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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Reikiwunder
Eingestellt am 30. 11. 2002 22:23


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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
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Reikiwunder

Meine Freundin macht einen Reiki-Kurs. Mit Reiki kann man kosmische Energie f├╝r verschiedene Zwecke nutzbar machen, z.B. zum Heilen oder Schmerzen lindern. Das passiert in der Regel durch Handauflegen. Man kann die Energie aber auch durchs Universum einem weit entfernten Menschen schicken. Das ist weiter nicht verwunderlich, hat doch Jesus schon auf diese Weise unz├Ąhlige Sterbenskranke wieder auf die Beine gebracht. Niemand sollte Reiki also als Humbug abtun. Ich bin jedenfalls von der Wirksamkeit ├╝berzeugt.

Reikieingeweihte arbeiten mit Symbolen, die sie durch Handbewegungen aktivieren. Das nur zur Information, um die nachfolgende Begebenheit besser verstehen zu k├Ânnen. Gestern wurde n├Ąmlich meine Gutgl├Ąubigkeit auf eine harte Probe gestellt. Mein Freundin kam vom Kurs nach Hause und erz├Ąhlte folgendes: Ihre Lehrerin war gezwungen, kurzfristig im Halteverbot zu parken, weil es weit und breit keine freien Parkpl├Ątze gab. Es gibt auch ein Symbol, mit dem man Gegenst├Ąnde sch├╝tzen, sozusagen "unsichtbar" machen kann, so dass sie nicht "gesehen" werden. Dieses Symbol benutzte die Lehrerin und wollte damit ihr Auto vor dem geldgierigen Blick der Kn├Âllchen-Tussi sch├╝tzen. Unglaublich, aber wahr: Als sie zur├╝ckkam, prangten hinter den Scheibenwischern aller falsch geparkten Autos die gef├╝rchteten Kn├Âllchen. Nur an ihrem nicht.

Ich konnte es nicht glauben und meine Freundin wollte beweisen, dass es funktioniert. Als erstes Objekt w├Ąhlte sie eine Zimmerpflanze, die gerne von unseren Katzen angeknabbert wird. Und siehe da, die Katzen taten so, als w├Ąre die Pflanze Luft f├╝r sie. Heute morgen gab es frisches Th├╝ringer Mett zum Fr├╝hst├╝ck. Wer Katzen kennt, wei├č wie verr├╝ckt sie hinter frischem Fleisch her sind. Sie schrecken nicht davor zur├╝ck, auf den Tisch zu springen, um sich an die Schale mit dem Mett heranzumachen. Und so geschah es auch. Meine Freundin belegte die Mettsch├╝ssel mit dem Schutzsymbol und die Katzen "sahen" sie einfach nicht mehr, starrten nur noch auf die Br├Âtchen in unseren H├Ąnden. Ich war perplex.

Aber es geht noch weiter. Wir mussten in die Stadt. Weit und breit kein freier Parkplatz. Was jetzt kommt, kann sich der Leser wohl denken. Wir mussten im Halteverbot parken und meine Freundin sch├╝tzte das Auto durch das bewusste Symbol vor neugierigen Blicken. Als wir zur├╝ckkamen, war die Entt├Ąuschung gro├č. Die ganze Reihe der falsch geparkten Fahrzeuge hatte ein Kn├Âllchen unter dem Scheibenwischer, also auch unseres. So schien es. Ich pfl├╝ckte das Papier ab und las es mit Verwunderung: "Es tut mir leid, ich habe Ihr Auto angefahren. Ich habe es einfach nicht gesehen." Darunter Name und Telefonnummer. Trotz dieser Panne hatten wir ein tolles Erfolgserlebnis und die kleine Beule am Kotfl├╝gel st├Ârte ├╝berhaupt nicht unser Hochgef├╝hl.
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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Kadra
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Lieber Intonia,

sch├Ân mal wieder von dir zu lesen. Reiki ist mir ehrlich gesagt suspekt, aber ich nehme mal nicht an, dass du diesen Text als Werbebotschaft ver├Âffentlicht hast, oder? Ich halte es da mit Else Kling "Wenns schee macht..."

Lieben Gru├č von
Kadra

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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
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Liebe Kadra,

danke f├╝r Deinen Kommentar. An Werbung f├╝r Reiki habe ich nicht gedacht. Aber jetzt, wo Du mich darauf ansprichst,f├Ąllt mir auf, dass man meine Geschichte auch als Werbung verstehen kann. Ich selber glaube an die Kraft der kosmischen Energie. Daf├╝r gibt es unz├Ąhlige Beweise in allen Kulturen seit Menschengedenken. Sei es bei den australischen Aborigines oder den ├Âstlichen Schamanen, um nur einige zu nennen.

Ich bin allerdings kein Verfechter der Reiki-Methode. Reiki macht aus der Energieanwendung ein Geheimnis, das man nur durch teures Geld erwerben kann. Es geht auch ohne Reiki-Symbole, wenn man nur sensibel genug daf├╝r ist.

Meine Geschichte ist ├╝brigens wahr, bis auf den Schluss mit dem eigenen Parken.

Liebe Gr├╝├če
Intonia
__________________
"Liebe kostet nichts und ist doch das Teuerste auf der Welt."

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Eine witzige Geschichte! Ich versuche es jetzt mal mit einer "Weiterdichtung" a la annabelle g.

Also, meine j├╝ngere Tochter ist Fisch. Gerade noch eben so. Dahinter steckt ein bewu├čter und lenkender Wille meinerseits - rede ich mir gerne ein. Ich wollte n├Ąmlich unbedingt einen Fisch. Mein Mann, ein gelehrter und praktizierender Astrologe, lief w├Ąhrend meiner anschwellenden Wehenphase mit mir durch die Flure der Klinik, konsultierte alle f├╝nf Minuten die Ephemeridentabelle und murmelte: "Also, wenn es noch ein Fisch werden soll und kein Widder, mu├čt du dich beeilen." Worauf ich jedesmal meine Schritte beschleunigte. Entweder hatte das Universum ein Einsehen oder mein Dauerlauf n├╝tzte tats├Ąchlich etwas, denn meine Tochter kam p├╝nktlich f├╝nf Minuten vor Ende des Tierkreises zur Welt, gerade noch ein Fisch und fast schon ein Widder, praktisch zwischen Ende und Anfang.

Ich war n├Ąrrisch vor Freude ├╝ber den kleinen Fisch, mein Mann wiegte sorgenvoll den Kopf und w├Ąlzte dicke B├╝cher. "Der Zeitpunkt ist ├Ąu├čerst ung├╝nstig. Gerade so auf der Kippe. Du wirst sehen, wir haben eine unsichtbare Tochter. Die ist sozusagen zwischen T├╝r und Angel, die ist eigentlich gar nicht da."

Vorl├Ąufig haben wir keinen echten Anla├č zur Sorge. Unsere j├╝ngere Tochter schwimmt zwar hin und wieder, guckt mit dem einen Auge in die n├Ąchste Woche und mit dem anderen in die Vergangenheit, aber daf├╝r ist sie eben ein Fisch. Das Krankenhaus hat uns jedoch f├╝r die Geburt, was sie angeht, keine Rechnung geschickt. Es gab eine Kostenabrechnung aus dem Geburtszimmer und eine von der W├Âchnerinnenstation - klar, ich bin ja auch nicht unsichtbar -, aber keine von der S├Ąuglingsstation. Ich habe scheinbar ein Nichts zur Welt gebracht.

Als sie f├╝nf Jahre alt war, mu├čte sie zu einer Mandeloperation erneut in die Klinik, diesmal eine andere (wir waren inzwischen umgezogen). Es war ein einfacher und problemlos verlaufender Eingriff, ich konnte sie nach einer Stunde mit nach Hause nehmen. Eine Rechnung haben wir nie bekommen. Meine unsichtbare Tochter hat unsichtbare Mandeln.

Wenigstens in der Schule wird sie irgendwie gesehen. Sie ist zwar sehr klein, aber sie wei├č sich zu recken. Und in der Leselupe schreibt sie auch schon. Sie hat sogar Leser. Und wenn man ein Foto von ihr macht, ist auch was drauf. Gott sei Dank.

lG, Zefira


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Intonia
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo Zefira,

Weiterdichten macht oft mehr Spa├č, als was Neues zu erfinden. Mir jedenfalls.

Deine Geschichte ist aber eine ganz andere, weil sie nicht an meine ankn├╝pft, also nicht wirklich weitergedichtet. Du hast nur das Thema aufgegriffen, bzw. meine Idee. Das macht aber nichts. Ich finde Deine Geschichte jedenfalls gut. Lohnt sich, auch separat als eigenen Beitrag zu posten.

Danke f├╝r Deinen Beitrag und liebe Gr├╝├če
Intonia
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