

Dabei spielen Fremde in drei der sieben Geschichten durchaus bedeutende Rollen. In „Farangs“ macht der Sohn einer Thai und eines US-Soldaten ernĂŒchternde Erfahrungen mit amerikanischen Touristen in einem Badeort. „Lass mich hier nicht sterben“ ist der Bericht eines US-Rentners, der in Bangkok bei seinem mit einer Thai verheiratetem Sohn lebt. „Priscilla aus Kambodscha“ ist ein FlĂŒchtlingsmĂ€dchen, das in einem illegalen Camp haust und sich mit einheimischen Jungen anfreundet. Den Niedergang einer Proletarierfamilie in einer mafiös ĂŒberformten Provinzstadt behandelt „HahnenkĂ€mpfer“. Die zersetzende Wirkung von Korruption zeigt sich am „Einberufungstag“, an dem junge MĂ€nner gemustert und mit einer teilweise gelenkten Lotterie fĂŒrs MilitĂ€r herangezogen oder freigestellt werden. „Im CafĂ© Lovely“ lernt ein MinderjĂ€hriger, den sein Ă€lterer Bruder mitgenommen hat, ein von Drogen und Prostitution geprĂ€gtes Milieu kennen. In der Titelgeschichte begleitet ein angehender Student seine Mutter auf einer Reise zu einer Ferieninsel. Die Mutter wird, wie beide wissen, bald erblinden. Sie wirft letzte Blicke auf ein Ferienparadies, das ihr bis dahin nichts bedeutet hat.

Zwei dieser ungewöhnlich suggestiven Geschichten hat 2015 Josh Kim, ein US-amerikanischer Filmemacher koreanischer Herkunft, zu dem ebenso ĂŒberzeugenden Streifen „How to Win at Checkers (Every Time)“ (deutsch „Mein Bruder, der Held“) verarbeitet.


Version vom 01. 06. 2019 16:53

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jon
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Durch die optische Abtrennung des Titels eines Textes (der in dem Fall kaum keiner ist) vom Text selbst fĂ€llt hier besoders stark auf, dass der Text nicht alle nötigen Infos enthĂ€lt: Nirgends in dem Artikel steht, wie der Autor heißt.

Der Anfang wirkt (wie bei sehr vielen deiner anderen Rezis auch), als sei da vorn etwas abgehackt worden. In dem Fall hĂ€ngt "Der Autor" lose ist der Luft - der Autor von was? Dann folgen Infos ĂŒber einen Namenlosen, dessen Bedeutung fĂŒr den Text der Leser noch gar nicht kennt, und dann erfĂ€hrt man, dass es um (s)ein Buch geht.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

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