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Leselupe.de > Gereimtes
Regen
Eingestellt am 25. 12. 2003 13:55


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Keks
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2003

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Regen

Siehst Du die Tropfen vom Himmel fallen,
Wie sie prasselnd auf den Asphalt knallen,
Wie sie funkeln und schillern um Lampenlicht,
Und sachte benetzen Dein Angesicht,
Sich auf den Straßen zu Strömen verbĂŒnden,
Und rauschend in den Gully mĂŒnden?


Hörst Du’s donnern und krachen aus den Gefilden,
Als sprÀche Thor in uns nicht verstÀndlichen Silben.
Wie der Hammer zuckt und fliegt,
WĂ€hrend er verborgene Feinde bekriegt?
Und wie, wenn beendet der Kampf,
Über dem Boden aus dem perlenden Dampf,
Ein Bogen entspringt, einer Straße gleich,
Der fĂŒhren kann TrĂ€umer zu SchĂ€tzen reich.


Und was tust Du wenn der Himmel verhangen,
Und keine Vögel wie Gestern sangen?
Wenn die Luft frisch und klamm,
Und Du nicht denken willst, dann,
Dann schmeiß’ Dich mit ’nem Buch aufs Bett,
Und ess’ Dich an Schoko rund und fett.
WĂ€hrend Elfen in den Hainen und Vampire in den SĂ€rgen,
Zwerge in den Stollen und Drachen auf den Bergen,
Mit Deinen Sinnen Korbball spielen,
Und der Regen prasselt auf der DĂ€cher Dielen.

__________________
"Wer Lyrik schreibt, ist verrĂŒckt
wer sie fĂŒr wahr nimmt wird es."
Peter RĂŒhmkorf

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Maiglockje
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Keks,

du greifst das Thema Gewitter in ziemlich konfuser Weise auf.

Strophe 1:
Es holpert und stolpert so vor sich hin. Die wechselnden Silbenzahlen zwischen 9, 10 und 11 beherbergen leider kein System. Metrik lĂ€sst sich aufgrund der vielen einsilbigen Wörter schwer aufschlĂŒsseln, aber dort wo man es deutlich erkennen kann, ist sie unkorrekt ausgefĂŒhrt und wechselt zwischen Dactylen umd TrochĂ€en (Z1-3) und in Jamben mit Anapesten (Z4-Z6). Aber alles sehr durcheinander und wirr.
Passt hier auch nicht zum Inhalt, da der Regen gleichmĂ€ĂŸig prasselt.
Über die wuchtige Strophe mit 6 Zeilen und 3 Paarreimen lĂ€sst sich diskutieren. Paarreime wirken jedoch schon so immer total gequetscht und stellen die einfachste Form des Reimens dar und machen das Thema definitiv nicht ausdruckstĂ€rker.
Inhaltlich die Beschreibung einer Straßenszene in der Nacht. Das lyr. Ich steht entweder auf der Straße oder an nem Fenster und sieht hinaus. Mir schleierhaft, warum das alles in einer Frage geschehen muss, die sich ĂŒber 6 Zeilen hinzieht. Es könnte natĂŒrlich sein, dass das lyr. ich bisher so durchs Leben gehetzt ist, dass es fĂŒr all das natĂŒrlich Schöne keine Zeit hatte. Regen hierbei als Symbol fĂŒr Neubegin und Reinheit (-> wegwaschen des Alten).

Strophe 2:
Noch grĂ¶ĂŸere SprĂŒnge in ZeilenlĂ€nge und Silbenzahl 12, 13, 7, 11, 8, 11, 10, 10.
Mehr Holper die Stolper. Selbst in dieser unruhigen Szene ist eine solches Mischmasch recht unangebracht. Schön natĂŒrlich die Steigerung auf 8 Zeilen zur Spannungserhöhung. Da allerdings schon die erst Strophe so massig war, wirkt die zweite noch Massiger. Es wĂ€re gĂŒnstiger gewesen alles etwas mehr zu gliedern.
Beschrieben werden die ersten Blitze und erster Donner mit sehr ausdrucksstarken Worten. GefÀllt!
"Der fĂŒhren kann TrĂ€umer zu SchĂ€tzen reich."
Schlechte Syntax der deutschen Sprache.
Du sagst doch auch nicht:
"Das machen kann Fleisch zu Essen lecker."
Das ganze kommt nur wegen den Paarreimen zustanden. Es zwingt deine gute Sprache in Bahnen die nicht der Richtigkeit der Deutschen Syntax entspricht.

Strophe 3:
Unsauberer Reim: klamm - dann (klingt zudem noch gezwungen)
In den ersten 3 Zeilen scheint mir noch, als wĂŒrde die Situation nachdem Gewitter beschrieben. WĂ€re nur logisch, da Strophe 1 Beginn des Regens, Strophe 2 Gewitter.
Z 4 und Z5 sind ziemlich eigenartig aufeinander aufgebaut:

"Und Du nicht denken willst, dann,
Dann schmeiß’ Dich mit ’nem Buch aufs Bett,"
Also ich weiss nicht was du fĂŒr BĂŒcher liest, aber ohne die nötige Aufmerksamkeit und ein bisschen Denken ist doch jedes gute Buch nicht zu verstehen.
Der Rest der Strophe ist auch sehr eigenartig. Ich wusste gar nicht das Vampire in SĂ€rgen Korbball spielen?! Und erst die Drachen... Konfus sag ich da nur, sehr eigenartig.
Und dann noch die letzte Zeile, die klar macht, dass es immer noch regnet obwohl ich finde das Z 3 doch klar macht, dass es bereits aufgehört hat.

Fazit: Teilweise gute AnsÀtze, aber alles in allem verstehe ich nicht, was mir das Gedicht sagen will? Strophe 1 noch total ernst, Strophe 3 fast schon lÀcherlich. Die Strophen stehen kaum bis gar nicht in Bezug zueinander und warum stÀndig mit Fragen gearbeitet wird, ist auch nicht wirklich klar herauszulesen.
Wenn deine Message sein soll, dass wir uns mit Schokolade zufressen und lesen sollen, wenn es regnet, dann hĂ€tte Strophe 3 genĂŒgt.

GrĂŒĂŸe
Maiglockje

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lapismont
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Hallo Keks,

ein einfach gereimtes Gedicht derart um die Ohren zu bekommen, ist bestimmt unschön.


Nun ja, aber damit sollte man rechnen, reimt man.

Die erste Strophe gefÀllt mir. Ich bin nicht der Metriker, kann diese Strophe holperfrei lesen, auch inhaltlich erscheint sie mir gelungen.
Danach geht's auch mir zu bunt durcheinander.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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La Noche
???
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Hallo Keks,
Die erste Strophe finde ich schön atmosphĂ€risch. Sie gibt dem Regen ein Bild, einen Charakter. Da wird das Metrum gar nicht so wichtig. Ich wĂ€re aber fĂŒr im Lampenlicht, das lĂ€sst sich leichter lesen.

In den anderen Strophen aber verrennst du dich. Inhaltlich gefÀllt mir die zweite Strophe auch, aber sie braucht noch etwas Feinschliff.
Die Dritte erscheint mir ĂŒberflĂŒssig. Einerseits endet der Regen in der zweiten Strophe, warum also weiter grĂŒbeln ĂŒber den Regen? Außerdem wirkt der Regen in dieser Strophe unnatĂŒrlich, im Gegensatz zu den anderen beiden Strophen. Er hat ein völlig anderes Bild. Abgesehen von dem hier völlig entglittenen Metrum wirkt alles nach der dritten Zeile wie bloßes FĂŒllmaterial, jedenfalls in der Form wie es dasteht.

Lieber Gruß,
La Noche

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Keks
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GrĂŒĂŸ' dich Maiglocke,

ich weiß nicht ob du dich durch das Gedicht irgendwie angegriffen oder in Frage gestellt fĂŒhlst, doch als ich deine Kritik las, beschlich mich der Eindruck, dir sei der Humor gĂ€nzlich flöten gegangen.
Ich wollte mit diesem Gedicht in keiner Weise eine wissenschaftlich oder philosophisch untermauerte Abhandlung ĂŒber Regen in die Lupe stellen, und mich auch nicht unbedingt an Fakten halten (was das mit dem Korbball anbelangt).
Doch will ich nicht der verbissenen Schriftsteller sein, der keine Kritik annimmt. Mir ist glasklar geworden, dass die letzte Strophe gĂ€nzlich fehl am Platz ist (da vom Stil nicht passend und sehr verworren, hĂ€tte mir anderes Ende ĂŒberlegen sollen... ). Auch ist mir klar geworden, dass ich teilweise unsauber gereimt habe. Wenngleich ich glaube, dass das mit dem holprig bzw. nicht holprig lesen Geschmacks- und Interpretationssache ist- natĂŒrlich nur in einem gewissen Rahmen.

Um einige Unklarheiten ein wenig zu erhellen, will kurz auf einige deiner Anspielungen eingehen.
- da du ja sehr auf den Zusammenhang der Zeilen achtest (was ich auch hĂ€tte tun sollen J) verstehe ich dein Problem mit dem Korbball und den SĂ€rgen nicht. Denn ich benutze den Sport ja nur als Bild; und der Teil „mit deinen Sinnen“ ist sehr wichtig fĂŒr das VerstĂ€ndnis der letzten (wenn auch sehr konfusen) Zeilen. Ich sehe kein Problem fĂŒr einen Vampir darin, ob nun im Sarg oder nicht, mit meinen Sinne Korbball oder meinetwegen auch Kricket zu spielen.
- mit dem „nicht denken“ wollte ich ursprĂŒnglich „sorgen, Kopf zerbrechen, etc.“ ausdrĂŒcken, habe es jedoch nicht richtig darstellen können- mein Fehler. So erĂŒbrigt sich dann wohl auch deine Frage nach meinen bevorzugten BĂŒchern. NatĂŒrlich stimme ich dir zu, dass gute BĂŒcher nur mit Geisteseinsatz genossen werden können. Doch hatte ich , wie oben erwĂ€hnt, beim reimen eher den unangenehmen Bruder des GrĂŒbelns im Sinn.

Alles in allem danke ich dir - trotz der, denke ich, teilweise etwas ruppigen Formulierung – sehr fĂŒr deine Kritik. Ich habe daraus mit Sicherheit gelernt. Ich wĂŒnsche dir ein frohes Fest gehabt zu haben und ein gutes Neues Jahr
Keks
P.S.: Ich freue mich, dass dir die zweite Strophe von der Sprache an sich gefallen hat

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wer sie fĂŒr wahr nimmt wird es."
Peter RĂŒhmkorf

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Keks
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Hi Lap,
ich war wirklich ein wenig ĂŒberrumpelt, als ich die ausfĂŒhrliche Zerkleinerung des Gedichtest gelesen habe. Nicht das ich das sonderlich schlimm finde (bin stolz das sich jemand so viel MĂŒhe gegeben hat- wegen dem Gedicht ), war nur sehr ĂŒberrascht, dass sich ĂŒberhaupt jemand so viel Gedanken darĂŒber macht, da ich bei weitem tiefsinnigere Dinge in die Lupe gestellt habe, als Regen (auch wenn es noch nicht sonderlich viele StĂŒcke sind...)
Werde wohl nĂ€chstes Mal ein wenig geordneter schreiben, oder mich zumindest stark bemĂŒhen.
Schöne GrĂŒĂŸe und guten Rutsch,
Keks

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Peter RĂŒhmkorf

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