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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Rattengift
Eingestellt am 24. 01. 2010 10:34


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Bernd
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Rattengift

Langsam wird das Blut dünner
langsam schwitzt es aus allen Poren
im Innern

Andererseits
verhindert es
Thrombosen


---

Alte Fassung:

Rattengift

Langsam wird das Blut dünner
langsam schwillt es aus allen Poren
im Innern

Andererseits
verhindert es
Thrombosen
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Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Version vom 24. 01. 2010 10:34

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Guest
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Lieber Bernd

makaber, dieser Humor, der selbst im Katastrophenfall noch eine gute Seite sucht.
Manchmal, wenn ich auf Menschen treffe, die "so drauf sind", bin ich mir nicht sicher, ob sie trösten, oder genüsslich noch ein bisschen quälen wollen.


Langsam wird das Blut dünner
langsam schwillt es aus allen Poren
im Innern

meinst du wirklich schwillt? Wenn etwas anschwillt, vergrößert es sich, ohne dass Blut oder Gewebsflüssigkeit sichtbar wäre,
quillt fände ich treffender.
das nachgefügte im Innern, hat mich irritiert. Wolltest du damit zum Ausdruck bringen, dass das Blut nicht geschwitzt wird, sondern aus den Adern sickert?

Dein Text ließ mich nachdenken und schmunzeln, danke.

Liebe Grüße
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Bernd
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Völlig sicher bin ich nicht, ob man "schwellen" verwenden kann. Eventuell ist es in dieser Form ein Relikt meines alten Dialektes.

"Schwellen" erscheint mir bedrohlicher zu klingen - in dieser Bedeutung des Quellens.

Die Ratten verbluten nach innen.

Beim Menschen wird die gleiche Substanz in reinerer Form als Blutverdünnungsmittel eingesetzt.

Das Gegenmittel ist Vitamin K, das die Gerinnung wieder fördert, sowohl bei versehentlichem Einnehmen von Rattengift (allerdings die neuere Sorte - und bitte nicht ausdprobieren), als auch bei Überdosierung des Medikamentes.

Ich teste einmal in der Woche, ob mein Blut noch innerhalb der Toleranzgrenze liegt.

Dass die gleiche Substanz als Rattengift eingesetzt wird, habe ich von einem befreundeten Dichter erfahren.

Und es scheint zu stimmen.

Ich habe es im "Experimentellen" geschrieben, weil ich den medizinischen Hintergrund nicht direkt hineinbringen wollte.

Damit habe ich die Verständlichkeit reduziert.
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Walther
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Hi Bernd,

vielleicht hilft das klangähnliche Verb "quellen". Hier würde es dann heißen:

quote:
Langsam wird das Blut dünner
langsam quillt es aus allen Poren
tröpfelnd nach innen
Im 3. Vers habe ich dann - unter weitgehender Verwendung der Wörter - den klinischen Prozeß nachgefahren.

Vielleicht hilft das ja weiter.

LG W.
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Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Bernd
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Danke für den Vorschlag.
Aber dazu eine Frage:
Ist der Begriff "Schwall" heute veraltet?


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Zeder
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Hallo Bernd,

nein, das Wort "Schwall' ist nicht veraltet (z.B. "das Blut kam in einem Schwall aus seiner Wunde" oder "in einem Schwall entleerte sie ihren Mageninhalt" - sorry für die unappetitlichen Beispiele).

Nur passt "schwellen" nicht zu deiner Aussage:

quote:
langsam schwillt es aus allen Poren

Ein Schwall ist m.E. immer rapid; verbal langsam 'quillt' die Materie oder sie diffundiert oder sie dringt vor o.ä.m.

Findet die Diskussion interessant, Zeder

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Bernd
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Danke. Das hilft beim Nachdenken.
Ich habe eine Lösung gefunden: "schwitzt". Das verwendet die Alte Bedeutung von "schwitzen", die es heute nur noch in der Jägersprache gibt - und es erhält den "sch"-Klang.


Rattengift

Langsam wird das Blut dünner
langsam schwitzt es aus allen Poren
im Innern

Andererseits
verhindert es
Thrombosen.


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