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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Reibung - ein Märchen
Eingestellt am 18. 08. 2006 11:50


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Bernd
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-1-

Das Telefon klingelte.
Dummes Telephon, dummes Telefon!
Es klingelt Sturm.

Ich stand auf. Nahm den Hörer in die Hand.

Bitte, wer ist da?

Tüüüüüüüüt

Naja.

Irgendwie fleckig ist er schon. Ich müsste ihn mal wieder putzen. Der viele Schweiß an den Händen, der blöde Staub und all die Schmiere.

Ich nahm den Schal, der da lag, und begann, den Hörer zu säubern.

Es roch brenzlich.

Irgendwie sehr brenzlich.

Ich warf den Hörer hin, der plötzlich heiß geworden war.

Rauch stieg auf.

Verdichtete sich.

Immer mehr Rauch, ich musste husten, aber da bildete sich ein Wirbel, der Rauch formte sich zu einer wunderschönen Frau, die mit nichts bekleidet war, als den Resten des Rauches.

Höre, ich war nunmehr seit dreitausend Jahren gefangen in dieser Gruft, sagte sie sanft.

Ich wollte meinen Pudding nicht essen, da verbannte mich mein Oheim Vulmore in die dumme Dimension.

Im ersten Jahrtausend schwor ich, sollte ich je wieder frei kommen, meinem Befreier mit Gold aufzuwiegen, aber da kam keiner.

Im zweiten Jahrtausend schwor ich, meinem Befreier drei Wünsche zu erfüllen, aber da kam keiner.

Im dritten Jahrtausend aber schwor ich, ihm den blutigen Garaus zu machen, ihn in Stein zu verwandeln und in den Kaukasus zu stellen, denn es war wahrhaft langweilig und doof da unten.

Und sie fauchte und dampfte und roch angenehm.

O, o o o, ich zitterte.

O,o o o, Würzige Fee, Ehrwürdige Dschinnie, Wundersame Frau ...

-2-

Nein, Dir hilft nichts, du musst in den Kaukasus.

Zuvor aber habe ich hier für Dich das Gold.

Sie warf einen Sack in die Ecke des Zimmers, der schwer zu Boden fiel, und in dem Goldstücke dumpf schepperten.

Und nun nenne Deine Wünsche. Was ist Dein erster Wunsch?

Mir wurde schummrig vor den Augen. Nie zuvor hatte jemand einen vernünftigen Wunsch geäußert.

O Feee, wisperte ich, lass uns fern sehen, tausend und eine Nacht!





Die Fee sagte: so geschehe es.
Und dann:
Die tausend Nächte und eine Nacht sind um!

Bi bi bitte?

Keine Widerrede! Dein zweiter Wunsch!

Ja, so einfach war das nicht. Wie konnte ich entkommen?

Lass uns Baden gehen!

Endlich ein vernünftiger Wunsch, seufzte die Fee.

Meine Kleidung verschwand im selben Augenblick und wir saßen im Wasser. Warm war das Wasser und Wellen umwarben uns.

Die Fee kam auf mich zu und umhüllte mich mit sich.
Ich sah alles wie im Traum. Uns und die Umgebung, mich und die Fee, und ich hörte das Rauschen und fühlte sanftes Zittern auf den Armen und es kroch die Haut hinunter. Mir war sonderbar und die Angst verflog, ich fühlte mich wie im Rausch.

-3-

Der Duft exotischer Essenzen umspülte uns. Nichts blieb, wie es war, und das Rauschen wirkte angenehm. Wir umschlangen uns und schwebten lange im Raum. Melodien drangen in die Ohren, Melodien geschaffen von der Fantasie, die uns einhüllte. Wir waren wie wild. Wir waren wild. Die Wellen schäumten. Das Wasser kochte.

Ich möchte alles für dich tun! wisperte ich in der ersten Fassung dieser Geschichte.

Die Fee wurde plötzlich still und ich sackte in mich zusammen. Sie lachte laut. Habe ich dich endlich, wo ich wollte!
Jetzt musst du meine Wünsche erfüllen! Rache! Rache für die Zeit in der Kapsel!

War das alles nur gespielt? Im Bad? Wagte ich zu sagen. War das nur Lüge da in den Wellen? Was hast du gedacht? Willst du mir nicht einen Wunsch erfüllen? Den dritten?

Die Fee wurde plötzlich still und ich sackte in mich zusammen. Sie lachte laut. Habe ich dich endlich, wo ich wollte! Jetzt musst du meine Wünsche erfüllen! Rache! Rache für die Zeit in der Kapsel! Deine Wünsche sind erfüllt!

Sieh diesen Felsen! Rolle ihn auf den Berg!

Ich will nicht, nein, das tue ich nicht!
Aber ich konnte mich nicht wehren. Eine unsichtbare Kraft fuhr in meine Füße und ich begann, den Felsen den Berg hinaufzurollen.

Aber ich schaffte es nicht. Kurz vor dem Gipfel stolperte ich und der Felsbrocken rollte nach unten.

Wieder und wieder rollte ich den Fels durch das Lachen der Fee.

Lach nur, Fee, lach. Du hast mich überlistet, verführt und betrogen!

Aber dein Schicksal ist noch nicht zu Ende!
Und im Kaukasus sind wir noch lange nicht!

-4-

Es regnete.
Es regnete in Strömen.
Völlig erschöpft fiel ich zu Boden. Ich schlürfte das Regenwasser und ernährte mich von den Würmern und von Huflattich, von dem es jede Menge gab, er wuchs überall.

Du Süßer, sprach die Fee. Welche Freude, dich hier so zu sehen!
Und sie kam, griff mich, und flog mit mir in das wohlduftende Bad. Ich konnte mich nicht wehren, sie verführte mich wieder und wieder, denn ich musste machen, was sie wollte.

Die Zeit blieb stehen und der Stein war rundgeschliffen und wurde allmählich leichter, während den Hügel eine Schicht feinen Sandes bedeckte.

Und ich musste wieder los.

Angestrengt dachte ich in all der Zeit und sann, wie ich dem entfliehen könne, das mich hier umgab, aber es gelang nicht.

Dabei war die Fee wahrhaftig eine der schönsten Frauen, die es je zu sehen gab, wenn sie mich verführte, und eine der grässlichsten Ungeheuer, wenn sie mich zwang, den Stein zu rollen.

-5-

Etwas war falsch in der Geschichte. Etwas ging nicht mit rechten Dingen zu. Ich musste nicht schlafen. Ich war todmüde, aber nicht wirklich. Etwas geschah, was ich nicht wusste, etwas war nicht wirklich. Träumte ich das alles nur? Ich hatte keine Zeit, darüber länger nachzudenken, denn der Stein war fast oben und begann den Felsen hinunterzupurzeln und die Fee holte mich zu einer neuen Runde in ihr Reich, oder besser gesagt in ihr zweites Reich.

Und sie küsste mich und sie verführte mich und die Welt duftete und drehte sich in jeder Richtung.

Das Telefon klingelte.
Dummes Telephon, dummes Telefon!
Es klingelt Sturm.


__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Mumpf Lunse
Routinierter Autor
Registriert: May 2004

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hehe, alles hat seinen preis!
so ist das eben wenn man länger nicht sauber macht.
ich hab sofort die pizareste aus meiner tastatur gepolkt.
nicht alle natürlich. weil: ich bin noch unentschlossen.

du siehst, dein text ging nicht spurlos an mir vorrüber.
und nebenbei: unterhalten hat er mich auch noch.

lg
mumpf
__________________
© by Mumpf Lunse
Schreiben ist etwas überraschendes

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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Ja, ja, ja - es ist immer das Gleiche.
Tausend und eine Nacht in den Armen einer schönen Frau, genießend erleben. Lustvoll erfahren, wie sie gekonnt auf der Klaviatur ihrer Verführungskünste zu spielen vermag - und dann..... ein Leben lang Steine schleppen, Steine schleppen, Steine schleppen.

Eine Anspielung auf das zeitlose Los des Durchschnittsmannes, der immer auch ein wenig zum Sisyphus-Sein verführt wird? Vielleicht interpretiere ich da etwas in den Text hinein, was gar nicht hinein gehört?

Scheißegal! Was auf jeden Fall zählt, ist das Lesevergnügen - und davon hatte ich jede Menge.
Ich denke, bei allen Rufen nach Textarbeit muss auch mal gesagt werden dürfen: "Wo es nichts zu textarbeiten gibt, darf man es bei schlichtem Lob belassen.
Tolle Idee, pfiffige Umsetzung, typisch bernd'scher Stil und kein Gramm zuviel. Klasse!"

Gruß Ralph
__________________
Schreib über das, was du kennst!

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