Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂĽssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5551
Themen:   95222
Momentan online:
448 Gäste und 16 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Reiseerlebnis
Eingestellt am 14. 06. 2012 09:25


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Odio il Diabolo
Hobbydichter
Registriert: Jun 2012

Werke: 2
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Odio il Diabolo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Katharina erinnert sich…

Eine makabre, fast wahre Geschichte

Im vergangenen Jahr, in den Herbstferien war ich mit Oma Thea und Opa Dieter in Florida. In Pine Ridge, dem schönsten Ortsteil von Beverly Hills hatten wir ein großes Ferienhaus gemietet. An einem heiteren, sonnigen Tag sind Opa und ich zu einer Bootsfahrt auf dem Rainbow River aufgebrochen. Oma blieb zuhause, weil sie gerade keine Lust auf großes Gewässer hatte. Opa und ich haben uns für 21,60$ ein Blechkanu gemietet. Jeder bekam ein Paddel und eine Schwimmweste. Die Westen waren sehr unbequem. Wir haben sie abgelegt, als wir außer Sichtweite des Bootsverleihs waren. Auf unserer Reise auf dem Fluss haben wir viele Wasservögel, Schildkröten, Bisamratten, Otter und Angler gesehen. Die Flusslandschaft ist sehr vielseitig und wechselt ständig ihr Aussehen. Als wir ca. eine Stunde unterwegs waren, sagte Opa, er müsste mal dringend austreten. Da er nicht einfach über die Bordwand pinkeln wollte, haben wir nach einem Landeplatz Ausschau gehalten. Am Ufer sahen wir dann ein paar, an Bäumen aufgehängte Stricke, deren Bedeutung uns aber unklar blieb. Jedenfalls waren da schon einmal Menschen an Land gegangen, also paddelten wir ans Ufer und hielten an. Neben unserem Kanu schien ein Baumstamm zu liegen, es war aber der Schwanz eines Alligators. Opa trat vorsichtig darauf, da schnellte der Alligator herum und im Nu war alles rot. Ich bin in Panik davon gepaddelt und war viel schneller wieder am Bootsverleih, als wir hergekommen waren.
Als der Bootsverleiher mich ohne Schwimmweste und sehr aufgeregt sah, hat er mich aus-gefragt und ich habe ihm die ganze Geschichte erzählt. Er hat mir einen starken Kaffee gemacht und mir aufgetragen auf der Bank vor seiner Hütte auf ihn zu warten, bis er wieder zurück sei. Dann ist er mit seinem Gehilfen davon gerudert. Die Stelle war ja leicht zu finden wegen der Stricke, die von den Bäumen herabhingen. Von Opa haben sie nichts mehr gefunden und der Alligator war auch nicht mehr da. So haben wir die Beerdigung gespart. Im Herbst fahren Oma und ich wieder nach Florida. An der Quelle des Rainbow Rivers werden wir ein paar Blumen ins Wasser werfen. Die schwimmen dann zu Opa hin. Das macht ihn zwar auch nicht mehr lebendig, aber er wird sich freuen, dass wir noch an ihn denken.

Lieber Opa, ruhe sanft….

__________________
Odio il Diabolo

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


ZurĂĽck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung