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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Red Roses
Eingestellt am 31. 10. 2004 23:39


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d-k-m
Hobbydichter
Registriert: Oct 2004

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Red Roses

Sie betrachtete sich im Garderobenspiegel. Alles an ihr schien perfekt zu sein. Das rote Haar, dass ihr in wallenden Locken über die Schultern fiel, sowie das weiße Kostüm, welche ihre feminine, aber dennoch zierliche Figur betonte. Selbstverständlich trug sie auch eigens die Ohrringe, welche ihr Verehrer ihr per Post zukommen ließ. Sie verstand zwar nicht, weshalb er nie einen Absender auf den Umschlägen schrieb, aber das störte sie nicht weiter.

Heute Abend würde sie ihn zum ersten Mal treffen. ‚Um 20 Uhr, im Restaurant um die Ecke’, so stand es im Brief, der mit sorgfältiger Schrift geschrieben auf dem Schuhschrank neben der Garderobe lag. Daneben ein wunderschöner Strauß roter Rosen in einer Vase, die sie erst gestern durch einen Boten erhalten hatte. So sehr sie sich auch bemühte, sie konnte sich nicht entsinnen, wer hinter all dem stecken konnte.

Noch ein letzter kontrollierender Blick – ihr dezentes Make-up war nicht verschmiert – und schon zog sie sich ihren Mantel über.

Etwas nervös war sie ja schon. Was, wenn er nun überhaupt nicht dem entsprach, wie sie sich ihn vorgestellt hatte? Was, wenn er ein kleiner, dicklicher und ungepflegter Typ war, der keinerlei Tischmanieren besaß? Nein, der gute Geschmack bei der Auswahl der Geschenke, verbot ihr diesen Gedanken sofort wieder.

Gerade als sie aufbrechen wollte, hörte sie das Quietschen der Kellertür. Sie dachte, dass es wieder ihre Katze sei, welche die Tür immer anstupste, wenn sie von ihren nächtlichen Streifzügen nach Hause in das wohlige Heim kam, um sich dann schnurrend zu ihr ins Bett zu legen. Doch um diese Zeit schon?

Etwas genervt machte sie kehrt und öffnete die Tür ganz, doch von der Katze war weit und breit nichts zu sehen. Also ging sie mit ihren Stöckelschuhen unsicher wackelnd den dunklen Treppenabgang hinunter. Sie fluchte, weil sie wieder mal vergessen hatte, die durchbrannte Glühbirne durch eine neue zu ersetzen. Von der Katze immer noch keine Spur und auch auf ein Rufen reagierte sie nicht.

Irgendetwas in ihr beunruhigte sie. Sie fühlte sich beobachtet, wagte jedoch nicht, sich umzudrehen. Gelähmt, sie empfand keinerlei Kraft in sich, um sich in Bewegung zu setzen. Etwas hatte sie angehaucht. Ein Kälteschauer durchflutete ihren zierlichen Körper. Sie schloss ihre Augen und versuchte sich in Gedanken gut zu zureden. Versuchte alles zu verdrängen.

Nach einer gewissen Zeit, hatte sie ihre Angst wieder halbwegs unter Kontrolle und wollte nach oben gehen, doch dann hörte sie ein Rascheln hinter sich. Ein Rascheln ähnlich eines Trenchcoats. Sie wollte fliehen, aber ihre Beine wollten noch immer nicht gehorchen. Wieder zwang sie sich dazu, sich zu beruhigen. Fast hätte sie es auch geschafft, doch plötzlich streifte etwas ihren Arm. Ganz sacht, aber dennoch deutlich spürbar. Sie schnappte nach Luft und erstarrte. ‚Augen zu’, dachte sie bei sich ‚Komm, mach die Augen einfach zu. Da ist nichts, du bildest dir das alles nur ein.’ Nach einer halben Ewigkeit öffnete sie ihre Augen wieder, in der Hoffnung, dass ihre Sinne ihr nur einen Streich gespielt hatten. Doch was sie nun vor sich sah, konnte wahrlich keine Sinnestäuschung mehr sein. Etwas von ihr entfernt stand eine Gestalt, oder besser ein schemenhafter Umriss, der sich ihr langsam näherte. Langsam, ja schon fast schleichend, wie ein Raubtier, das sein Opfer in die Enge getrieben hatte.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals und wieder schloss sie die Augen, sie wollte nicht dabei zusehen. Sie konnte es einfach nicht. Fest kniff sie ihre Augenlider zusammen und zitterte, hoffte nach wie vor, dass dies alles nicht der Realität entsprach. Schritte, die sich von ihr entfernten. Sie öffnete die Augen, da war nichts - absolut nichts. Erleichtert ging sie wieder nach oben und summte dabei fröhlich ein Lied. Sie schloss die Kellertür und schlenderte zum Spiegel, um sich nochmals darin zu begutachten.

Im Spiegel sah sie eine Gestalt von hinten auf sich zukommen. Behandschuhte Hände legten sich blitzschnell um ihren Hals und drückten kraftvoll zu. Kurze Zeit später fiel sie reglos zu Boden. Dort lag sie, die Ohrringe waren entfernt, ebenso wie alle Briefe, die sie erhalten hatte. Nur die Vase mit den Rosen auf dem Schuhschrank, die waren noch da. Kurze Zeit später kam die Katze, die vergeblich versuchte, ihr Frauchen wachzubekommen. Der Verehrer schloss leise die Haustür, zog sich die Handschuhe aus und zündete sich eine Zigarette an. Er verschwand langsam dahinschlendernd und unbeobachtet in der Dunkelheit der Nacht.

Wochen später.

Eine rothaarige Frau mit femininer, aber dennoch zierlicher Figur erhält nach vielen anonymen Briefen, wunderschöne Ohrringe....

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

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Liebe Marion,

jetzt war ich auf der Suche nach der Geschichte, die du in die Schreibwerkstatt gestellt hast, und finde sie nicht mehr. Da mein Kurzzeitgedächtnis in letzter Zeit erschreckend nachlässt, weiß ich weder den Titel noch den Inhalt.

Aber das, was ich dazu zu sagen gehabt hätte, lässt sich auch an deinen "Red Roses" festmachen. Sprachlich, grammatikalisch, orthographisch weitestgehend korrekt, lässt mich dein Text doch kalt. Und ich glaube, das kommt daher, dass er auf mich "abgeschrieben" wirkt.

"Alles an ihr schien perfekt zu sein. Das rote Haar, dass ihr in wallenden Locken ĂĽber die Schultern fiel, sowie das weiĂźe KostĂĽm, welche ihre feminine, aber dennoch zierliche Figur betonte." - Ich habe zwar noch nie einen Rosamunde-Pilcher-Roman gelesen, aber ich glaube, genau das ist ihr Stil.

"Sie verstand zwar nicht, weshalb er nie einen Absender auf den Umschlägen schrieb, aber das störte sie nicht weiter." - Hier war klar, wie deine Geschichte ausgehen würde.

Ich würde dir ganz viele Füll-Adjektive weg nehmen. Sie bremsen den Erzählfluss ungemein. Ich lese: "wallende Locken, zierliche Figur, sorgfältige Schrift, wohliges Heim" und so weiter und so weiter. Das brauchst du nicht. Wenn du deinen Text auf die Hälfte zurechtstutzen würdest, hätte er was, das mich als Leser interessiert. Durch diese ausschweifende Sprache wirkt er nicht viel mehr als "gut gemeint".

Ich schreibe das alles nicht, um dich und deinen Text in der Luft zu zerreißen. Im Gegenteil: Ich möchte dir Mut machen, deinen Stil zu finden und auf die Kraft deiner ganz eigenen Sprache zu vertrauen.

Ansonsten: Herzlich willkommen in der Leselupe!

Silvia
__________________
Am jĂĽngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unnĂĽtz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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nobody
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Registriert: Not Yet

Ich kann das, was Silvia schreibt nur unterstützen - Fülladjektive weglassen, eigene Worte finden, streichen, streichen, streichen. Mir tut es auch um jedes schöne Wort weh, das ich streiche; bei näherem Hinsehen sind es dann eben nicht meine Worte gewesen, die ich gestrichen habe. Das von einem, der in dieser Hinsicht auch noch viel zu lernen hat.
GruĂź nobody

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