Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92255
Momentan online:
262 Gäste und 9 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Razzia
Eingestellt am 23. 10. 2003 15:49


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Lois
Hobbydichter
Registriert: Feb 2003

Werke: 1
Kommentare: 13
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Razzia

Woher das Gedr├Ąnge kam erkannte ich nicht sofort. „Hey, bleib mal sachte“ rief ich ├╝ber meinen R├╝cken. Ich war auch besorgt um meinen Drink, den ich mit der Brust abschirmte. Das war aber schon fast ein akrobatische Kunstst├╝ck, weil das Gedr├Ąnge nun noch mehr zunahm. Mir reicht’s dachte ich. Ich sagte zu Lana mit der ich mich unterhalten hatte: „Komm, gehen wir da r├╝ber, wo noch Platz ist“. Das half aber auch nicht lange. Das Gerempel str├Âmte weiterhin aus dem Nebenraum durch die gro├če Doppelt├╝r herein. ‚Sollte sich da eine Massenschl├Ągerei anbahnen? aber das kann ja nicht, nicht hier in diesem Haus friedfertiger Studis’ Ich sah dann ├╝ber die K├Âpfe ein paar Typen die wie nicht eingeladen aussahen. „Iii, da sind Typen mit Oberlippenb├Ąrten“ sagte ich zu Lana. Sie schaute aber nur gebannt zu der Quelle, wo das Gedr├Ąnge herkam. Das ging alles ziemlich schnell. Die Musik war mittlerweile stumm. Die Typen brachen durch die Reihen und waren dann auch in dem Raum indem ich war. „Dies ist eine Razzia, bitte bewahren sie Ruhe“

Wie willste auch gegen Bullen Widerstand leisten. Als das grelle Licht von der Decke anging war auch das letzte Gemurmel verstummt. Die, die verd├Ąchtig aussahen, kriegten einen Bewacher und die anderen nicht. Die Polizisten standen im Halbkreis vor dem Ausgang. Der war dicht, daran bestand kein Zweifel. Dann wurde erkl├Ąrt: jeder wird erkennungsdienstlich erfasst und bis auf weiteres darf niemand den Raum verlassen. Die erwischte Party sa├č jetzt zusammengedr├Ąngt auf den Sofas, die entlang der W├Ąnde standen. Einige hockten auch auf dem Boden.

Nun war Zeit, dass ich Polizisten im Dienst studieren konnte. Ich merkte erst nicht, dass Lana ziemlich nerv├Âs war, was ich daran erkannte wie sie in ihren Haaren raufte. Die Bullen sind wirklich Typen, die ich nicht mag, besonders wenn sie Schn├Ąuzer tragen. Einer stand mit Schussweste ungef├Ąhr zwei Meter von mir. ‚Meine G├╝te, was hat der denn hier erwartet’. Ich sah auch noch die Pistole. Die anderen Razziosis trugen keine oder unter ihren Jacken. Einer hielt eine gro├če Taschenlampe und fuchtelte damit bedrohlich herum. Die Taschenlampe macht einem Kn├╝ppel alle Ehre. F├╝r eine Weile ├╝berlegte ich aus welchen Filmen der seine Vorstellungen haben k├Ânnte. Auf jeden Fall sah der ziemlich adrenalin-getr├Ąnkt aus. ‚Ob der einer vorlauten M├╝cke den Sch├Ądel einschlagen w├╝rde?’ Wir waren eher mucks-m├Ąuschen-still. In einem Gesicht sah ich tiefe Furchen von langen Dienstjahren und Nachtschichten. Seine Augen waren m├╝de. Mir fiel ein, dass gerade bei der Polizei gemobbt wird. Meine Schadenfreude w├Ąhrte aber nur kurz, angesichts der Lage in der ich war.

Ein Kommissar kam herein. Nach seinen Anweisungen durften wir dann auch wieder sprechen. Einer von uns wurde gemahnt keine Dummheiten zu machen. „Pass blo├č auf, solche Typen wie dich kennen wir, ein falscher Fehler und Du wirst unsere Handschellen kennen lernen.“

Auch andere, nicht nur Lana und ich, redeten wieder miteinander. Ich kam auch mit anderen ins Gespr├Ąch. Ein Schwarzer fluchte, weil er wirklich aufgeschmissen war. Er redete mit den Bullen was er denn nun machen solle. Schlie├člich, so wie er erw├Ąhnte, habe er ein laufendes Abschiebe-Verfahren am Hals. Ein Polizist, wohl etwas h├Âher auf der Dienstleiter, sagte nur, dass er zur falschen Zeit am falschen Ort sei und er einfach nur Pech habe. Ich war allerdings fast guter Dinge, weil ich nichts zu bef├╝rchten hatte. Lana beruhigte Ich, weil sie noch einen kleinen Bobbel in ihrer Tasche hatte. So eine Situation kann ja auch genutzt werden.

F├╝r die Legalisierung von Cannabis argumentierte ein junger Student mit Dreadlocks. Fast entschuldigend sagte ein Polizist, dass er nur seine Pflicht tue und gab auch noch einen kleinen Hieb auf die Politik dazu. So so dachte ich oder macht ihr nur Deeskalationstaktik. Der Student gab dann zu, dass er was dabei habe. Er sagte dann zu mir, dass alle die Cannabis rauchen sich selbst anzeigen sollten, damit die Polizei in Arbeit erstickt. Ich war nicht so ├╝berzeugt und wollte ihn nicht damit beunruhigen, dass er auch Probleme mit dem F├╝hrerschein bekommen k├Ânnte.

Unter Polizeischutz durfte ich zwischendurch pissen. Daf├╝r musste ich zum Pissoir und mit einer Taschenlampe stand ein Polizist neben mir. Au├čer, dass Lana und ich bessere Freunde wurden, geschah die folgenden zwei Stunden nicht viel. Die Leute aus den anderen R├Ąumen waren erfasst worden und nun waren wir an der Reihe. Frauen zuerst wurde angeordnet.

Deutsche Bullen sind echt zivilisiert. Ich wurde nicht einmal angefasst. Ich musste Schuhe ausziehen, Jacke ablegen und mein T-shirt ausziehen und noch einmal bis auf die Unterhose die Hose ausziehen. Weil ich keinen Perso dabei hatte wurden meine Personalien per Funk ├╝berpr├╝ft und noch ein Photo geschossen. War schon komisch wie im Film eine Leiste mit Nummern drauf vor sich zu sehen. Drau├čen warteten noch die, die nicht zu m├╝de waren. Ist doch alles l├Ącherlich dachten wir.

Das amtliche Endergebnis waren ein paar Gramm Haschisch und ein paar Papers.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!