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Leselupe.de > Gereimtes
Regina
Eingestellt am 18. 11. 2001 15:37


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Inge Anna
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Registriert: Apr 2001

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Regina

Der Schnee kam frĂŒh in jenem Jahr,
die Luft blies schneidend kalt;
doch einer munt'ren Kinderschar
gefiel's, und drum gab's bald
inmitten dieser weißen Pracht,
die erste wilde Schneeballschlacht.

Du warst ein Neuling noch im Clan,
bedacht um jedes Wort,
lÀcheltest uns verlegen an;
ich mochte Dich sofort.
Zeigte die heile Winterwelt
uns damals schon, was wirklich zÀhlt?

Ein herrlich Schneehaus bauten wir,
dem Winter schien es recht;
denn er betreute das Quartier
auf seine Art nicht schlecht.
So nannten wir den Schneepalast
zu seiner Ehr' "Haus Winterrast".

Der Frost hielt unser SchneegebÀude
gut und fest instand
und ungetrĂŒbte Lebensfreude
zog durch's verschneite Land.
Regina, noch mied uns das Leid,
doch lag's versteckt, zum Sprung bereit.

Geliebtes Winterparadies,
gemalt von Meisterhand,
das eine Freundschaft wachsen ließ,
die Dich und mich verband;
und dieses Band ward immer fester.
Du warst mir mehr als eine Schwester.

Als dann der Tauwind in der Nacht
das Lied vom Abschied sang,
beugte der Winter sich der Macht
und dieser Töne Zwang.
Der nÀchste Tag wollt' endlos scheinen;
denn Dich, Regina, sah ich weinen.

Am Abend sagtest Du ganz leis':
"Ich sah den Winter flieh'n;
hol' ihn zurĂŒck, mir ist so heiß,
ich werde mit ihm zieh'n
und eine kleine Wolke sein."
Ich hauchte "ja" und dachte "nein".

Der Schmerz drang tief mir in die Seele,
stumm hielt ich Deine Hand;
und etwas griff nach meiner Kehle,
bedrohlich, unbekannt.
Es schien die Angst mich zu verbrennen;
wir wollten uns doch niemals trennen.

Die Zeit lief weiter ohne Dich,
als wÀre nichts gescheh'n.
Regina, manchmal trÀumte ich
von unserm Wiederseh'n;
doch eh' ich zu der Wolke fand,
erwachte ich; das Traumbild schwand.

Und heute treibt es mich hinaus
zum Schulpark, denn es schneit.
Im Schnee sieht er wie einstmals aus,
zu uns'rer Kinderzeit.
Ich lausche fernen Kirchenglocken
und wein' im Wirbel dichter Flocken.

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La Noche
???
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Hallo,
Dein Gedicht liest sich wunderbar flĂŒssig und man kann alles richtig wie einen Film vor Augen sehen.
Ich lese in den Zeilen eine noch immer tiefe Verbundenheit, eine NĂ€he. Vor allem der Schnee zeichnet eine Art immer wiederkehrende Sehnsucht.

LG,
La Noche

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Inge Anna
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Hallöchen La Noche,

zur PrĂ€sentation dieses Gedichtes konnte ich mich nur zögernd entschließen. Mit einem tiefen Seufzer ließ ich es dann doch sehr behutsam in die entsprechende Rubrik gleiten. FĂŒr die gute Bewertung meines Beitrages möchte ich dir ganz herzlich "danke" sagen.

Lieber Gruß, Inge Anna

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Rosentraum
???
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Kindheitserinnerungen

Hallo, liebe Inge Anna

Worte, so sanft wie der erste zarte Schnee. Sie schmelzen sich in unsere KinheitstrĂ€ume und plĂ€tschern als Rinnsal der Vergötterung der Kindheit sanft ĂŒber unsere geschundenen Seelen.
So ist doch die Erinnerung an traumhafte Momente im nachhinein der schönste Teil der Kindheit.
Mag der Schnee im FrĂŒhjahr schmelzen. Unsere Freunde bleiben in uns lebendig.
Deine Gedanken gefallen mir wunderbar.

Möge Dir der Spaß an der Feude erhalten bleiben.

mit einem leisen servus - der Rosentraum

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Brigitte
AutorenanwÀrter
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Hallo Inge,
ein schönes Gedicht, das zu Herzen geht. Ja, Kindheitserinnerungen sind etwas Schönes, und je Àlter man wird, umso wertvoller werden sie uns.

Ein schönes Wochenende
beste GrĂŒsse
Brigitte
__________________
Brigitte

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist fĂŒr das Auge unsichtbar.

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Inge Anna
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@Rosentraum:

Ja, Deine Rosen fanden mich
und dankbar nehm ich sie entgegen;
ein blĂŒhend GĂ€rtlein sehe ich,
möcht' es in meinem Herzen hegen.

Ganz lieb grĂŒĂŸt
Inge Anna

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