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Leselupe.de > Kurzgeschichten
ReDruM!
Eingestellt am 12. 09. 2001 03:29


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rollbrett
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

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Das sind die letzten Worte meines verstorbenen Enkels. Das Schicksal war ihm nicht hold, und nicht nur ihm. Meine Nachforschungen ergaben, das es sich bei dem besagten Bild lediglich um eine in v├Âlliger Dunkelheit gemachte Photographie handelt. Er war nicht verr├╝ckt, er war bodenst├Ąndig und loyal. Ich lebe in tiefer Trauer um ihn und die anderen...

HERZSCHLAG... weich, unabl├Ąssig, gleichm├Ąssig... es ist eigenartig, eigentlich sollte man ja beruhigt sein dieses stetige Schlagen zu h├Âren, doch manchmal w├╝hlt es einen auf, als h├Ątte man etwas Furchtbares gesehen... doch liegt es wohl daran, das man im Angesicht seiner Verletzlichkeit steht,... so habe ich mein Ohr auf deiner Brust und h├Âre es schlagen...
"Ich hab Angst." h├Âre ich es fast sanft aus ihrem Mund. Ihre Augen sind pl├Âtzlich so weit aufgerissen, als wollten sie noch das letzte Licht im Raum einsammeln. Ich hebe meinen Kopf und schaue in ein von Kerzenlicht durchflutetes Zimmer, es ist schon finster draussen und die beiden Kerzen flackern fr├Âhlich vor sich hin... "Was soll denn sein? Ist doch ok..."
"Ach vielleicht hab ich mich auch nur get├Ąuscht, tut mir leid..." Ihr Gesicht entspannt sich, ich lache... sie auch....
Es ist schon lang her, als wir uns das letzte Mal gesehen hatten. Es ist inzwischen viel passiert, wir sind ├Ąlter geworden, klar, vielleicht erwachsener, jedenfalls ist es anders als damals... unbesorgt, einfach... aber so ist es nun mal, jeder tr├Ągt sein Schicksal schon von Geburt an in den H├Ąnden, jeder, ob es nun Gut oder B├Âse ist...
Ich h├Âre aufgew├╝hlte schnelle Pulse und streiche ihr sanft ├╝bers Gesicht, "Ich weiss nicht was ich sagen soll.", ich kann ihr nicht helfen, sie ist anders als fr├╝her... seit letzter Woche.
Warum musste ich auch unbedingt zu dieser Zeit nicht da sein? Rumgetrieben hab ich mich, ich Idiot, irgendwo in der Welt, anstatt hier zu sein. Dabei ging es doch nur um ein verdammtes Foto.
Sie hat mir erz├Ąhlt, das es eines Tages auf ihrem Tisch lag. Keiner war zu Hause gewesen, ohne Absender, ohne Hinweise...
Der Schock traf mich wie ein Schlag auf den Hinterkopf, schnell und hart, als ich das Bild zum ersten Mal unter Augenschein nahm. Ihre Mutter erz├Ąhlte mir, das sie bewu├čtlos zu Boden fiel, ins Krankenhaus musste, dort jedoch nichts festgestellt wurde, ...verdammte ├ärzte zu nichts zu gebrauchen, sie blieb noch ein paar Tage unter Beobachtung und wurde dann entlassen, mit der Begr├╝ndung, das es doch nur eine Kreislaufschw├Ąche gewesen sein muss... ach ja, das Herz, wie schnell...
Blut, Fleisch und irre Blicke, es widert mich an, ich will es zerreissen, kann es aber nicht, kann es nicht, so schrecklich. Tote leblose K├Ârper, von unvorstellbarer Wut und Kraft zugerichtet, unerkennbar seines fr├╝heren Ursprungs, Fetzen in einem Fluss aus Dreck, Kies, verfaulten Bl├Ąttern und Blut...
Mir wird schlecht, ich kann mich kaum halten, meine Angst bedingt eine unb├Ąndige Wut, Hass und Kraft die wie ein Wirbelsturm in meinem Kopf rotiert... Wer macht sowas? Welcher kranke Irre wagt es solche Sachen zu vollbringen?
Meine Gedanken kanalisieren sich; wie sieht sojemand aus? warum? ... ich komme zu keinem Schluss... mein Kopf gl├╝ht... ich wage einen zweiten Blick auf das Bild: dasselbe, widerliche Rufe, die mir sagen aufzuh├Âren... REDRUM eine Inschrift, fast ├╝bersehen, doch ganz klar, makabererweise auf einer Wade eingeritzt. Redrum? mit Blut ├╝bers├Ąht, das Linen ├╝ber die ganze L├Ąnge erzeugt... makaber und widerlich...
Es sind ihre Eltern, die K├Âpfe sind unverkennbar, verzerrt von Angst, Verzweiflung und unendlichem Schmerz, irre Blicke und kein Hinweis... Ihre Blicke scheinen etwas sagen zu wollen... eine neue Dekade bricht an, eine neue Episode in eurem Leben, eine dunkle, garstige und hoffnungslose...
Nein
...ich ├╝bertreibe wieder, ihre Eltern leben, es ist alles wie vorher... ein Idiot versucht uns zu qu├Ąlen, nicht mehr, doch nicht mit mir, nicht mit mir...
Ich halte sie fest im Arm und vernehme den wunderbaren Duft ihrer Haare, diesen unverwechselbaren... so wie fr├╝her.
Alles ist dunkel, sie schl├Ąft, ich ziehe ihr die Decke ├╝ber die Schulter, denn es ist kalt... ich schliesse die Augen. schlafe ein.
Der n├Ąchste Morgen weckt mich mit Sonnenstrahlen und hellem Vogelgesang... ich ├Âffne die Augen und blicke in ihr schlafendes, so friedliches Gesicht. Ihre Eltern scheinen nicht da zu sein, also gehe ich runter in die K├╝che und mache Fr├╝hst├╝ck, das wohl beste Fr├╝hst├╝ck seit langem,... Verschlafen kommt sie mir entgegen, streckt mir die Zunge raus, setzt sich an der Tisch und beginnt zu essen, das G├Âhr, wie es schon immer so war, schon am fr├╝hen Morgen frech... ich grinse und setzte mich zu ihr.
"Es ist komisch, meine Eltern sind nicht da, haben auch nicht Bescheid gesagt, naja, wer weiss..." entgegnet sie mir. "Vielleicht besuchen sie ein paar Verwandte oder Freunde?". Sie wirft mir fragende Blicke zu: "Ohne Bescheid zu sagen?", "Naja, wird schon nichts schlimmes sein..." witzelt sie.
Nach 3 Stunden ist mein Magen bis oben hin gef├╝llt und ich beschliesse, mich nach Hause zu begeben... eine kurze Umarmung und schon bin ich auf dem Weg.
In letzter Zeit habe ich mit Absicht nichts mehr von dem Foto erw├Ąhnt, nicht einmal etwas, was in entferntesten damit zu tun haben k├Ânnte... das tat ihr gut, ich fand es f├╝r angebracht sie etwas zu schonen.
Ich h├Ątte nie gedacht, das es mir irgendwann einmal etwas bringen k├Ânnte, aber die gesammelten Werke meines Gro├čvaters, Dokumentationen ├╝ber kleine und grosse Verbrechen, eine riesige Ansammlung von Zeitungsartikeln und gestolenen Polizeiberichten, erwiesen mir einen grossen Dienst.
Ich las von Kindern, die Instrumente ihrer Eltern waren und sich in einer entg├╝ltigen Tat davon befreiten, Morde, Vergiftungen und alle Arten menschlicher Kreativit├Ąt des T├Âtens.
Genug, erm├╝det schlafe ich ├╝ber den B├╝chern ein...
Ich wache auf, als es draussen schon d├Ąmmert, das Telefon klingelt behend und langsam schlurfe ich hin und nehme ab und h├Âre es nur noch klicken... scheisse, immer diese Idioten, ich mache mich los.
Sie ├Âffnet mir die T├╝r und dr├╝ckt mir einen fl├╝chtigen Ku├č auf die Lippen, ihre Eltern sind noch immer nicht zur├╝ck, doch das scheint sie gar nicht zu k├╝mmern, denn im Haus riecht es unbehaglich nach verbrannten Essen, sie hatte mal wieder gekocht und vergessen die Herdplatten auszustellen, typisch, und jetzt flitzt sie durch die K├╝che und versucht den Schaden in Grenzen zu halten. Mit fliegendem Haar tr├Ągt sie das brennende H├╝hnchen durch die K├╝che, ein L├Ącheln entweicht meinem Gesicht, denn die K├╝che ist von Nebel verhangen und der Braten gleicht einer Fackel im Sturm.
"Lach nicht so bl├Âd! Hilf mir lieber!" und ich mach mich auf, den Brand zu l├Âschen... Gel├Ąchter... wir sitzen am Boden... Verschwommen enflieht ihr ein L├Ącheln, das mich vergessen l├Ąsst, wo wir sind... so anders, ich erkenn sie kaum... es hat sich so viel ge├Ąndert.
Ich erinner mich noch an die Sache mit dem Auto, wir fuhren einfach der Nase entlang, es war egal. Eine warme Sommernacht umgab uns, und nichts konnte uns aufhalten, nichts... Bis auf den Strassengraben. Sie war am Steuer, ich hielt ihr die Augen zu, es kam was kommen musste, eine Kurve... und pl├Âtzlich landeten wir im Maisfeld, das Auto Schrott und wir lachten und lachten und liebten uns... keine Grenze, niemals...
Jetzt sp├╝re ich diese Grenze immer st├Ąrker, etwas stellt sich zwischen uns, ein Keil im Fleisch der Gef├╝hle, hart und dornig.
Sie liegt neben mir, verkohltes Huhn schmeckt nicht gerade gut, also f├╝ttern wir uns beide mit rohem Gem├╝se, nicht toll, aber besser als nichts...
Ihre Wangen streichen mich sanft und ich sp├╝re wie heisse Tropfen meinen K├Ârper ber├╝hren, schon so oft, ich kann ihr nicht helfen, weiss nicht was ich tun soll; "Schlaf, schlaf einfach, morgen ist alles besser.", ich sollte mich get├Ąuscht haben...
Nicht mehr als Schwingungen der Luft, Ger├Ąusche, doch k├Ânnen sie dich aus dem tiefsten Schlaf reissen, sie schrie, laut, andauernd, irre...
Ich folge den Schreien und sehe, wie sie zitternd an einer Wand lehnt, ihre gespreizten Finger lassen ihr braunes Haar wild hervorstehen. Das Nachthemd ist rot... rot vor Blut, sie schreit, sie ist rot vor Blut, die Augen starren in die offene T├╝r... es ist das Schlafzimmer der Eltern, ein bei├čender Geruch erf├╝llt meine Nase, ich laufe auf Fl├╝ssen von Blut,... d├╝rre Stahldr├Ąhte sind an der Decke befestigt, sie scheinen die daran h├Ąngende Last gerade so ertragen zu k├Ânnen... irre Blicke von starren K├Âpfen, skelettlose K├Ârper, die kraftlos vom Hals getragen werden, B├Ąche aus Blut laufen aus den H├╝llen dieser toten Korpuse,... ich denke an das Foto, es ist so ├Ąhnlich, so pervers ├Ąhnlich,... es sind die K├Âpfe, sie sind es... wie auf dem Foto. Ich ├╝bergebe mich...
Ich schaue in ihr Gesicht und blicke der Angst von angesicht zu angesicht. Warum sie, warum ich? All meine Angst und Furcht b├╝ndelt sich zu einem brennenden Mitgef├╝hl beim Anblick ihrer Seele. "Alles wird gut. Ich erledige das..." ich versuche sie zu beruhigen. Ihre Augen bewegen sich nicht, der Schock, tiefster Schock. Ich laufe ins Haus und verteile Benzin, im Keller, im Flur, im Dachboden,... brennen sollst du, brennen sollst du! Die tiefsten Flammen der H├Âlle sollen dich zu Asche verwandeln...
Ein kleines St├╝ck Holz, brennend, fliegt zu Boden, and dessen Spitze ein kleine lodernde Flamme, die sich schnell ausbreitet, immer gr├Âsser....
Das Haus brennt, mein Kopf dreht, ich bin mir nicht im klaren, was ich da gerade getan habe, ich kann es nicht begreifen... ich suche ihre Hand, so dort wo sie sa├č ist sie nicht mehr, nichts von ihr zu sehen... die Panik ├╝berkommt mich, als ich sie schreien h├Âre, Schmerzen ziehen durch meinen Sch├Ądel... Schreie, so laut, als w├Ąren sie in meinem Kopf,... laut... Ich sehe ihre fliegenden Haare und stehe starr, starr auf meinem Fleck, sehe Flammen, das oberste Fenster ist offen, sie ist mich suchen gegangen, hatte Angst, hat mich oben gesucht, und ich bin unten... die Flammen verbrennen ihr Gesicht, ich sehe ihre Augen, so starr vor Angst... mein Kopf dreht, alle Gedanken drehen sich... das Foto, das Zimmer, das Foto.... !REDRUM... MURDER!

Ich kann mir nicht erkl├Ąren, wie es sich mit dem Foto zugetragen hat, das Schicksal hat seinen Tribut gefordert. Liebe ist stark und h├Ąlt ├╝ber alle Grenzen!

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flammarion
Foren-Redakteur
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zu

erst einmal herzlich willkommen auf der lupe. deine geschichte verwirrt mich allerdings ein wenig. genau gesagt, ich werde nicht draus klug. bin gespannt, was andere dazu meinen. man liest sich!
__________________
Old Icke

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rollbrett
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Registriert: Sep 2001

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mh...

mhh... nicht verstanden. erstmal danke f├╝r das willkommen ...es is mir ├╝berhaupt noch nicht in den Sinn gekommen, das die Geschichte eventuell unverst├Ąndlich sein k├Ânnte... gut, es ist ein bisschen konfus geschreiben und zu viele Punkte. Jepp, ich wart auch mal ab.
viele gr├╝sse

:[rollbrett]:

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nuzz
???
Registriert: Jun 2001

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ReDruM?

murder or slappy drug cocktail?

please explain your essay, i don┬┤t understand what you want to tell me!!!!

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rollbrett
Hobbydichter
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naalso

ok, es dreht sich eigentlich alles um die Macht des Schicksals, dar├╝ber, wie schnell sich Dinge ├Ąndern k├Ânnen. Dem Typ wurde von Anfang an das Schicksal gegeben, das er die Familie + seine Liebe t├Âtet... er konnte es auf dem Foto schon Wochen vorher sehen, wusste nur nicht, das er es im Endeffekt selbst war, der diese Tat vollbracht hatte!
Es dreht sich nur um das Schicksal und am Ende um das grausame Gef├╝hl, oder besser die Gewissheit des Typen, ihm wichtige Menschen mit eigenen H├Ąnden verbrannt zu haben... aufgrund eines Fotos!

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gladiator
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Hallo rollbrett,

w├Ąhrend ich an Deiner Sprache relativ wenig auszusetzen habe, finde ich den Aufbau und die Dramaturgie Deiner Geschichte desto diskussionsw├╝rdiger.

Das Hauptproblem vorweg: Das Motiv "Redrum - Murder" wurde bereits in Shining von Stephen King/Stanley Kubrick verarbeitet. Es wirkt bei Dir wie ein Plagiat, zumal es ohne offensichtlichen Bezug zur Geschichte auftaucht.

Ich h├Ątte nie gedacht, das es mir irgendwann einmal etwas bringen k├Ânnte, aber die gesammelten Werke meines Gro├čvaters, Dokumentationen ├╝ber kleine und grosse Verbrechen, eine riesige Ansammlung von Zeitungsartikeln und gestolenen Polizeiberichten, erwiesen mir einen grossen Dienst.
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Dies scheint mir die Schl├╝sselpassage zu sein. Daf├╝r ist sie aber viel zu ungenau, ergeht sich in wirren Andeutungen und l├Ą├čt den Leser eher ratlos als ahnend zur├╝ck.

Gru├č
Gladiator

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