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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ravels Bolero -anders aufgespielt -
Eingestellt am 15. 11. 2015 14:39


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Elenore May
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Ravels Bolero ‚Äď anders aufgespielt -


Hallo Sie! Ja Sie, da vor dem Bildschirm! Haben auch Sie die Nase gestrichen voll von diesen Tagen, die einesteils so gleichförmig daherkommen und trotzdem ständig mit neuen, nur zu oft unliebsamen Überraschungen aufwarten?

Aber was hilft gegen dieses Unwohlsein? Eine Reise w√§re da nicht schlecht ‚Äď zu knappe Kohle? Kein Problem, das schaffen wir auch ohne! Schalten Sie Ihr Kopfkino ein, lehnen Sie sich zur√ľck, lassen Sie los und begeben Sie sich mit mir, als Ihrem Reisef√ľhrer, in andere Gefilde; behalten Sie aber bitte die Bildfl√§che im Auge ‚Äď sonst wird das nichts mit dem Trip ‚Ķ

Ohne Kerosinverbrauch, ohne Benzinverbrauch, still und leise reisen wir an; und schon breitet sich vor uns eine ockerfarbene H√ľgellandschaft unter tiefblauem Himmel aus. Sie wird von einer Felsenachse von Ost nach West durchzogen, die wie ein aufgeschichtetes Gerippe hervorragt. Die Flanken fallen beidseitig weich und sanft ab, um sich anschlie√üend in ruhig gewelltes, haupts√§chlich von Sand √ľberzogenes, Land zu verwandeln; nur noch hie und da werden einige kleinere Steinansammlungen mit geduckt wirkenden Ginsterb√ľschen freigegeben. Irgendwo dahinter muss das Meer sein, es liegt schon ein salziger Geschmack in der hei√üen Luft, die wie ein Schwall auf den K√∂rper trifft.

In kurzen Abst√§nden wurden vor Hunderten von Jahren Olivenb√§ume auf die Flanken des Felsengerippes gepflanzt. Trutzig, wehrhaft stehen sie da; durch ihre Regelm√§√üigkeit gleichen sie einem sich lang durchziehenden, staubig gr√ľnem Band, das etwas Schatten und Farbe in die √Ėdnis bringt. Zwischen den B√§umen wirbeln kleine Windhosen, sie bewegen sich wie freche Kobolde in einem nicht berechenbaren Zickzackkurs, und nehmen die sowieso schon karge Erde mit sich.

Einige Ziegen auf der Suche nach Futter streifen umher, werden f√ľndig und rupfen das letzte noch verbliebene Gr√ľn ab, das sich in gesch√ľtzte Mulden duckt, um vielleicht noch irgendwie zu √ľberleben. Aber auch auf diese Oasen knallt jetzt die Sonne herab; die Tiere fl√ľchten deshalb in den sp√§rlichen Schatten der B√§ume und legen eine Siesta ein; sie wollen wohl lieber abwarten, bis es etwas k√ľhler wird.

Schnarrende Laute beherrschen die Luft, schwirren √ľber die H√ľgel. Es sind Singzikaden, die gut getarnt in den B√§umen sitzen und ihre 'Buschtrommeln' angeworfen haben: Revierverteidigung ist angesagt; und mit viel Gl√ľck ist vielleicht auch noch eine der holden Sch√∂nen bereit die Vermehrung etwas voranzutreiben ... sonst bewegt sich nichts; alles wirkt wie in der Hitze erstarrt.

Weit kann der Blick nicht schweifen; er wird in der flimmernden Luft an einer kleinen Ansammlung von H√§usern gestoppt, die, einer Fata Morgana √§hnlich, aus dem Hitzedunst auftauchen. Blendend wei√ü und eng gegeneinandergedr√ľckt stehen sie da, als f√ľrchteten sie sich vor der unendlichen Weite des wolkenlosen Himmels, der rostroten Gewalt der Landschaft.
Das t√ľrkise Blau der T√ľren- und Fensterl√§den konkurriert mit den vital wirkenden, zyklamfarbenen Bougainvilleb√ľschen, die sich elegant und schwerelos an den Mauern hochwinden. Die schmalen Streifen rostroter Erde vor den H√§usern sind von robusten Bauernblumen durchsetzt, die frisch und ausgeruht wirkend, ihre bunten K√∂pfe in rot, gelb und blau in die Sonne recken.

Eine Katze r√§kelt sich genie√üerisch in einem der Blumenrabatte. Sie streckt und dehnt ihre Glieder, um dann ihren kugelrunden, braun gesprenkelten Kopf wieder zwischen den Bl√ľten zu versenken. Mit spitzen Z√§hnen kaut sie an einem Grashalm herum, w√§hrend ihre Augen mit schnellen Kopfbewegungen das Umfeld beobachten. Sie l√§sst den Halm sausen und hebt die rechte Tatze an, schl√§gt, etwas zu tr√§ge, ins Gras ‚Äď wieder nichts, glatt verfehlt; nur ein K√§fer fliegt brummend auf, seine nachmitt√§gliche Ruhepause wurde empfindlich gest√∂rt.

Einige Meter entfernt, auf einem der lehmfarbenen Wege, liegt ein dicker Hund in der prallen Sonne und d√∂st hechelnd vor sich hin. Er steht √§chzend auf, schleppt sich ein kurzes St√ľck weiter in den H√§userschatten und f√§llt wie ein schwerer Sack auf die Erde. Mit tiefen Seufzern voller Behagen schlie√üt er die Augen, seine Traumwelt f√§ngt ihn ein; er schl√§gt ein paarmal mit seiner Rute, kleine Sandwolken ausl√∂send, auf den Boden, dann schmatzt er lustvoll und kaut Luft.

Die Häuser gruppieren sich in einer langgezogenen Rundung um einen offenen, nach Westen ausgerichteten Platz, der den Blick auf eine Meeresbucht freigibt. Schroff aufstrebende Felswände bilden ein perfektes Oval um das Wasser. Nach Westen, in direkter Luftlinie zum Platz, öffnen sie sich zum Meer. Wie abgehakt wirken sie mit ihren schroffen Flanken; sie geben den Blick frei auf einen schmalen Streifen, der den Horizont zeigt, wo sich Wasser und Himmel vereinen. Meerwasser drängt durch diese Enge, schäumt wie verärgert auf, und Strudel mit hoch aufspritzender, silbern irisierender Gischt bilden sich. Mit verpuffender Gewalt vermengen sie sich mit dem Wasser der Bucht, bis nichts mehr an sie erinnert.

Der absch√ľssige Platz mit den H√§usern ist der Mittelpunkt des Dorfes. Einer Trib√ľne gleich liegt er gegen√ľber der Bucht und wird von einem buckeligen Kopfsteinpflaster aus maroden Steine bedeckt, zwischen denen die Erde dicke Krumen mit Grasb√ľscheln aufgesch√ľttet hat.
Exakt in der Mitte des Platzes steht ein pr√§chtiger Baum. Seine Krone √ľberdeckt die H√§user, seine dunkelgr√ľn belaubten √Ąste, vor Kraft und Leben strotzend, reichen bis auf Mannsh√∂he herab; zusammen mit der H√§userfront entsteht daraus eine herrlich schattige Laube. An einigen Stellen sprengen die Wurzeln des Baumes das Pflaster auf, ziehen sich einige Meter √ľber den Platz (und waren schon f√ľr so manchen verknacksten Kn√∂chel verantwortlich), bevor sie sich wieder unschuldig ins Erdreich verziehen.

Quadratische Holztische mit kantigen St√ľhlen in Pechschwarz verteilen sich in unregelm√§√üiger Runde unter dem Baum. Gradlinig und karg wie die Landschaft wirken sie mit ihren stelzenartigen Beinen; durch ihre Optik n√§hren sie die Vermutung, dass sie, √§hnlich dem Pflaster, schon Jahrhunderte auf dem Buckel haben k√∂nnten. Jeden der Tische ziert ein bl√ľtenwei√ües Deckchen, auf dem je ein grell bunter Aschenbecher, von seiner k√ľrzlich erfolgten Reinigung noch feucht gl√§nzend, akkurat in der Mitte platziert wurde.

Der sich zur Bucht hinziehende Sandstrand beginnt hinter der Bepflasterung und reicht ungefähr zweihundert Meter bis zum Wasser hinunter, wo soeben die Fischer des Dorfes mit ihren dunkel gebeizten Holzbooten anlanden.
Sie springen ins Wasser und hieven, schieben die Boote in den Sand, bis sie sich wie festgerammte Schwerter nicht mehr bewegen lassen - ihren heutigen Fang haben sie bereits in der Stadt verkauft und kommen jetzt nach einem langen arbeitsreichen Tag zur√ľck nach Hause.
Sie holen noch Taschen aus den unergr√ľndlichen Tiefen ihrer Boote und machen sich auf den Weg zum Platz, biegen dabei ihre Oberk√∂rper nach vorne und stemmen sich gegen den Sand, der ihnen bei jedem Tritt die F√ľ√üe wegzuziehen droht. Ihre von der Sonne gegerbten Schultern und Arme werden von bunten, meist √§rmellosen Hemden bedeckt, die, feucht vom Schwei√ü, dunkle Flecken unter den Achseln, auf der Brust und auf dem R√ľcken zeigen. Locker flattern sie um die Taillen der M√§nner, die ausgebeulten Hosen sitzen tief auf den H√ľften, die Kappen sind weit in die Stirn gezogen.

Auf dem Platz angekommen, verteilen sie sich an den Tischen, an ihren angestammten Pl√§tzen und werfen ihre Taschen auf den Boden. Sie nehmen die Kappen ab, legen sie neben sich, streichen sich √ľber die K√∂pfe, zwirbeln die Haare auf, um sie anschlie√üend wieder glattzustreichen. Fragen und Antworten nach dem Fang werden ausgetauscht, gew√ľrzt mit pikanten Scherzen, die wie Pingpong-B√§lle hin- und wieder zur√ľckgeworfen werden.

Mit dem h√§sslichen Ger√§usch von Holz auf Stein ziehen sie die St√ľhle nach hinten, lassen sich fallen und strecken die Beine breit von sich. Sie st√∂hnen befreit auf, lassen erst noch die Arme baumeln, dann werden die Zigarettenschachteln aus den unergr√ľndlichen Tiefen ihrer Hosentaschen geholt, die ersten Zigaretten angez√ľndet, und mit dem Ausdruck von sich endlich einstellender Behaglichkeit wird der Rauch ausgeblasen.

Unruhige, teils ungeduldige Blicke werden nach hinten auf das Caf√© geworfen; es f√ľgt sich schmal und geduckt zwischen die H√§userzeile ein. Den Eingang ziert ein Vorhang aus bunten, bis zum Boden reichenden Plastikstreifen, die in der aufgekommenen Brise zu tanzen beginnen.

Zuerst windet sich nur ein großes Tablett durch den Vorhang, es wird von zwei kräftigen Händen an muskulösen Armen gehalten. Ein mächtiger Bauch schiebt nach, von einem blendend weißen Hemd bedeckt. Die Knöpfe des Hemdes können die sich dahinter wölbende Pracht gerade noch so halten, an strategisch wichtigen Punkten wird schon mit Aufgabe gedroht, einzelne Knöpfe hängen nur noch, bis zum Bersten gespannt, an einem Faden.

Der Besitzer des Bauchs taucht als schwarz gelockter Kopf mit feistem, strahlenden Gesicht auf. Er begr√ľ√üt lautstark seine G√§ste, spricht jeden einzelnen mit Namen an und gleichzeitig schl√§ngelt er sich, trotz Wortschwall und Leibesf√ľlle, erstaunlich beh√§nde durch die Tische.
Mit schnellen Trippelschritten verteilt er kleine Teller. Sardellen in Oliven√∂l, angereichert mit ganzen Knoblauchzehen schwimmen in der gr√ľnlichen Tunke, w√§hrend der Wirt schon wieder, das Tablett jetzt locker schlenkernd, zur√ľckeilt und kurz darauf mit zwei Armen voll duftendem, noch warmen Stangenwei√übrot nachlegt. Er verteilt es, h√∂rt sich die Ergebnisse des heutigen Fangs an, dann erz√§hlt f√ľr alle den neuesten Dorftratsch mit anscheinend humoristischen Einlagen; alle lachen entspannt auf, und der Wirt r√ľckt die Teller noch hier und da zurecht.

Der Duft von Knoblauch und Olivenöl wabert wie eine schwere Wolke in der Luft und verbindet sich mit dem Geruch der Männer nach Schweiß, Meerwasser und Fischen.
Der Wirt verschwindet wieder hinter seinem Plastikvorhang; der Serviervorgang ist noch nicht abgeschlossen, ein gravierender Teil fehlt noch.

Die M√§nner versenken ihre Finger im √Ėl und angeln sich die Fische heraus, lassen sie langsam in den Mund gleiten und reiben sich zwischendurch ihre H√§nde an den Hosenbeinen ab. Sie brechen das Brot mit diesen geschundenen groben H√§nden, rei√üen es auseinander und tunken es in das √Ėl; anschlie√üend belegen sie die Brotfetzen sorgf√§ltig mit Knoblauchzehen und Fischen - Stille herrscht; sie wird nur unterbrochen vom Kauen und Schlucken der M√§nner und dem gleichbleibenden Zirpen der Zikaden, das von den ockerfarbenen Bergen her√ľberdringt.

Der Plastikvorhang teilt sich erneut vor dem gro√üen Tablett, jetzt ist es mit einfachen Glaskaraffen, in denen roter Wein funkelnd gl√§nzt, und rustikalen Gl√§sern best√ľckt, die der Dicke schnell auf den Tischen verteilt. Ein k√ľhler Wasserfilm hat sich auf den Karaffen gebildet, kleine Tropfen rinnen, immer schneller werdend, an den schlanken H√§lsen herab, nehmen die Kurve √ľber den Bauch der gl√§sernen H√ľllen und bilden dunkle, sich stetig vergr√∂√üernde Flecken auf den Deckchen. Die Gl√§ser werden eingeschenkt und angehoben, die M√§nner prosten sich zu und sprechen einen Toast auf ihren gelungenen Fang aus, dann wenden sie ihre K√∂pfe der Bucht zu:

Die Sonne beginnt soeben ihr großes Spektakel einzuläuten. Sie nähert sich den Kuppen der Felsen, verschwindet kurz dahinter, um anschließend in dem Spalt zwischen den Felsenwächtern wieder aufzutauchen und sich mehr und mehr auf den Horizont herabzusenken.
In einem sich stetig verbreiternden Streifen bis zum Sandstrand leuchtet das Wasser pl√∂tzlich wie mit Tausenden von glitzernden Sternen besetzt auf, sie huschen in Bruchteilen von Sekunden √ľber das Wasser und nehmen mehr und mehr die gesamte Fl√§che in Besitz. Die zuvor noch blendend wei√üen Schaumkronen, kleinen Krabbeltieren √§hnlich und in monotonem Rhythmus den Strand √ľberflutend, nehmen abenteuerlich kitschige Farben an, ziehen sich zur√ľck und nehmen die Farbenpracht wie verschluckt mit.

Kr√§ftige Rott√∂ne stellen sich ein und √ľberlagern die Glitzersterne, lassen die leuchtenden Funken wie ausgeknipst verl√∂schen, um sie an anderer Stelle wieder anzuknipsen - einem Irrlicht gleich wandert dieses Schauspiel √ľber die gesamte Bucht. Es schlie√üt alles ein und l√§sst die schroffen H√§nge der Felsen rotgolden aufleuchten, zeigt ihre tiefen Schrunden, w√§hrend die dazwischen angesiedelten Flechten, normalerweise von einem tief dunklen Gr√ľn und fast unsichtbar, in Goldgelb erstrahlen.

Der Himmel wird am Streifen des Horizonts glutrot und tr√§gt jetzt akkurat in seiner Mitte den feuerspeienden Ball der Sonne. Weiter nach oben waschen sich die Farben aus, wechseln von diesem Glutrot √ľber rot hin zu orange und verlieren sich in einem Gelbton, bis sie zur Farbe von fetter Sahne wechseln. Sie vermischen sich erneut und verbinden sich mit den blauen Resten der H√∂he; sie werden zu hell gl√§sernem T√ľrkisblau, das eine endlos wirkende Weite √ľberzieht.

Ein durchsichtig roter Schleier schwebt √ľber der Bucht, verbreitert sich und schlie√üt die H√§nge des Felsenovals mit ein, streicht wie mit einem feinen Pinsel √ľber sie hinweg, und hinterl√§sst schwarz rote Schatten in den Nischen der Buchten, wo die Felsen schroff in das Wasser abfallen.
Das schmeichelnde Licht erreicht den Platz. Es tastet sich mit zarten F√ľhlern unter den Baum und verwandelt die harten Gesichter der M√§nner ‚Äď l√§sst ihre einstige Jugend zur√ľckkehren, weich und zart werden ihre Z√ľge durch das Licht.

Die M√§nner sehen mit mildem, verzaubert wirkendem L√§cheln dem Schauspiel von Sonne und Wasser zu, trinken und essen dazwischen. Der Wirt f√ľllt aus einem gro√üen Tonkrug noch schnell die Karaffen nach; dann verharrt er tief beeindruckt und stellt, mehr tastend als sehend, den Krug auf einem der leeren Tische ab.
Er trocknet seine H√§nde an dem l√§ssig √ľber die Schulter geworfenem K√ľchenhandtuch ab und steht mit offenem Mund staunend still. Er kann sich nicht sattsehen an diesem Fanal, das wiederkehrend an vielen Abend zu bewundern ist; und das trotzdem an jedem dieser Abende die gleiche, erschauernde Faszination in ihm ausl√∂st.

Die Fischer heben die Gl√§ser ‚Äď sie wissen, das Gl√ľck ist eine scheue Fee, die ihnen heute einen gro√üartigen Fang gespendet hat, und sie zum kr√∂nenden Abschluss noch mit diesem berauschenden Sonnenuntergang belohnt.

Nehmen Sie doch einfach Platz; lassen Sie sich vom Wirt eine Karaffe dieses kraftvollen Roten servieren und tauchen Sie ein in Knoblauchzehen mit Weißbrot und Sardinen, triefend vom Olivenöl; machen Sie es den Männern gleich und hören Sie dazu ihrer beredten Schweigsamkeit zu.
Genie√üen Sie das grandiose Schauspiel am Horizont, das Ravels Bolero in sich tragen k√∂nnte ‚Äď lassen Sie die heute so huldvoll Geschenke verteilende Fee auch Ihre Seele erreichen ‚Äď ich hole Sie dann erst bei der n√§chsten Geschichte wieder ab ...

__________________
Elenore May


Version vom 15. 11. 2015 14:39

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steky
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, @Elenore May,

das ist eine gelungene Reisebeschreibung, die Du hier ablieferst!

Ich pers√∂nlich h√§tte mir ein bisschen mehr Spannung gew√ľnscht, irgendetwas, dass das Lesen dieses Textes - der ja nicht gerade kurz ist - etwas spannender gestaltet.

Die Balance zwischen erholsamer Erm√ľdung des Lesers und Langeweile stimmt nicht zu hundert Prozent. Mit einer Straffung k√∂nntest Du das jedoch problemlos austarieren.

Hier ein paar unverbindliche Verbesserungsvorschläge:

quote:
Haben auch Sie die Nase gestrichen voll von diesen Tagen, die einesteils so gleichförmig daherkommen und trotzdem ständig mit neuen, nur zu oft unliebsamen, Überraschungen aufwarten?

Das letzte Komma w√ľrde ich entfernen.

quote:
Eine Reise w√§re da nicht schlecht ‚Äď zu knappe Kohle?

"Eine Reise wäre das nicht schlecht. Zu knapp bei Kohle?"

quote:
Sie wird von einer markanten L√§ngsachse von Ost nach West durchzogen, die wie ein aufgesch√ľttetes Felsengerippe hervorragt.

Ich weiß nicht, wie es den anderen Lesern geht, aber ich kann mir das Bild nicht vorstellen. Was meinst du mit "Längsachse"?

quote:
Irgendwo dahinter muss das Meer sein, es liegt schon ein salziger Geschmack in der heißen Luft, die wie ein Rammbock auf den Körper trifft.

Den Vergleich mit dem Rammbock finde ich unpassend ...

quote:
Das t√ľrkise Blau der T√ľren- und Fensterl√§den √§user Hkonkurriert mit den vital wirkenden, zyklamfarbenen Bougainvilleb√ľschen, die sich elegant und schwerelos an den Mauern hochwinden.

Lies den Satz nochmal durch, da stimmt was nicht.

quote:
Eine Katze r√§kelt sich genie√üerisch in einem der Blumenrabatte. Sie streckt und dehnt ihre Glieder, um dann ihren kugelrundenKomma braun gesprenkelten Kopf wieder zwischen den Bl√ľten zu versenken.

quote:
Exakt in der Mitte des Platzes steht ein mächtiger Baum.

Mächtig sind Politiker, aber keine Bäume. Vielleicht prächtig?

quote:
Sie springen ins Wasser und hieven/schieben die Boote in den Sand

Der Schr√§gstrich geht f√ľr mich √ľberhaupt nicht klar - das ist eine Kurzgeschichte! K√∂nnte man problemlos durch ein "und" ersetzen".

quote:
Auf dem Platz angekommenKomma verteilen sie sich an den Tischen, an ihren angestammten Plätzen und werfen ihre Taschen auf den Boden

quote:
Fragen und Antworten nach dem Fang werden ausgetauscht, gew√ľrzt mit einigen derben Scherzen, die wie Pingpong-B√§lle hin- und wieder zur√ľckgeworfen werden.

Schreib doch: "Gew√ľrzt mit pikanten Scherzen" ... Das passte besser, finde ich ...


LG
Steky

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