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Leselupe.de > Science Fiction
Realist!
Eingestellt am 30. 12. 2000 17:20


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Alex
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2000

Werke: 13
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├ťberrascht sah Henry Downey von dem Morgenexemplar der European Times auf, als sich die T├╝r seines B├╝ros ├Âffnete. Eigentlich war es nicht wirklich das seine, sondern geh├Ârte dem Gesch├Ąftf├╝hrer des S├╝ddeutschen Ablegers von Cybertech, aber das tat nichts zur Sache.
Noch immer plagten ihn Kopfschmerzen vom zweist├╝ndigen Flug mit der Orbitalrakete von der Besprechung mit dem Aufsichtsrat in Tokio, und so war er mehr als nur ein wenig ungehalten ├╝ber das Unverm├Âgen der hiesigen Sekret├Ąrin.
Kein Wunder, das die Jahresbilanz ein Dickes Minus enthielt, wenn die F├╝hrung hier so lax war.
Dicht gefolgt von einem dicklichen Mann, der sich trotz des klimatisierten B├╝ros den Schwei├č von der Stirn wischte, betrat eine rothaarige, gepflegte Frau Mitte drei├čig den Raum. Einen Moment blieb sie in der T├╝r stehen, beschloss dann aber doch die ├╝berdimensionalen Ausma├če des B├╝ros, die kostspielige Einrichtung zu ignorieren und kam n├Ąher.
"Herr Downey?" sprach ihn die Frau freundlich an, der Mann zog ein Tuch aus der Hosentasche, die zwanzig Meter bis zu Henrys Schreibtisch hatten ihn sichtlich ersch├Âpft. "Kommen sie schon zur Sache!" bedeutete er ihnen schroff, sich zu setzen.
Seine Zeit war zu kostbar, um sie mit sinnlosen Fragen, deren Antwort bereits bekannt war, zu verschwenden.
"Wir kommen von Greenwar!" erkl├Ąrte die Frau bestimmt, als wenn ihre Zugeh├Ârigkeit zur Weltgr├Â├čten Umweltorganisation und Bande von Verr├╝ckten ihn, Henry Downey h├Ątte beeindrucken k├Ânnen.
Wenn die Frau ├╝berhaupt etwas beeindruckendes an sich hatte, dann das sie es geschafft hatte, bis zu ihm vorzudringen, eine Leistung, an der schon Staatspr├Ąsidenten gescheitert waren.
"Ich spende niemals an Firmenfremde Organisationen!" stellte Henry kategorisch klar. Und auch die w├Ąren schon l├Ąngst geschlossen worden, w├Ąre nicht die damit verbundene Publicity gewesen.
Lieber h├Ątte er die dritte Welt mit Fabriken vollgepflastert, aber humanit├Ąre Hilfe stand auch im 22. Jahrhundert noch immer hoch im Kurs.
"Es geht nicht um Geld, wir suchen namhafte Schirmherren aus Politik und Wirtschaft f├╝r unsere Kampagne ÔÇÜRettet den Blauwal'! Wie sie sicher wissen, ist der Blauwal seit Jahrzehnten gef├Ąhrdet und gesch├╝tzt, trotzdem gilt er in Japan immer noch als Delikatesse. Wahrscheinlich gibt es auf der gesamten Welt keine hundert Exemplare mehr!" beschrieb sie langatmig, dann lehnte sie sich im Ledersessel zur├╝ck.
All dass wusste Henry auch, aber vielleicht wurde es wirklich Zeit, dass er sich der Sache annahm.
Warum musste es denn immer er sein?
"In Ordnung, ich rette die Wale!"
├ťberraschung zeigte sich auf dem Gesicht der Frau, so einfach hatte sie sich dass bestimmt nicht vorgestellt.

Zehn Jahre sp├Ąter wurde die letzte Sichtung eines Blauwals in den Weltmeeren best├Ątigt.
In etwa zur gleichen Zeit beobachtete Henry in Japan l├Ąchelnd, wie der erste Wal aus den Aufzuchtsbecken geholt, zerlegt und auf die Hover verladen wurde.
Ob die beiden Besucher von damals auch unter den Demonstranten vor seiner Fabrik waren, w├╝rde er wohl nie herausfinden.
Wieviel es ihn kosten w├╝rde die negativen Schlagzeilen wettzumachen hingegen schon.



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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

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5 von 10 Punkten

Der Text beginnt sehr gut: fl├╝ssig zu lesen, die Charaktere werden eingef├╝hrt (obwohl ich die vielen gro├čgeschriebenen Adjektive klein schreiben w├╝rde ), und diese Unmenge an Anglizismen l├Ą├čt sich wohl mit der Multikultur der Zukunft erkl├Ąren - auch wenn "Herr Downey" ein b├ş├čchen sehr albern kingt - so wie in den alten Filmen, die ins Deutsche ├╝bersetzt wurden. (Wieso hat ein S├╝ddeutscher eigentlich einen englischen Namen?)

Der Hammer kommt aber im letzten Drittel - stilistisch recht sicher trampelt dein Protagonist aber gleich alles nieder, was er sich vorher aufgebaut hat: ein hartherziger Scrooch-Verschnitt, der nach dem Satz "Aber es wird bald keine Wale mehr geben, ihre Enkel werden vielleicht niemals einen zu Gesicht bekommen!" pl├Âtzlich Gewissensbisse kriegt? Das ist sowas von unmotiviert, da├č es deiner Glaubw├╝rdigkeit schadet.

Schade.

__________________
Andrea Rohmert

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Alex
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2000

Werke: 13
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Er ist kein s├╝ddeutscher, eigentlich ├╝berhaupt kein Deutscher. Er ist nur zuf├Ąllig gerade in S├╝ddeutschland, als das passiert. Anglizismen aus zwei Gr├╝nden, erstens ist er Engl├Ąnder, zweitens lebt er im Vereinigten Europa, wo Englisch die Standardsprache ist.

Aber ich bin dir sehr dankbar, dass du mir das Feedback gegeben hast. Das Ende passt wirklich nicht zu ihm (Auch wenn er eigentlich ├╝berhaupt nicht hartherzig ist), die Gewissensbisse sind absolut untypisch.
Muss ich mir eben eine andere Wendung suchen, Wale zu Delikatessen zu verarbeiten passt einfach sakrisch gut zu ihm.

Also noch mals Danke,


Alex

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Das Herz ist eine Festung! Uneinnehmbar

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Gilmon
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2000

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Hi, Alex

da gebe ich Andrea recht, die ├ťberredung von Mr. Downey l├Ąuft doch sehr schnell. Ein Satz und er ist sofort bereit, f├╝r die Schirmherrschaft der Blauwale einzutreten.
Man k├Ânnte die Sache viel dramatischer gestalten: Downey weigert sich eine Schirmherrschaft zu ├╝bernehmen und die Leute von Greenwar verlassen sein B├╝ro mit der unheilvollen Drohung, da├č er mit seiner Weigerung das Todesurteil f├╝r die Blauwale unterschrieben hat (gut, vielleicht nicht ganz so dramatisch)und er seine Enkel um die M├Âglichkeit gebracht hat, einen Wal zu sehen. Vielleicht finden sie einen anderen Schirmherren und Downey bekommt die Sache mit der Fabrik im Fernsehen mit, so w├╝rde die Geschichte auch funktionieren und Downey w├╝rde seinen Stolz behalten.

Gr├╝├če, Gilmon



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Alex
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2000

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Den Text habe ich voll vermurkst, sie haben ihn davon ├╝berzeugt, dass er die Wale retten sollte, darum gr├╝ndet er die Fabrik, nicht von der Schirmherrschaft.
Und am Ende rettet er sie auch vor der Ausrottung, es ist seine Fabrik.
Eigentlich sollte es die Diskrepanz zwischen zwei kontr├Ąren Sichtweisen beleuchten, aber ich hab ja voll danebengegriffen.

Alex

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Das Herz ist eine Festung! Uneinnehmbar

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