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Leselupe.de > Humor und Satire
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Eingestellt am 10. 08. 2003 00:18


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Traum
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Pauline stand in der K├╝che ihrer Arbeitgeberin. Berge von Silber vor sich, die sie putzte.
Die Hausfrau hatte ihrer Schulkameradin aus der Gro├čstadt zu Besuch. Sie ist Journalistin geworden. Reist sehr viel, deshalb sehen sie sich kaum.
Beide sa├čen im Esszimmer, das von der K├╝che abgeteilt war. Gespr├Ąchsfetzen drangen zu Pauline. "Stell Dir vor, am Wochenende hat mich der Landrat zum Tanz aufgefordert!"- "So, so-aha, sehr interessant" murmelte ihre Freundin. "Und mit dem Fabrikant Soundso waren wir golfen und auf seiner Jacht!"
Die Hausfrau war in ihrem Element, ihr Mann hatte es zu Reichtum gebracht, und dieser Reichtum ├Âffnete ihr gewisse T├╝ren. Das wollte sie unbedingt ihrer Freundin nun vermitteln.
"Klar" dachte sich Pauline beim Silberputzen, "deshalb mu├čte sie auch das ganze Besteck, die vielen Gl├Ąseruntersetzer, die Leuchter und die Silberplatten aus dem Wohnzimmer vorbei am Gast in die K├╝che tragen.
Pauline war Putzfrau geworden um ihre Familie, die sich in finazieller Not befand, ├╝bers Wasser zu halten.
"Was!"- reagierte damals ihr Mann entsetzt, "Putzfrau willst Du machen, was denken sich die Leute nur!"- "Warum" erwiderte ihm Pauline "in Amerika sind Tellerw├Ąscher zu Million├Ąre geworden, au├čerdem hei├čt es nicht mehr Putzfrau, sondern Parkettkosmetikerin!" -Damit konnte sich letztendlich auch ihr Mann anfreunden. Und so brachte es Pauline auf bis zu f├╝nf Putzstellen in der Woche. Sie war unter Leuten, die Hausarbeit vielseitig. Man sah den Glanz und roch am frischen Duft, dass etwas geschehen war. Sie konnte sich die Zeit einteilen, vielseitig sein. Die verschiedenen Charaktere ihrer Arbeitgeber genie├čen und deren unterschiedlichen Einrichtungsgeschmack studieren.
Und d i e s e Hausfrau hatte sie vor ettlicher Zeit ├╝berzeugen k├Ânnen, dass man Silber nicht mit Atta putzt und das handbemalte Geschirr nicht dem aggresiven Sp├╝lmittel der Geschirrsp├╝lmaschine aussetzt. Pauline war entsetzt dar├╝ber, wie achtlos ihre Arbeitgeberin mit ihren Antiquit├Ąten umging. Sie selbst war jedenfalls der ├ťberzeugung, dass jedes Teil seine Geschichte hat- oder erz├Ąhlen k├Ânnte, wenn es wollte. Und man behutsam damit umgehen mu├čte.
Vermehrtes Gemurmel riss sie aus ihren Gedanken. Inzwischen waren die S├Âhne der Hausherrin verschlafen dazu gekommen, hatten den Fr├╝hst├╝ckstisch bev├Âlkert. Laute Discomusik erscholl. B├Ąsse dr├Âhnten. Alles ├╝berdr├Âhnend pl├Âtzlich die Stimme der Mutter:"Macht sofort diese Musik aus, das ist ja nicht zum Aushalten!" -Ein neuer Sender wurde gesucht.-Klassik! Aha!!! R├Ątselraten: welcher Komponist das sei, und welches St├╝ck von ihm. Man kam einfach nicht darauf.
"Jetzt wei├č ich, was ich mache, ich werde Pauline fragen!" sagte die Hausfrau. Und richtig! Schon rief sie in die K├╝che: "Pauline?! Wissen Sie was das f├╝r eine Musik ist?!" -Pauline ging vor zur Verbindungst├╝re und sagte nur:" Tschaikovsky, Romeo und Julia!" -Alle waren platt! Dann h├Ârte sie die Hausfrau sagen:" Stellt Euch vor, unsere Putzfrau, die wei├č das!"
Pauline wollte fast erwidern: dass- auch wenn sie hier putzt, sie nicht in der Sonderschule gewesen ist. Aber sie lie├č es sein. Warum sollte sie auch Jemanden ├╝berzeugen, der Silber mit Atta putzt. Sie doch nicht! Denn reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

__________________
Den anderen nehmen wie er ist. Kritik ist fruchtbar, darf aber nicht zerst├Âren.

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Herr M├╝ller
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Hallo Traum

die Idee finde ich sehr gut, der Aufbau ist gut, an der Ausf├╝hrung kann noch gearbeitet werden.
Ich w├╝rde die Hausherrin schon mal nicht Hausfrau nennen, sondern Frau des Hauses. Das klingt vornehmer. Dann w├╝rde ich schon schreiben, das sie ungewollt Zuh├Ârerin der Gespr├Ąche wurde, denn wenn Du Gespr├Ąchsfetzen schreibst, dann solltest Du auch nur solche aufz├Ąhlen im Text. Sie kann ja locker angelehnt an der T├╝r, mit dem Ohr an der T├╝rspalte zuh├Âren, ausversehen nat├╝rlich.
Das Ende mu├č noch besser werden, die Kinder, Discomusik... ich wei├č nicht, ob das alles n├Âtig ist. Dann spielt auch alles noch am Morgen. La├č die Kinder weg. Die Freundin kann ja fragen, was das f├╝r Musik ist, die da l├Ąuft. Die Frau des Hauses kann erwidern, dass ihr das im Moment entfallen sei. Paulinchen kann dann das erste geputzte Silber rein bringen und so nebenbei erw├Ąhnen, dass das Tschaikovsky, Romeo und Julia sei. Worauf die Freundin erwidert, dass sie da eine sehr interessante Putzfrau h├Ątte und Paulinchen fragen w├╝rde, woher sie das wisse und sie darauf antworten w├╝rde, ein L├Âffel putzend.. Reden ist silber, schweigen ist gold.. So oder so ├Ąhnlich.

Vielleicht war ja Anregungen dabei f├╝r Dich.

Her M├╝ller

__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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flammarion
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hallo,

da mir deine geschichte so gut gef├Ąllt, bin ich mal mit m stift dr├╝bergegangen und habe alle ├Ąnderungsvorschl├Ąge in klammern gesetzt.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold
Pauline stand in der K├╝che ihrer Arbeitgeberin. Berge von Silber vor sich, die sie putzte.
Die Hausfrau hatte ihre() Schulkameradin aus der Gro├čstadt zu Besuch. Sie ist Journalistin geworden. Reist sehr viel, deshalb sehen sie sich kaum.
Beide sa├čen im Esszimmer, das von der K├╝che abgeteilt war. Gespr├Ąchsfetzen drangen zu Pauline. "Stell (d)ir vor, am Wochenende hat mich der Landrat zum Tanz aufgefordert!"()- "So, so-aha, sehr interessant"(,) murmelte ihre Freundin. "Und mit dem Fabrikant Soundso waren wir golfen und auf seiner Jacht!"
Die Hausfrau war in ihrem Element, ihr Mann hatte es zu Reichtum gebracht, und dieser Reichtum ├Âffnete ihr gewisse T├╝ren. Das wollte sie unbedingt ihrer Freundin nun vermitteln.
"Klar"(,) dachte sich Pauline beim Silberputzen, "deshalb mu(ss)te sie auch das ganze Besteck, die vielen Gl├Ąseruntersetzer, die Leuchter und die Silberplatten aus dem Wohnzimmer vorbei am Gast in die K├╝che tragen.
Pauline war Putzfrau geworden um ihre Familie, die sich in fina(n)zieller Not befand, ├╝ber() Wasser zu halten.
"Was!"(,) reagierte damals ihr Mann entsetzt, "Putzfrau willst (d)u machen, was (sollen nur die Leute denken)!"()- "Warum"(,) erwiderte ihm Pauline(.) "(I)n Amerika sind Tellerw├Ąscher zu Million├Ąre(n) geworden, au├čerdem hei├čt es nicht mehr Putzfrau, sondern Parkettkosmetikerin!" –()Damit konnte sich letztendlich auch ihr Mann anfreunden. Und so brachte es Pauline auf bis zu f├╝nf Putzstellen in der Woche.
Sie war unter Leuten, die Hausarbeit vielseitig. Man sah den Glanz und roch am frischen Duft, dass etwas geschehen war. Sie konnte sich die Zeit einteilen, vielseitig sein. Die verschiedenen Charaktere ihrer Arbeitgeber genie├čen und deren unterschiedlichen Einrichtungsgeschmack studieren.
Und d i e s e Hausfrau hatte sie vor et()licher Zeit ├╝berzeugen k├Ânnen, dass man Silber nicht mit At()a putzt und das handbemalte Geschirr nicht dem aggres(s)iven Sp├╝lmittel der Geschirrsp├╝lmaschine aussetzt. Pauline war entsetzt dar├╝ber, wie achtlos ihre Arbeitgeberin mit ihren Antiquit├Ąten umging. Sie selbst war jedenfalls der ├ťberzeugung, dass jedes Teil seine Geschichte hat- oder erz├Ąhlen k├Ânnte, wenn es wollte. Und man behutsam damit umgehen mu(ss)te.
Vermehrtes Gemurmel riss sie aus ihren Gedanken. Inzwischen waren die S├Âhne der Hausherrin verschlafen dazu gekommen, hatten den Fr├╝hst├╝ckstisch bev├Âlkert. Laute Discomusik erscholl. B├Ąsse dr├Âhnten. Alles ├╝berdr├Âhnend pl├Âtzlich die Stimme der Mutter: ()"Macht sofort diese Musik aus, das ist ja nicht zum Aushalten!"
Ein neuer Sender wurde gesucht()-()Klassik! Aha!!! R├Ątselraten: welcher Komponist das sei, und welches St├╝ck von ihm. Man kam einfach nicht darauf.
"Jetzt wei├č ich, was ich mache, ich werde Pauline fragen!"(,) sagte die Hausfrau. Und richtig! Schon rief sie in die K├╝che: "Pauline?! Wissen Sie(,) was das f├╝r eine Musik ist?!"
Pauline ging vor zur Verbindungst├╝r() und sagte nur: ()"()Tschaiko(w)sky, Romeo und Julia!"
Alle waren platt! Dann h├Ârte sie die Hausfrau sagen: ()"()Stellt Euch vor, unsere Putzfrau, die wei├č das!"
Pauline wollte fast erwidern: dass()- auch wenn sie hier putzt, sie nicht in der Sonderschule gewesen ist. Aber sie lie├č es sein. Warum sollte sie auch Jemanden ├╝berzeugen, der Silber mit At()a putzt. Sie doch nicht! Denn (R)eden ist Silber und Schweigen ist Gold.




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Old Icke

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strumpfkuh
???
Registriert: Jun 2003

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Liebe Inge,
deine kleine Geschichte hat mir auch sehr gut gefallen. Vielleicht k├Ânnte man den letzten Satz weglassen, er wirkt so erkl├Ąrend, und eigentlich ist mit "Warum sollte sie auch Jemanden ├╝berzeugen, der Silber mit Atta putzt(?)" ja auch schon das gleiche gesagt. Du br├Ąuchtest allerdings dann einen neuen Titel.
LG
Doro

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Gilwen
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

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Also, Kinder die Morgens verschlafen( eher totm├╝de weil nicht geschlafen ) aus ihrem Zimmer kommen kenn ich. Ich bin so eins (Ohne techno )
Und die Techno-Musik der Kinder w├╝rd ich auch drin lassen, aber anstatt "Sender" "CD" schreiben, da das nochmal eine kleine seltsame Sonderheit der "Hausfrau" herrausstellt: Die Kinder kommen morgens verschlafen (weil nicht geschlafen) aus ihrem Zimmer und legen ihre eigene, klassische, Musik auf ...

Ciao
Gilwen
__________________
ich m├Âchte gern,
im leeren raum,
wo tr├Ąume platzen

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Traum
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2003

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Hast ja recht

Hallo Gilwen

jetzt kommt es mir so langsam vor, als wenn Du auf meinen Pfaden wandelst. Freut mich!Rauch Dir noch nicht der Kopf?
Pass auf Dich auf

Viele liebe Gr├╝├če
vom n├Ąchtlichen Bodensee

Traum
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