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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Regentage
Eingestellt am 28. 05. 2001 14:54


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Katrin Volkmann
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2001

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Es regnet. Überm Dach.

Ein stetes, einschlĂ€ferndes schwaches Rauschen. Stunden in Grau, zĂ€h, wie die lĂŒsterne SchwĂŒle eines tropischen Monsuns. Der Atem geht schwer; ĂŒberall hĂ€ngt der Geruch von Flieder. In den GĂ€rten liegt die Aussaat blank; erstes zartes GrĂŒn, freigespĂŒlt von behenden Rinnsalen. Katzen drĂ€ngen sich unter dem Vordach, von Ferne zischt ein ums andere Mal das GerĂ€usch zerplatzender StraßenpfĂŒtzen herĂŒber. Die in ihren Fahrzeugen sitzen warm und bequem.

Es regnet. An der Straße.

Rastlos ziehen Scheibenwischer ihre Bahn, schieben von rechts nach links nach rechts, schnaubend und stur, wie zwei beharrliche AckergĂ€ule. Nebel legt sich auf die Scheiben. Der Asphalt glĂ€nzt schwarz und spiegelt Lichthappen. Hier und da ein Ausweichmanöver, wenn sich die Wurzeln uralter BĂ€ume vom frischen Nass ermutigt gegen die bezwingende Straßendecke aufzulehnen wagen. Dahinter ein sattes Wasserloch. Auf dem Autodach trommelt der Regen seine wilde Partitur. Durchs GeĂ€st der BĂ€ume fĂ€llt es sanfter. Das Getier kuschelt sich ins schĂŒtzende Laub.

Es regnet. In den BĂ€umen.

Feucht zieht es durchs Gefieder. Perlendes Silber auf Spatzengrau und roten Kehlchen. Nebenan, im zweiten Ast, der verdrosselte Nachbar, reingewaschen sein Federfell, doch die Sinne vermoost. Wo ist der Sonne goldenes Lachen, wo des FrĂŒhlings Leben hin? Kein WĂŒrmchen in Sicht, kringelt sich unterm toten Stein und jede MĂŒcke schlĂ€ft in einer FliedertĂŒte. Sehnsucht im Blick, ĂŒberm orangegoldenen Schnabel hinweg, an ZĂ€unen entlang, die Hauswand empor zum SchwĂ€lbchen hin: Ein Nest zum ausruhen und ein Dach darĂŒber, auf dem der Regen tanzt, das wĂ€r’s!

Es regnet. Seit Tagen schon. Allerorts, ĂŒberall nur Wasser.


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kira
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

Werke: 3
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Mann, was mag ich deine Schreibe!
FĂŒr

"Kein WĂŒrmchen in Sicht, kringelt sich unterm toten Stein und jede MĂŒcke schlĂ€ft in einer FliedertĂŒte"

möchte ich wirklich zwei Schritte zurĂŒckweichen und dich ein bißchen andĂ€chtig betrachten.
(So ist das mit einzelnen SĂ€tzen, die unverhofft auf Lesende wirken, wohl)

Bin gerade dabei, mich durch deine - leider recht spÀrlichen - Texte zu lesen und sage dir rein zufÀllig an dieser Stelle:
Schön, ĂŒberhaupt von dir lesen zu können. :-)

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Volkmar
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: May 2001

Werke: 8
Kommentare: 2
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Leselupe

hallo - Leselupenmitglied
habe mich gerade registrieren lassen.
und bei der Gelegenheit mal Deine Kurzgeschichten gelesen.
GefÀllt mir.
Meine Frage : hat es Dir was gebracht bzw. warum Leselupe ?
Gruß
Neumitglied Volkmar

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