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Leselupe.de > Kurzprosa
Realitäten
Eingestellt am 06. 03. 2007 11:51


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Karl Feldkamp
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Wir sehen Andere nicht, wie sie sind sondern wie wir sind.
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Wir sehen Andere nicht, wie sie sind sondern wie wir sind.

Also haben "wir" ein Bild von uns, das wir den "anderen" ins Gesicht werfen. In ihnen erkennen wir uns? Nein, das ist nicht gemeint. Dazu ist dein Spruch zu negativ konnotiert, denn immerhin bedeutet Selbsterkenntnis in diesem deinen Fall zugleich die Blindheit gegenüber dem Leben & Sein der "anderen". Auch kann eigentliche Selbsterkenntnis nicht gemeint sein. Denn Erkenntnis wäre ein (allzu positiver) Prozess, während dein Sätzlein einen absolut gesetzten Status quo bezeichnet. Es ist keine Bewegung im Inhalt deiner Worte; ich sehe ein paar Felsklötze, die auf wundersame Art und Weise mitten in der Wildnis angeordnet sind; einst angeordnet wurden, - wobei heute dieses einst nicht mehr sichtbar ist und eben durch deinen Satz auch nicht sichtbar wird. Kürzer: du machst es dir zu leicht. Wir sehen andere, wie wir sind? Woher wissen wir, wer wir sind? Was ist wir? Wer sind die anderen? Du setzt die eine Identität des "Wir" voraus, wobei diese letztlich immer nur ein "Ich" sein kann: Projektion ist zunächst abhängig vom Individuum. Und die "anderen" besitzen keine andere Identität als eben diejenige, die "wir" = "ich" ihnen auferlege. Wo ist der Quell der einen Ur-Identität? Er müsste in mir liegen. Konsequent also: er müsste in jedem einzelnen liegen. Vielleicht müssen wir, um diese in uns liegende Ur-Identität zu begreifen, ständig projizieren? Ein ständiges Bilderwerfen und vor allem -fangen um der Erkenntnis Willen? Dann aber wäre folgendes logischer: Wir sehen uns, wie die anderen sind - um in deinem, meines Erachtens ungenauen Wortlaut zu verhaften. Weiter noch: Ich sehe mich, wie ich euch sehe. Noch weiter: Ich will mich sehen, wie ich euch zu sehen glaube. Konsequenter: Ich sehe nichts.
Die Frage nach Identität ist eine der kompliziertesten, denke ich; ebenso eine, die mich am meisten fasziniert, was schon an meiner Signatur sichtbar wird. Als Diskussionsbeitrag sind deine Worte sicherlich gelungen, Karl; solche Beiträge müssen streitbar sein. In einen Raum geworfen jedoch, gar in einen Kurzprosaraum, verliert sich der Satz. Er hält keinem literarischen Anspruch stand. Und kann dadurch nur, wie vor mir no-name schon sagte, platt sein.

Viele Grüße,
Prosa.

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Karl Feldkamp
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Ihr Lieben,
mir geht es mit dem Aphorismus weniger um Selbsterkenntnis. Ich will damit sagen, dass wir eigentlich nur uns (und das auch nur eingeschränkt) kennen und von uns auf Andere schließen. Natürlich freue ich mich auf die vielen und zum Teil heftigen Reaktionen. Herzlichen Dank dafür. So platt kann dieser Aphorismus dann doch wohl nicht sein, wenn er innerhalb eines Tages so viele Meinungen und Anmerkungen provoziert hat.
Liebe Grüße
an alle
Karl
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Prosaiker
Guest
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Willst du damit sagen, die BILD könne nicht provozieren?

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Karl Feldkamp
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Provokation nach BILD-Art

Lieber Posaiker,
gerade das will ich damit nicht sagen, zumal ich deinen Vergleich mit der BILD nicht unbeding nachvollziehen kann. Denn gerade die BILD ist das beste Beispiel dafür, Andere einfach so zu sehen, wie es der Redaktion passt. Gerade die Herren und Damen der Redaktion schreiben sich doch gewisse Wahrheiten so zurecht, dass sie in das Welt-BILD passen.
Im Übrigen ist Provokation m.E. durchaus nicht ehrenrührig.
Herzliche Grüße
Karl
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Karl Feldkamp
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Lieber Prosaiker,
da habe ich dich offenbar missverstanden. Entschuldige.
Liebe Grüße
Karl

Liebe Mitdiskutanten,
annsonsten freue ich mich über die vielen Reaktionen, da ich meine, dass wir durchaus demütiger sein sollten, wenn wir uns ein Bild über Andere machen und daraus unsere Schlüsse (oder gar Vorurteile) ziehen.
Vielen Dank und herzlliche Grüße an alle
Karl

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